User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Kommentare

Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

Archiv

Januar 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Status

Online seit 7517 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2026/01/02 14:03

Credits

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Montag, 29. Januar 2007

Johann Friedrich Schütz - Vorschlag für ein Intelligenz- und AdreßKomtoir in Lemberg, 1782

Der Betreff der Signatur V.G.3. des Bestands Hofkanzlei im Österreichischen Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv klingt vielversprechend: Handelsbörsen, Zeitungen, Intelligenzwesen. Bestellt man dann den Karton Nr. 1857, in dem sich die Akten zu dieser Signatur befinden, wird man schnell desillusioniert: Abgelegt ist darunter nur ein schmaler Akt, und der ist noch dazu seit dem Justizpalastbrand von 1927 ziemlich angekohlt, wenn auch der Großteil des Inhalts rekonstruierbar und durchaus aufschlussreich ist.
Es handelt sich dabei um ein mit Wien, 12. Juli 1782 datiertes Ansuchen eines Johann Friedrich Schütz, in der galizischen Landeshauptstadt Lemberg ein im Aktenbetreff auch als Frag- und Anzeigamt bezeichnetes Intelligenz- und AdreßKomtoir einzurichten. Schütz berichtet darin, dass er dem Gubernium in Lemberg bereits unterm 16. April 1782 diese Bitte eingereicht habe und verweist auf das Vorbild des Brünner Zeitungsblatts - in Brünn gab es bereits seit 1751 ein unter Aufsicht der mährischen Lehensbank errichtetes Frag- und Kundschaftsamt, das die Brünner Zeitung der kaiserl.-königl. privileg. Mährischen Lehenbank herausgab -, dem er nacheifern möchte. In erster Linie soll Schützens Intelligenz- und AdreßKomtoir als Herausgeber eines Intelligenzblattes fungieren, für das der Bittsteller um Postfreyheit ansucht. Nützlich und notwendig sei ein solches, denn da in allen Fällen ein Mensch den andern braucht, so muß auch ein Mittel seyn, wie einer den anderen seine Bedürfniße bekannt macht, ohne welche sie in Kummer und Noth bleiben würden. Wenn einer bisher ein Gut kaufen oder pachten habe wollen, habe ihn bisher oft die Entfernung des Orts oder Mangel an Gelegenheit die nötige Kundschaft einziehen zu können, daran verhindert. Habe einer Kapital zu verleihen gesucht, sei dies nur jenen leicht gefallen, die eine ausgebreitete Bekanntschaft haben, oder es sich leisten könnten, eine kostbare Korrespondenz zu führen oder Kommissäre zu halten. Auch Versteigerungen - so genannte Licitationen - ließen sich mittels Intelligenzblatt besser ankündigen, denn die bisherige Praxis, auf diese mittels Drommelschlag und verstekte Affichen aufmerksam zu machen, habe in der Stadt nur sehr wenig, in den übrigen Orten des Landes aber gar nichts [be]wirket.
Der Nutzen eines solchen Blatts sei somit einleuchtend, und daher solle es wöchentlich auf deutsch und polnisch herausgegeben werden; an Inhalten sollen die für Intelligenzblätter üblichen Punkte veröffentlicht werden: So soll es obrigkeitliche Verordnungen enthalten, weswegen das Gubernium die einzelnen Ämter zu beauftragen habe, diese an das Adresscomptoir mitzuteilen; Kauf- und Verkaufsanzeigen von beweglichen und unbeweglichen Gütern sollen genauso gedruckt werden wie Verlust- und Fundmeldungen sowie Tauf-, Trau- und Sterbeanzeigen. Weiters sollen in einem Anhang verschiedene Versuche, Erfahrungen und Entdekungen in der Landwirtschaft hierländiger und auswärtiger gründlicher Männer enthalten sein; überhaupt solle alles, was auf die Beförderung des Nahrungsstandes und der Gewerbe Einfluß hab[e], eingerückt werden. - [K]urz es wird gewiß dafür gesorgt werden, daß das vorhergehende Blatt, durch seinen interessanten Inhalt immer das folgende empfehle. Der Preis sei mit jährlich sechs Kaisergulden festgelegt, als Abnehmer des Blatts werden vor allem der hohe Adel sowie Güterbesitzer in Erwägung gezogen.
Das Intelligenz- und AdreßKomtoir soll sich aber nach Schütz nicht alleine auf die Funktion eines Zeitungsverlags beschränken; es soll eine darüber hinaus gehende Aufgabe bekommen, nämlich die eines Meldeamtes: Der Wohnort und die Namen der in Lemberg ankommenden Fremden, die sich bislang bei der Polizeidirektion gemeldet hätten, solle täglich dem Frag und AnzeigAmt mitgeteilt werden. Dies sei zum Nutzen der Sicherheit des Publikums, da es ansonsten sehr mühsam sei, die Wohnung seines Schuldners (...) auf[zu]suchen, noch dazu, da verschiedene Fremde aus allerley Absichten, besonders um ihren Gläubigern auszuweichen, ihre Wohnung sehr oft verändern. Zur Sicherstellung dieser Maßnahme müssten alle Hauseigentümer unter Androhung einer Strafe jeden bei ihnen aus- und einziehenden Fremden angeben. - Die hier vorgeschlagene Meldeamtsfunktion erinnert an eine der Aufgaben des ersten aller Intelligenz- und Adresscomptoirs, des von Théophraste Renaudot 1630 in Paris eingerichtetem bureau d’adresse: Gemäß einer 1639 erlassenen Verordnung mußten sich bei diesem alle in Paris neu eintreffenden Fremden melden, was in erster Linie dazu dienen sollte, diesen Arbeit zu vermitteln. Letztere Funktion - eine Maßnahme zur Armutsbekämpfung - ist im Lemberger Fall verschwunden; es bleibt die Aufgabe der polizeilichen Überwachung.

Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Bestand Hofkanzlei, Akten Kt. 1857 (V.G.3.): Ansuchen Johann Friedrich Schütz an seine Majestät, Wien 12.7.1782.

Sonntag, 28. Januar 2007

Homepage und Weblog von Doris Bachmann-Medick

Die Kultur- und Literaturwissenschafterin Doris Bachmann-Medick betreibt auf ihrer Homepage auch ein Weblog, wenn auch mit eher zurückhaltender Beitragsdichte.

Samstag, 27. Januar 2007

Interview mit Peter Gente vom Merve-Verlag

Merve war einer der ersten Verlage im deutschprachigen Raum, der Foucault, Deleuze und Guattari in Übersetzungen bekannt machte. Mitbegründer Peter Gente, der sich nun aus dem Verlagsgeschäft zurückzieht, blickt in einem Interview in der taz zurück.

Freitag, 26. Januar 2007

Marie Jahoda vor 100 Jahren geboren

Die Sozialwissenschafterin Marie Jahoda (1907-2001) wurde vor 100 Jahren geboren, was nur hier für einen Anlass zur Berichterstattung wurde.

Donnerstag, 25. Januar 2007

Geschichtswissenschaftliche Weblogs

Langsam werden sie mehr, die geschichtswissenschaftlichen Weblogs in der deutschsprachigen Blogosphäre: Soeben hat Wladimir Fischer auf Kakanien WieHN-RAUM eröffnet, ein Weblog, das die Diskussionsreihe »Handlungsmöglichkeiten in der Großstadt – Wien um 1900« begleitet, seinen Fokus aber auch darüber hinaus richtet. Ebenfalls ganz frisch ist das bezüglich seiner AutorInnenschaft sich etwas verschlossen gebende arcana.twoday.net - geschichte.quelle.lektüre und dann gibt es nun auch noch history.twoday.net - Blog einer Geschichtestudentin, das seinen "Sitz" anscheinend in Dresden hat.

Mittwoch, 24. Januar 2007

Frontex

Über die EU-Grenzschutzagentur Frontex, deren Aufgabe die militärische Abwehr von Flüchtlingen ist, berichtet die Jungle World (bei Zielseite unten auf Zur Jungle-World klicken). Diese Einrichtung zum Schutz europäischen Reichtums und Lebenstandards ist durchaus effizient: Allein in der Nähe der Kanarischen Inseln sind unter den Augen der Frontex-Beamten 6 000 Menschen im vorigen Jahr ums Leben gekommen.

August Ludwig Schlözer im Historicum

Sehr fein: Historicum porträtiert in seiner Reihe Klassiker der Geschichtswissenschaft den aufklärerischen Historiker und Statistiker August Ludwig (von) Schlözer, dessen Briefwechsel meist historischen und politischen Inhalts u.a. Ergebnisse habsburgischer Volkszählungen veröffentlichte.

Dienstag, 23. Januar 2007

Gmünd in Kärnten, 36

gmuendinkaernten_36

Gmünd in Kärnten, 36

Montag, 22. Januar 2007

Diplomarbeit zu "Schlurfs" als Book on Demand erhältlich

tantner-Schlurfs Da auf die PDF-Version im Monat mehr als hundertmal zugegriffen wird, habe ich mich dazu entschlossen, meine Diplomarbeit „Schlurfs“. Annäherungen an einen subkulturellen Stil Wiener Arbeiterjugendlicher auch als Book on Demand zur Verfügung zu stellen, Lulu macht's möglich. Neu hinzugekommen ist ein Vorwort, ansonsten ist die Seitenkonkordanz zur ursprünglichen Version sichergestellt; die PDF-Version bleibt selbstredend weiter zugänglich. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, das Buch zu bestellen, gibt es unter http://www.lulu.com/content/558765. Die Kosten belaufen sich auf 15 Euro (inklusive Versand sollte der Betrag unter 20 Euro ausmachen), irgendwann in den nächsten Wochen sollte das ganze auch per Amazon und internationalem Buchhandel bestellbar sein, vermutlich allerdings zu einem etwas höherem Preis.


Tantner, Anton: „Schlurfs“. Annäherungen an einen subkulturellen Stil Wiener Arbeiterjugendlicher. Morrisville: Lulu, 2007. ISBN 978-1-84753-063-9 [Bestellinfo]

Sonntag, 21. Januar 2007

Standard zu Canfora

Mit ziemlicher Verspätung hat nun auch Der Standard Luciano Canforas Kurze Geschichte der Demokratie entdeckt (mehr hier) und bringt eine durchaus wohlwollende Rezension. Zuletzt wurde Canfora ja auch im Freitag rezensiert, was postwendend zu einer Replik führte.

Canfora, Luciano: Kurze Geschichte der Demokratie. Von Athen bis zur EU. Köln: PapyRossa, 2006.

Samstag, 20. Januar 2007

Institutional Review Blog

Ein Hinweis von der Library Mistress: Zachary M. Schlag ist assistant professor an der George Mason University und hat sich u.a. mit der Geschichte der Washingtoner U-Bahn beschäftigt. Vor ein paar Wochen hat er das Institutional Review Blog gestartet, das sich kritisch mit den Praktiken von institutional review boards im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften auseinandersetzt. Derlei Einrichtungen sind an US-Unis für ethische Belange von Forschungsprojekten zuständig und erteilen manchmal eher seltsam anmutende Auflagen, wie z.B. bei Oral History-Projekten die Zerstörung der Tonaufnahmen, um die Interviewten zu schützen.