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Die "Revolutionärin"...
Die "Revolutionärin" ist für mindestens vier...
AchtungVorDemLeben (Gast) - 2014/10/07 10:34

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Zuletzt aktualisiert: 2014/12/15 11:45

Credits

Communication

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Tagung Poetiken der Infrastruktur, Wien 13.12.2014

Kommenden Samstag (13.12.2014, 10:00-20:00) findet im Wiener Depot die Tagung Poetiken der Infrastruktur. Zum Unterbau medialer Kommunikation statt; ich werde dort zum Thema Aufschreibesysteme. Eine geschichtswissenschaftliche Perspektive vortragen.

Mein Abstract:
Die frühneuzeitlichen Städte sind von einer Reihe von Schreibpraktiken gekennzeichnet, die mit dem Kittler’schen Begriff der Aufschreibesysteme näher in den Blick gerückt werden können: An den Grenzen der Städte, an den Durchgängen ihrer Mauern und Linien registrieren Torschreiber die Neuankömmlinge; Adressbüros vermitteln dank ihrer schriftlich verfassten Protokollbücher Waren, Immobilien, Kapital und Arbeit; Winkelschreiber und Universalschreibstuben stellen ihre zuweilen verrufenen Dienste der illiteraten Bevölkerung zur Verfügung. Und dann gibt es noch die Utopie von der vollständigen Verzeichnung der Stadtbewohner_innen und ihrer Aufenthaltsorte in einem umfassenden, permanent aktuell gehaltenen Melderegister, wie sie etwa von einem gewissen Jacques François Guillauté 1749 Ludwig XV. in einer Denkschrift zur Reform der französischen Polizei unterbreitet wird; seine Papiermaschine kann geradezu als Urszene der Kontrollgesellschaften gelten, analog der Bedeutung, die dem Bentham’schen Panoptikon für die Disziplinargesellschaften zukommt.

Montag, 1. Dezember 2014

Reisegeschichtliches Symposion in Limoges

Morgen breche ich gen Limoges auf und werde dort bei der Tagung Médiateurs et instances de médiation dans l’histoire du voyage zum Thema Les valets de place, vecteurs d’information pour les voyageurs en Europe, 1500 – 1900 referieren, schließlich sollen die Lohnlakaien auch in Frankreich Beachtung finden! Ich freue mich auch schon auf die Hausnummern von Raoul Hausmann, denn der in Wien 1886 geborene Dadaist lebte von 1944 bis zu seinem Tod 1971 in der Stadt an der Vienne.

Dienstag, 25. November 2014

Historisches Wörterbuch des Mediengebrauchs erschienen

Bei Böhlau ist nun ein Historisches Wörterbuch des Mediengebrauchs Papier geworden, für das auch ich ein Lemma beigesteuert habe, nämlich das Lemma Adressieren; wer einen Sonderdruck von letzterem als PDF möchte, möge sich bei mir melden, online stelle ich den Beitrag in einem Jahr.

Historisches Wörterbuch des Mediengebrauchs. Hg. von Christians, Heiko/Bickenbach, Matthias/Wegmann, Nikolaus. Wien/Köln/Weimar: Böhlau, 2015. [Verlags-Info; E-Book bei De Gruyter]

Verlags-Info: Schnelle und leicht zugängliche Orientierung im Problemfeld der Medien ermöglicht das Historische Wörterbuch des Mediengebrauchs in neuartiger Form. Als umfassende Informationsquelle im Bereich für Forschung, Lehre und Selbststudium liefert es nicht nur eine Analyse der Verwendung medialer Begrifflichkeiten, sondern bietet auch eine historische Sicht auf die Wechselwirkung zwischen Medien und ihrem Gebrauch. Vergleichende Beobachtungen unterschiedlicher Umgangsformen und Gebrauchsweisen mit der Medienwelt werden dadurch fassbar. Die Sammlung disziplinärer Grundbegriffe vereint etablierte Formen des Mediengebrauchs wie „schreiben“ und „inszenieren“ mit aktuellen Wortschöpfungen wie „twittern“ und „liken“. Diese werden von ausgewiesenen Fachleuten besprochen und analysiert. Anhand einer Anekdote aus Politik, Literatur oder Alltag eröffnet sich dem Leser die Gebrauchsweise des Begriffs. Anschließend wird die Etymologie erläutert und die überlieferten Verwendungskontexte ergänzt. Danach wird der Leser mit Schwankungen in der Semantik und im Sprachgebrauch vertraut gemacht. Die Erläuterung von Gegenbegrifflichkeiten und Einblicke in die Anwendbarkeits- und Forschungsperspektive sowie eine ergänzende Literaturliste vervollständigen die Artikel. So wird die Verwendungsgeschichte der Medien historisch transparent.


Verzeichnis der Lemmata:

Abhängen
Adressieren
Archivieren
Aufzeichnen
Bedienen
Benachrichtigen
Bilden
Blättern
Bloggen
Digitalisieren
Edieren
Einrichten
Faszinieren
Fernsehen
Filmen
Formatieren
Funken
Gamen
Inszenieren
Kanalisieren
Klicken
Knipsen
Kompilieren
Kopieren
Kritzeln
Lesen
Liken
Löschen
Nachahmen
Protokollieren
Schreiben
Serialisieren
Skizzieren
Speichern
Stalken
Surfen
Telefonieren
Textverarbeiten
Tippen
Twittern
Wiederholen
Wischen
Zappen
Zeichnen
Zerstreuen
Zitieren

Freitag, 7. November 2014

Enthüllungen zur "Schwarzen Zeitung" (Wien 1787)

In der Zeitreisen-Beilage der Wiener Zeitung ist heute ein Beitrag von mir zur famosen Schwarzen Zeitung erschienen, einer Art Krawallzeitung des josephinischen Wiens; vgl. dazu: http://adresscomptoir.twoday.net/stories/5789531/

Die Hintermänner dieses Blatts voller Selbstmörder- und Raubersgeschichten - von dem allerdings kein Exemplar erhalten ist - blieben bislang im Verborgenen; dank eines Zufallstreffers im Niederösterreichischen Landesarchiv kann ich nun ein Mosaiksteinchen zu ihrer Geschichte hinzufügen, voilà die exklusive Enthüllung: http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_zeitreisen/gemeine/699174_Rabenschwarze-Mordgeschichten.html
Eine längere Version des Beitrags mitsamt Belegen erscheint in der Ausgabe 2014-2 der Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich.

Donnerstag, 28. August 2014

300 Jahre Schreibmaschine, samt drei revolutionären Exemplaren

Anlässlich des Dreihundert-Jahr-Jubiläums der Schreibmaschine veröffentlichte der Freitag einen Beitrag zur Geschichte ebendieser; als Bonus seien hier noch drei in Kuba zu bestaunende revolutionäre Schreibmaschinen abgebildet:

Schreibmaschine_CheGuevara_Trinidad
Dieses Exemplar wurde von Che Guevara benützt und wird im Museum von Trinidad ausgestellt.

Schreibmaschine_Castro-HIFreisprechen_Havanna-Revolutionsmuseum
Mit dieser wurde das Original von Fidel Castros Verteidigungsrede La Historia me Absolverá verfasst (Havanna, Museo de la Revolución)

Schreibmaschine_Carpentier_Havanna-Revolutionsmuseum
Schreibmaschine des Schriftstellers Alejo Carpentier (Havanna, Museo de la Revolución)

Mittwoch, 27. August 2014

Ö1-Menschenbilder zu Klaus Wagenbach

Sonntag (31.8.2014, 14:05-14:55) auf Ö1:

"Ich habe meinen ganzen Lebenslauf immer als Privileg empfunden" - Klaus Wagenbach - Verleger.

Gestaltung: Petra Herczeg und Rainer Rosenberg

Eine Sendung zum 50. Jahrestag der Gründung des Wagenbach Verlages.

"Der Rebell mit dem Bundesverdienstkreuz" war in einem Artikel über ihn zu lesen und "Rebell" zu sein, trifft auf den stets streitbaren Verleger mehr als zu. Er hat dem deutschsprachigen Publikum Autoren wie Pier Paolo Pasolini, Erich Fried aber auch Franz Kafka näher gebracht. 1930 in Berlin geboren, arbeitete der gelernte Buchhändler und promovierte Geisteswissenschafter einige Jahre als Lektor, bis er zum Verleger und Sprachrohr der Studentenbewegung wurde.

Sein Vater schenkte ihm ein Grundstück, damit er seinen Verlag gründen konnte. Als dann die Auseinandersetzungen im Verlagskollektiv zum Bruch führten, gründete er den Verlag zum zweiten Mal: Die Veröffentlichung einiger Publikationen sorgte für politische Skandale und brachte ihn vor Gericht und ins Gefängnis. Dennoch schaffte es Klaus Wagenbach immer wieder, weiter Bücher zu verlegen.

Seine Autor/innen kamen und kommen aus West und Ost. Als er 1968 Wolf Biermann verlegt, darf er nicht mehr in die DDR einreisen und kann Berlin nur mehr mit dem Flugzeug verlassen, Meinung und sein Einsatz für Meinungsfreiheit schaffte ihm auf allen Seiten Feinde.

Klaus Wagenbach begründete das Interesse für italienische Literatur in Deutschland und Österreich. Der Unermüdliche erfindet und startet Reihen für die Literatur: mit Enzensberger wird das "Kursbuch" fortgeführt, der "Freibeuter" und die Reihe "Salto" erfunden.

2002 hat sich Wagenbach aus der Verlagsführung zurückgezogen und sie Susanne Schüssler übergeben, auf Lesereisen liest er gerne aus "Mein Italien" - schließlich liebt er das Land schon seit seiner ersten großen Italien-Tour - mit dem Fahrrad im Jahre 1951.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Arte-Dokumentation über Alan Turing

Morgen (Fr 6.6.2014, 21:10-22:10) auf Arte: Eine Dokumentation über Alan Turing.

Die Ankündigung:


Wie ein Mathegenie Hitler knackte
Der Fall Alan Turing

Er war weder General noch Stratege - und doch nahm er entscheidenden Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs: Der britische Mathematiker Alan Turing entwickelte ein Verfahren zur Entschlüsselung der deutschen Funksprüche. Die Dokumentation porträtiert den genialen Codeknacker, der bereits mit 43 Jahren unter ungeklärten Umständen starb.

Alan Turing gehört zweifellos zu den größten Logikern und Theoretikern des 20. Jahrhunderts. Nur wenige Wissenschaftler haben so erfolgreich und vielseitig geforscht wie er. Turing, lange Zeit ein verkannter Held des Zweiten Weltkriegs, war durch die Entschlüsselung der Funksprüche der Deutschen maßgeblich am Sieg der Alliierten beteiligt. Als einer der einflussreichsten Vorreiter der frühen Computerentwicklung entwickelte er EDV-Programme und prägte den Begriff „künstliche Intelligenz“.

Trotz dieser herausragenden Leistungen nahm sein Leben einen tragischen Verlauf: Aufgrund seiner Homosexualität wurde er in seiner Heimat Großbritannien verfolgt. Er starb im Alter von 43 Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen.

Das ungewöhnliche Schicksal des Wissenschaftlers, der unbeabsichtigt in den Strudel des Weltgeschehens geriet, setzt manche Kapitel im Zweiten Weltkrieg in neue Zusammenhänge und zeigt, wie eng der Sieg der Alliierten mit der Erfindung des Computers verknüpft ist.


Regie: Denis van Waerebeke

Mittwoch, 30. April 2014

Der Freitag über Bertrand Taverniers "Das Leben und nichts anderes"

Zur Geschichte des Suchens und Findens zählt auch die Geschichte der Personensuche nach Kriegen, darunter die Suche nach vermißten Soldaten. Ein Film, der einen solchen Suchdienst nach dem 1. Weltkrieg thematisiert, ist Bertrand Taverniers "Das Leben und nichts anderes"; der Freitag bespricht ihn in seiner aktuellen Ausgabe.

Samstag, 26. April 2014

Ö1-Feature zur Schreibmaschine

Montag (29.4.2014, 21:00-21:40) in den Ö1-Tonspuren: Eine Hommage an die Schreibmaschine.

"Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken." Hommage an die Schreibmaschine. Feature von Matthias Haydn

1714 erwarb der britische Erfinder Henry Mill das Patent auf eine Maschine, die Buchstaben fortschreitend einen nach dem anderen drucken kann. Die Patentschrift ist die erste Beschreibung einer Schreibmaschine. Ob Mill jemals seinen Schreibautomaten verwirklichte, ist nicht bekannt. 150 Jahre später zimmerte der Südtiroler Peter Mitterhofer mehrere Schreibmaschinenmodelle aus Holz - sie zählen zu den ältesten ihrer Art. Das Gerät wurde weiterentwickelt, die Technik verfeinert. Es setzte ein Siegeszug des neuen Schreibgerätes in Büros, Schreibstuben und privaten Arbeitszimmern ein.

Die ersten Schreibmaschinen waren dazu gedacht, sehbehinderten Menschen das Schreiben von Texten zu ermöglichen. Doch schon bald wurde das Gerät ein beliebtes Werkzeug für Schriftsteller/innen. Mark Twain gilt als der erste Literat, der einen Roman auf einer Schreibmaschine verfasste. Heute ist die Schreibmaschine von den meisten Schreibtischen wieder verschwunden. Der Computer ersetzte das klappernde Gerät. Nach wie vor gibt es aber Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die ihre Manuskripte ausschließlich auf Schreibmaschinen tippen. Einige scheinen eine innige Beziehung zu ihrem Schreibwerkzeug entwickelt zu haben.

Mittlerweile werden Schreibmaschinen nicht mehr produziert, die Ersatzteile, Farbbänder, Tasten, Walzen werden knapp. Für Schreibmaschinen-Literaten ist das eine bedrohliche Situation.

Donnerstag, 24. April 2014

Neuerscheinung zu Suchmaschinen

Sehr schön, das in Amsterdam ansässige Institute of Network Cultures veröffentlichte soeben den Open Access zugänglichen Society of the Query Reader: Reflections on Web Search, der auch einen Beitrag von mir enthält:

Tantner, Anton: Before Google: A Pre-History of Search Engines in Analogue Times, in: König, René/Rasch, Miriam: Society of the Query Reader: Reflections on Web Search. Amsterdam: Institute of Network Cultures, 2014, S. 121-138.
http://networkcultures.org/wpmu/portal/publication/society-of-the-query-reader-reflections-on-web-search/
PDF: http://networkcultures.org/wpmu/portal/files/2014/04/SotQreader_def_scribd.pdf

About the book: Looking up something online is one of the most common applications of the web. Whether with a laptop or smartphone, we search the web from wherever we are, at any given moment. ‘Googling’ has become so entwined in our daily routines that we rarely question it. However, search engines such as Google or Bing determine what part of the web we get to see, shaping our knowledge and perceptions of the world. But there is a world beyond Google – geographically, culturally, and technologically.

The Society of the Query network was founded in 2009 to delve into the larger societal and cultural consequences that are triggered by search technology. In this Reader, which is published after two conferences held in Amsterdam in 2009 and 2013, twenty authors – new media scholars, historians, computer scientists, and artists – try to answer a number of pressing questions about online search. What are the foundations of web search? What ideologies and assumptions are inscribed in search engine algorithms? What solution can be formulated to deal with Google’s monopoly in the future? Are alternatives to Google even thinkable? What influence does online search have on education practices? How do artists use the abundance of data that search engines provide in their creative work? By bringing researchers together from a variety of relevant disciplines, we aim at opening up new perspectives on the Society of the Query.