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Mittwoch, 23. Dezember 2020

Ö1-Hörbilder Spezial über Cybersyn

Jakob Schmidt und Jannis Funk haben für Deutschlandfunk/WDR eine Sendung zum famosen Projekt Cybersyn. Chiles Traum von Gerechtigkeit gestaltet, diese wird in zwei Teilen am 25. und 26.12. von Ö1 ausgestrahlt.

https://oe1.orf.at/programm/20201225/621853/Allende-und-das-visionaere-Experiment-Cybersyn-1-2

https://oe1.orf.at/programm/20201226/621893/Allende-und-das-visionaere-Experiment-Cybersyn-2-2

Ankündigung:
1970 wird Salvador Allende zum Präsidenten von Chile gewählt. Er schlägt einen gewaltfreien Weg zum Sozialismus ein, verstaatlicht binnen kurzer Zeit große Teile der Wirtschaft.
Doch das Management hunderter Fabriken überfordert die Verwaltung. Der zentralistische Ansatz, wie ihn die Staaten des Ostblocks verfolgen, ist zum Scheitern verurteilt. Allende sucht fieberhaft nach neuen Ansätzen - und gibt schließlich Cybersyn in Auftrag.

Der exzentrische britische Kybernetiker Stafford Beer sieht die Wirtschaft wie einen menschlichen Körper, ein System, das sich selbst regulieren kann, dezentral und in Echtzeit. Sein Team und er verkabeln Firmen im 4.000 Kilometer langen Land, sammeln Daten im einzigen verfügbaren Großrechner, schreiben eine Software, die Engpässe erkennen soll - bevor sie überhaupt entstehen. Die ersten Resultate: vielversprechend.

Doch das Team kämpft gegen die Zeit: Die chilenischen Unternehmer horten Lebensmittel, Spediteure streiken, Sanktionen der Amerikaner ruinieren den Export. Die Inflation erreicht Rekordhöhen, und die Rechten im Land planen schon den Putsch, der schließlich zur Pinochet-Diktatur führt.
Vor dem Hintergrund des Scheiterns einer sozialistischen Vision erzählt "Projekt Cybersyn" von Idealisten, die ihrer Zeit auf tragische Weise voraus sind und am Ende an der Realität zerbrechen. Von einem dramatischen Showdown zwischen Boykott und Militärputsch, der keinen Raum mehr lässt für Utopien.
Die Featureautoren treffen u.a. Fernando Flores, ehemaliger Finanzminister unter Allende, Staffords Tochter Vanilla Beer, sowie Raul Espejo, den Chefingenieur von "Projekt Cybersyn".
Service

Buchtipps:
Eden Medina: Cybernetic Revolutionaries.Technology and Politics in Allende´s Chile,
MIT press, 2011

Eine Warnung von Hermann L. Gremliza. 2013 so aktuell wie heute

Was auch immer dieser Tage in Österreich und im Rest der EU zur Evakuierung der Flüchtlingslager von Moria bzw. Kara Tepe beschlossen oder zu beschließen unterlassen wird, es gilt weiter die Warnung, die Hermann L. Gremliza an den Schluss der unter dem Titel "Über Leichen" in konkret 11/2013 veröffentlichten Kolumne gesetzt hat.

Eine Warnung zum Schluß: Es geht nicht darum, wer wie viele aufgenommen hat, wen wer was kostet, es geht nicht um Kontingente, Brot für die Welt und andere Peanuts. Es geht auch nicht nur um unterlassene Hilfeleistung. Es geht um staatlich konzessionierten Mord, Massenmord. Schon wer sich auf eine Diskussion um Quoten und Vergleiche einläßt, und wollte er nur der Lüge des Innenministers widersprechen, Deutschland sei das Land, das die meisten Flüchtlinge aufnimmt, beteiligt sich ungewollt an der Verharmlosung, wenn nicht Vertuschung dieses Verbrechens.

Nachgehört werden kann die gesamte Kolumne (ab 7:06) u.a. hier: https://www.freie-radios.net/60095 bzw. in der letzten Sonntag zum Gedenken an Gremliza ausgestrahlten Sendung „… Nachrufe sind für den Kompost“.

Konkret_201311_Cover