[E]ine spannende Lektüre nennt Gabriella Hauch auf
H-SOZ-U-KULT Natascha Vittorellis Buch über die Frauenbewegung in der Habsburgermonarchie.
Vittorelli, Natascha: Frauenbewegung um 1900. Über Triest nach Zagreb. Wien: Löcker, 2007.
Nachtrag: Ich habe den Link korrigiert.
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Gender - Sa, 15. Dez. 2007, 08:30
Sonntag strahlt
3Sat den Dokumentarfilm über die formidablen Monks aus:
Monks - The Transatlantic Feedback
Dokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios,
Deutschland 2006
3 Sat, So, 16.12.2007, 21.15-22.55
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Musik - Fr, 14. Dez. 2007, 09:00
Nun also mal die Hausnummer in der Malerei: Das Bild eines Anonymus, das den Křižovnické náměstí und den Altstädter Brückenturm zeigt, vor 1848.
Sonderausstellung im
Prager Stadtmuseum.
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Fotos - Do, 13. Dez. 2007, 10:41
Dank des Wikipedia-Eintrags zu
Wurzbach und seinem
Biographische[n] Lexikon des Kaiserthums Österreich bin ich draufgekommen, dass dieses wichtige Nachschlagewerk an der Uni Graz OCR-erfasst wurde und
hier nun der Volltext durchsucht werden kann. Bislang gab's ja nur Images auf
Austrian Literature Online. Die technische Umsetzung lässt allerdings zu wünschen übrig, wer Google Books gewohnt ist, wird darüber stöhnen, wie langsam das alles ist.
Diese Woche findet in Wien ein
Gramsci-Symposium mit dem Titel
Vom Alltagsverstand zum Widerstand statt.
Zeit: 14./15.12. 2007
Ort: Volkskunde Museum Wien, Laudongasse 15-19, 1080 Wien
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Theorie - Di, 11. Dez. 2007, 09:00
Nun also wieder zurück in Wien; im übrigen: nicht, dass die p.t. LeserInnenschaft glaube, die Mordsgeschichten im Prager Kundschaftsblatt kämen nur aus dem fernen Ausland. Auch inländische Splatterstories werden berichtet:
Mordgeschichte. [Absatz] Prag den 16 April. [Absatz] Aus dem Pilsner Kreise schreibt man uns folgende Mordgeschichte. Ein Fleischer fand in einem Walde an einem Baum ein Kind in einer Masche hangen, das ein Zettelchen bey sich hatte, nach dessen Inhalt der Finder dieses Kindes gebeten wurde, so lange das Kind zu halten, und zu versorgen, bis man Zeit und Gelegenheit haben würde, sich öffentlich zu bekennen, und es abzuhollen. Zum Besten des Kindes lagen unter dem Baume 100 Gulden die der Finder des Kindes in jedem Jahr an dem nämlichen Tage dort künftig zu nehmen haben soll. Geblendet von dem Geitze nahm der Unbarmherzige das Kind, zerhieb es, und warf die Stücke seinen 2 Hunden die er mit sich führte, vor, und gieng in das Wirthshaus, wo man aber die gräulichste, unmenschlichste That von der Welt entdeckte, indem die beyden Hunde in Gegenwart vieler Menschen, die im Wirthshause waren die unverzehrten Gliederchen als Finger, Augen, Zähnen tc. von sich emovirten. Welche Strafe muß diesen Menschen erwarten, der bereits gefangen sizt.
Prager interessante Nachrichten, nebst der eigentlichen Intelligenz aus dem k.k. Frag- und Kundschaftsamte. Von Vincenz Victorin Pruscha dieses k.k. Amtes Innhaber herausgegeben., 22.4.1786, Nr. 17, S. 136.
NKP, Signatur 65 D 397/1788
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Adressbueros - Mo, 10. Dez. 2007, 09:00
Heute eröffnet in der
Berliner Zentral- und Landesbibliothek eine Ausstellung über den Nachlass Jürgen Kuczynskis, zu dem auch eine umfangreiche Bibliothek gehört. Das
ND bringt dazu einen informativen Artikel.
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HistorikerInnen - Mo, 10. Dez. 2007, 08:12
Zuerst war die Ausstellung nur virtuell (vgl.
hier), nun im Realen: Das
Technische Museum Wien zeigt noch bis 29.2.2008 eine Ausstellung zu Postbücheln; ein Bericht dazu u.a. von
ORF Wien.
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Communication - Mo, 10. Dez. 2007, 07:38
Wie schon im Falle des Wiener Kundschaftsblatts (vgl.
hier) finden sich übrigens auch in manchen Jahrgängen des Prager Kundschaftsblatts als eben solche titulierte Mordsgeschichten, die die Lektüre doch etwas abwechslungsreicher machen. Eine davon lautet z.B. wie folgt:
Mordgeschichte. [Absatz] Den 30. Oktober ist zu Straßburg eine unerhörte Mordthat begangen worden. Des Morgens fand man an der Münsterkirche einen abgeschnittenen Weiberkopf, und nicht weit davon zogen die Waschweiber aus dem Wasser die 2 Füsse mit denen Schenkeln, kurz von dem Leib, oder Rumpf, recht anatomisch weggeschnitten, in ein alt Tuch eingewickelt, nebst dem Herz und der Miltz, der Rumpf aber fehlet noch. Der Magistrat ließ den Kopf zur Schau ausstellen, ob ihn etwa jemand kenne. Da fand sichs, daß es ein 17jähriges Mädgen war, deren Eltern gestorben. So viel man glaubt, ist diese That in einem Bordel geschehen.
Prager interessante Nachrichten, nebst der eigentlichen Intelligenz aus dem k.k. Frag- und Kundschaftsamte. Von Vincenz Victorin Pruscha dieses k.k. Amtes Direkteur herausgegeben, 16.11.1782, Nr. 46, nicht paginiert.
NKP, Signatur 65 D 397/1782
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Adressbueros - So, 9. Dez. 2007, 09:00
Nun ist auf
Radio Prag das Interview von Gerald Schubert mit mir zu den Hausnummern in Tschechien erschienen, wer will, kann dort auch den Beitrag hören.
Ich habe nun meine Recherchen in Prag weitgehend abgeschlossen und konnte wenigstens ein paar interessante Informationen zum Prager Fragamt ausfindig machen. Die gesetzlichen Grundlagen dafür wurden mit dem Patent vom 4.9.1747 geschaffen, das die Gründung eines Versatzamts in Prag ankündigte.1 Vorbild für das Prager Patent war das entsprechende Patent für das Wiener Versatzamt von 1707, und so wurden auch die darin enthaltenen Bestimmungen zur Einrichtung eines Fragamts fast wortwörtlich übernommen, nur mit dem Unterschied, dass die Einschreibung des Anliegens in das Protokoll gegen Darreichung eines willkührlichen Allmosen-Geldes in die daselbst hangende Spar-Büchsen, wie er es begehret erfolgen sollte und nicht wie im Wiener Fall mit 17 Kreuzer festgelegt war. Es sollte allerdings bis 1750 dauern, bis ein gewisser Johann Lobstein vorschlug, das Fragamt einzurichten, das schließlich 1752 Joseph Ferdinand Bock übertragen wurde. Die ersten Kundschaftsblätter sollen übrigens noch in diesem Jahr erschienen sein, zumindest wird in den Akten einmal ein FragAmtsBlat sub N°8 dd° 4.Xbrus 1752 erwähnt;2 das früheste erhaltene Exemplar eines solchen Blatts scheint das einem Akt beiliegende vom 29.1.1753 zu sein, das ja bereits von Przedak abgedruckt wurde.3
An interessanten Materialien erhalten ist u.a. eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben für 1753, aus der hervorgeht, das von einer wöchentlichen Auflage von 350 Stück 96 bis 223 verkauft und nicht weniger als 57 Stück als Belegexemplare verteilt wurden. Auch eine Liste mit den Einschreibgebühren sowie einer kurzen Aufstellung der begehrten oder angebotenen Dinge oder Dienste ist für dieses Jahr vorhanden; daraus geht hervor, dass die Einschreibgebühr 6 Kreuzer betrug.4
Interessant ist dann auch noch ein Verbesserungsvorschlag durch den Buchdrucker Ignatz Franz Pruscha, der das Fragamt ab 1757 innehatte. Darin möchte er das Fragamt mehr als bisher für die Vermittlung von Dienstbotinnen und Dienstboten einsetzen, geradezu zu einem regelrechten Dienstbotenamt ausbauen sowie Transportdienste vermitteln.5
(1) Narodní Archiv (NA), Patenty, 1747 záři 4
(2) NA, ČG-Publ. 1748-1755, O 3, Kt.130, Aktennotiz, 19.1.1763
(3) NA, ČG-Publ. 1748-1755, O 3, Kt.130, In Königreich Böheim. Wochentliche Frag- und Anzeigs-Nachrichten, 29.1.1753; PRZEDAK, A[dolar]. G[uido].: Das Prager Intelligenzblatt. Kulturgeschichtliche Bilder aus dem alten Prag. Prag: Statthalterei-Buchdruckerei, 1918, S.30-39.
(4) NA, ČG-Publ. 1748-1755, O 3, Kt.130, „Berechnung Über den a 1ma Aprilis Anno 1753 intuito des Neuerrichteten Frag-Ambts für die gewöhnl: Wochenblätter a Nro 13 bis ad Nro 52 inclusive dann an Einschreibgebühnüssen, Eingekommenen Geld Empfang, und respective Ausgaab“, undatiert.
(5) NA, ČG-Publ. 1756-1763, N 3, Kt.215, Verbesserungsvorschlag von Pruscha, undatiert
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Adressbueros - Sa, 8. Dez. 2007, 09:00
Wie die
UZ sowie das
Deutschlandradio berichten, zeigt das Düsseldorfer
Heinrich-Heine-Institut (Bilker Str. 12-14, 40213 Düsseldorf) noch bis 24.2.2008 Aquarelle von Alfred Hrdlicka zu Heinrich Heine.
Könnte sich sogar gut ausgehen, dass ich mir diese anschauen kann, da ich im Jänner zur Tagung
Jüdische Migration und Mobilität in der Frühen Neuzeit fahre.
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Kunst - Fr, 7. Dez. 2007, 22:59

So ein Aufenthalt in Tschechien ist mal auch wieder eine Gelegenheit, meine Devotionaliensammlung zu den geschätzten Hussiten zu vervollständigen. Die Hussitenfilmtrilogie aus den 50er-Jahren konnte ich ja schon im Februar in Brno auf DVD erstehen (es handelt sich dabei um: 1. Jan Hus 2. Jan Žižka 3. Proti všem, alle mit englischen Untertiteln, vgl.
hier), nun konnte ich auch den 1947 gedrehten Film
Jan Roháč z Dubé auf DVD bekommen; das Denkmal für besagten Roháč im Hvězda-Areal in Prag habe ich auch schon besichtigt.
Mit hussitischer Musik ist es allerdings nicht ganz so einfach, dabei wären doch ein paar hussitische Schlachtgesänge auf CD doch ein Renner, nicht wahr? Immerhin,
Ktož jsú boží bojovníci (Die ihr Gottes Streiter seid) gibt es
hier in verschiedenen Versionen als MP3; was aber ist mit
Povstaň, povstaň, veliké město Pražské (Auf, auf du große Stadt Prag)? Und was ist mit dem
Jistebnický kancionál, einem Liederbuch der Hussiten? Es gibt davon eine 2005 erschienene kritische Ausgabe, aber kaum Vertonungen auf CD.
Erfreulicherweise gibt es mittlerweile aber zwei neuere CD-ROMs zu den Hussiten; beide (nämlich: Husitství a literatura, Media Works 2003 sowie: Encyclopedie husitství, Media Works 2007) sind im Museumsshop des
Hussitenmuseum in Tabor zu kaufen.
Nachtrag: Auf der CD-ROM
Husitství a literatura gibt es eine WAV-Version von
Povstaň, povstaň, veliké město Pražské.
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Widerstaende - Fr, 7. Dez. 2007, 09:00
Erfreulicherweise klappte es recht problemlos, die Mikrofiches mit ein paar Jahrgängen des Prager Kundschaftsblattes von der
Bibliothek der Fakulta sociálních věd der Karlsuniversität an die Prager Nationalbibliothek zu transferieren, und mittlerweile habe ich sie mir auch schon durchgesehen. Folgende Jahrgänge - und damit mehr als bei Laiske angegeben - waren dort vorhanden: 1754, 1755, 1757-1769 (einzelne Nummern fehlen, insbesondere bei den Jahrgängen 1762 und 1769). Sehr ergiebig war das ganze nicht, aber es ist halt eine notwendige Arbeit. Ich hoffe auch, dass ich demnächst herausbekomme, an wen die Originalbände restituiert wurden.
Im übrigen habe ich auch einen Ausflug zum Hauptsitz des Prager
Narodní Archiv gemacht, der sich im am Prager Stadtrand gelegenen Chodovec befindet. Die Bibliothek dort ist ziemlich beeindruckend, in den verschiedenen Katalogen konnte ich allerdings keine Exemplare des Kundschaftsblatts ausfindig machen.
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Adressbueros - Do, 6. Dez. 2007, 09:00