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Kommentare

herzlichen Dank
für die Erwähnung! Ich hoffe, der Witterungen-Blog...
milan (Gast) - 10. Nov, 02:49
Tja, das Bild stammt...
Tja, das Bild stammt von mir; aber ich bin da eher...
adresscomptoir - 8. Nov, 11:53
Wessen Bild
Welches ist das Original? http://www.kauni tz-rietberg.de/haus_kaunit z/wenzel_anton/InschriftBa llhausplatz2.jpg...
Tobias (Gast) - 7. Nov, 17:40
Danke
That made my day :-) Danach hab ich schon lange gesucht.
Richard Heigl (Gast) - 31. Okt, 20:08
habe sicherheitshalber...
habe sicherheitshalber vorher durch den ausguck gespäht...
ThomasJust - 29. Okt, 21:49

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Communication

Freitag, 20. November 2009

Auf nach ...

... Saarbrücken.

Montag, 16. November 2009

Listen können anarchistisch sein - Spiegel-Interview mit Umberto Eco

Ist nun online: Das vom Spiegel geführte Interview mit Umberto Eco zur Kulturgeschichte der Liste.

Dienstag, 10. November 2009

Ausstellung zu Claude Shannon in Paderborn

Letzte Woche wurde im Heinz Nixdorf Museumsforum die Ausstellung Codes und Clowns. Claude Shannon – Jongleur der Wissenschaft eröffnet. Zu sehen ist sie noch bis Ende Februar 2010, der Spiegel berichtete bereits.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Mobiler Demobeamer

Faszinierend, bei der gestrigen Wiener Unidemo (vgl. derStandard.at) gab es einen fahrbaren Demobeamer, der die Forderungen u.a. auf das Parlament und die Minoritenkirche projizierte:

Demobeamer

Samstag, 24. Oktober 2009

Ö1-Diagonal 14.11.2009: Listen - alles hat eine Reihenfolge

Update 8.11.2009: Auf Grund des Tods von Claude Lévy-Strauss ändert Ö1 das Programm und wiederholt zum genannten Termin eine Sendung über den französischen Ethnologen.

Freut mich selbstredend sehr, dass Ö1-Diagonal (14.11.2009, 17:05-19:00) Umberto Ecos Listenbuch zum Anlass für eine Radiosendung nimmt:

Zum Thema: Listen - alles hat eine Reihenfolge
Umberto Eco vermutet in seinem neuesten Buch "Die unendliche Liste", dass Listen "typisch für primitive Kulturen wären, die eine noch ungenaue Vorstellung vom Universum haben". Doch bis heute ordnet der Mensch, wo er nur kann: von den zehn Geboten über das Köchelverzeichnis bis zum genetischen Code.

Die Wirtschaft kennt Stücklisten, Personallisten, Preislisten und die To-Do-List. In der Wissenschaft wollen die Institutionen auf die vorderen Plätze der Universitäts-Ranking-Listen. Kulturjournalisten erstellen Listen der 100 besten Bücher oder Filme, Musikjournalisten veröffentlichen Hitparaden, Gesellschaftsjournalisten listen die zehn schlechtestgekleideten Damen und Herren der Welt auf. Eine Wiener Stadtzeitung veröffentlicht am Jahresende die Liste der hundert "Besten des Bösen". Schotts "Sammelsurium" und Ankowitschs "Konversationslexikon", Mitbringbüchlein neben den Buchhandelskassen, bestehen ausschließlich aus absurden Listen, wie "Merkwürdige Tode einiger burmesischer Könige", "Thomas Manns Kinder", "Elizabeth Taylors Ehemänner", "Kaviar liefernde Störarten" und "Einige der zahlreichen Komponisten, die in ihrem Leben insgesamt neun Symphonien geschaffen haben". Beide Bücher fanden Plätze auf den Bestsellerlisten.

Unbekannte Hausfrauen schreiben täglich Einkaufslisten, bekannte Autoren bauen Listen in ihre Bücher ein, wie die berühmte Liste der Tiere, die - laut Jorge Luis Borges - in einer alten chinesischen Enzyklopädie folgendermaßen aufgelistet werden: dem Kaiser gehörende Milchschweine, Sirenen, streunende Hunde, mit feinstem Kamelhaarpinsel gezeichnete, und solche, die von weitem wie Fliegen aussehen, usw.

Und was, bitte, war eigentlich in den Listen des Odysseus verzeichnet? Listen to this program!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Seeßlen zur Zukunft des Autors

Ein eher düsteres Bild von der Zukunft des AutorInnen-Daseins zeichnet Georg Seeßlen im Freitag:

Wir erleben daher die Teilung von Autoren in eine gewaltige Mehrheit, die gleichsam in Kulturwaren-Sweatshops für mehr oder weniger nichts arbeiten Das tun sie lustvoll, wenn sie sich als ambitionierte Amateure empfinden, die vor allem nach Anerkennung und Aufmerksamkeit verlangen. Sie tun es leidvoll von dem Augenblick an, da sie verstehen, dass Arbeit verrichtet wird, von der man nicht leben kann und der man keinen großen Respekt mehr entgegen bringt.
(...)
Eine zweite Form der Ghostwriterei entsteht auf diese Weise. Ich brauche den Autor als Produzenten und ich brauche ihn als Darsteller – das muss doch gar nicht unbedingt derselbe Mensch sein, oder? Der elektronische Text, der sich frei bewegt, und der frei angereichert, manipuliert und appropriiert werden kann, benötigt den Autor nur als Referenz, als imaginäre Quelle des tausendfach gebrochenen Echos; die kollektive Textproduktion aber wird zugleich „pervers“, da sie objektiv unter Bedingungen der Sklavenarbeit, subjektiv aber unter denen der „Freizeitgestaltung“ entsteht. Der Autor hat schließlich kein Recht mehr auf Leben von seiner Arbeit, aber auch kein Recht auf seine Arbeit selbst. Er ist offensichtlich Avantgarde auch im Projekt der Selbstaufhebung.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

WOZ: Ein Rezensent

Über den Fall eines recht anpassungsfähigen Rezensenten schreibt heute die WOZ:
Dieser Rezensent unterhält eine Art Rezensionenmanufaktur; er hat einen gewaltigen Ausstoss, weshalb man von ihm nicht erwarten kann, dass er die Bücher auch noch liest. Seine Geschäftsphilosophie besteht darin, dass es nicht darauf ankommt, dem Buch gerecht zu werden, sondern dem jeweiligen Abnehmer der Rezension, seinem Kunden. Er schreibt für elektronische und gedruckte Medien im deutschen Sprachraum, manchmal unter verschiedenen Namen. So publiziert er seine Kritiken im linken «Neuen Deutschland» (ND) als Benjamin Jakob und dann dasselbe als Uwe Stolzmann in der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ).
Dasselbe? Nein, nicht ganz. Bei der NZZ-Version fügt er jeweils kundengerechte Textbausteine ein, die, was unsere Bücher angeht, immer in die gleiche Richtung zielen. Etwa: «Warum eigentlich müssen fast alle Hauptfiguren auf der ‹guten›, der linken Seite stehen?», oder: «Wer mag, kann den Roman als linke Streitschrift feiern.» Das hat zwar mit den Büchern, um die es hier ging, nicht das Geringste zu tun. Aber Stolzmann meinte es auch nicht allzu ernst, denn was in seinem ND-Text eine freundliche Besprechung sein kann, wird erst in der NZZ zum Verriss.

Montag, 28. September 2009

(Groß)Stadt und Kommunikation, Saarbrücken 20.-22.11.2009

Der äußerst faszinierende Kongress in Oxford ist nun schon wieder vorbei - schön, so viele Leute zu treffen, die zu ähnlichen Themen wie man selber arbeiten - und die nächste Tagung, bei der ich vortrage, hat H-SOZ-U-KULT schon angekündigt:

(Groß)Stadt und Kommunikation. 48. Arbeitstagung des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung

Zeit: 20.11.2009-22.11.2009
Ort: Saarbrücken, Festsaal des Rathauses St. Johann

Die Vorträge:

Irmgard Christa Becker: Bilanz und Perspektiven der Großstadt Saarbrücken 1909 – 2009

Clemens Zimmermann: Saarbrücken, Perspektiven der Großstadtforschung

Harriet Rudolph: Adventus imperatoris. Instrumente, Mechanismen und Gehalt der politischen Kommunikation bei Kaiserauftritten in Reichsstädten

André Krischer: Kommunikation und Öffentlichkeit im frühneuzeitlichen London

Rena Wandel-Hoefer: Das Bürgerbeteiligungsverfahren beim Großprojekt Stadtmitte am Fluss als Kommunikationsprozess zwischen Stadt und Bürgern

Karl Vocelka: Wallfahrten und Prozessionen im urbanen Kommunikationsraum am Beispiel Wiens in der Barockzeit

Franz Bauer: Römische Straßen als Kommunikationsraum des Faschismus am Beispiel der Via Imperialis / Via dell’Impero

Marie Antoinette Glaser: Die Inszenierung von Arbeit im öffentlichen Raum – Baustellen in der Stadt

Bernd Reichelt: Machtspektakel. Fußballspiele in Saarbrücken als Masseninszenierung

Anton Tantner: Adressbüros und Hausnummerierung – Agenturen der Anonymisierung und Medialisierung sozialer Beziehungen?

Martin Scheutz: Wirthäuser als Orte der Kommunikation und des Konfliktes in der Frühen Neuzeit

Henry Keazor: „Art and the City“: Monumente, Architektur, Urban Art

Dienstag, 22. September 2009

Band "Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert. Das Beispiel der Habsburgermonarchie" erschienen

FrimmelWoegerbauer_KommunikationInformationHabsburgermonarchie Der Band zur Tagung von 2007 flatterte gestern in den Briefkasten, so interessant er ist, ein Schnäppchen kann man ihn wohl nicht nennen:

Frimmel, Johannes/Wögerbauer, Michael (Hg.): Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert. Das Beispiel der Habsburgermonarchie. (=Buchforschung. Beiträge zum Buchwesen in Österreich; 5). Wiesbaden: Harrassowitz, 2009. 404 S., ISBN 978-3-447-05918-3, 80,20 Euro [A], Verlags-Info

Mein Beitrag darin zu den habsburgischen Fragämtern ist die leicht aktualisierte Fassung zu der in den Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung 2007-2 in Österreich (vgl. hier) erschienenen; der Ankündigungstext des Bands lautet:

Im Europa des 18. bis 20. Jahrhunderts nimmt die Habsburgermonarchie eine besondere Stellung ein. Unter einer Herrschaft lebten verschiedene Nationen und Ethnien zusammen, mit ihren verschiedenen Sprachen, Religionen und kulturellen Traditionen. Im 18. Jahrhundert veranlasste der absolutistische Staat eine Reihe von Maßnahmen, um das Herrschaftsgebiet zu modernisieren und zu vereinheitlichen. Die Förderung des Buchwesens war ein wichtiger Bestandteil dieses von Ernst Wangermann als "Austrian Achievement" bezeichneten Reformprogramms. Innerhalb weniger Jahrzehnte vervielfachte sich die Anzahl der Firmen und die Buchproduktion. Die Erforschung dieses Buchwesens, das Information, Wissen und Bildung überwiegend vermittelte, stand im Mittelpunkt der Wiener Tagung "Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert: Das Beispiel der Habsburgermonarchie", deren Beiträge hier gesammelt vorliegen. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt auf dem vielsprachigen und transnationalen Charakter der habsburgischen Buchgeschichte.

Inhaltsverzeichnis:

Wolfgang Schmale (Wien): Geleitwort (9-11)

Johannes Frimmel (Wien), Michael Wögerbauer (Prag): Einleitung (13-19)

Moritz Csáky (Wien): Kommunikation, Information, Kultur (21-30)

I. Buchproduktion und Kulturtransfer

Frédéric Barbier (Paris): Buchhandelsbeziehungen zwischen Wien und Paris zur Zeit der Aufklärung (31-44)

Anja Dular (Ljubljana): Johann Thomas Edler von Trattner (1719–1798) and the Slovene Book Market of the 18th Century (45-54)

Hans Joachim Kertscher (Halle): Die Beziehungen der Halleschen Verlage Gebauer und Schwetschke zu Verlagen und Buchhandlungen der Habsburgermonarchie (55-64)

Gertraud Marinelli-König (Wien): Franz Sartoris Historisch-ethnographische Übersicht der wissenschaftlichen Cultur […] des österreichischen Kaiserthums (1830) revisited: Kolonisierung / Integrierung der neuen südlichen und östlichen Gebietsgewinne (65-75)

Geoffrey Roper (London): The Vienna Arabic Psalter of 1792 and the rôle of typography in European-Arab relations in the 18th century and earlier (77-89)

Orlin Sabev (Sofia): Political and Mental Borders: Austrian-Ottoman Relations in the First Half of the Eighteenth Century and the First Ottoman-Turkish Printing Press (91-99)

II. Buchkauf und Literaturrezeption

Franz M. Eybl (Wien): Nordböhmische Spurensuche. Was ein Bibliothekskatalog über barocke Textzirkulation erzählt (101-118)

Ilona Pavercsik (Budapest): Bücherverkauf in einer Pester Buchhandlung 1786–1787: Veränderte sich tatsächlich der Lesergeschmack? (119-130)

Jiří Pokorný (Prag): Die Literaturproduktion in Böhmen im 18. Jahrhundert und die Stellung der tschechischen Literatur in den Bibliotheken Prager Bürger (131-139)

III. Verlagsbuchhandel: Organisation und Netzwerke

Andreas Golob (Graz): Buchvertriebsnetze in der Habsburgermonarchie am Ausklang des 18. Jahrhunderts. Das Beispiel der steiermärkischen Akteure (141-151)

Ernst Grabovszki (Wien): Der Buchhändler als Rechtssubjekt (153-161)

Olga Granasztói (Budapest): La librairie viennoise et l’approvisionnement de la Hongrie en livres français, dans le dernier tiers du XVIIIe siècle (163-172)

Claire Mádl (Prag) : L’aristocrate client, complice et concurrent des libraires. Quelques traits de l’approvisionnement des bibliothèques nobiliaires de Bohême dans la seconde moitié du XVIIIe siècle (173-187)

Júlia Papp (Budapest): Relations between illustrators and publishers in Vienna at the turn of the 19th century as mirrored in the works of Johann Blaschke (1770–1833) (189-200)

IV. Klandestinität

Norbert Bachleitner (Wien): Von Teufeln und Selbstmördern. Die Mariatheresianische Bücherzensur als Instrument der Psychohygiene und Sozialdisziplinierung (201-215)

Hellmut G. Haasis (Reutlingen): Literarischer Underground Habsburg 1700–1800 (217-226)

Christine Haug (München): „In Frankreich nach Erscheinen verboten, sehr rar“– Zu den Distributions- und Vermarktungsstrategien von Geheimliteratur in der Habsburgermonarchie zur Zeit der Aufklärung (227-244)

Judit Vizkelety-Ecsedy (Budapest): Statt Zensur – falsche und fingierte Druckorte (245-253)

Dietmar Weikl (Wien): Das Buch im Geheimprotestantismus (255-263)

V. „Aufklärung“ des „Volks“

Louise Hecht (Wien): ‚Um die Judenschaft in Böhmen [...] der bürgerlichen Bestimmung immer näher zu bringen‘. Jüdische Schulen und Schulbücher in Böhmen (265-279)

Eduard Maur (Prag): Informations-Sedimente. Ursprung und Wandel von politischen Informationen in böhmischen Chroniken um 1800 (281-290)

Reinhart Siegert (Freiburg): Zur Physiognomie der Habsburgermonarchie innerhalb der Volksaufklärung in Mitteleuropa (291-307)

Anton Tantner (Wien): Frag- und Kundschaftsämter in der Habsburgermonarchie als Institutionen der Informations- und Wissensvermittlung (309-320)

VI. Periodika als Medien der Wissensvermittlung

Ágoston Zénó Bernád (Wien): Wissensvermittlung zur Ehre der Nation. Das Programm des Ungrischen Magazins und die Informationsvermittlung über Siebenbürgen am Beispiel der Beiträge des Johann Seivert (321-330)

Annamária Biró (Cluj): Die Siebenbürgische Quartalschrift (1790–1801) als Medium der drei Nationen Siebenbürgens (331-340)

Romana Filzmoser (Wien): „Schönheit und Quark – Quark auf Schönheit“. Der Wiener Neuesten Mode Allmanach und Marriage A-La-Mode (341-356)

Helga Meise (Reims): Kommunikation und Information im urbanen Raum: Die Prager Moralischen Wochenschriften 1771–1785 (357-370)

Andrea Seidler (Wien): Wien als Ausgangspunkt des ungarischen gelehrten Journalismus in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (371-380)

Jozef Tancer (Bratislava): Die Pressburger Moralischen Wochenschriften als Literaturvermittler (381-389)

Alfred Stefan Weiß (Salzburg): Medizinische Wissensvermittlung durch Rezensionen am Beispiel der Medicinisch-chirurgischen Zeitung 1790–1808 (391-401)

Montag, 21. September 2009

Pariser Straßennamen

Eine Diplomarbeit zu den Pariser Straßennamen steht am Hochschulschriftenserver der Uni Wien zum Download bereit:

Gnad, Georg: Die Pariser Straßennamen als Spiegelbild der neuzeitlichen Geschichte Frankreichs. Diplomarbeit, Universität Wien, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, 2009.
http://othes.univie.ac.at/4859/

Abstract: Die Benennung eines Gegenstandes lässt Rückschlüsse auf deren Urheber und dessen Motive zu. In topographischen Angelegenheiten wie Orts- oder Straßennamen trifft dies ebenfalls zu und erlaubt die Erforschung der Beweggründe für die Wahl für oder gegen eine bestimmte Bezeichnung. Während in der Antike und dem Frühmittelalter nahezu alle Arten von Flurnamen aus dem Volk heraus entstanden sind, wurden in Frankreich im Ancien Régime Straßennamen als Mittel herrschaftlicher Repräsentation entdeckt und erstmals zur Verherrlichung der Krone herangezogen. In der Französischen Revolution war die Benennung der Pariser Straßennamen wesentlicher Bestandteil der Instrumentalisierung der Massen im Sinne der neuen revolutionären Ideale. Die vorliegende Arbeit erläutert dessen Vorgehensweise und determiniert ihren Platz unter den vielfältigen Veränderungen der Lebensumstände jener Zeit. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die städtebaulichen Entwicklungsphasen von Paris gelegt. Ferner wird die Bedeutung gezielter Namensvergabe in den folgenden Regimen des wechselvollen 19. Jahrhunderts behandelt. Napoléon Bonaparte nützte das Motiv der Umbenennung, um zusätzlich zu seinen Monumentalbauten auch seine Kriegserfolge im Stadtbild zu verewigen. Unter der Restauration wurden alle im Nouveau Régime und des Ersten Kaiserreichs getätigten Maßnahmen nach Möglichkeit rückgängig gemacht. Louis XVIII legte sicherheitshalber das Recht, Straßen, Plätze, Denkmäler und Ähnliches zu benennen, aus der Verantwortung der Bürger und der Städte in seine eigenen Hände. Der Bürgerkönig Louis-Philippe war in seiner Regentschaft mit einem seit je her historisch gewachsenen und niemals geplanten und dadurch kaum noch bewältigbaren Moloch konfrontiert und setzte zaghaft erste Restrukturierungsmaßnahmen, während er in Fragen der Straßennamen auffällig viele Reminiszenzen an Napoléon Bonaparte zurück ins Leben rief. Louis-Napoléon Bonaparte setzte sich schließlich mit der Transformation von Paris ein Denkmal, auf das die moderne Metropole ihre Existenz gründet. Die zahlreichen Boulevards, die sein Stadthalter Haussmann durch die mittelalterlichen Stadtviertel schlagen ließ, bedachte er zum einen Teil mit imperialistischen Bezeichnungen, um eine eigene Herrscherchronologie zu suggerieren. Andererseits nützte auch er den Kult um Napoléon Bonaparte, über dessen Memoria er natürlich auch wiederum sich selbst gedachte. Um die Jahrhundertwende wurde die Schaffung oder der Verbleib eines Straßennamens nicht mehr unter dem Gesichtspunkt beurteilt, ob der Inhalt dem aktuellen Regime opportun wäre, sondern zunehmend schlicht nach der mit der Bezeichnung konnotierten Nationalität. Umbenennungen dieser Art warfen bereits die düsteren Schatten des Ersten Weltkrieges voraus. Nach diesem und auch nach dem Zweiten Weltkrieg gedachten die Pariser den Siegermächten, in dem sie ihnen Straßennamen in ihrer Stadt widmeten. Das Werk bezieht sich zwar hauptsächlich auf die Geschehnisse in Paris, riskiert jedoch auch gelegentlich einen Blick auf die Vorkommnisse im übrigen Frankreich, um Wechselwirkungen und abweichende Ereignisse aufzuzeigen. Neben dem Herausstreichen der wesentlichen Hauptgründe bei der Namensvergabe für Straßen und Plätze in den einzelnen Regierungszeiten wird dessen Umsetzung anhand praktischer Beispiele erläutert, und ihre Bedeutung neben anderen Instrumenten zur Besetzung öffentlichen Raumes diskutiert. Wo es die Quellenlage erlaubt, wird auch die Akzeptanz der jeweiligen Maßnahmen innerhalb der Bevölkerung dargestellt.