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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Mittwoch, 8. März 2006

Volltextrecherche in den Veröffentlichungen der Historikerkommission

Die Veröffentlichungen der österreichischen Historikerkommission zum Vermögensentzug zwischen 1938 und 1945 sowie Rückstellungen und Entschädigungen nach 1945 können nun unter http://www.oldenbourg.at/histkom/ online durchsucht werden. Bei der Eingabe der Suchbegriffe ist die Groß- und Kleinschreibung zu berücksichtigen, die Ergebnisse liefern nur einen kurzen Ausschnitt des Textes, in dem der Treffer auftaucht. Es muss also weiter die Printversion (49 Bände) konsultiert werden.

One and a Half

London_Spitalfields_oneandahalf

Via London Leben: Eine Hausnummer ohne Ziffern, aufgenommen in Spitalfields.

Dienstag, 7. März 2006

Kaffeehäuser in der Aufklärung

Letzten Freitag hielten Hans Erich Bödeker und Bernhard Struck im Rahmen eines von CRIA veranstalteten Seminars Vorträge zum Reisen in der frühen Neuzeit und im frühen 19. Jahrhundert. Bödeker verwies dabei auf einen Aufsatz, den er auf deutsch und französisch zum Kaffeehaus veröffentlicht hat. Die Koordinaten lauten:

Bödeker, Hans Erich: Das Kaffeehaus als Institution aufklärerischer kommunikativer Geselligkeit, in: François, Etienne (Hg.): Sociabilité et société bourgeoise en France, en Allemagne, et en Suisse/Geselligkeit, Vereinswesen und bürgerliche Gesellschaft in Frankreich, Deutschland und der Schweiz, 1750-1850, Paris: A.D.P.F., 1986, S. 65-80.

Bödeker, Hans Erich: Le café allemand au XVIIIe siècle: Une forme de sociabilité éclairée, in: Revue d’Histoire Moderne et Contemporaine, 37.1990, S. 571-588.

Montag, 6. März 2006

Lumières ohne Dialektik

In der Pariser Bibliothèque Nationale hat am 1. März die Ausstellung Lumières! Un héritage pour demain eröffnet; die dunklen Seiten der Aufklärung, geschweige denn die Philosophie des eminenten Aufklärers Marquis de Sade kennt diese Jubelschau nicht. Es ist, als ob die Forschung der letzten Jahrzehnte komplett ignoriert wird, was die Anschaulichkeit der durchaus bedacht ausgewählten Objekte nicht schmälern soll. Ich bin ja gespannt, ob die am 16. März in der Wiener Albertina beginnende Ausstellung des Daponte-Instituts Mozart. Experiment Aufklärung - an dieser habe ich am Rande mitgearbeitet - besser wird.

Sonntag, 5. März 2006

Wien, Leopoldstadt 390

Wien02_0390_ObereAugartenstr2
Wien 2, Obere Augartenstraße 2

Samstag, 4. März 2006

Die Emigration der Spätaufklärer aus Österreich, um 1808 - Teil 3

Zwei weitere der genannten Emigranten, Johann Georg Wiedemann und Franz Xaver Huber waren an gegen die österreichische Regierungspolitik gerichteten Zeitungsprojekten beteiligt: Ersterer war Redakteur der während der Besatzung von 1809 unter französischer Aufsicht erscheinenden Wiener Zeitung1, Franz Xaver Huber, der bereits seit der Regierungszeit Joseph II. gegen die feudale Opposition publizistisch gekämpft hatte, gab 1809 gemeinsam mit dem bayrischen Hofbibliothekar und Schriftsteller Johann Christoph Freiherr von Aretin die von Bayern aus lancierte Zeitschrift Der Morgenbote heraus2, in der der von österreichischen Politikern begonnene Krieg gegen Napoleon als Krieg der Barbarei des Mittelalters gegen die hellen Begriffe des neuen Jahrhunderts, als Krieg der Dummheit und des Übelwollens gegen den Verstand und die Philantropie bezeichnet wurde.3 Friedrich Ludwig Lindner wiederum arbeitete während seiner zeitweisen Wienaufenthalte unter anderem an dem von Joseph von Schreyvogel herausgegebenen Sonntagsblatt mit und wurde gemeinsam mit anderen Mitarbeitern des Sonntagsblatts der Kollaboration mit den französischen Truppen während der Besatzung von 1809 verdächtigt.4 Der ungarische Literat Johann Batsányi, der bereits wegen Teilnahme an der "Jakobinerverschwörung" von Ignaz Joseph von Martinovics zwei Jahre im Spielberger Gefängnis verbringen hatte müssen, hatte 1805 die Schriftstellerin Gabriele von Baumberg geheiratet und war 1809 nach Paris geflüchtet, weil er - vermutlich zu Unrecht - beschuldigt wurde, eine napoleonische Proklamation ins Ungarische übersetzt zu haben; 1815 in Paris verhaftet und nach Österreich ausgeliefert, wurde er nach Linz verbannt.5 Im Gegensatz zu Batsányi kehrte der Statistiker Johann Andreas von Demian in den folgenden Jahrzehnten nicht mehr nach Österreich zurück; in den Rezensionszeitschriften schon vor seiner Auswanderung wegen seiner oft fehlerhaften Kompilationen kritisiert, blieb auch in Wien nicht unbeachtet, dass er in einem 1810 erschienenen Artikel die Auffassung vertrat, die österreichische Monarchie sei in den Vorurteilen des Mittelalters befangen.6

1 Wagner, Karl: Die Wiener Zeitungen und Zeitschriften der Jahre 1808 und 1809, in: Archiv für Österreichische Geschichte 104 (1915) S. 197-401, hier 285 f.; Wurm, Alfred: Die amtliche Pressepolitik während der napoleonischen Besetzung Wiens 1805/09 (An Hand der k. k. privilegierten Wiener Zeitung). Dissertation Universität Wien 1947, S. 89 f.
2 Wagner, Wiener Zeitungen, S. 316-382; Bodi, Leslie: Tauwetter in Wien. Zur Prosa der österreichischen Aufklärung 1781 - 1795. Wien/Köln/Weimar 21995, u. a. S. 296-311, 403-405.
3 Zit. nach Wagner, Zeitungen, S. 359.
4 Ebd., S. 318-320; Allgemeine Deutsche Bibliographie. Leipzig 1875-1912. Bd. 18. Leipzig 1883, S. 703 f.
5 Zu Batsányi (alternativ auch János Bacsány) vgl. Farkas, Margarethe: Gabriele Batsányi geb. Baumberg. Ihr Leben und dichterisches Schaffen. Dissertation Universität Wien 1949, S. 7-15, die neben Briefen u. a. einen Artikel Wertheimers in der Neuen Freien Presse von 1884 (Nr.7194) heranzieht.
6 Zu Demian: Czikann, Johann Jacob Heinrich / Gräffer, Franz (Hrsg.): Oesterreichische National-Encyklopädie. Wien 1835-1837, Bd.1, S. 694 f.; Wurzbach Ritter von Tannenberg, Constantin: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (=Wurzbach) Wien [u. a.] 1856-1891, Bd.3, S. 235-237; Rezension der Zeitschrift Europäische Annales in: Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes, Dezember 1810, S. 490.

Mehr zum Thema: Aspalter, Christian/Tantner, Anton: Ironieverlust und verleugnete Rezeption: Kontroversen um Romantik in Wiener Zeitschriften, in: Aspalter, Christian/Müller-Funk, Wolfgang/Saurer, Edith/Schmidt-Dengler, Wendelin/Tantner, Anton (Hg.): Paradoxien der Romantik. Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft in Wien im frühen 19. Jahrhundert. Wien, Wiener Universitätsverlag, 2006 im Erscheinen, S. 47-120.

Freitag, 3. März 2006

Der Ort des Bureau

Bureau-dAdresse

Paris, Quai du Marché Neuf 8: Hier stand das Bureau d'Adresse des Théophraste Renaudot; eine Gedenktafel erinnert an den Gründer der Gazette de France.

Renaudot-Gedenktafel

Donnerstag, 2. März 2006

Ela Hornung: Warten und Heimkehren

Ela Hornungs Dissertation ist als Buch erschienen und wird am 8.3. präsentiert:
Das Buch widmet sich dem im Mythos 'Penelope und Odysseus' charakterisierten Geschlechterverhältnis, das sich in der Zeit nach 1945 als Chiffre des idealen Verhaltens von Frauen und Männern in zeitgenössischen Diskursen beschrieben findet. Gefragt wird, was diese Bilder - der treu wartenden Frau und des von seinen Kriegsabenteuern heimkehrende Mannes - mit gelebten Eheverhältnissen in und nach dem Zweiten Weltkrieg zu tun hatten. Dies wird anhand einer Fallgeschichte - der Biographie eines Wiener Ehepaares - untersucht.

Buchpräsentation: Mittwoch, 8. März, 18h 1070 Wien, Burggasse 47

Hornung, Ela: Warten und Heimkehren. Eine Ehe während und nach dem zweiten Weltkrieg. (=Kultur als Praxis; Bd. 6). Wien: Turia + Kant, 2005. ISBN 3-85132-385-8, 240 S., EUR 22,-

Erhard Schüttpelz zu Primitivismus und Moderne

Vor einem Jahr war er Visiting Fellow am IFK, heute rezensiert die NZZ seine Habilitationsschrift:

Schüttpelz, Erhard: Die Moderne im Spiegel des Primitiven. Weltliteratur und Ethnologie (1870-1960). München: Fink, 2005.

Mittwoch, 1. März 2006

Bùsqueda Piquetera im La Passerelle

Ab sofort ist das Adresscomptoir in Paris eröffnet, der Stadt des originalen Bureau d'Adresse von Théophraste Renaudot. Gebloggt wird nun für die nächsten Monate aus Belleville.
Und gleich zum Einstieg gibt's den Hinweis auf eine Veranstaltung, die allerdings schon in einer halben Stunde beginnt:
Projection-Débat « Bùsqueda Piquetera » - Documentaire 62 mn -
Autoproduction - France 2005
Film de Jeanne GAGGINI et David PLANQUE
Les manifestations, émeutes et pillages de décembre 2001 ont révélé à la scène internationale la grave crise économique que traverse l’Argentine. Cependant dès le milieu des années 90, les licenciements massifs ont poussé les plus pauvres à s’organiser collectivement pour faire face à la misère. En dehors des structures syndicales ou politiques, apparaissent des mouvements de chômeurs et les premiers « piquetes » blocages de routes. À travers cette nouvelle pratique se développe une forme d’organisation basée sur l’horizontalité et une recherche constante d’autonomie face aux institutions. Tourné en 2003, « Bùsqueda Piquetera » donne la parole aux piqueteros du MTD Solano (Movimiento de trabajadores desocupado). Rencontre – débat avec les réalisateurs après la projection.

Zu sehen im Restaurant La Passerelle, 3 rue Saint-Hubert, 75011 Paris.

Zwei Monate Bacherpark-Besetzung

Zwei Monate besetzen nun schon AnrainerInnen den Bacherpark im 5. Wiener Gemeindebezirk, um gegen den Bau einer so genannten Volksgarage zu protestieren. [ORF-Bericht; Homepage der Bürgerinitiative]
An den Bacherpark habe ich ja meine eigenen beruflichen Erinnerungen, da ich dort im Auftrag der Parkbetreuung vor fast zehn Jahren ein Oral History-Projekt durchgeführt habe, in dem ich die älteren ParkbesucherInnen nach ihren Kindheitserinnerungen befragt habe. Ich musste mir zunächst mal allerhand rassistischen Schrott und Klagen über die migrantischen Kinder und Jugendlichen, die mangels andere Alternativen und angesichts von Substandardwohnungen im Park spielten, anhören, bevor die PensionistInnen dann ihre eigenen Kindheits- und Jugendstreiche erzählten.
Ergebnis des Projekts war die Broschüre "Parkgeschichten", deren Inhaltsverzeichnis ich vor einiger Zeit ins Netz gestellt habe. Die Broschüre beschäftigt sich u.a. mit dem Bacherpark, dem Einsiedlerpark sowie dem heute gänzlich vergessenen Rosenpark (offiziell Herweghpark), der mittlerweile ein bescheidenes Dasein als Parkplatz zwischen zwei Fahrbahnstreifen führt. Vielleicht scanne ich eines Tages den Rest der Publikation ein, damit sie vollständig in digitaler Form verfügbar ist.

Ilona Schachhuber/Anton Tantner: Parkgeschichten. Wien: Verein "Spiel mit New Games", 1998.

Dienstag, 28. Februar 2006

Neuerscheinung von Dario Azzellini zu Venezuela

Im Mai wird ein Buch von Dario Azzellini zu Venezuela erscheinen; die Ankündigung lautet wie folgt:
Kaum ein anderes internationales Thema wird so kontrovers diskutiert wie Venezuela: Ist Hugo Chávez ein Populist oder ein Revolutionär? Abkehr vom Neoliberalismus oder Modernisierung? Tiefgreifende Veränderung oder bloß erdölfinanzierte Sozialprogramme?
Dario Azzellini beschreibt und analysiert in Venezuela bolivariana die ersten sieben Jahre des mit der Wahl von Chávez zum Präsidenten eingeleiteten Transformationsprozesses. Der Autor legt die gesellschaftlichen Reformen dar und widmet sich den Basisbewegungen. Er geht auf die Entwicklung Venezuelas seit 1958 ein, die schließlich in der Wahl von Chávez mündete. Die wichtigsten Etappen der vergangenen Jahre, der verfassungsgebende Prozess, der Putsch, der Unternehmerstreik, das Abwahlreferendum und die Wahlen werden ebenso behandelt wie die Gewerkschaften und Kämpfe um Selbstverwaltung in Betrieben, die Bauernbewegungen und die Landfrage, Rassismus, Medien, Frauenpolitik, Umweltpolitik und die indigenen Rechte. Die Untersuchung der ökonomischen Entwicklung und der Versuche, die Wirtschaftsstruktur zu verändern, sowie der internationalen Politik Venezuelas und der Destabilisierungspolitik der USA runden das Bild ab. Durch die Mischung aus Reportagen, Interviews und vertiefenden Texten entsteht ein fundierter, wie auch lebendiger Eindruck der Veränderungen in Venezuela. Ein wichtiger Beitrag gegen die vorherrschende Desinformation.


Azzellini, Dario: Venezuela Bolivariana - Revolution des 21. Jahrhunderts? Karlsruhe: Neuer ISP Verlag, erscheint Anfang Mai 2006. [via Newsletter von Dario Azzellini]

Montag, 27. Februar 2006

Die Emigration der Spätaufklärer aus Österreich, um 1808 - Teil 2: Josef August Schultes

Von den Gelehrten, die um 1808 Österreich verlassen, soll im Folgenden insbesondere Josef August Schultes (1773 - 1831) kurz charakterisiert werden:
Schultes hatte in Wien beim Mediziner Johann Peter Frank promoviert und war vor allem als Botaniker und Reiseschriftsteller bekannt geworden, als er 1802 die Rezensionszeitschrift Annalen der österreichischen Literatur und Kunst mitgründete und bis 1805 auch leitete. 1806 übernahm er eine Professur für Chemie und Botanik an der Universität Krakau, im Jahr darauf verließ er Österreich und wurde im damals zu Bayern gehörigen Innsbruck Professor für Botanik. Wegen seiner pronapoleonischen Haltung im Tiroler Aufstand 1809 verhaftet und gemeinsam mit anderen bayrischen Beamten nach Ungarn deportiert, wurde er nach seiner Freilassung Professor für Naturgeschichte und Botanik an der Universität Landshut. Dort besorgte er eine neue Ausgabe von Linnés Systema vegetabilium und kämpfte wie schon zur Zeit seiner Herausgeberschaft der Annalen gegen die auch in Landshut stark vertretene Romantik, indem er unter anderem erfolgreich die Berufung von Johann Nepomuk von Ringseis zum Professor für Medizin an die Universität Landshut verhinderte. Ringseis revanchierte sich, indem er die 1826 erfolgte Verlegung der Universität von Landshut nach München mitbetrieb; Schultes blieb in Landshut bis zu seinem Tod nur mehr die Leitung der chirurgischen Schule überlassen.1
Schultes Reiseberichte beinhalteten zwar in romantischer Manier gehaltene Landschaftsschilderungen, zugleich benutzte er aber diese Gattung für entschieden aufklärerische und antiklerikale Kritik an Missständen in den von ihm durchreisten Landstrichen. In seiner in Briefform gehaltenen Beschreibung Galiziens beschäftigte sich Schultes mit den ökonomischen Ursachen der von ihm abgelehnten Branntweinproduktion genauso wie mit der aus seiner Sicht absolut untragbaren hygienischen Lage der polnischen Bauern. Deren Charakterisierung als sich im Kothe wälzende, in einem Chaos von Dörfern wohnende Landbevölkerung, die sich ihre Haare nie auskämmen und die Kinder am Schulbesuch hindern würde2, stand in einer langen Tradition, die keineswegs auf Galizien beschränkt war: Bereits die theresianischen Offiziere hatten in den von ihnen verfassten politischen Anmerkungen zur Seelenkonskription von 1770/72 die bäuerliche Bevölkerung der von ihnen erfassten Gebiete in ähnlichen Begriffen beschrieben und als tierhaft dargestellt, mit dem Ziel, aufklärerische Reformen anzustoßen.3 Im Gegensatz zu dem in den Annalen wegen seiner antijüdischen Haltung kritisierten Joseph Rohrer, der die jüdische Bevölkerung als schädlich für Galizien betrachtete4, differenzierte Schultes zwischen der städtischen und der ländlichen jüdischen Bevölkerung und betonte, dass insbesonders letztere die Einzigen seien, die in ländlichen Gegenden für die Verbreitung der Industrie sorgten. Die Klassifizierung der Juden nach dem Kriterium ihrer Nützlichkeit für den Staat wurde von ihm damit nicht in Frage gestellt, und beim Vergleich zwischen jüdischer und nichtjüdischer polnischer Bevölkerung hielt Schultes es für angebracht, als Argument für die Juden die polnischen Bauern zumindest physiognomisch auf eine Stufe mit Affen zu stellen: Vergleichen Sie weiter die Gesichtsbildung der pohlnischen Juden mit den Bauern von Galizien, und Sie werden sehen, dass das einen Menschen mit einem Orang-Outang zusammenstellen heisst.5

1 Zu Schultes vgl. Czikann, Johann Jacob Heinrich / Gräffer, Franz (Hg.): Oesterreichische National-Encyklopädie. Wien 1835-1837. Bd.4. Wien 1836, S. 605 f.; Wurzbach Ritter von Tannenberg, Constantin: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich (=Wurzbach) Wien [u. a.] 1856-1891. Bd.32. Wien [u. a.] 1876, S. 171-177; Meißnitzer, Alois: Die Annalen der österreichischen Literatur. Eine Monographie. Dissertation Universität Wien 1935, S. 38-42; Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hg.): Österreichisches Biographisches Lexikon 1815 - 1950 (=ÖBL) Wien 1956 ff., Bd.11. Wien 1999, S. 338 f.; Sutner, Gotelinde: Josef August Schultes (1773-1831). Medizinische und naturwissenschaftliche Beobachtungen in seinen Reisebeschreibungen (=Schriftenreihe der Münchener Vereinigung für Geschichte der Medizin e. V. 20) Gräfeling 1987; zu Ringseis: Bautz, Friedrich Wilhelm / Bautz, Traugott (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Herzberg 1975-2002. Bd.8. Herzberg 1994, Sp. 380-384.

2 Schultes, Josef August: Ueber die Art in Galizien zu reisen, mit Bemerkungen über den Charakter der Einwohner dieses Landes. (An den Herrn Jos. Köderl. Brief des Hrn. Drs. Schultes, Prof. der Chymie und Botanik an der Universität zu Krakau), in: Neue Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserthumes, Intelligenzblatt, September 1807, Sp. 97-116. Branntweinproduktion: Sp. 100-104; Kot: Sp. 101, Chaos: Sp. 102, Haare: Sp. 101, Schulbesuch: Sp. 103f.; vgl. auch seinen Beitrag im Intelligenzblatt der Annalen vom März 1807, Sp. 97-110.

3 Vgl. z.B. die politischen Anmerkungen für Niederösterreich: Hochedlinger, Michael / Tantner, Anton (Hg.): "der größte Teil der Untertanen lebt elend und mühselig". Die Berichte des Hofkriegsrates zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Habsburgermonarchie 1770 - 1771. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; Sonderband Nr.8). Innsbruck u.a. 2005, S. 98-121.

4 Siehe die Rezension seines Reiseberichts in: Annalen, Februar 1805, S. 107. Vgl. auch die Rezension seines 1804 erschienenen "Versuches über die jüdischen Bewohner der österreichischen Monarchie" in: Annalen, Dezember 1808, S. 252-256.

5 Schultes, Brief an Köderl, Annalen, Intelligenzblatt, September 1807, Sp. 105-107, Zitat Sp. 106.

Mehr zum Thema: Aspalter, Christian/Tantner, Anton: Ironieverlust und verleugnete Rezeption: Kontroversen um Romantik in Wiener Zeitschriften, in: Aspalter, Christian/Müller-Funk, Wolfgang/Saurer, Edith/Schmidt-Dengler, Wendelin/Tantner, Anton (Hg.): Paradoxien der Romantik. Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft in Wien im frühen 19. Jahrhundert. Wien, Wiener Universitätsverlag, 2006 im Erscheinen, S. 47-120.