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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Samstag, 20. Dezember 2008

Vom Wimmeln des Volks beim Zeitungsamt, Wien 1778

Vor kurzem wies Gerhard Ammerer in einem Artikel für das Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts wieder einmal darauf hin, was für einen Run es in Wien Ende der 1780er Jahre auf die Extrabeilagen der Wiener Zeitung gab, die über den von Joseph II. betriebenen Krieg gegen das Osmanische Reich berichteten. Ammerer zitiert aus einer 1788 erschienenen Broschüre Johann Rautenstrauchs: Ungeduldig harren nun die Bürger Wiens aus allen Klassen und Ständen [...] Tausende fragen schon Vormittags im Komtoir, ob eine Beylage erscheinen wird. (S.67)

Bereits 10 Jahre zuvor hatte ein anderer Krieg - der Bayerische Erbfolgekrieg - einen ähnlichen Ansturm ausgelöst, wie die Brünner Zeitung in ihrer Ausgabe vom 29.1.1778 berichtet:
Wien, den 25 Jan. [Absatz] Sie hätten am 21 dieses sehen sollen, was das für ein Gedränge unter den Leuten war, als des Abends das hiesige Diarium ausgegeben wurde. Dieß geschah erst um 7 Uhr. Was ist das für ein Auflauf, würden Sie gesagt haben. Man wußte nämlich, daß den gewöhnlichen Zeitungsblättern auch die Kaiserlichen und K.K. allergnädigsten Manifeste, die Besitznehmung einiger Bayerschen Lande betreffend, sollten beygelegt werden. Es wimmelte alles von dem beym Zeitungsamte gehäuften Volk; und da jeder die Zeitung am ersten haben wollte, war das Zudrängen so stark, daß der sich stemmende Haufe sich den Eingang selbst verschloß. Diejenigen, welche in das Zeitungs-Expeditionsgewölbe hineingekommen waren, konnten wegen der von außen herandringenden Menge nicht mehr zur Thüre hinaus; sondern man war gezwungen, die Fenster auszuheben. Die Leute, Manns- und Weibspersonen, sprangen also mit ihrer Zeitung in der Hand zum Fenster heraus, welches ein artiges Schauspiel gab. Dieß war wohl ein neuer Weg, den gewiß vorher niemals ein Zeitungsliebhaber, bloß um der Zeitung Willen, gegangen.

Brünner Zeitung Der kaiserl. königl. privileg. Mährischen Lehenbank, Nr.8, 29.1.1778.
Moravská Zemská Knihovna, Signatur: Nov. 9.058/1778

Ammerer, Gerhard: Aloys Blumauers Gedicht "Das Lied von Belgrad. 1789" und Antikriegsliteratur im Wiener Musenalmanach, in: Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts, 21.2006, S. 65-83, hier 67.

SpOn zu Jazz im Realsozialismus

Nun berichtet SpOn über das Forschungsprojekt Jazz im Ostblock – Widerständigkeit durch Kulturtransfer.

Freitag, 19. Dezember 2008

Ein gefährdetes Pflänzchen: Die Türnummer

So jung, und schon hat sie einen Löschantrag überstanden: Dank User PutzfetzenORG versucht die Türnummer ihren Eintritt in die Wikipedia. Vgl. übrigens auch diesen Eintrag zur Frage der Einführung der Tür- (oder vielleicht besser: Zimmer-)nummern in Hotels.

Resümee des Peter-Hacks-Jahr

War 2008 ein Hacks-Jahr? Nach Georg Fülberth im heutigen Freitag wider Erwarten sehr wohl. Immerhin: Das Adresscomptoir hat seinen Beitrag geleistet!

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Fesselt ihn!

Es gibt Wikipedia-Einträge, die sind einfach nur öd. Jüngstes mir untergekommenes Beispiel: Der Eintrag zu Erwin Riess, in dem tatsächlich zu lesen ist, dass dieser an den Rollstuhl gefesselt ist. Als ob Riess nicht mehrfach den Schwachsinn dieser Formulierung thematisiert hätte, z.B. hier:
Ich habe in meinen Texten in den letzten 15 Jahren, seit ich im Rollstuhl sitze, immer wieder versucht, auf diese Phrasen hinzuweisen, und dass diese Phrasen diskriminierend sind. Ich bin aber, ehrlich gesagt, mittlerweile müde der Sache. Es ist nicht möglich, auch nur die dümmste dieser Phrasen von »an den Rollstuhl gefesselten Menschen« weg zu bekommen.
Die Leute denken nicht und sie meinen es nicht schlecht. Aber wenn ich jemanden an sein Hilfsmittel kette, dann habe ich nicht mehr die Möglichkeit, diesen Menschen als relativ selbständig zu empfinden, di halt für die Erreichung bestimmter Zwecke auf ein Hilfsmittel zurückgreift. Nein, es muss das übertrieben werden!

Es scheint tatsächlich nichts zu helfen, eine schnelle Wikipedia-Suche kommt zur Zeit übrigens auf 78 Treffer. Und ich nehme mal nicht an, dass es sich bei dem von User Harbran erstellten Eintrag um einen kommunikationsguerillahaften Fake handelt.
Weiterer Lektüre-Tipp: Das Groll-Stück Der Große Sprung, in dem ein Invalide namens Groll, der mit einer Wäscheleine an den Rollstuhl gefesselt ist, das 1. Rollstuhl-Bungee veranstaltet. (Riess, Erwin: Stücke 1994-2004. 3 Bände. St. Pölten: Literaturedition Niederösterreich, 2004, Bd.2, S. 290-294)

Recherche. Zeitung für Wissenschaft

Zu den durchaus erfreulichen Neuerscheinungen unter den Zeitschriften zählt Recherche. Zeitung für Wissenschaft. Die Webpräsenz ist nicht ganz am laufenden, ist mittlerweile doch schon die Ausgabe 3/2008 erschienen. Schwerpunkt ist das Thema unseres "Vor Google"-Symposions, drei dort gehaltene Vorträge werden abgedruckt: Martin Schreiber über Vannevar Bush, Markus Krajewski zu Ask Jeeves und den Diener als Informationszentrale sowie Daniel Weidner über das Suchen in heiligen Texten.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Helmut Höge zum Schuh

Massenhaft Materialien rund um das Thema Schuh stellt der Aushilfshausmeister zusammen.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Schuhskrupel beim Standard

Mal ein Beispiel dafür, wie man es mit journalistischen Skrupeln auch übertreiben kann: In einem Bericht des Standards über ein Interview mit Klaus Schönberger anlässlich der Bush'schen Schuhung heißt es, dass Nikita Chruschtschow angeblich vor der UNO mit einem Schuh aufs Pult gehaut hat.
By the way: Auf Klaus Schönbergers Artikel zur Geschichte der Tortungen darf man ja schon gespannt sein!

90 Jahre Prager Postmuseum

Radio Prag berichtet heute über das vor 90 Jahren gegründete Prager Postmuseum. Aus dem Artikel geht leider nicht hervor, dass die Prager Dependance nur recht klein und auf Briefmarken spezialisiert ist, während die eigentlich interessante Ausstellung sich in Vyšší Brod befindet.

Montag, 15. Dezember 2008

"Militärdienst des Seins"

Olga Neuwirth auf die Frage "Wie gliedern Sie sich in die Gesellschaft ein?"

Ich hoffe, so wenig wie möglich, denn vom Rande aus kann man skalpellartiger wahrnehmen und man geht dadurch vielleicht dem vorhersehbaren Weg aus dem Weg. Ja dieser Weg - diesem Militärdienst des Seins - auf den man von Kindheit an geschickt wird, um Erfolg zu haben, zu siegen, zu funktionieren, lustig, glücklich und schön zu sein, dem möchte ich nicht gehorchen, was aber bedeutet, daß die Dinge ohne Kampfpause nur so auf einen einstürzen...

Wiederveröffentlichung:
„Die Mikroben haben eine Fehlprogrammierung im Hirn bewirkt...“ [2004] Jean-Noël von der Weid im Gespräch mit Olga Neuwirt, in: Drees, Stefan (Hg.): Olga Neuwirth. Zwischen den Stühlen. A Twilight-Song auf der Suche nach dem fernen Klang Salzburg/Wien/München: Anton Pustet, 2008, S. 279–281, hier 281.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Mannheim, U6, 30

Mannheim_U6_30-19

Mannheim_U6_30

Quasi die höchste Nummer der Mannheimer Innenstadt, in der ja bekanntlich immer noch eine blockweise Nummerierung Verwendung findet: Mannheim, U6, 30

Samstag, 13. Dezember 2008

Hausnummernfotografie goes Sozialkritik?

Ok, das ist nicht mehr ganz taufrisch, aber das könnte doch ein Präzedenzfall dafür sein, die politische Brisanz von Hausnummernfotografie auszutesten (vgl. auch die aktuelle Ausgabe von konkret, 12/2008, 53-55 und hier): Nämlich die passenden Hausnummern u.a. der in diesem Artikel genannten Herren abzufotografieren. Oder wär' das dann doch mehr Pranger als Kritik?

Freitag, 12. Dezember 2008

Wien 6, 156

Wien06_0156_Schadekg4_1 Wien06_0156_Schadekg4_2
Wien 1060, Schadekgasse 4

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Mike Davis: Wer wird die Arche bauen?

Die Rede, die Mike Davis am Montag in München gehalten hat (vgl. hier), ist nun auf Telepolis online.