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Dienstag, 4. Juli 2006

Heute: kein Jahrestag des Bureau d'Adresse

Jetzt also auch der Standard, eine APA-Meldung aufgreifend (in der heutigen Printausgabe vom Standard, S.10 nochmals falscher, nämlich mit der vollkommen unsinnigen Jahresangabe 1683). Also liebe JournalistInnen, wenn Sie in irgendeiner der Was-geschah-alles-an-diesem-und-jenen-Tag-Hilfestellungen den Hinweis darauf finden, dass ein Ihnen vermutlich unbekannter Théophraste Renaudot am 4. Juli 1631 das erste private Arbeitsvermittlungsbüro gegründet hätte, dann korrigieren Sie das bitte: Wie bereits erwähnt, wurde das Bureau d'Adresse vermutlich Ende März/Anfang April 1630 gegründet (komplizierte Angelegenheit das ganze, gibt es doch seit 1612 Patente, die die Installation eines solchen Büros ermöglichen; bis es dann aber effektiv soweit war, sollte noch viel Zeit vergehen); das Datum 4. Juli 1631 trägt nur die erste *datierte* Ausgabe der von Renaudot herausgegebenen Zeitung Gazette (letzte Seite mit Datumsangabe dieser Ausgabe bei Gallica), deren erste (undatierte) Nummer laut Howard M. Solomon (Public Welfare, Science and Propaganda in seventeenth Century France: The Innovations of Théophraste Renaudot, Princeton: Princetn UP, 1972, S.113) am 30. Mai 1631 erschien. Die Gazette erschien zwar mit der Ortsangabe Du Bureau d'Adresse, hat aber mit der Arbeitsvermittlungsfunktion dieser Einrichtung nichts zu tun, da darin nur politische Nachrichten gedruckt wurden. Stellengesuche veröffentlichte dann erst 1633 das eher sporadisch erscheinende Feuille du Bureau d'Adresse.

Vermessen, Zählen, Berechnen

behrisch Im Mai erschienen, mit einem Beitrag von mir zur Parzellierung des Raums in der Seelenkonskription. Leider darf ich meinen Artikel laut Verlag erst in zwei Jahren im Netz veröffentlichen, wer ihn wirklich will (ist im übrigen in leicht modifizierter Form auch in der Diss vorhanden), kann ihn aber per E-Mail bei mir urgieren.

Behrisch, Lars (Hg.): Vermessen, Zählen, Berechnen. Die politische Ordnung des Raums im 18. Jahrhundert. Frankfurt am Main/New York: Campus, 2006. (=Historische Politikforschung; 6).

Maße und Zahlen wurden im 18. Jahrhundert zu zentralen Kategorien der Wirklichkeit: Fürsten, Beamte und Gelehrte erfassten Flächen und Territorien in Zahlen, begriffen aber auch wirtschaftliche Ressourcen und die Bevölkerung immer mehr als berechenbare Einheiten. Dies führte zu einer neuen Wahrnehmung des politischen Raums. Die Autoren des Bandes untersuchen diese Entwicklung im europäischen Vergleich und liefern damit einen Beitrag zur Kulturgeschichte von Herrschaft und Verwaltung.

Inhaltsverzeichnis:

Vermessen, Zählen, Berechnen des Raums im 18. Jahrhundert (7-25)
Lars Behrisch

Vermessen und Abbilden des russländischen Raumes nach der kulturellen Revolution Peters des Großen (27-44)
Martin Aust

Der Raum als 'genähte' Einheit: Venezianische Grenzen im 18. Jahrhundert (45-64)
Achim Landwehr

Marschall Vauban und die absolute Raumvorstellung (65-74)
David Bitterling

Seelenkonskription und Parzellierung in der Habsburgermonarchie (75-94)
Anton Tantner

Zahlen machen Räume: Landwirtschaftsstatistik und Raumwahrnehmung in der Grafschaft Lippe im späten 18. Jahrhundert (95-130)
Lars Behrisch

Vom Raum der Verwaltung zum Raum des Gelehrten: Il Governo della Toscana sotto il Regno di Sua Maestà il Re Leopoldo II (1790) (131-149)
Christine Lebeau

Ästhetische Zahlen: Goethes Schweizer Reisen (151-177)
Matthias Buschmeier, Christian Fieseler