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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Freitag, 30. Mai 2008

Die Hausnummer des Sekretärs: Weimar, Brauhausgasse 13

Weimar_Brauhausgasse13

Weimar, Brauhausgasse 13: Hier wohnte 1821-1831 Johann Peter Eckermann.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Thüringer Kloßmuseum mit Weblog

Das letzte Wochenende habe ich in Weimar verbracht (die obligate Hausnummer folgt demnächst), und am Weg zu Werner Tübkes formidablen Panorama "Frühbürgerliche Revolution in Deutschland" fiel mir der Hinweis auf das Thüringer Kloßmuseum auf; der Thüringer Kloß (für gelernte ÖsterreicherInnen: er unterscheidet sich nicht wirklich massiv vom Waldviertler Knödel) soll übrigens Weltkulturerbe werden! Selbstredend wird auch das Internationale Jahr der Kartoffel mit den zwei Ausstellungen Denkma(h)l Kartoffel und Kartoffelkulturland Peru gewürdigt, auch die Deutsch-Schwedische Kartoffelfreundschaft kommt nicht zu kurz. Ja, und es gibt selbst ein eigenes Weblog zu Thüringer Kloß & Kartoffelkult(ur)! Wow! Und weil's zum Thema passt: Science ORF berichtet über einen zwischen Peru und Chile entbrannten Streit um den Ur-Erdäpfel.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Hausnummer von Walter Benjamin

Berlin_Prinzregentenstr66

Berlin, Prinzregentenstraße 66: Im Vorgängergebäude wohnte Walter Benjamin von 1930 bis zur Emigration 1933.

Dienstag, 27. Mai 2008

Nummerierung der Eckensteher, Berlin 1830er/1840er - 2

In seinem sehr informativen Conversations-Handbuch für Berlin und Potsdam beschreibt Leopold Freiherr von Zedlitz in dankenswerter Deutlichkeit die kontrollierende Kraft der Nummerierung:

Eckensteher (die), eine der Hauptstadt eigenthümliche Art Arbeitsleute, welche aber, wie der Name schon andeutet, noch häufiger in einer erwartenden Unthätigkeit, als in einer nützlichen Beschäftigung angetroffen werden; ein Umstand, welcher nicht aus Mangel an Gelegenheit zur Arbeit, sondern mehr aus einer gewissen speculativen Indifferenz und einem bequemen Erwarten der Dinge, die ihrer Meinung nach noch einträglichern Lohn, als das ihnen Gebotene oder Zukommende abwerden sollen, hervorgeht. Eine sehr nothwendige, seit einigen Jahren eingeführte polizeiliche Kontrolle und Bezeichnung durch Nummern hält diese, früher nur durch ihre derbe Eigenthümlichkeit bekannte, in neuerer Zeit aber dramatisirte, niedere Volksklasse in möglichen Schranken, wodurch sich die Behörde ein nicht geringes Verdienst um das Publikum erworben hat. Im Ganzen werden sie mehr gescheut als zu Dienstleistungen benutzt, da traurige Erfahrungen der verschiedensten Art das Publikum veranlaßt haben, sich lieber auf irgend eine andere Weise Dienstleistungen zu verschaffen, als sich diesen stereotypen und numerirten Straßen-Lakaien anzuvertrauen.

Zedlitz, Leopold Frhr v: Neuestes Conversations-Handbuch für Berlin und Potsdam zum täglichen Gebrauch der Einheimischen und Fremden aller Stände. Berlin: Eisersdorff, 1834. ND Leipzig: Zentralantiquariat der DDR, 1979, S.159f.

Montag, 26. Mai 2008

Prekarisierungsforschung in der Schweiz

Gleich zwei interessante Bildungs-Angebote zu Prekarisierung hat die Schweiz anzubieten: Zum einen läuft noch bis Anfang Juni in der Zürcher Shedhalle in der Roten Fabrik die Projektreihe Work to do! Selbstorganisation in prekären Arbeitsbedingungen (vgl. einen Bericht in der Jungle World). In Luzern wiederum findet 6./7. Juni 2008 das Symposium Prekarität und Protest statt. [via Kulturwissenschaftliche Technikforschung]

Freitag, 23. Mai 2008

Nummern als Empfangscheine für zuzubereitenden Kaffee, Breslau 1836

In seinem Buch über Breslau beschreibt Julius Krebs folgenden Gebrauch von Blechmarken mit Nummern:

Wie anders {als in manchen öffentlichen Gärten, wo es kein ungezwungenes Volksleben gibt} ist es dagegen in Pöpelwitz vor dem neuerbauten Kaffeehause am Walde; wie frei, wie sicher wandelt sich's unter den grünen, hohen Eichenhallen, unter dem muntern Gewühl, für welches Raum genug ist im gastlichen Natursaal, der von einem guten Concert einladend wiederhallt. Und da kommen die Spaziergänger in bunten Gruppen, suchen die einfachen Plätze auf, und die Mutter eines jugendfrohen Kreises übergibt feierlich unter den nöthigen Winken dem eiligen Marqueur eine dicke Familendüte mit gemahlnem Kaffee, indeß der Papa Bier bestellt. Aber auch der Einzelne, der Elegant schämt sich nicht, der beflügelten Grünschürze seine schlanke Kaffeedüte aufzudringen, und der Marqueur verzieht nicht eine Miene des philantropischen Gesichts, sondern gibt höflich dagegen eine Blechmarke mit draufgeschlagner Nummer. Denn es ist eine patriarchalische Sitte, so alt als das Kaffeetrinken der Breslauer selbst, in öffentliche Gärten Kaffee und Zucker mitzubringen, und die Blechmarke gilt als Empfangschein des Wirths, gegen welche die fertige Portion, deren Nummer der Marqueur schmetternd ausruft, eingelöst wird. An Bereitungsgebüren, für's Geräth und die gelieferte Sahne empfängt er einen bescheidenen Silbergroschen.

Krebs, Julius: Wanderungen durch Breslau und dessen Umgebungen nebst weitern Ausflügen. Breslau: M. Friedländer, 1836, S. 294 f.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Bericht des preußischen Gesandten über die Hausnummerierung in Wien, November 1770

In Wien nimmt die Hausnummerierung am 11. Oktober 1770 ihren Anfang; knapp ein Monat später berichtet der preußische Gesandte Rohde darüber nach Berlin:

C'est deja depuis quelque temz qu'on est ocupé ici a numerotter touttes les maisons de Vienne et à compter tous les habitanz quy y sont domiciliés et sujets à la domination de S.M. Le denombrement se fait aussi avec la meme applications dans d'autres villes et dans les provinces, où l'on etablit des cantons pour le militaire. Les citoyens de Vienne en sont fort allarmés craignant que cela ne tende à fournir le logement aux soldats de la garnison ou a en payer le montant sous le titre d'autres charges onereuses pour le Bourgeois. Mais la cour ayant donné a connoitre qu'en agissant ainsi elle n'avoit d'autre but que de savoir le nombre de ses sujets, afin de prendre ses mesures au juste pour les vivres et des magasins a entretenir, pour obvier a la disette des mauvaises recoltes et aux calamités, qu'en resailliroient principalement sur le menu peuple et sur les pauvres. Il es tres possible, que ce qui n'a dabord ete etabli que dans ce point de vue, serve egalement dans la suite a d'autres usages, qu'en commensant par faire du bien au peuple, on ne finisse par lui etre fort a charge. C'est une des raisons pourquoi celui-ci est si fort en garde contre les nouveautes.

90. Relation des Gesandten v Rohde, Wien 10.11.1770, in: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin, I. Hauptabteilung Geheimer Rat, Rep. 1, Nr. 486, f.330r-v. (vgl. auch: I. HA, Rep.96, Fach 47 D)

-Alarmiert ist demnach die Bevölkerung angesichts der Seelenkonskription und Hausnummerierung; genau dieselbe Begrifflichkeit verwendet übrigens der französische Gesandte Durand in seinem Bericht nach Paris:

L'execution du dénombrement répand ici l'allarme, surtout dans les Villages. Quantité de Jeunes Gens cherchent à se soustraire par la faite, à la nécessité où ils craignent être dans la Suite à porter les Armes. C'est en vain qu'on a cherché a faire sentir à l'Empereur la conséquance d'un arrangement qui semble annoncer à Sa noblesse et a son Peuple une administration aussi dure que celle du Roy de Prusse. Il a rejetté toutes les representations qu'on a pu lui faire à ce sujet.

Bericht des Gesandten Durand, Wien 5.12.1770, in: Archives du Ministère des Affaires étrangères, Paris, CP, Autriche, n° 314, f.316,r-317v

Mittwoch, 21. Mai 2008

Interview mit Dipesh Chakrabarty zu Subaltern Studies und Provincializing Europe

Die Springerin veröffentlicht ein Interview mit dem indischen Historiker Dipesh Chakrabarty; interessant u.a. diese Passage:
In den 1980ern führten die marxistischen Historiker Eric Hobsbawm und Terence Ranger den Begriff der »erfundenen Tradition« ein, den sie für eine wunderbare Möglichkeit hielten, die reaktionäre Mythenbildung zu entlarven. Sie bedachten jedoch nicht, dass die Unterdrückten, aus politischen Gründen und unter bestimmten Umständen, die so genannten Mythen oft auch den Fakten vorziehen könnten, die in den offiziellen Archiven bzw. denen der herrschenden Klasse »entdeckt« werden könnten. Interessante Folgen hatte die These von Hobsbawm und Ranger in Australien. Ein sich für die Rechte der Aborigines in Australien einsetzender Anthropologe dokumentierte vor ein paar Jahren, wie Bergbauunternehmen in Australien ausgebildete HistorikerInnen genau zu dem Zweck engagierten, nachzuweisen, dass es sich bei der Berufung der Aborigines auf die »Tradition« – wenn es um Land ging, an dem die Bergbauunternehmen interessiert waren – lediglich um »erfundene Traditionen« und nichts anderes handeln würde.

[via kritische Geschichte]

Dienstag, 20. Mai 2008

Vortrag von Mario Wimmer zum Verschwinden der Handschrift

Heute hält Mario Wimmer im Instituts-Kolloquium des Instituts für Europäische Ethnologie der HU einen Vortrag zum Thema Verschwinden der Handschrift. Kulturen des Archivs und Obsessionen für Geschichte

Ort: HU Berlin, Institut für Europäische Ethnologie, Mohrenstraße 41, Raum 311
Zeit: 20.5.2008, 18 Uhr

Montag, 19. Mai 2008

Dietmar Dath zum Tod von Captain America

Ist mit der gesamten Le Monde diplomatique-Ausgabe vom April nun Online: Ein Artikel Dietmar Daths zum Zustand der US-Populärkultur, dem Tod der Comicfigur Captain America und folgender Randbemerkung zum Bloggen:

Dem Fordismus in den Autofabrikhallen der USA entsprach das Studiosystem von Hollywood. Mit dem Aufkommen des Computer Aided Design und des Computer Aided Manufacturing, mit der Modularisierung und Flexibilisierung, mit den "working poor" und der neuen Laptop-Tagelöhnerwirtschaft dagegen entstehen zum Beispiel a) in der Popmusik Phänomene wie Homerecording und Wohnzimmertechno, b) im Comicwesen das coole Self-Publishing und c) im Journalismus die brodelnde Blogosphäre. Das Basis-Überbau-Schema, das man heranziehen sollte, um diese Korrespondenzen zu verstehen, kann gar nicht grob genug sein.

Lesenswert auch der Schluss:

Die verkniffene Freude einiger nicht nur deutscher Feuilletonkameraden darüber, dass das vielbeschworene amerikanische Jahrhundert in der gegenwärtigen geostrategischen Zwickmühle offenbar vor unseren Augen zu Ende geht, vermag ich nicht zu teilen. Captain America kommt vielleicht wieder hoch, zum Guten wie zum Bösen. Und wenn nicht, was soll's: Rom ist ja auch nie ganz verschwunden.

Am besten machen sich Imperien nämlich nach wie vor als Steinbrüche für die humanistische Inneneinrichtung späterer Hochzivilisationen, wie eben das Römische, das als Latein (und Latinismus) bei den mehr oder weniger aufgeklärten Gebildeten der Neuzeit angenehm domestiziert fortleben darf.

Imperien und ihr gewaltsamer, erpresster Universalismus sind nun mal die unvollkommenen Platzhalter des emanzipierten, freien Universalismus, den sich erst ein Kollektiv leisten könnte, das rechtens "die Menschheit" heißen dürfte. Falls eines Tages die politische Herstellung dieser Sorte Vergesellschaftung gelingt, so wird sie sich an die US-Kultur, die populäre wie die andere, gern erinnern, wenn auch mitunter peinlich berührt und gelegentlich verwundert. Wenn ich mir was wünschen dürfte, wär's, dass Kulturschaffen und Kulturkritik vor allem der täglichen fleißigen Vorbereitung dieses Zustands dienten.