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Politik

Mittwoch, 3. März 2021

Mchael Scharang über zweierlei Formen der Kritik

In der aktuellen Ausgabe von konkret ist u.a. Michael Scharangs Artikel über Literatur und Politik sehr lesenswert.

Hier zwei Passagen über zwei unterschiedliche Formen der Kritik:

1) Mit Blick auf Beckett sagt Adorno: "Jedes Engagement für die Welt muss gekündigt sein, damit der Idee eines engagierten Kunstwerks genügt werde." Mit anderen Worten: Jeder Widerstand gegen das Bestehende muss aufhören, damit die Idee des Widerstands lebendig bleibt. Das ist krauser Idealismus. Geht es gegen engagierte Literatur, ist Adorno jedes Mittel recht. [Absatz] Die Kritische Theorie, die Adorno und die Frankfurter Schule vertraten, war virtuos in der Kritik des Bestehenden, legte aber großen Wert darauf, dieses für nicht veränderbar zu erklären. Doch eine Kritik am Bestehenden, welche dieses für nicht veränderbar hält, ist porös. Sie gibt sich radikal, geht aber nie zum Äußersten. Damit kann die bessere Gesellschaft leben. Adornos Ablehnung von Brecht und Sartre und seine Zuneigung zu Beckett sind verständlich, da auch Becketts Werk sich mit einem Gestus der Radikalität bescheidet. (S.57)

2) Die Welz schaute bewundernd auf das Forum Stadtpark und ahnte nichts von dem Kulturkampf, in dem wir uns dort befanden. Eine lehrreiche Auseinandersetzung – Literatur und Politik. Die Lesung fand statt. Mayröcker begann. Sie hatte noch keine zwei Minuten gelesen, als ein Hüne nach vorn stürmte, offenbar in der Absicht, die Tische, an denen wir saßen, umzuwerfen. Die Staatspolizisten, ältere, wohlbeleibte Männer, rannten ihm nach, waren aber zu langsam. Dennoch erreichte der Hüne sein Ziel nicht. In der ersten Reihe saß der Maler Waldorf, Obmann des Forum Stadtpark, ein kleiner Mann Mitte fünfzig, der vor Jahrzehnten als Mitglied des Grazer Boxclubs Heros österreichischer Meister im Fliegengewicht gewesen war. Er streckte den Aggressor zu Boden. Literatur und Politik in ihrer schönsten Gestalt. (S.54)

Scharang, Michael: Literatur und Politik, in: konkret 3/2021, S. 54-57.

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Eine Warnung von Hermann L. Gremliza. 2013 so aktuell wie heute

Was auch immer dieser Tage in Österreich und im Rest der EU zur Evakuierung der Flüchtlingslager von Moria bzw. Kara Tepe beschlossen oder zu beschließen unterlassen wird, es gilt weiter die Warnung, die Hermann L. Gremliza an den Schluss der unter dem Titel "Über Leichen" in konkret 11/2013 veröffentlichten Kolumne gesetzt hat.

Eine Warnung zum Schluß: Es geht nicht darum, wer wie viele aufgenommen hat, wen wer was kostet, es geht nicht um Kontingente, Brot für die Welt und andere Peanuts. Es geht auch nicht nur um unterlassene Hilfeleistung. Es geht um staatlich konzessionierten Mord, Massenmord. Schon wer sich auf eine Diskussion um Quoten und Vergleiche einläßt, und wollte er nur der Lüge des Innenministers widersprechen, Deutschland sei das Land, das die meisten Flüchtlinge aufnimmt, beteiligt sich ungewollt an der Verharmlosung, wenn nicht Vertuschung dieses Verbrechens.

Nachgehört werden kann die gesamte Kolumne (ab 7:06) u.a. hier: https://www.freie-radios.net/60095 bzw. in der letzten Sonntag zum Gedenken an Gremliza ausgestrahlten Sendung „… Nachrufe sind für den Kompost“.

Konkret_201311_Cover

Freitag, 18. Dezember 2020

Halbzehn.FM: Podcast zu Rotes Wien? Sozialismus vs Sozialdemokratie

Und gleich noch mal, in einem durchaus anderen Kontext, war ich diese Woche on air: Gemeinsam mit Anna Svec und Alessandro Barberi wurde ich von Tamara Kamatovic und Ines Schwerdtner für halbzehn.fm zu Geschichte und Gegenwart des Roten Wiens sowie über LINKS befragt, der Podcast ist nun über verschiedene Kanäle zugänglich. MIt Dank auch an Florian Held!

https://halbzehn.fm/rotes-wien-sozialismus-links-spoe-sozialdemokratie/
Spotify: https://spoti.fi/38fDcp9
YouTube: https://youtu.be/A3nePXN8vDE

Sonntag, 8. November 2020

Anforderungsprofil für linke PolitikerInnen: "Lenin und Helene Fischer in Personalunion"

Bin ich gerade wieder darüber gestolpert: Im Tagebuch 6/2020 (Paywall) hat Richard Schuberth ein schönes Anforderungsprofil für linke PolitikerInnen entworfen.

Linke, die sich wegen ihrer Romantisierung der Unterdrückten vor der Analyse von Kultur- und Bewusstseinsindustrie, vor der ungustiösen Methodik der Entpolitisierung gedrückt haben, verstehen immer noch nicht, dass der Kampf um Stimmen und Seelen über Emotionen und Selbsttäuschungen und nicht über politische Wahrheit gewonnen wird. Wer diesen Bann brechen will, muss das Empire mit äußerster sachlicher Expertise bedrängen und zugleich die Wähler mit Spektakel für sich gewinnen. Solche Politiker müssten wie Lenin und Helene Fischer in Personalunion agieren, und dafür Sorge tragen, dass beide Persönlichkeitsanteile nie intim miteinander werden. Für derlei windiges Doppelagententum sind die meisten Linken aber zu arglos oder zu aufrichtig.

Schuberth, Richard: Verflixt. Schon wieder kein Faschismus, in: Tagebuch, 2020, Nr.6, S. 18–24, hier 23f.

(vgl.)

Samstag, 7. November 2020

Hörspiel "Rojava – Freiwillig in den Krieg"

Zuletzt vom WDR gesendet: Ein Hörspiel über die internationalen Freiwilligen, die in den letzten Jahren den Kampf Rojavas gegen den IS und für neue Formen demokatischer Vergesellschaftung unterstützten.

Freitag, 16. Oktober 2020

19.516 Stimmen, 2,54%, 23 Mandate

Habemus vorläufiges Endergebnis: Bei den diesjährigen Wienwahlen bekam Links auf Bezirksebene 19.516 Stimmen, das sind 2,54%. Damit ziehen 23 MandatarInnen in die Bezirksvertretungen ein, in sieben Bezirken gibt es Fraktionsstärke (ab 2 Mandaten), und Rudolfsheim-Fünfhaus hat gar drei Mandate geschafft. In den Bezirken 4-9 bekam Links übrigens jeweils mehr Stimmen als die FPÖ. Auf Gemeinderatsebene wurden es 14.919 Stimmen (2,06%).

Zum Vergleich: 2015 bekam das Bündnis Wien Anders auf Bezirksebene 11.778 Stimmen, 1,38%, 5 Mandate, auf Gemeinderatsebene waren es 8.937 Stimmen (1,07%); interessant der Blick auf das Ergebnis der EU-Wahl 2014: Damals waren es für das Bündnis Europa Anders 19.523 Stimmen.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ein klares Wahlergebnis

Eine Wahl, der dieses Wochenende alle entgegengefiebert haben, führte zu einem eindeutigen Ergebnis: Mit klarer 60%-Mehrheit werden im burgenländischen Rohr nun Orientierungsnummern eingeführt - so orf.at.

Mittwoch, 22. April 2020

Lenins Wiener Tür- und Hausnummer

Nachdem Lenin auf Vermittlung Victor Adlers am 19.8.1914 aus der Haft im Gefängnis Nowy Targ freigelassen worden war, machte er auf der Fahrt nach Bern einen Zwischenstopp in Wien, wo er bei bei Dawid Borissowitsch Rjasanow in der Testarellogasse 3/12 wohnte und am 4.9.1914 weiterreiste. Als Bonusbild gibt es die Konskriptionsnummer des Hauses!

Lenin_Wien_Testarellog3_1_600
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Lenin_Wien_Testarellog3_9_Tuernummer_600_2
Lenin_Wien_Testarellog3_4_Konskriptionsnummer_600

#Lenin150

Leninteppich_Buchara_600

Die geeignete Wohnzimmerdekoration zum heute anstehenden 150. Geburtstag hätte ich 2007 in Buchara erwerben können. #Lenin150 #LeninAt150 #Leninlives

Freitag, 17. April 2020

Ina Markovas Biographie von Tilly Spiegel, rezensiert von Erich Hackl

Ina Markova hat eine Biographie der österreichischen Kommunistin Tilly Spiegel verfasst, die nun von Erich Hackl besprochen wird; zum Schluss der Rezension gibt es zwar auch ein paar kritische Anmerkungen, aber diese betreffen weniger die inhaltliche Qualität des Buchs als die von Hackl vermuteten politischen Positionen der Autorin; und wenn der gestrenge Herr Rezensent das Buch als geglückte Wiederbelebung einer engagierten und klugen »Draufgängerin« sowie als ein schwungvoll geschriebenes Kompendium der österreichischen Zeitgeschichte bezeichnet, dann betrachte ich dies als absolute Leseempfehlung!

Ina Markova: Tilly Spiegel. Eine politische Biografie. Wien: New Academic Press, 2019, //www.newacademicpress.at/gesamtverzeichnis/geschichte/tilly-spiegel/