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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Sonntag, 27. Mai 2007

Vom Einblick in die Tabellen - 3

Stormont ist Vertreter eines Staates, gegen den sich die Habsburgermonarchie wenige Jahre zuvor mit der französischen Regierung verbündete; dies mag mit ein Faktor sein, warum ihm die Zahlenangaben nicht exakt übermittelt werden. Doch in der Praxis ist es nicht einmal für staatliche Stellen der Habsburgermonarchie selbstverständlich, in Zählungsergebnisse Einsicht zu bekommen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Ergebnisse zur Berechnung von Steuern verwendet werden sollen: Als das böhmische Gubernium durch die Hofkanzlei im April 1770 angewiesen wird, der böhmischen Bancogefällenadministration die im September des letzten Jahres fertiggestellten Populationstabellen von 1768 nach Herrschaften und Städten gegliedert auszuhändigen, wird dies zunächst einmal von Seiten des Guberniums verweigert: Zu ungenau seien diese Tabellen verfasst, und Ziel der Bancogefällenadministration sei nur die Erhöhung des Fleischkreuzers. Die Hofkanzlei beharrt auf ihrem Beschluss, woraufhin Ende Juni 1770 die Bancogefällenadministration die summarischen Kreisergebnisse zur Verfügung gestellt bekommt.1


(1) Národní Archiv (NA), Prag, Bestand České Gubernium-Publicum 1764–1773, R 166, Kt. 466: Hofdekret an böhmisches Gubernium, 20.4.1770; NA, ČG-Pub 1764–1773, G 6, Kt. 383: Bericht des böhmischen Guberniums an Hofkanzlei, 1.6.1770; Böhmisches Gubernium an Bancohofdeputation, 25.6.1770.

Samstag, 26. Mai 2007

Hausnummern-Nöte in Salzburg

Bereits am 4. Mai 2005 berrichtete das Salzburger Fenster über folgenden Hausnummernvorfall: Ein Salzburger Hausbesitzer, wohnhaft in der Föhrenstraße 5, hatte vor 27 Jahren an seinem Haus eine Hausnummerntafel aus Keramik angebracht; es sollte ebendiese 27 Jahre dauern, bis er einen Brief von den Behörden bekam, die ihm mitteilten, dass Hausnummerntafeln aus emailliertem Blech, mit weißer, senkrechter Mittelschrift auf blauem, weiß umrandeten Grund zu verwenden wären; Sie werden höflichst ersucht, binnen drei Wochen mit dem Stadtvermessungsamt Kontakt aufzunehmen, um die Hausnummerntafel bestellen und montieren zu können. Der Hausbesitzer reagierte empört: Ich hab’ sie [die Hausnummerntafel] in Italien gekauft; wenn ich meine schöne Tafel jetzt durch eine Blechnummerntafel ersetzen muss, werde ich prozessieren. Der zuständige Beamte des Vermessungsamts, Wolfgang Lechner konterte: Wir werden auf das Übelste beschimpft. (...) Umgekehrt beschweren sich die Leute ja auch, wenn ein Rettungswagen oder ein Taxi nicht rechtzeitig kommt, weil sie die Hausnummer nicht ausmachen können. Einheitliche Hausnummernschilder seien nun mal für die leichtere Orientierung von Nöten.

Freitag, 25. Mai 2007

Sequel zu Moi, Pierre Rivière...

Bei den Filmfestspielen in Cannes wird u.a. Retour en Normandie von Nicolas Philibert gezeigt, ein Sequel zu Moi, Pierre Rivière, ayant égorgé ma mère, ma soeur et mon frère..., einem Film, der auf einem Vorfall beruht, den Michel Foucault zum gleichnamigen Buch verarbeitet hat. Foucault hat damals übrigens auch geschauspielert, die Szene wurde dann aber aus der endgültigen Fassung rausgeschnitten. Über den jetzigen Nachfolge-Dokumentarfilm von Philibert, der damals mitspielte, berichten u.a. Le Monde und Time Out; vgl. auch den Eintrag in der IMDB. [via Foucault Blog]

Projektpräsentation zu Adressbüros in Unizeitung

In der Universitätszeitung ist gestern ein Beitrag von mir erschienen, in dem ich mein FWF-Projekt zu den Adressbüros in der Frühen Neuzeit vorstelle; im Juni soll dann eine weitere Präsentation auf Kakanien erfolgen, die mehr auf die Verhältnisse in der Habsburgermonarchie zugeschnitten ist.

Donnerstag, 24. Mai 2007

KultuRRevolution zu Prekarität

Die aktuelle Ausgabe von KultuRRevolution – Zeitschrift für angewandte Diskurstheorie beschäftigt sich mit Prekarität. Aus dem Inhalt:

Robert Castel: Jenseits der Lohnarbeit und unterhalb der Beschäftigung (emploi)? Die Institutionalisierung des Prekariats

Patrick Ciongolani: Wird die Prekarität ein neues Leitmodell der Arbeit?

Jürgen Link: Flexibilisierung minus Normalität gleich Prekarität

Malte Krückels: Macht das Internet das computeralphabetisierte Prekariat zur Bohème?

Mittwoch, 23. Mai 2007

eTexte

Ich habe nun auf meiner Homepage ein eigenes Verzeichnis meiner im Web verfügbaren eTexte erstellt, damit diese in einer einigermaßen übersichtlichen Form angezeigt werden.

Alf Lüdtke und die Wikipedia

Schon witzig: In der französischen Wikipedia hat Alf Lüdtke einen Eintrag, in der deutschsprachigen Wikipedia (noch) nicht.

Buchpräsentation Stephan Steiner: Reisen ohne Wiederkehr

Schade, dass ich zu dieser Präsentation nicht gehen kann, wird dort doch ein wichtiges Buch vorgestellt, das die terroristische Seite der Habsburgermonarchie näher beleuchtet:

Stephan Steiner: Reisen ohne Wiederkehr. Die Deportation von Protestanten aus Kärnten 1734-1736 (Oldenbourg Verlag)

Podiumsdiskussion mit:
Martin Scheutz (Historiker für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Wien)
Doron Rabinovici (Historiker, Schriftsteller)
Hans Safrian (Zeithistoriker, Universität Wien)
Stephan Steiner (Historiker, Autor)
Moderation: Martina Nussbaumer (ORF, Ö1)

In den Jahren 1734 bis 1736 wurden aus verschiedenen Kärntner Grundherrschaften Protestanten deportiert und zwangsweise in Siebenbürgen angesiedelt. Eheleute wurden gewaltsam getrennt, Kinder zu katholischen Zieheltern gesteckt, in manchen Kärntner Regionen wechselten über 50 Prozent der Behausungen ihre Besitzer. Trotz des enormen bürokratischen und logistischen Aufwandes war das Siedlungsprojekt in Siebenbürgen schließlich zum Scheitern verurteilt. Stephan Steiner interpretiert diese „Transmigrationen“ als eine Geburtsstunde aller neuzeitlichen Zwangsverschickungen in Mitteleuropa: zerrissene Familien, vorenthaltene Vermögenswerte, Denunziation und zu all dem eine rücksichtslose Machtentfaltung des Staates. Das Expertenpodium diskutiert die historischen Deportationen als Vorläufer jener mörderischen Vorgänge, die zwei Jahrhunderte später das Bild Europas prägen sollten.

Ort: Hauptbücherei am Gürtel, 1070 Wien, Urban-Loritz-Platz 2a
Zeit: 11.06.2007, 19:00 Uhr

Dienstag, 22. Mai 2007

Vom Einblick in die Tabellen - 2

Dem britischen Gesandten zum Wiener Hof, David Murray Lord of Stormont, fällt es keineswegs leicht, als er 1765 versucht, Informationen über die Habsburgermonarchie einzuziehen. In seinem Bericht an den Außenminister Augustus Henry FitzRoy Duke of Grafton muss er erwähnen, dass es ihm nicht gelungen ist, für die Länder Vorderösterreich, Krain, Görz sowie für das Litorale Angaben über die Bevölkerungszahl zu bekommen; für Oberösterreich und Tirol kann er nur Schätzungen anführen. Die Zahlen, die er für Böhmen, Mähren, Schlesien, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten angibt, stammen aus verschiedenen Jahren (mal 1762, mal 1763) und liegen zumeist höher als die für diese Länder überlieferten Zählungsergebnisse; nur im Fall der Steiermark lässt sich eine Übereinstimmung feststellen: Im last year, also 1764, hätte die Zahl der dort lebenden Menschen 495.514 betragen; diese Zahl entspricht exakt jenem Ergebnis, dass dort 1762 ermittelt wurde.1


(1) Bericht Lord Stormonts an den Duke of Grafton, 10.9.1765, in: Dickson, Peter G.M.: Finance and Government under Maria Theresia 1740-1780. 2 Bände. Oxford: Clarendon Press, 1987, Bd. 1, S. 389-396; im Falle Schlesiens liegt die dort angegebene Zahl über dem weltlichen, aber unter dem geistlichen Ergebnis von 1762.

Montag, 21. Mai 2007

Vom Einblick in die Tabellen - 1

Beamten, die sich für die Tabellen und ihre Verwendung nicht erwärmen können, wird dieses Interesse ausdrücklich befohlen; ein Hofdekret an die Länderstellen ordnet an, dass die Populations-, Manufaktur- und Kommerzialtabellen unter alle[n] und jede[n] Mitgliedern der Gubernien und Landeshauptmannschaften zirkulieren sollen.1 Zugleich steht aber außer Zweifel, dass diese Tabellen zu den Arcana des Staates gehören; die Zirkulation ist erwünscht, doch soll sie kontrolliert erfolgen: Abhandlungen, Verordnungen und Expeditionen, die die Landesverfassung oder die Schwäche und Stärke des Staats betreffen, dürfen nur jenen Personen zum Abschreiben anvertraut werden, die in wirklichen Kaiserlichen Königlichen Pflichten stehen.2 Nur befugten Beamten darf demnach Einsicht in die Tabellen gegeben werden.


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv (AVA), Wien, Bestand Hofkanzlei, IV A 8 Karton 498, IV A 9 Innerösterreich, Kt. 502, „Juli 1769“: Hofdekret an die Länderstellen der böhmischen und österreichischen Länder, 15.7.1769.
(2) AVA, Hofkanzlei, III A 4 Niederösterreich, Kt. 376, 111 ex November 1768: Ah. Billet Josephs II. an Chotek, 20.11.1768, f. 1r; das entsprechende Hofdekret an die Länderstellen datiert vom 25.11.1768.

Sonntag, 20. Mai 2007

Die Sorge der Militärs um die Kinder - 4

Nicht nur das mangelnde Wachstum der Kinder wird kritisiert; in der Steiermark äußern die Militärs Unzufriedenheit über den Bildungsstand der Landbevölkerung: Zwar befinde sich bei den Pfarren überall ein Schulmeister angestellt, die Weitschichtigkeit der Pfarreyen aber, die Zerstreuung der Häuser und die Inanspruchnahme der Schulmeister durch für den Pfarrer zu leistende Tätigkeiten verhindere, den Kindern ausreichend Unterricht zu geben. So komme es, dass die wenigsten Bauern lesen können, ja gar viele weder ihren Namen, noch ihr Lebensalter wissen.1 Die Kommissare treffen also namenlose Untertanen an, die obendrein ihr Alter nicht angeben können; das Fehlen eines Namen impliziert aber, dass eine Grundvoraussetzung von Adressierbarkeit – der eindeutige Eigenname – fehlt; die Subjekte sind unadressierbar und entziehen sich somit dem Zugriff der Behörden.
Diese vom Militär gemachten Beobachtungen werden auch von politischer Seite bestätigt: Die steirische Polizeikommission kommt in ihrer Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass nur die Einführung der Normalschule eine Verbesserung bringen könne; das dortige Gubernium nimmt dies zum Anlass, Geldmittel dafür einzufordern.2 Weiters werden die neu aufgestellten Werbbezirkskommissäre damit beauftragt, den Schulbesuch zu überwachen: Eltern, die nachlässig sind und das Fernbleiben ihrer Kinder vom Unterricht tolerieren, sind zu ermahnen und mit einer Geldbuße in der Höhe des doppelten Schulgelds zu bestrafen.3


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR) 1772/74/797: Vortrag des Hofkriegsrats, 19.1.1771, f. 12v; ediert bei HOCHEDLINGER, MICHAEL/TANTNER, ANTON (Hg.): „der größte Teil der Untertanen lebt elend und mühselig“. Die Berichte des Hofkriegsrates zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Habsburgermonarchie 1770–1771. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; Sonderband 8). Wien: Studienverlag, 2005, S. 31f.
(2) Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien, Bestand Hofkanzlei, IV A 8 Innerösterreich, Kt. 499, 82 ex Oktober 1772: Vortrag der Hofkanzlei, 14.8.1772, f. 52r–v.
(3) PIETSCH, WALTER: Die Theresianische Schulreform in der Steiermark (1775-1805). Graz: o.V., o. J. [1977], S. 114.

Samstag, 19. Mai 2007

Wien 1, 238

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Wien 1, Freyung 1

Freitag, 18. Mai 2007

Die Sorge der Militärs um die Kinder - 3

Beispielhaft für das Betreiben des Bauernschutzes als Soldatenschutz kann folgender Bericht der Hauptmannschaft Tolmein aus Görz genannt werden. Kaum Hoffnung auf Soldaten gibt es dort: Die Jugend kommt dort nur spat empor, ein zwanzigjähriger Jugendlicher sieht dort aus, als wäre er gerade 12 bis 14 Jahre alt. Ursache für das schlechteste Wachßthum der Jugend besonders auf den hohen Gebürge ist, dass sie von Kindheit an zu der beschwerlichen Feldarbeit, und besonders die größten Lasten auf dem Kopf über das Gebürg zuzutragen, angehalten wird. Das Wachßthum kann so nicht gedeyhe[n], die Jugend kann nicht forkommen. Fazit: Aus diesem Distrikt wird nur wenig taugliches heraußzuziehen seyn.1


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR) 1770/98/683: Bericht Görz, 27.11.1770.