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Montag, 23. Juli 2007

Serendipity in Leibniz’ Notizamt, ca 1712/1713

Immer wieder schlägt Leibniz in seinen Denkschriften die Errichtung eines Adressbüros vor, zuletzt um 1712/1713, als er für die Habsburger-Monarchie eine Akademie der Wissenschaften entwirft; mit dieser verbunden soll ein bisher in Teutschland unbekandte[s] Notiz-Am[t] geschaffen werden, welches die Franzosen bureau d’adresse, die Engländer house of intelligence nennen. In einer solchen Anstalt bekommen die leute, die einander von nöthen haben, von einander kundschafft. (...) Einer will etwas verkauffen, vermiethen, verpachten, verpfänden, benachrichtigen, lehren, arbeiten, verrichten, der andere will etwas erhandeln miethen oder pachten, auslehnen, erfahren, lernen, lassen machen oder verrichten; beyde geben sich an bey dem Notiz-Amt, lassen alda ihr verlangen einschreiben und aufzeichnen, gegen ein geringes. Und ersehen sich auch wohl nach belieben in dem das bereits eingezeichnet worden, gegen eine gewisse erkentlichkeit.
Und nun kommt Serendipity ins Spiel, das heisst die Kunst, etwas zu finden, was man ursprünglich gar nicht gesucht hat: Dadurch findet offt einer was er suchet, bekomt auch offt gelegenheit etwas zu suchen und zu verlangen, darauff er sonst nicht gedacht hätte; und ein ander macht, daß man ihn und das seinige finden könne.

LEIBNIZ, Gottfried Wilhelm: Errichtung eines Notiz-Amtes/Création d’un bureau d’adresse, in: Ders.: Oeuvres. 7. Band: Leibniz et les Académies. Leibniz et Pierre le Grand. (Hg. von FOUCHER de CAREIL, A.). Paris: Didot, 1875, S. 358-366, hier 358 f. [verfügbar über Google Books (Proxy!)]