Auf dem Filmfestival
Diagonale in Graz erfolgt nächste Woche die Premiere des Films
Schlurf - Im Swing gegen den Gleichschritt:
Schlurf erzählt die Geschichte einer vergessenen Rebellion; von Jugendlichen, die sich auch unter der Nazi-Diktatur nicht beugen wollten, den Dienst in der HJ verweigerten, „Feindsender“ hörten und auch ihrer Begeisterung für Jazz-Musik und Swing-Tanz trotz immer härter werdender Repressionen nicht abschworen. Für nicht wenige endete das in „Arbeitserziehungslagern“, in Jugend-KZs oder in der Todeszelle.
Schlurf ist keine historische Dokumentation im klassischen Sinn, sondern erzählt die Geschichte der Swing-Jugend aus heutiger Sicht
Ich habe auch einen kleinen Beitrag an diesem Film geleistet, indem ich Recherchematerialien dafür zu Verfügung gestellt habe. Fotos von den Dreharbeiten gibt es
hier, einen Artikel zum Film brachte
Concerto; im ORF wird der Film wahrscheinlich am 15. April ausgestrahlt.
Schlurf - Im Swing gegen den Gleichschritt
Regie: Wolfgang Beyer, Mona Ladurner; Idee und Recherche: Katja Schröckenstein
A, 2006/2007, Beta SP, Farbe, 70 Minuten, Produktion ORF, WDR, epo-film.
Premiere: Mi 21.3.2007, 17 Uhr
Geidorf Kunstkino 1, Geidorfplatz 1a, 8010 Graz
Bus 30, 31, 41, 58 sowie 63
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Swings - Do, 15. Mär. 2007, 09:06
Die
NZZ bringt heute ein Porträt der Krimiautorin Fred Vargas.
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Belletristik - Mi, 14. Mär. 2007, 09:13
Vor genau 300 Jahren, am 14.3.1707 wurde das Gründungspatent des Versatzamts, des heutigen Dorotheums, erlassen, mit dem gleichzeitig auch ein Adressbüro, das so genannte Fragamt bzw. Frag- und Kundschaftsamt gegründet wurde. Die auf diese Einrichtung bezogene Passage in dem Patent lautet wie folgt:
Schließlichen, was obangeregtes Frag-Amt anbetrifft, weilen die Erfahrniß bishero gezeiget, daß viel Partheyen verhanden, welche etwa ein Gut, Hof, Hauß, Garten, Acker, Wiesen, Weingarten, oder andere unbewegliche Güter; item, Körner, Wein, Fässer, Holtz, Heu, Pferde, Wagen, Galanterie-Waaren, Musicalische Instrumenta, wie auch Spallier, Bilder, Bibliothecken, und andere dergleichen Fahrnüsse, die ohne merklichen Unkosten und Schaden nicht auf die Märckte zu bringen seynd, zu verkauffen willens wären, jedoch aber hierum aus Mangel, daß eine solche Feilbiethung nicht kundbar ist, keinen Käufer überkommen können: herentgegen auch andere Partheyen dergleichen Stücke gern käuflich an sich bringen möchten, wann sie von ein oder anderer Feilbiethung Wissenschaft hätten; als ist nicht allein vorgemeldter Ursachen halber, sondern auch beyden Partheyen zum besten, und zwar zu Erinnerung des von denen Zubringern und Zubringerinnen bishero genommenen übermäßigen Lohns, und daß sie von jedem Gulden so gar einen Groschen ungescheut begehret haben, dieses Frag-Amt dahin eingerichtet worden: daß nicht nur auf freywilliges Anmelden eines jeden Verkäuffers, seine feilbiethende Sachen in ein eigenes darzu absonderlich haltendes Protocoll, gegen Bezahlung 17. Kreutzer Schreib-Gelds, wie er es begehrt und angiebt, eingeschrieben werden, sondern auch dem Käuffer gegen ein gleichmäßiges Aufschlag-Geld erlaubt seyn solle, das etwa verlangende Stück in gedachten Büchern nachzuschlagen, und alle Umstände zu seiner Nachricht daraus zu ersehen; mit diesem ausdrücklichen Beysatze, daß, wann nachgehends ein oder anderes hiervon verkaufft würde, man dem Amte dessentwegen weiter nichts zu reichen schuldig seyn, sondern solches nur zu dem Ende angezeigt werden solle, damit das verkauffte Stück aus dem Protocoll wiederum abgethan werden möge. Wornach sich ein jeder zu richten, auch vor Schaden zu hüten wissen wird.
Codex Austriacus, Bd.3, S.534 f.
#FragamtWien
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Adressbueros - Mi, 14. Mär. 2007, 09:11
Die vom Österreichischen Volkshochschularchiv und vom Verband Österreichischer Volkshochschulen erstellte
Knowledgebase Erwachsenenbildung bietet u.a. eine Abteilung zur
Historiografie an, die
[e]ine Entdeckungsreise durch die Geschichte der Erwachsenenbildung in Österreich liefert. Vorgestellt werden wichtige
Personen, weiters gibt es unter
Zeitreise eine Zeitleiste, es werden die
Institutionen der österreichischen Erwachsenenbildung vorgestellt und schließlich gibt es den Bereich der
Ausstellung, wo u.a. die Sonderausstellung
Albert Einstein und die (Wiener) Volksbildung gezeigt wird. An der Erstellung des Content beteiligt waren u.a. Thomas Dostal, Gudrun Braunsperger und Anton Szanya.
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Ausstellungen - Di, 13. Mär. 2007, 09:14
Angelehnt vermutlich an Wilhelm von Schröders Intelligenzwerk-Projekt (vgl.
hier), schlägt Heinrich Bode in seiner 1703 veröffentlichten
Fürstlichen Macht-Kunst die Errichtung eines
Intelligenz-Hauses vor. Dies sei ein Mittel, die Manufakturen und den Kommerz zu befördern, denn dazu sei
gute Ordnung im Handel und die Intelligenz-Notitz, oder Kundschafft zweyer Personen von Nöten.
Bode nennt ein Beispiel:
Petrus wolte gern 2. Stuck Laaken oder Tuch verkauffen / Paulus 10. Stuck: Stephanus hat Tuch nöthig / weiß aber nicht wo ers bekommen soll / er weiß von Petro noch von Paulo nichts: Müssen also beyderseits Käuffer und Verkäuffer / propter ignorantiam, daß keiner weiß / wo er den andern antreffen soll / verlegen seyn.Also leydet so wohl der Fabricante und die Waare / als der Fabricante Noth und Schaden. Das zweite von Bode angeführte Beispiel lautet wie folgt:
Es will einer gern ein Koch / Schreiber / Gärtner / Diener oder Magd haben; Es lauffen dergleichen Herrn-lose Leuthe genug im Lande herumb / wollen gern einen Herrn haben / können keinen kriegen: Beyderseyts seynd daran verlegen / was machts? der Mangel der Kundschafft oder Intelligentz.
Wie läßt sich nun ein
Intelligentz-Weesen / dadurch einer vom andern Kundschafft bekommet einrichten? Bode möchte in einem
Intelligenz-Hause ein so genanntes
Ober-Intelligentz-Ambt einrichten, mit dem in den Provinzen sowie in kleinen Städten aufgestellte
Unter-Intelligentz-Aembter wöchentlich korrespondieren. Inhalt der Korrespondenz: Die eingelangten Kauf- oder Verkaufsangebote sowie die Stellengesuche und -angebote. Diese sollen
in ein Alphabetisches Protocoll eingetragen werden.
Wer nun etwas haben will / zeiget sein Verlangen entweder im Ober- oder Unter-Intelligentz-Hauß an / ist es hier nicht zu finden / welches auß dem wochentlichen gedruckten Notiz-Zettel zu ersehen / so schickt das Unter-Collegium die Desideria wochentlich ein / und erhaltet so fort auß der Notiz-Tabelle destwegen Nachricht. Diese Eintragung solle gegen die Erlegung eines
Orts-Thalers erfolgen, womit die laufenden Kosten für das
Collegium bezahlt werden könnten. - Bodes Vorschlag sieht demnach auch die Herausgabe eines Printmediums, des
wochentlichen gedruckten Notiz-Zettel vor; später wird dieses Medium die Bezeichnung Intelligenzblatt bekommen.
Bode, Heinrich: Fürstliche Macht-Kunst oder unerschöpffliche Gold-Grube, Wordurch ein Fürst sich kan mächtig und seine Unterthanen reich machen. Wien: Schönwetter, 1703, S. 130-133.
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Adressbueros - Mo, 12. Mär. 2007, 08:50
Marcus Hammerschmitt berichtet in
Telepolis über die Reise einer Gruppe wildgewordener Punks nach Israel.
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Politik - So, 11. Mär. 2007, 11:11
Wenigstens die Abwesenheit der Hausnummer ist sichtbar: In diesem Haus in Brünn wohnte 1891-1924 Robert Musil oft bei seinen Eltern: Brno, Jaselská 10.
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Fotos - Sa, 10. Mär. 2007, 12:33
Heute bringt auch das
ND einen Beitrag zum Lexikon der DDR-Historiker.
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HistorikerInnen - Sa, 10. Mär. 2007, 12:31
Ein vom
Schweizer Fernsehen gedrehtes Interview mit Philipp Sarasin zum Thema
Schweizer Werte, Schweizer Wandel wird am Sonntag auf
3 Sat (11.3., 9.15-10.15) ausgestrahlt; und wem dies zu Schweiz-lastig ist, der oder die kann ein paar Wochen darauf ein allgemeiner gehaltenes Interview mit Sarasin im österreichischen Radiosender
Ö1 hören (Do, 29.3., 21.01-22.00).
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HistorikerInnen - Fr, 9. Mär. 2007, 09:27
Éric Brian ist Directeur d'études an der Pariser EHESS, Chefredakteur der Revue de Synthèse und darüber hinaus noch mit dem
Institut National Etudes Démographiques verbunden; Gastprofessor war er schon in Berlin, Wien, Jerusalem und Moskau. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Geschichte der Mathematik und der Soziologie; seine Thèse über
La Mesure de l'État. Administrateurs et géomètres au XVIIIe siècle wurde auch ins Deutsche übersetzt, unter dem Titel
Staatsvermessungen. Condorcet, Laplace, Turgot und das Denken der Verwaltung (Wien: Springer, 2001).
Seit Februar betreibt Brian nun ein eigenes Weblog, unter der Adresse:
http://eric-brian.blogspot.com
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Blogosphaere - Do, 8. Mär. 2007, 09:14
Nächste Woche - genauer: am 14. März - wird das Gründungspatent des Wiener Versatzhauses Dorotheum 300 Jahre alt und dies wird bei
Ö1 zum Anlass genommen, ein von Andreas Kloner gestaltetes Radiofeature über diese Institution auszustrahlen (Sa, 10.3., 9:05-10.00). Ein paar der Wortspenden zur Geschichte des Dorotheums stammen von mir.
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Adressbueros - Mi, 7. Mär. 2007, 09:00
Ein anscheinend ziemlich tendenziöses, fehlerhaftes und sündteures
Lexikon der DDR-Historiker hat ein Lothar Mertens veröffentlicht,
hier die Rezension, die manches richtigstellt. Das Lexikon ist vor allem aus Kaderakten abgeschrieben und vernachlässigt die Forschungsgebiete der aufgenommenen Personen; es liefert die Perspektive der (vorläufigen) Sieger der Geschichte, und selbst dies nicht einmal den üblichen Forschungsstandards entsprechend.
Mertens, Lothar: Lexikon der DDR-Historiker. Biographien und Bibliographien zu den Geschichtswissenschaftlern aus der Deutschen Demokratischen Republik. München: K G Saur, 2006.
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HistorikerInnen - Di, 6. Mär. 2007, 11:36
Telepolis bringt die deutsche Übersetzung eines äußerst lesenswerten Interviews mit Mike Davis, das ursprünglich auf
Tomdispatch erschienen ist.
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HistorikerInnen - Di, 6. Mär. 2007, 09:33
Sieht ja ganz schön witzig aus: Die Homepage von
Radio Prag zeigt den geplanten Neubau der tschechischen Nationalbibliothek. Futuristisch mutet auch dies an:
Die Lagerräume, die unter der Erde liegen werden, sollen insgesamt zehn Millionen Bücher beherbergen und der Kunde soll jedes bestellte Buch dank modernster Technik innerhalb von drei Minuten in der Hand halten können.