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PS 2026
https://adresscomptoir.two day.net/stories/1022713020 /
adresscomptoir - 2026/09/21 10:18
Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Flanerien und Vorträge im Herbst 2026

Für den 29.10. sind leider kaum mehr Plätze frei, sonst sieht es aber gut aus!

Die Nummern von Wien, Do 29.10.2026

Flanerie, veranstaltet vom Labor Alltagskultur
Treffpunkt: Do, 29.10.2026 16:00, Wien 1, Josephsplatz, beim Denkmal
Dauer: ca 2 Stunden
Anmeldung erforderlich bei Ulli Fuchs: fuchs@kinoki.at
Teilnahme frei, Spenden erbeten

Nummern sind in unserem Alltag allgegenwärtig - jenseits der Hausnummern sind sie an Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln am sichtbarsten, aber auch an Bäumen, Gräbern, Spitalsbetten und in unseren Ausweisen zu finden. In der Vergangenheit wurden sie sogar auf der Vorderseite der Gemälde der kaiserlichen Sammlungen angebracht, dienten der "Unterwachung" der Polizei sowie der Überwachung der Gefangenen und waren auf den Kappen der Dienstmänner präsent - Paul Hörbiger und Hans Moser lassen grüßen!

Damit es nicht zu akademisch bleibe, sei vorab verraten, dass ein Gedicht des Schriftstellers Hugo Sonnenschein genauso rezitiert werden wird wie dass auf der Route auch eine apokalyptische "number of the beast" liegt!

Stadtbefestigung und Stadtverteidigung in Wien, Di 10.11.2026


Vortrag an der Kunst VHS im Rahmen der Wien Akademie
Lazarettgasse 27, 1090 Wien
Di, 10.11.2026, 19:00
Eintritt 22 Euro

Die ab dem 12. Jahrhundert errichtete Stadtbefestigung wurde Anfang des 18. Jahrhunderts um den so genannten "Linienwall" ergänzt. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts geschliffen, prägten Stadtmauer und Linienwall das sozialräumliche Gefüge Wiens bis in die Gegenwart und dienten zusammen mit der Anlage von Kasernen nicht nur der militärischen Abwehr nach Außen, sondern auch zur Kontrolle der Bevölkerung und Niederschlagung von Unruhen.

Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/294769975


Europa Erlesen Marchfeld, St.Pölten, Mo 16.11.2026
Buchpräsentation

Institut für Geschichte des ländlichen Raumes (IGLR)
Kulturbezirk 4
3109 St. Pölten
Mo, 16.11.2026, 14:00

Anton Tantner lädt zu einer Reise in eine oft verschmähte Region ein. Bereits dem mittelalterlichen Chronisten Thomas Ebendorfer galt das Marchfeld als "edler und reichster Teil Österreichs", später wurde es von Ingeborg Bachmann als "große Landschaft bei Wien" besungen. Die bei Wieser in der Reihe "Europa Erlesen" erschienene Anthologie versammelt verblüffende Texte aus neun Jahrhunderten und macht Lust darauf, die unterschätzte Ebene zwischen Wien und Bratislava umgehend zu bereisen. Nota Bene: Auch Theodor W. Adorno war ein Marchfeldautor!

Weitere Informationen demnächst unter: https://www.ruralhistory.at

Hausnummern-Flanerie, Fr 20.11.2026

Flanerie, veranstaltet vom Labor Alltagskultur
Treffpunkt Ballhausplatz 2, 1010 Wien
Fr, 20.11.2026, 14:00
Dauer: ca 2 Stunden
Anmeldung erforderlich bei Ulli Fuchs: fuchs@kinoki.at
Teilnahme frei, Spenden erbeten

Klein und unscheinbar hat sie sich an die Häuser festgemacht: Die Hausnummer. Sie scheint keine Geschichte zu haben, so selbstverständlich, so alltäglich ist sie für uns geworden; dabei wurden die 1770 vergebenen "Konskriptionsnummern" nicht etwa eingeführt, um den in der Stadt lebenden Menschen oder Fremden die Orientierung zu erleichtern, sondern um gemeinsam mit einer Volkszählung - der "Seelenkonskription" - ein neues Rekrutierungssystem vorzubereiten.
Kein Wunder, dass es wegen dieser militärischen Zielsetzung zumindest vereinzelt zu Widerstandsaktionen gegen die neue Kontrolltechnik kam; doch wusste die Bevölkerung auch, die Hausnummern für ihre eigenen Zwecke anzueignen, bis in die jüngste Vergangenheit, wie die Geschichte der Hausnummer "Ballhausplatz 1A" beweist.
Manche der im 18. Jahrhundert vergebenen Nummern sind heute noch an den Wänden der Häuser sichtbar; die Flanerie stellt einige davon vor und liefert damit Einblicke in die Geschichte vergangener und gegenwärtiger Ordnungssysteme.

Zusatztipp: Pavel Himl u.a.: Urbane Proteste in der Habsburgermonarchie 1789 - 1847, Mi 18.11.2026

Am 18.11.2026 findet der nächste jour fixe des IEFN (Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit) statt; Pavel Himl und sein Team (Jakub Raška, Josef Řičář und Edmund Trubáček, alle Prag) stellen ein neues Forschungsprojekt vor und referieren zum Thema Urban protests and the „under-bourgeois“ classes in the Austrian monarchy, 1789–1847.
Veranstaltungsreihe Geschichte am Mittwoch, 18.11.2026, 18:30, Uni Wien, Hörsaal 30, Universitätsring 1, 1010 Wien

Mehr Infos unter: https://fnzinfo.hypotheses.org/2652

STD: 25.1.2027 VHS Urania Vortrag Das Sandland an der Marchfeld | 22.4.2027 VHS Urania Science Walk Donaukanal

Montag, 21. September 2026

Anne Roth zur Schließung von Noblogs.org

"Es ist noch viel zu still." Bei all der Freude über den Berliner Wahlerfolg nicht zu vergessen: Anne Roth in der Taz über das durch einen simplen Akt der US-Regierung erfolgte Aus des italienischen Tech-Kollektiv Autistici/Inventati, das unter anderem ihr Blog Annalist hostete; unter nublogs.org gibt es zumindest eine vorläufige (?) Archivierung, Annalist kann unter https://annalist.nublogs.org/ nachgelesen werden.

Vgl. anno 2007: https://adresscomptoir.twoday.net/stories/4366549/

Freitag, 2. Januar 2026

Die Nummern von 2025

19_Ballhausplatz_Wien
9.1.2025, 19, Wien Ballhausplatz 2: Bei der Donnerstagsdemo gegen die dräuende, dann doch nicht zustande gekommene Blau-Schwarze Regierung die wohl am häufigsten fotografierte Konskriptionsnummer.

33_Tunis_Khaldoun
11.2.2025, 33 Rue Tourbet el Bey, Tunis: Hier wurde Ibn Khaldoun am 27.5.1332 geboren.

188_Hundemarken_Bezirksmuseum23
9.3.2025, 188, Hundemarke, Bezirksmuseum Wien-Liesing: Der Tag der Bezirksmuseen veranlasste mich endgültig dazu, die Geschichte der Hundemarken in den Blick zu nehmen.

404_Triest_TramdiOpicina
16.4.2025, 404, Tram di Opicina: Seit 2025 fährt wieder die Tram von Triest nach Opicina; die Strecke war seit 2016 gesperrt, nachdem die beiden Wagen 404 und 405 zusammengestoßen waren.

61_Oberdan_Zelle
17.4.2025, 61, Zellennummer im Sacrario Oberdan, Triest: 1882 wurde in Triest Guglielmo Oberdan aka Wilhelm Oberdank hingerichtet, weil er ein Attentat auf Franz Joseph vorbereitet hatte; 1878 war Oberdan aus der habsburgischen Armee aus Protest gegen die Annexion Bosniens desertiert. Seine Verehrung als Märtyrer der italienischen Einigung wurde im Faschismus nochmal intensiviert, 1926 gab es einen Wettbewerb für eine Skulptur, und seine einstige Gefängniszelle wurde zur Gedenkstätte umgestaltet.

1_Wien_Bundesstrasse_B1
8.5.2025, B1, Wien: Auch die Nummern von Bundesstraßen sind in Wien präsent.

XXX_Schweine_Ohrnummern_Moessna
18.7.2025, XXX, Ohrmarke, Mößna: Im Sölktal erproben Schweine ihre eigenen Anonymisierungstools.

36_Serviettenringe_Starkenberg
16.8.2025, 36 u.a., Serviettenringe, Starkenberger Erlebniswelt, Tarrenz: Die Wahrscheinlichkeit, dass die im Starkenberger Schloss einquartierten DadaistInnen an Tischen mit derlei mit Sitzplatznummer beschrifteten Serviettenringen saßen, stufe ich als sehr hoch ein.

4406_Inventarnummer_Schreibmaschine-Mitterhofer_StadtmuseumMeran
21.8.2025, 4406, Inventarnummer, Stadtmuseum Meran: Laut Beschriftung im Stadtmuseum Meran ist das dort aufbewahrte Modell der Schreibmaschine Peter Mitterhofers mit Nummer 1009 inventarisiert, auf der Schreibmaschine selbst befindet sich eine Inventarnummer 4406, vergeben anlässlich der Esposizione nazionale italiana di storia della scienza del 1929.

73_Uni-Museum_Siena
17.9.2025, 73, ghiandine, Archivio e Percorso Museale d'Ateneo der Uni Siena: Im 19. Jahrhundert wurden zusammengerollte Zettelchen mit Prüfungsfragen in derlei nummerierte "ghiandine" ("Eicheln") gesteckt und aus Säckchen gezogen.

13_Florenz_Kussmundvoraus
22.9.2025, 13, Kreuzfahrtschiffgruppe, Florenz: Wie in Wien ziehen auch in Florenz mobile Nummern an den Wallfahrtsstätten des Overtourism vorbei: Kussmund voraus!

4_Deutschmeister
28.10.2025 , 4, Infanterieregiment, Deutschmeisterdenkmal Wien: „Es gibt nichts auf der Welt, was so unsichtbar wäre wie Denkmäler." (Musil)

47_Wien-Josefsdorf_Josefinenhuette
1.11.2025 47, Josefsdorf, Wien: Erstmals erblickt - die Konskriptionsnummer der Josefinenhütte.

9783990296769_EE-Marchfeld
7.11.2025, 978-3-99029-676-9, ISBN – Der Europa Lesen-Band Marchfeld wurde Papier.

Q11-107565_Hundefang-Wasenmeister_1886_WSTLA-A51
28.11.2025, Q11-107565, Aktenzahl WSTLA, Bestand A51: Die Suche nach den Akten zum anno 1886 gejagten Hund mit drei abgelaufenen Hundemarken war dann doch aufwändiger als gedacht.

404_Haltestelle_Wien
19.12.2025, 404, Haltestelle, Wien: Ich begann, in die Welt der RBL/StopID-Nummern der Haltestellen der Wiener Linien einzutauchen.

404_Kahlenberg-Nussberg_Wanderweg
28.12.2025, 404, Wienerwaldweitwanderweg: Der in den 1970er Jahren gegründete WWWWW hängt in der Luft, da der ihn betreuende Verein sich aufgelöst hat.

Freitag, 7. November 2025

ISBN 978-3-99029-676-9 - Europa Erlesen Marchfeld

Die Welt des Papiers wurde um ein Buch reicher, die von mir herausgegebene Anthologie zum Marchfeld liegt nun tatsächlich gedruckt vor:

Tantner-Hg-EE-Marchfeld_400

Tantner, Anton (Hg.): Europa Erlesen Marchfeld. Klagenfurt/Celovec: Wieser, 2025.



Schlachtfeld und Kornkammer - so lauten die gängigen Klischees über jene nördlich der Donau zwischen Wien und Bratislava gelegene Ebene, die dem mittelalterlichen Geschichtsschreiber Thomas Ebendorfer als Österreichs "edler und reichster Teil" galt. Autorinnen und Autoren wie Theodor W. Adorno, Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Jeannie Ebner, Gerhard Fritsch und Barbara Frischmuth waren fasziniert von einer Landschaft, die mit ihren Sanddünen und Steppen die Weiten Asiens beschwor und in der 1927 das erste Naturschutzgebiet Österreichs geschaffen wurde. Wer das Marchfeld erliest, besucht die Stätten der fossilen Moderne, erlebt Bahnhofsbesetzungen des Revolutionsjahrs 1848, mörderische Grenzüberschreitungen sowie die Anfänge der Luftfahrt, der Eisenbahn und des Radsports.

ISBN 978-3-99029-676-9

Inhaltsverzeichnis und Rezensionen


Verlags-Info & Bestellung unter: https://www.wieser-verlag.com/buecher/marchfeld-978-3-99029-676-9/

Dienstag, 31. Dezember 2024

Die Nummern von 2024

2_Wurzbachhaus_Berchtesgaden_Salzburgerstr
9.2.2024, 2, Salzburgerstraße, Berchtesgaden: Warum Berchtesgaden besuchen? Weil hier von 1874 bis zu seinem Tod 1893 Constantin von Wurzbach lebte und sein Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich vollendete (eh nur 60 Bände und knapp mehr als 24.000 Einträge, letzte Zeile des abschließenden Gedichts: "Lexikonmüde ruhen aus die Hände").

140_RueRouge_Breguet
28.3.2024, 140 rue Rouge: Hätte ich mir auch nicht gedacht, dass mich meine Beschäftigung mit Hausnummern einmal dazu bringen würde, in einer Uhrenboutique am Kohlmarkt einen Vortrag über die Suche nach der ominösen rue Rouge 140 zu halten.

60_WienAugustinerwaldg7
31.3.2024, 60, Augustinerwaldgasse 7, 1140 Wien: Am Rande Wiens lassen sich mir bislang unbekannte Ausführungen von Hausnummernschildern finden: Hier eines, das auch die Grundbuchseinlagezahl aka "E.Z." anführt.

2_Zellennummer-Schiele_Neulengbach
13.4.2024, 2, Keller des Bezirksgerichts Neulengbach: Die Kunsthistorikerin Alessandra Comini identifizierte am 27.8.1963 Egon Schieles einstige Gefängniszelle.

2_Tischnummer_Haydn-Tagebuch-London-1791_SchlossEsterhazy-Eisenstadt
7.7.2024, 2, Tischnummer beim Lord Mayor, London: Tischnummern, auch so ein Forschungsdesiderat: Bei den im Belvedere 1770 abgehaltenen Hochzeitsfeierlichkeiten für Marie Antoinette wurde ihre Verwendung erwogen, dann aber doch verworfen; als Haydn am 5.11.1791 in London speiste, saß er zumindest laut seinem Tagebuch an Tisch No 2.

27_Leninstr_Jyrgalan
19.7.2024, 27, Lenin Kötschö, Jyrgalan: Auch das kirgisische Jyrgalan hat einen Boulevard Lénine zu bieten.

9332_Kuhnummer_Jyrgalan
19.7.2024, 9332, Kuhnummer, Jyrgalan: Nummern für Vieh wurden gemäß unserer Reiseleiterin vor nicht allzulanger Zeit in Kirgistan eingeführt.

V-VI_Kreuzwegstationen_Michaelerkirche-Steyr
17.8.2024, Michaelerkirche Steyr: Es waren die Franziskaner, die die Kreuzwegandacht ab dem 17. Jahrhundert mit 14 Stationen festlegten (deren Zahl schwankte, teils auch heute noch, zwischen 7, 12, 14, 15 und 27). Warum in der Michaelerkirche zu Steyr aber zwischen der Station Nr.V und Nr.VI das Nummerierungsformat von "#. St:" auf "St: #." umspringt, lässt sich vermutlich nicht mit Leonardo da Porto Maurizio erklären.

12_Protestarchitektur-MAK-2024
22.8.2024, 12, Objektnummer, MAK, Ausstellung PROTEST/ARCHITEKTUR. Barrikaden, Camps, Sekundenkleber: Auch die automobilem Wahn zum Opfer gefallene Protest-Pyramide des Camps gegen den Lobau-Tunnel war in der Ausstellung als liebevoll nachgebautes Modell zu bestaunen.

33_Lebensbild_HannahHoech-1972-1973
26.9.2024, 33, An der Wildbahn, Berlin-Heiligensee, Foto als Teil von Hannah Höch, Lebensbild, Ausstellung Hannah Höch. Montierte Welten, Belvedere: In ihr famoses Lebensbild montierte Hannah Höch auch die Hausnummer jenes Gartenhauses, in dem sie bis 1978 lebte.

2_Inventarnummer_Zypern-Polis-ArchaeologischesMuseum
5.10.2024, 2, Inventarnummern, Polis, Archäologisches Museum: Auf Zypern war es an der Zeit, mal wieder Inventarnummern zu besichtigen!

6763_DIN_Nummerung
21.11.2024, 6763, DIN Dezember 1985: Der Versuch, eine Vereinheitlichung der Fachsprache für das Gebiet der "Nummerung" zu bewirken, scheint nicht allzuviel Beachtung gefunden zu haben. Warum im Jänner 2024 die DIN zurückgezogen wurde, wäre wohl eine eigene Untersuchung wert.

1789_Garderobennnummer_BuchWien
23.11.2024, 1789, Garderobe Messe Wien: Der Schönheit meiner Garderobennummer wurde ich mir erst bewusst, als ich mich nach dem Besuch der Buch Wien daran machte, meine Jacke abzuholen.

Numero-Schild
14.12.2024, Numero: Zu den faszinierendsten Wiener Hausnummern-Schildern aus der Produktion der Fabrik des Michael Winkler zählen für mich jene, die nichts weiter als die Abkürzung für Numero anzeigen.

Sonntag, 19. Mai 2024

Flanerien im Juni und August

Herzliche Einladung zu den Flanerien des kommenden Sommers, die über Wiener Volkshochschulen angeboten werden - das Spektrum reicht diesmal von der Stadtwildnis über den Luftkurort Gürtel bis hin zu den Hausnummern!

7.6.2024, 17:00-20:00
Der letzte Ausläufer des Linienwalls - Donauprallhang und Stadtwildnis

€ 14, weitere Infos & Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/281672527


7.8.2024, 17:00-20:00
Auf den Spuren des einstigen Linienwalls – Vom Westbahnhof zum Matzleinsdorferplatz

€ 22, weitere Infos & Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/279687815


9.8.2024, 10:00-13:00
Wiener Hausnummern – ein historischer Spaziergang

€ 17, weitere Infos & Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/281685900

Samstag, 20. April 2024

Coligny, Chemin de Ruth 9

Gestern vor 200 Jahren starb Lord Byron, da braucht es selbstredend noch einen Beitrag im Adresscomptoir: Im Jahr ohne Sommer hielt er sich einige Zeit in der Villa Diodati am Genfer See auf.

Byron_Coligny_ChemnideRuth9_VillaDiodati_1

Byron_Coligny_ChemnideRuth9_VillaDiodati_2

Donnerstag, 14. März 2024

Pratermuseum / Der Prater als Reich der "Schlurfs"

Lange (ach, was sind 31 Jahre!) ist es her, dass ich meine Diplomarbeit über die "Schlurfs" - https://phaidra.univie.ac.at/o:63953 - verfasst habe, aber bei aller seitherigen Beschäftigung mit der Frühen Neuzeit, Nummern, Dünen und zuletzt Zungen bekomme ich dann doch wieder so alle fünf bis zehn Jahre die Gelegenheit, das Thema wieder aufzugreifen - nun also in Form eines kurzen Beitrags zum monumentalen Katalog des kommenden Freitag neu eröffneten Pratermuseums. Gestern gab es die Gelegenheit zu einer Preview, und alleine das riesige Wimmelbild im gratis zugänglichen Foyer ist einen Besuch wert!
Besonders freut mich, dass unmittelbar nach meinem Beitrag einer von Anna Jungmayr über das Volksstimmefest der KPÖ (bekanntlich bis heute Wiens schönstes Fest) und darauf einer von Elke Wikidal über die famose Republik Kugelmugel zu lesen ist. Im Artikel über das Volksstimmefest auch eine drollige Klage von 1946 über "Swing-Schlurf-Tänze, (...) Kitschmatineen und Konjunkturfirlefanzereien" (Volksstimme, 13.8.1946, S.3) - ich vermute mal, diese Position würden heute nur mehr konservativ abgedriftete Adorniten vertreten.

Tantner, Anton: Der Prater als Reich der „Schlurfs“, in: Schwarz, Werner Michael/Winkler, Susanne (Hg.): Der Wiener Prater. Labor der Moderne. Politik – Vergnügen – Technik. Basel: Birkhäuser, 2024, S. 196–199; siehe: https://shop.wienmuseum.at/de/der-wiener-prater-labor-der-moderne

Donnerstag, 7. März 2024

Wolfgang Maderthaner: Zeitenbrüche. Sozialrevolutionäre Aufstände in habsburgischen Landen im Ö1-Radiokolleg

Letzten Sommer ist mit Wolfgang Maderthaners Zeitenbrüche. Sozialrevolutionäre Aufstände in habsburgischen Landen ein Buch zu einem reichlich unterbeleuchtetem Thema österreichischer und habsburgischer Geschichte erschienen. Die mediale Resonanz war bislang eher zurückhaltend, kein Wunder, neben der Beschäftigung mit der zigsten Sissi-Biographie bleibt eben kaum Platz. Umso erfreulicher, dass sich dies nun etwas ändert: Im Ö1-Radiokolleg läuft nächste Woche die auf dem Buch aufbauende Serie Revolten im Habsburgerreich (11.-14.3.2024, 9:30-9:45).

Mittwoch, 21. Februar 2024

Veranstaltungen im März

Im kommenden März lade ich gerne zu folgenden drei Vorträgen/Flanerien ein:

Vom Lido der Arbeitslosen zum Investorentraum. Der Donaukanal

Do, 14.3.2024, 18:00
Vortrag an der VHS Simmering

Gottschalkgasse 10, 1110 Wien
Eintritt: 7 Euro

Der Donaukanal und seine Uferanlagen haben eine steile Karriere gemacht: Diente der Wiener Arm der Donau einst der Entsorgung von Unrat und als Rückzugsort randständiger Subjekte, entwickelte er sich zu einem beliebten Freizeitgebiet, dessen von Konsumzwang freie Verweilzonen immer wieder durch investorengetriebene Begehrlichkeiten gefährdet sind.

Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/281662082

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Auf den Spuren des Pulverturms.
Von der Spittelau übers Lichtenthal nach Währing

Sa, 16.3.2024, 10:30, Dauer ca 2 1/2 Stunden
Flanerie gemeinsam mit Horst Leonhardsberger, organisiert vom Labor Alltagskultur
Treffpunkt: U6-Station Spittelau, Ausgang Richtung Wienenergie/Müllverbrennungsanlage


Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten. Anmeldung & Info: fuchs@kinoki.at

Die Flanerie setzt die Erkundungen auf den Spuren des einstigen Linienwalls fort und nimmt nun dessen äußerstes nördliches Ende in den Blick: Wir durchstreifen die Spittelau, eine einstige Insel, auf der zu Pestzeiten ein Lazarett eingerichtet war, und besuchen das hässliche Entlein unter den Denkmälern Wiens: Das "Prälatenkreuz", eine Erinnerung an die Explosion des Pulverturms am 26. Juni 1779 - eine der größten Katastrophen, die Wien zu Friedenszeiten heimsuchte. Durch die Pulverturmgasse hindurch kommen wir weiter an der ehemaligen "KÜST" (Kinderübernahmestelle) vorbei und queren den Gürtel; je nach Durchhaltevermögen der Flaneusinnen und Flaneure steht auch ein frühes Werk von Alfred Hrdlicka am Programm: Eine abstrakte Vogeltränke!

Weitere Infos unter: https://labor-alltagskultur.at/Veranstaltung/auf-den-spuren-des-pulverturms/

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Das Sandland an der March
Ein Streifzug von der Eiszeit über Maria Theresia bis in die Gegenwart


Do, 21.3.2024, 19:00
Schmied Villa, Gänserndorf

Bahnstraße 31
2230 Gänserndorf
Vorträge organisiert von den Naturfreunden Gänserndorf, zweiter Teil: 18.4.2024
Eintritt: Spende

Nicht in den Alpen, sondern im Marchfeld wurde Österreichs erstes Naturschutzgebiet errichtet, wenige Jahre nachdem Niederösterreich zum eigenständigen Bundesland geworden war: 1927 wurden die Trockenrasengebiete der "Weikendorfer Remise" zum "Banngebiet", nachdem in den Jahrhunderten zuvor die Sanddünen des Marchfelds und der durch den charakteristischen Wind aufgewirbelte "Flugsand" als Ärgernis für den Ackerbau und als große Gefahr für die Reisenden gegolten hatten.
Die Erschließung dieser oft verkannten Region für sportliche und naturkundliche Zwecke ist ebenfalls Thema der opulenten digitalen Flanerie: Bereits 1899 wurde der erste österreichische Radfahrweg von Floridsdorf über Deutsch-Wagram nach Bockfließ eröffnet, in den folgenden Jahrzehnten wurden Exkursionen in die Weikendorfer Remise sowie die angrenzenden Sandgebiete veranstaltet, Lichtbildvorträge an der Wiener Urania behandelten das Marchfeld.

Platzreservierung unter gaenserndorf@me.com

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Weitere Ankündigungen unter https://homepage.univie.ac.at/anton.tantner/ankuendigungen.html

Adorno als Marchfeld-Autor

Dass neben Ingeborg Bachmann, Jeannie Ebner, Gerhard Fritsch, Barbara Frischmuth, Theodor Kramer und Matthias Mander auch Theodor W. Adorno zu jenen Autoren und Autorinnen zählt, die das Marchfeld besangen, war mir bis vor kurzem unbekannt - und dies noch dazu in einem Text, den er Lotte Tobisch widmete.

In den Donau-Auen, an einem Werktag. Rätselhaft die große Einsamkeit am Strom, nur wenige Kilometer von Wien. Von Landschaft und Flora, hier schon östlich, hält ein pußtahafter Bann die Menschen fern, als wollte der ins Unendliche offene Raum nicht gestört werden. Das Wort eines österreichischen Staatsmanns aus dem neunzehnten Jahrhundert lautet: östlich vom Rennweg fängt Asien an. Auch die Industrie scheint zu zögern. Die Unberührtheit der Gegend wäre archaisch, hätten nicht die Römer Spuren hinterlassen, und hätten nicht die letzten deutschen Dörfer bis an die slowakische und ungarische Grenze sich vorgewagt. Schöne Schlösser wie Niederweiden und Schloßhof, beide in Renovation begriffen, trotzen der geschichtlichen Verlassenheit des Orts. Der Garten des einen ist gegen die Straßenseite abgesperrt, verstreut liegen darin Bruchstücke von Statuen und steinernem Zierat, achtzehntes Jahrhundert als Antike. Von vielen Punkten sieht man die Feste Preßburg, an der die große Straße scharf vorbeibiegt gleich der vor Kafkas Schloß. Einer der Orte ist Aspern; blickt er vom Braunsberg über die Auen, fühlt sich der militärisch durchaus Unbegabte wie ein Feldherr, so durchaus scheint das weitgestreckte Terrain den Schlachten zubestimmt, die da immer wieder geschlagen wurden. Zum Dorfnamen Petronell assoziiert man den Petronius, aber auch ein Gewürz, das es gar nicht gibt. Dort, wo die Fischa in die Donau mündet, liegt Fischamend, mit einem berühmten Fischgasthaus, in dem man sich zu Hause fühlt wie nur am Ende der Welt.

Adorno, Theodor W.: Wien, nach Ostern 1967. in: Ders. (=Gesammelte Schriften Band 10,1: Kulturkritik und Gesellschaft I: Prismen. Ohne Leitbild), S. 422–431, hier 430-431. [Erstdruck: SZ, 10./11.6.1967]