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Freitag, 23. Mai 2008

Nummern als Empfangscheine für zuzubereitenden Kaffee, Breslau 1836

In seinem Buch über Breslau beschreibt Julius Krebs folgenden Gebrauch von Blechmarken mit Nummern:

Wie anders {als in manchen öffentlichen Gärten, wo es kein ungezwungenes Volksleben gibt} ist es dagegen in Pöpelwitz vor dem neuerbauten Kaffeehause am Walde; wie frei, wie sicher wandelt sich's unter den grünen, hohen Eichenhallen, unter dem muntern Gewühl, für welches Raum genug ist im gastlichen Natursaal, der von einem guten Concert einladend wiederhallt. Und da kommen die Spaziergänger in bunten Gruppen, suchen die einfachen Plätze auf, und die Mutter eines jugendfrohen Kreises übergibt feierlich unter den nöthigen Winken dem eiligen Marqueur eine dicke Familendüte mit gemahlnem Kaffee, indeß der Papa Bier bestellt. Aber auch der Einzelne, der Elegant schämt sich nicht, der beflügelten Grünschürze seine schlanke Kaffeedüte aufzudringen, und der Marqueur verzieht nicht eine Miene des philantropischen Gesichts, sondern gibt höflich dagegen eine Blechmarke mit draufgeschlagner Nummer. Denn es ist eine patriarchalische Sitte, so alt als das Kaffeetrinken der Breslauer selbst, in öffentliche Gärten Kaffee und Zucker mitzubringen, und die Blechmarke gilt als Empfangschein des Wirths, gegen welche die fertige Portion, deren Nummer der Marqueur schmetternd ausruft, eingelöst wird. An Bereitungsgebüren, für's Geräth und die gelieferte Sahne empfängt er einen bescheidenen Silbergroschen.

Krebs, Julius: Wanderungen durch Breslau und dessen Umgebungen nebst weitern Ausflügen. Breslau: M. Friedländer, 1836, S. 294 f.