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Sonntag, 8. Januar 2006

Joseph Roth und die fehlenden Hausnummern

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts fehlen in manchen Gegenden an den Rändern der Habsburgermonarchie die Hausnummern. Dies berichtet Joseph Roth in seinem Roman Radetzkymarsch, dessen Protagonist Carl Joseph von Trotta, als er wenige Jahre vor dem 1. Weltkrieg in einer Garnisonsstadt nahe der russischen Grenze einquartiert wird, folgendes erkennen muss: Die Gassen hatten keine Namen und die Häuschen keine Nummern, und wer hierorts nach einem bestimmten Ziel fragte, richtete sich nach dem Ungefähr, das man ihm bezeichnet hatte. Der wohnte hinter der Kirche, jener gegenüber dem städtischen Gefängnis, der dritte rechter Hand vom Bezirksgericht. Man lebte wie im Dorf.

Roth, Joseph: Radetzkymarsch. Hamburg: rororo 222, 1957, S. 97.

Kleines Update: Vorbild für Roths namenlose Stadt ist Brody, was u.a. aus der Dissertation von Börries Kuzmany (u.a. S.320) hervorgeht:
Kuzmany, Börries: Die Stadt Brody im langen 19. Jahrhundert. Eine Misserfolgsgeschichte? Dissertation an der Universität Wien, 2008. <Volltext>
Nochmaliges Update: Kuzmany ist übrigens der Ansicht, dass es in Brody sehr wohl Hausnummern gab und Roth wie auch an anderen Stellen die Peripherität überbetont.