Der Vampirismus in der Habsburgermonarchie ist ein dankbares Thema, kein Wunder, dass sich unterschiedlichste ForscherInnen damit beschäftigen. Zwei in der letzten Zeit gehaltene Vorträge dazu sind als MP3 verfügbar; so zum einen die vergnügliche wie schaurige Präsentation des Wiener Gerichtsmediziners Christian Reiter
Der Vampirismus und die Wiener Ärzte (MP3), die dieser letztes Jahr im Rahmen der Veranstaltungsreihe
Tower of Power im so genannten
Narrenturm gehalten hat. Reiter nimmt an, dass es sich bei der Krankheit, an denen die für Vampire Gehaltenen in den habsburgischen Grenzgebieten gestorben sind, um Milzbrand handelte.
Ein weiterer Vortrag stammt von der Historikerin Jutta Nowosadtko -
Vampire! Ein südosteuropäischer Beitrag zur internationalen Kulturgeschichte - und wurde Anfang Juni dieses Jahres bei der 2. Nacht des Wissens in Hamburg gehalten.
Liest sich ja durchaus vergnüglich: Valentin Groebners
Abgesang auf die Historische Sozialwissenschaft Bielefelder Prägung; es handelt sich dabei um einen Vortrag, den Groebner im Februar in Weimar gehalten hat.
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HistorikerInnen - Sa, 30. Jun. 2007, 12:33
Fängt ja schon mal gut an: Das neue Weblog
Orbis librorum beschäftigt sich mit der Welt des (alten) Buchs und bringt u.a. ein zeitgenössisch eher unbeachtet gebliebenes
Rezept für einen Kartoffelsalat aus 1621. Das ganze ist Teil eines gleichnamigen
Portals, das die Sondersammlungen der öffentlichen Bibliotheken in Österreich erschliesst. [via
Archivalia]
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Blogosphaere - Fr, 29. Jun. 2007, 14:39
Nun ist Mike Davis' Geschichte der Autobombe (das Adresscomptoir
berichtete) auch als deutschsprachiges Buch verfügbar und wird im
Freitag vorgestellt:
Davis, Mike: Eine Geschichte der Autobombe. Berlin/Hamburg: Assoziation A, 2007, 227 S., 20 €.
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Politik - Fr, 29. Jun. 2007, 08:43
Die heutige
NZZ rezensiert ein Merve-Bändchen mit Aufsätzen von Georges Canguilhem:
Canguilhem, Georges: Wissenschaft, Technik, Leben. Beiträge zur historischen Epistemologie. Hg. von Henning Schmidgen. Berlin: Merve 2006.
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Wissenschaft - Do, 28. Jun. 2007, 08:36
Im seinem äußerst empfehlenswerten Buch Das unternehmerische Selbst stellt Ulrich Bröckling u.a. fest: Wer erfolgreich sein will, muss die Ordnung immer wieder zerschlagen und den schöpferischen Kräften der Unordnung Raum schaffen. (278) Wie in einer so verfassten Gesellschaft, in der abweichendes Verhalten ein wünschenswertes Alleinstellungsmerkmal ist, noch Widerstand möglich ist? Bröckling versucht eine Antwort; er spricht von der Kunst, anders anders zu sein, (286) die selbst unternehmerische Tugenden verlangt und auf eine Praxis der Ent-Subjektivierung zielt; sie operiert taktisch, nicht strategisch, vertraut auf den Kairos und kennt keinen Plan: Der Sog der unternehmerischen (Selbst-)Mobilisierung lässt sich planvoll erzeugen, die Widerstände dagegen nicht. (...) Es gibt eine Wissenschaft des Regierens, aber keine des Nicht-regiert-werden-Wollens. (287) Daher bleiben Beschreibungen der Kunst, anders anders zu sein, stets anekdotisch. Man kann Geschichten des Nichtfunktionierens oder des Umfunktionierens erzählen, Theorien daraus ableiten kann man nicht. Theorien verallgemeinern, sie fallen in die Sphäre der Strategie; Taktiken sind singulär, sie setzen sich aus Ereignissen zusammen. (288); Bröckling nennt auch drei exemplarische Haltungen des Sichabsetzen: Depression, Ironisierung und passive Resistenz. (288)
Bröckling, Ulrich: Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform. Frankfurt am Main: Suhrkamp stw 1832, 2007.
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Widerstaende - Mi, 27. Jun. 2007, 08:55
Second Life ist bis jetzt an mir ziemlich vorübergegangen, doch schön langsam mehren sich die Angebote, die es auch für den wissenschaftlichen Gebrauch attraktiv machen; so kündigt
Eric Brian in seinem Weblog an, dass Anfang September auf Second Life im virtuellen Raum
Pierre Bourdieu un hommage eine Buchpräsentation des von Brian gemeinsam mit Marie Jaisson verfassten Werks
Le Sexisme de la première heure. Hasard et sociologie (Paris: Raisons d'Agir, 2007) stattfinden wird.
Ebenfalls in Second Life: Am 28. Juni 2007 wird dort eine Ausstellung des Sigmund Freud Museums zum Thema
Wege des Unbewussten eröffnet (mehr
hier).
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Veranstaltungen - Di, 26. Jun. 2007, 09:10
Heute vor 23 Jahren starb Foucault; dies wäre doch eine Gelegenheit, das
Foucault Quiz zu absolvieren. Meine Lieblingsfrage:
Welches Auto fuhr er während seiner Aufenthalte in Schweden in den 50er Jahren? Ich hatte jedenfalls so auf die Schnelle 26/30 Punkten. [via
m-foucault.blogspot]
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Theorie - Mo, 25. Jun. 2007, 14:19
Das
Programm des Kulturgeschichtetags in Linz (9.-11.9.2007) ist nun online; ich werde dort im Panel
Archive: Störungen und Entstörungen einen kurzen Vortrag zum Thema
1, 2, 3 – Materialien zu einer Kulturgeschichte der Nummerierung -
Abstract (PDF) - halten. Mal abgesehen davon kommen mir viele Beiträge sehr spannend vor.
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Nummerierung - Mo, 25. Jun. 2007, 09:08
Für Kurzentschlossene: Morgen hält Alain Desrosières einen weiteren Vortrag (vgl.
hier), und zwar auf der TU Wien zum Thema
The history of statistics and probability theory as a genre: styles of writing and social uses.
Ort: TU FH, Wiedner Hauptstraße 8-10/105-1,1040 Wien, Turm A, 6. Stock, Seminarraum 107
Zeit: Di, 26.Juni 2007, 16:30
Abstract:
Since the beginnig of the 1980's, the history of probability theory and statistics became an important area of research, either by specialists of different disciplines using them (internalist history), or by historians and sociologists (externalist history). The lecture will give a survey on this research, and a comparison between different ways and styles of writing these histories.
Was there a "probabilistic revolution"? It was the question raised in 1983 by a group of researchers coming from several disciplines, during a one year workshop in Bielefeld, Germany, following an idea of a German phycisist, Lorenz Kruger. Was the "Law of large numbers" used in the same way by disciplines like astronomy, physics, economics, political sciences or sociology?
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Veranstaltungen - Mo, 25. Jun. 2007, 09:00
Einen feuilletonistischen Beitrag zur Geschichte des Staubsaugers veröffentlicht die Kulturwissenschafterin Susanne Breuss dieses Wochenende im
Wiener Zeitung-Extra.
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Alltag - So, 24. Jun. 2007, 13:16
Ab sofort als Book on Demand verfügbar: Bettina Kanns Diplomarbeit zur Brasilienexpedition:
Kann, Bettina: „von den österreichischen Naturforschern in Brasilien und den Resultaten ihrer Betriebsamkeit“. Die österreichische Brasilienexpedition (1817 - 1836) und ihre ethnographischen Ergebnisse. Morrisville: Lulu, 2007. [
Verlagsinfo]
Der Klappentext lautet wie folgt:
Als „Glanzpunkt aller Reisen und Expeditionen, welche je von Oesterreichern unternommen worden sind“ wurde die 1817 bis 1836 von österreichischen Forschern durchgeführte Brasilien-Expedition im 19. Jahrhundert bezeichnet. Anlass dieser Reise war die Vermählung der österreichischen Erzherzogin Leopoldine mit dem Thronfolger Portugals und Brasiliens Dom Pedro im Jahr 1817; damals beauftragte das österreichische Kaiserhaus eine naturwissenschaftliche Sammelexpedition in das größtenteils noch unerforschte Brasilien. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Forschungstätigkeit Johann Natterers, insbesondere seine ethnographischen Aufzeichnungen.
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HistorikerInnen - Sa, 23. Jun. 2007, 09:00
Dies sei noch nachgetragen: Eine Laudatio Georg Fülberths zum 90. Geburtstag Eric Hobsbawms im
Freitag.
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HistorikerInnen - Fr, 22. Jun. 2007, 09:00