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Wehler und die Rattenfänger

Gestern Michel Foucault, heute Oskar Lafontaine: Dies sind die Namen des Bösen, die heimtückischen Verführer, zumindest nach Hans Ulrich Wehler, der beide mit dem Prädikat Rattenfänger ausgezeichnet hat.
Interessant ist allerdings ein gewichtiger Unterschied: Bei Foucault war der Rattenfänger noch unter Anführungszeichen, bei Lafontaine sind diese verschwunden. Ist Foucault für Wehler also nur ein uneigentlicher, ein so genannter Rattenfänger und Lafontaine der tatsächliche, authentische? Und wer schreibt die Geschichte der Verwendung der Rattenfänger-Metapher?

Wehler, Hans Ulrich: Die Herausforderung der Kulturgeschichte. München: Beck, 1998, S. 91. (ist Foucault ein intellektuell unredlicher, empirisch absolut unzuverlässiger, kryptonormativistischer "Rattenfänger" für die Postmoderne.)

Wehler, Hans Ulrich: Wird Berlin doch noch Weimar? in: Die Zeit, Nr.28/2007, 5.7.2007, S. 5. (mit Lafontaine als neuem Rattenfänger an der Spitze)
Gregor Keuschnig - 2007/07/08 12:32

Ich halte den Begriff des "Rattenfängers" für problematisch. Wenn ich Lafontaine so bezeichne, so sind logischerweise die Lafontaine-Wähler Ratten. Derart apostrophiert, betreibt man eine dauerhafte Stigmatisierung, ja unflätige Beleidigung.

adresscomptoir - 2007/07/08 13:28

genauso ist es.
versuch4 - 2007/07/08 21:22

Das stimmt. Leider lässt sich ein Trend hin zur Verwendung derartiger hochproblematischer Bezeichnungen beobachten (so meine ich).

Auch Lafontaine macht mit: In der Juli-Ausgabe des Konkret findet sich eine sehr gute Kritik Lafontaines (bzgl. seiner nationalistischen Haltung gegenüber 'Fremdarbeitern'); dort findet sich auch ein Foto: Lafontaine hält eine Rede vor einem Transparent, auf welchem mittels Insektenspray 'Börsenungeziefer' 'beseitigt' wird. Auch Münteferings 'Heuschrecken'-Aussage ist zu nennen.

Die Verknüpfung von 'Finanz' und 'Ungeziefer' ist altbekannt. (Und entsprechend konnotiert - es fehlt nur noch 'der Jude'.)

Klingt schon ein bisschen nach Weimarer Republik. Leider.