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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
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adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Donnerstag, 29. November 2007

Köln 4711: Es waren doch nicht französische Truppen!

Auf den hier angezeigten Artikel Oliver Hochadels in der Berner Zeitung gab es eine Reaktion, die auf wichtige Präzisierungen zu einer der bekanntesten Hausnummer, nämlich Köln 4711 hinweist. Die entsprechende Info stammt vom Stadtarchiv Köln:

Hausnummern in Köln
Woher stammt bzw. wie entstand die Hausnummer 4711?
Die Stadt Köln hat bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. mehrmals den Versuch unternommen, Hausnummern einzuführen. Eine erste Hausnummerierung kam während der Einquartierung französischer Truppen im Siebenjährigen Krieg zustande. Nach einer Kostenaufstellung von 1760/61 hatte die Stadt 5300 Blechschilder zur Nummerierung der Häuser anfertigen lassen.[ 1 ] Die Häuser waren jeweils in den acht mit A - H bezeichneten Kolonelschaften, in die die Stadt seit 1583 eingeteilt war, durchnummeriert. Dies zeigen Urteile des städtischen Fiskalgerichts aus den Jahren 1767-1784, durch die leerstehende Häusern der Stadt übereignet worden sind, so z.B. Buschgasse Nr. 178, Kattenbug Nr. 629, Kostgasse Nr. 697, Unter Pöster (Auf dem Ufer) Litera D Nr. 80, Schaafenstraße Nr. 746 und 747, Weidengasse Nr. 33.[ 2 ] Noch am 19. Juli 1794 wurde das Haus Kostgasse Nr. 697 im Schreinsbuch eingetragen.[ 3 ] Im Jahre 1782 beschloß der Rat erneut eine Häusernummerierung, mit deren Durchführung die Wachtkommission beauftragt wurde. [ 4 ] Sie wies darauf hin, daß eine solche Maßnahme selbst für „kleine Flecken“, namentlich aber für große Städte nützlich sei, und schlug vor, die Bürger sollten die Nummern mit Ölfarbe an die Häuser malen. Wiederum sollten die Häuser nach den Kolonelschaften durchgezählt werden. Unsicher ist, ob diese Nummerierung ausgeführt wurde. Die Wachtkommission hat jedoch seit 1784 für ihre Rechnungsbücher sämtliche Häuser einer Fahne, der Unterabteilung der Kolonelschaft, durchnummeriert und dabei auch die geistlichen und der leerstehenden Häuser berücksichtigt.[ 5 ] Eine Bürgerbestandsaufnahme, mit der am 16. Februar 1789 die Mittwochsrentkammer beauftragt wurde,[ 6 ] sollte die Grundlage für einen weiteren Versuch bilden, der wohl auch erfolglos blieb. Erst als die Franzosen 1794 kurz vor Köln standen, sah der Rat höchste Eile geboten. Drei Tage vor dem Einmarsch schlug die Wachtkommission am 3. Oktober 1794 vor, die gebotenen Gegenmaßnahmen auf der Grundlage der Häusernummerierung zu organisieren.[ 7 ] Der Auftrag an die Wachtkommission erfolgte am 7. Oktober.[ 8 ] Sie legte bei der alsbaldigen Durchführung ihre ältere fahnenweise Nummerierung zugrunde, zählte jetzt aber sämtliche Häuser der Stadt in der Reihenfolge der Kolonelschaften durch. Am 20. Oktober notierte der Ratsverwandte Gottfried von Gall in seinem Tagebuch, daß man mit der vor acht Tagen begonnenen Nummerierung und Litterierung der Häuser fortfahre,[ 9 ] und Heinrich Joseph Metternich, der Verleger des ältesten Kölner Adressbuches von 1795, spricht in seiner am 1. Dezember 1794 vom Rat behandelten Eingabe[ 10 ] davon, die Nummerierung sei inzwischen erfolgt. Das Haus in der Glockengasse, damals im Besitz der Witwe des Wilhelm von Lemmen, erhielt die Nummer 4711.[ 11 ] Erst im Adreßbuch von 1797 wird Wilhelm Mülhens als Eigentümer genannt. Als Berufsbezeichnung ist angegeben: „in Speculationsgeschaeften“; unter den Herstellern von Kölnisch Wasser wird er noch nicht aufgeführt. Die fortlaufende Nummerierung wurde 1811 auf eine straßenweise Nummerierung umgestellt. Im Vorwort des ersten danach erschienenen Adressbuches von 1813 behauptet der Verleger Thiriart, vor Ankunft der Franzosen habe es in Köln keine Hausnummerierung gegeben. Hier beginnt die Legendenbildung.

[ 1 ] HAStK, Best. 33 (Militaria) Siebenjähriger Krieg, X 4, Bl. 198.
[ 2 ] HAStK, Bestand 30 (Verf. u. Verw.), N 1374, Bl. 34, 40, 52, 59-66, 71, 85-90.
[ 3 ] HAStK, Bestand 101 (Schreinsbücher) Nr. 431, Bl. 56r.
[ 4 ] HAStK, Bestand 10 (Ratsprotokolle) Nr. 229, Bl. 91 und 168v-169r.
[ 5 ] HAStK, Bestand 70 (Rechnungen) Nr. 1348-1353, 1353A, 1355-1359; Bestand 30 (Verf.u.Verw.) N 673.
[ 6 ] HAStK, Bestand 70 (Rechnungen) Nr. 139, Blatt 56r.
[ 7 ] HAStK, Bestand 10 (Ratsprotokolle) Nr. 241 Bl. 216v.
[ 8 ] HAStK, Bestand 10 (Ratsprotokolle) Nr. 241 Bl. 225r.
[ 9 ] HAStK, Bestand 7030 (Chron.u.Darst.) Nr. 175 Bl. 71v.
[ 10 ] HAStK, Bestand 350 (Franz. Verw.) Nr. 306, Blatt 3-6.
[ 11 ] Adresse-Kalender der Stadt Köln, 1795.