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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Dienstag, 8. Juli 2008

Weblog zur UG-Novelle

Allzu schnell wird sich nun wohl in dieser Angelegenheit nichts weiterbewegen, aber für einen Überblick zur Diskussion um die Novelle des österreichischen Universitätsgesetzes ist dieses Weblog ug02 sicher nützlich.

Akten zum Fragstubenprojekt des Johannes Angelus de Sumaran gefunden

Letzte Woche war ich im Wiener Universitätsarchiv, auf der Suche nach Akten zu dem 1636 eingereichten Fragstubenprojekt des Johannes Angelus de Sumaran/Juan Angel de Zumarán (vgl. hier). Diese wurden in einem 1893 im Wiener Communal-Kalender erschienenen Artikel zitiert, allerdings nur mit dem nicht gerade präzisen Hinweis, dass sie aus dem Universitätsarchiv Wien stammen, ohne nähere Quellenangabe. Als Manfred Bobrowsky dann im Zuge der Arbeit an seiner Dissertation um 1980 danach recherchierte, konnte er sie nicht auffinden; nun habe ich mein Glück versucht, und dank der Hilfe von Archivmitarbeiter Thomas Maisel war es gar nicht mal so schwer. Neues konnte ich zwar nicht herausfinden, aber immerhin ist es jetzt möglich, genau zu zitieren.

Universitätsarchiv Wien, Kodex Th 16: Acta Facultatis Theologicae IV 1567-1666, f.289,r - 291a,r; f.291b,v - 292b,v (Einträge vom 27.10.1636 und 23.11.1636).

Zur Geschichte des Wiener Fragamtes, in: Wiener Communal-Kalender und städtisches Jahrbuch, 31.1893, S. 419-426.

Bobrowsky, Manfred: Das Wiener Intelligenzwesen und die Lesegewohnheiten im 18. Jahrhundert. Wien: Diss. masch. 1982, S. V.

Update 18.11.2011: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/49616282/

#FragamtWien

Wikipedia zitieren in wissenschaftlichen Veröffentlichungen

Ein kleiner Beitrag zum Zitieren von Wikipedia-Artikel: Michael Mitterauer scheint dabei keine Bedenken zu haben: In seinem für die Festschrift zu Alfred Kohlers 65. Geburtstag verfassten Beitrag zitiert er gleich dreimal (S.395, Fn.39: http://en.wikipedia.org/wiki/Gevil; S.397, Fn.46: http://de.wikipedia.org/wiki/Ghulam_Ahmad; S.398, Fn.54: http://en.wikipedia.org/wiki/Arabic_calligraphy) Wikipedia-Einträge.

Mitterauer, Michael: Schreibrohr und Druckerpresse. Transferprobleme einer Kommunikationstechnologie, in: Edelmayer, Friedrich u.a. (Hg.): Plus ultra. Die Welt der Neuzeit. Festschrift für Alfred Kohler zum 65. Geburtstag. Münster: Aschendorff, 2008, S. 383-406.

Ein kleines PS noch an die BesucherInnen von der Wissenswerkstatt und der Netzzeitung: Mein Vorname ist Anton, nicht Alfred ;-)

Montag, 7. Juli 2008

Kartoffelrenaissance in Peru

Auf SpOn: Ein Bericht über eine peruanische Wunderkartoffel. [via Digitale Regionalgeschichte]

Nachtrag: Auch die Library Mistress widmet sich dem Thema Kartoffel.

Homepage von Astrid von Schlachta

Ich bin wieder einmal über eine HistorikerInnen-Homepage gestolpert, diesmal über die von Astrid von Schlachta; ihre Forschungsschwerpunkte sind die Hutterer und Täufer.

Sonntag, 6. Juli 2008

Interview mit Allin Cottrell

Gemeinsam mit Paul Cockshott hat Allin Cottrell Alternativen aus dem Rechner. Für sozialistische Planung und direkte Demokratie. verfasst (vgl. hier); in diesem Interview geht er auf Kritik an seinem Buch ein, spricht über das Verhältnis von Planwirtschaft und Demokratie und erläutert anhand des Challenger-Raumfährenprogramms sowie von Linux, wie auch im Sozialismus technologische Innovation möglich ist.

Samstag, 5. Juli 2008

Besprechung der Wiener Punk-Ausstellung

Martin Schmitz bespricht die in der Wiener Kunsthalle noch bis 7.9.2008 gezeigte Ausstellung Punk. No One is Innocent und behandelt dabei auch gleich die Etappen der Musealisierung von Punk.

Übrigens: Am kommenden Donnerstag, 10.7.2008 findet ab 19 Uhr im Rahmen der Ausstellung ein Gespräch zwischen Robert Foltin und Martin Pfitscher zum Thema Punks und Autonome – Ein Widerstand oder zwei politische Bewegungen? statt.

Freitag, 4. Juli 2008

Tagungsband zur Prekarisierung von Wissenschaft online

Aus dem BdWI-Newsletter:

Prekarisierung von Wissenschaft: Tagungsband

Eine Reihe von Beiträgen der von BdWi und anderen am 11./12. Januar in Leipzig durchgeführten Tagung "Prekarisierung von Wissenschaft und wissenschaftlichen Beschäftigungsverhältnissen"
- vgl. hier und hier - ist jetzt verfügbar.
Der Tagungsband erscheint in der Reihe RLS-Manuskripte (Bd. 78), kann aber bereits jetzt als pdf heruntergeladen werden.

Prekarisierung der Wissenschaft. Hrsg. von Torsten Bultmann. Reihe RLS-Manuskripte, Berlin.
Direkt zum Download:
http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Manuskripte_78.pdf

Inhaltsverzeichnis:

Torsten Bultmann
Einleitung: Hochschulentwicklung im Spannungsfeld von »Exzellenz«, »Elite«, Unterfinanzierung und Niedrigstlohn 7

Thomas Goes
Die Hochschule als Wandelhalle – Anmerkungen und Fragen zu Prekarisierung und deren (politische) Verarbeitungsformen im Wissenschaftsbetrieb 12

Lars Bretthauer, Daniel von Fromberg
Prekarisierung und Marginalisierung der Kritik. Eine politische Polemik 23

Elisabeth Meyer-Renschhausen
»Verschrottung des Mittelbaus« – Vom Umgang mit den Privatdozenten als Symptom neuer Intellektuellenfeindschaft 41

Gisela Notz
Geschlechterstereotypen und weibliche Karrieremuster in der Wissenschaft 53

Magnus Treiber
»Streik« – Ein Lehrbeauftragter resümiert Erfahrungen 59

Andreas Keller
Visionen und Grundbausteine einer Reform der Personalstruktur an Hochschulen 64

Donnerstag, 3. Juli 2008

Straßentafeln im Täuferreich der Münster, 1534/1535

Claus Bernet zitiert in der Drucklegung seiner Dissertation über die Gebaute Apokalypse den Bericht des Meisters Heinrich Gresbeck über das Täuferreich der Münster. Damals wurden nicht nur die Stadttore, sondern auch einige Straßen umbenannt, und - so Bernet - erstmals in der Frühen Neuzeit im deutschsprachigen Raum systematisch Straßenschilder angebracht. Die Belegstelle bei Gresbeck lautet folgendermaßen:
und hadde in ein ieder strate laten hangen ein bredeken, dair was up geschrieven, wie dat die strate heitten sol.

Bernet, Claus: "Gebaute Apokalypse". Die Utopie des Himmlischen Jerusalems in der Frühen Neuzeit. (=Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz; 215). Mainz: von Zabern, 2007, S. 108f.

Cornelius, Carl Adolf (Hg.): Berichte der Augenzeugen über das münsterische Wiedertäuferreich. (=Die Geschichtsquellen des Bisthums Münster; 2). Münster: Theising, 1853, S. 155f. [Bericht von Gresbeck; es gibt einen Neudruck von 1983; Digitalisat bei Google Books]

Mittwoch, 2. Juli 2008

Hausnummern fürs Zürcher Unterland

Nicht nur in Seoul und Addis Abeba (Läsker, Kristina: Auf dem Weg nach Irgendwo, in: Süddeutsche Zeitung, 5.1.2005, S.12) werden moderne Hausnummernsysteme eingeführt, auch in manchen Gemeinden des Zürcher Unterland ist es laut Zürcher Unterländer soweit:

Chnübrächi, Sonnefäld oder Oberi Bleiki in Rafz, Im Sandbuck, Am Mülibach oder Im Bahnhofgarten in Dielsdorf – malerische Flurnamen sind im Unterland als Adresse gang und gäbe. Doch jetzt haben sie in der Adressfunktion ausgedient. Bis in gut einem Jahr soll jedes Gebäude, in dem Personen wohnen oder arbeiten, eine unverwechselbare Anschrift mit Hausnummer erhalten. Dies verlangt der Kanton Zürich – auch deshalb, weil im Notfall Einsatzarzt und Helfer sich mit solchen Flurnamen kaum zurechtfinden und kostbare Zeit verlieren.
(...)
Ebenso aufs neue Adressiersystem umgestellt hat Buchberg: «Da sich im Dorf früher alle kannten, genügte als Adresse der Übername», schildert Elisabeth Kahl, Gemeindeschreiberin. Denn jeder wusste, wo «de Kässeli-Guscht» wohnt.
(...)
Moderne Navigationsgeräte – wie sie heute in vielen Autos zu finden sind – funktionieren nur im Fall klarer Adressen, wozu in erster Linie konkrete Hausnummern unabdingbar sind. Gleiches gilt grundsätzlich für die Post und die Behörden; wohnt jemand an einem Ort ohne Strassennamen und Hausnummer, behilft sich die Post bis heute, indem sie eigene, inoffizielle Adressen erfindet und diese intern den Betreffenden zuteilt.

Dienstag, 1. Juli 2008

Wichtelzopf online

Sehr schön, ich habe das ok vom Verlag eingeholt und kann nun meinen Text über den famosen Wichtelzopf online stellen:

Tantner, Anton: Wahrheitsproduktion durch „Auskampelung“. Zum Kampf gegen den Wichtelzopf, in: Scheutz, Martin/Valeš, Vlasta (Hg.): Wien und seine WienerInnen. Ein historischer Streifzug durch Wien über die Jahrhunderte. Festschrift für Karl Vocelka zum 60. Geburtstag. Wien/Köln/Weimar: Böhlau, 2008, S. 221-233.

Bitte auch die Verlags-Info beachten; hier nochmals das Abstract zu meinem Text:

Als direkte Folge der 1770 in Schlesien durchgeführten Seelenkonskription wird in diesem Land eine seltsam anmutende Kommission engerichtet, die die schöne Bezeichnung trägt „In Betreff der gepflogenen Untersuchung jener Personen, so mit dem sogenannten Plica Polonica, oder der Krankheit des Wichtelzopfes behaftet zu seyn angegeben worden“. Bei diesem „Wichtelzopf“ handelt es sich um eine vermeintliche Krankheit, auf die die an der „Seelenbeschreibung“ beteiligten Militär gestoßen waren, als sie im Zuge ihrer Arbeit Schlesien bereisten.
Aufgabe dieser aus Militärs, Zivilbeamten und kundigen Ärzten zusammengesetzten Kommission ist es, die „Grund-Ursachen“, die „Ursprünge“ des Übels zu erforschen sowie Heilmittel dagegen vorzuschlagen. In der Folge werden im ganzen Land die Kranken – Menschen mit „verworrenen Haaren“ – aufgesucht, manche von ihnen mit militärischer Eskorte nach Troppau überstellt. Bei der nun vorgenommenen Untersuchung wird zwischen „wahren und unächten Wichtel-Zöpfen“ unterschieden, bei ersteren seien auch die Haarwurzeln feucht, während letztere künstlich hergestellt seien, durch Einschmieren von geweihtem Öl und Wein in das Haar, mit dem Ziel, sich dadurch vor Krankheiten zu schützen. Gefunden wird der wahre Wichtelzopf nie, bei den der Kommission vorgeführten Personen läßt sich nur der „falsche“ Wichtel attestieren. Die Kommissionsmitglieder kaufen daraufhin das ihnen adäquat erscheinende Heilungsmittel an – „einige Kampel“ – und bringen es um so „begieriger“ zum Einsatz, je eher dadurch die Wahrheit über das Falsche an das Tageslicht gebracht werden kann. Sie haben Erfolg, die Krankheit wird geheilt, so manch ein Patient kann „freudenvoll nacher Haus“ zurückkehren. Das angelegte Protokoll wird nach Wien eingeschickt und im Staatsrat der Kaiserin vorgelegt, „womit also diese WichtelZopfs-Angelegenheit seine Endschaft erreichte, und die fällige Kommission geendiget wurde“.

Valentin Groebner über wissenschaftliches Schreiben im 21. Jahrhundert

Valentin Groebners Beitrag Welches Thema? Welcher Text? Wissenschaftlliches Schreiben im 21. Jahrhundert (PDF), verfasst für den von Martin Gasteiner und Peter Haber herausgegebenen und für Herbst angekündigten UTB-Band Digitale Arbeitstechniken für die Geistes- und Kulturwissenschaften ist als Preprint online. Irgendwie mit leichter Hand dahingeschrieben, mit vielen spannenden Anregungen. Nur ein Zitat daraus: Keine claims abstecken, sondern Themen in traditionelle gelehrte Milieus injizieren. Wie Hefepilze, oder Bakterien. Das wächst dann schon.

Montag, 30. Juni 2008

"Mittelweghistoriker" Wolfgang Kraushaar verweigert Einsicht in sein Archiv

Unter der Überschrift Besitzerstolz beschreibt konkret in seiner aktuellen Ausgabe den folgenden Fall des Wolfgang Kraushaar:

"Der Einzige und sein Eigentum" hieß das Werk des Philosophen Max Stirner, mit dem sich Karl Marx herumzuschlagen hatte. Wie der Arsch auf den Eimer paßt der Titel anderthalb Jahrhunderte später auf den Vorgang, über den KONKRET-Autor Lars Quadfasel die Redaktion informieren durfte: Die beiden Dokumente des SDS zum Besuch israelischer Politiker, die er als Beitrag zur Serie "1968 - what's left?" hatte dokumentieren und kommentieren wollen, liegen im Privatarchiv von Reemtsmas Mittelweghistoriker Kraushaar, der ihm auf die Bitte, sie einzusehen, wie folgt geantwortet hat:

"Sehr geehrter Herr Quadfasel, tut mir leid, daß ich Sie enttäuschen muß. Aber Publikationen in einer Zeitschrift wie der von Ihnen genannten werde ich nicht unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen, Wolfgang Kraushaar"

Der Sesselfurzer als Serenissimus. Quadfasel antwortete:

"Sehr geehrter Herr Kraushaar, vielen Dank für Ihre Antwort. Schade, daß es Ihnen nicht möglich ist, mir die Dokumente zugänglich zu machen und so den Weg zum Berliner SDS-Archiv zu ersparen. Ich weiß natürlich nicht, was zwischen Ihnen und KONKRET steht, aber Sie werden sicherlich Ihre guten Gründen haben. In meiner grenzenlosen Naivität stelle ich mir immer vor, daß es bei Fragen wie der (wissenschaftlichen und publizistischen) Kritik des linken Antizionismus vor allem um die Sache geht, und vergesse dabei regelmäßig, daß für andere sich die Prioritäten ganz anders darstellen mögen.

Mit freundlichen Grüßen, Lars Quadfasel"

Sonntag, 29. Juni 2008

Museum und Gewalt

Allerdings ein hörenswerter Radiobeitrag, den Tanja Malle da für Ö1 (Sendung Salzburger Nachtstudio, 25.6.2008, 21.01-22.00, MP3 steht im Rahmen des Ö1-Downloadabos zur Verfügung) zum Thema Dokument der Kultur - Ort der Barbarei. Über das Verhältnis von Museum und Gewalt gestaltet hat. Anlass dafür war die gleichnamige, im Mai in Drosendorf stattgefundene Schreibwerkstatt des Forum für Museologie und visuelle Kultur am IFF, die auch einen umfangreichen Reader zum Thema (PDF, 30 MB) zur Verfügung stellt.

Aus der Ankündigung der Sendung:

Entgegen seinem Selbst- und Fremdbild ist das Museum "niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein", diagnostizierte der Philosoph und Gesellschaftstheoretiker Walter Benjamin. Denn Gewalt ist für die Entstehung von Museen ebenso konstitutiv wie für ihre Sammel- und Ausstellungspolitik.

So war eines der frühesten bürgerlichen Museen, der Pariser Louvre, nicht nur Nutznießer von Bilderstürmen, Revolutions- und Eroberungskriegen, sondern zugleich auch Auftraggeber für Beutekunst.

Völkerkundemuseen entstanden beispielsweise in der Folge von kolonialer Ausplünderung und Völkermord, naturhistorische und technische Museen in der Folge von sozialen Umwälzungen und der Zerstörung der Natur. Geschichts- und Heimatmuseen sind wiederum des Öfteren ein Hort aggressiver und nationalistischer Propaganda.

Bis heute noch weniger offensichtlich ist die strukturelle Gewalt der Museumspraxis: Ausstellungen dokumentieren und vermitteln Strategien der Ausgrenzung durch Auswahl und Klassifikation von Objekten und verschleiern zugleich oft deren gewalttätige Geschichten der Aneignung.

Revolte in französischem Abschiebegefängnis

Für Telepolis berichtet Bernhard Schmid über eine Revolte illegalisierter MigrantInnen in einem französischen Abschiebegefängnis und über Proteste gegen die EU-Abschieberichtlinie.