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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Dienstag, 22. Mai 2007

Vom Einblick in die Tabellen - 2

Dem britischen Gesandten zum Wiener Hof, David Murray Lord of Stormont, fällt es keineswegs leicht, als er 1765 versucht, Informationen über die Habsburgermonarchie einzuziehen. In seinem Bericht an den Außenminister Augustus Henry FitzRoy Duke of Grafton muss er erwähnen, dass es ihm nicht gelungen ist, für die Länder Vorderösterreich, Krain, Görz sowie für das Litorale Angaben über die Bevölkerungszahl zu bekommen; für Oberösterreich und Tirol kann er nur Schätzungen anführen. Die Zahlen, die er für Böhmen, Mähren, Schlesien, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten angibt, stammen aus verschiedenen Jahren (mal 1762, mal 1763) und liegen zumeist höher als die für diese Länder überlieferten Zählungsergebnisse; nur im Fall der Steiermark lässt sich eine Übereinstimmung feststellen: Im last year, also 1764, hätte die Zahl der dort lebenden Menschen 495.514 betragen; diese Zahl entspricht exakt jenem Ergebnis, dass dort 1762 ermittelt wurde.1


(1) Bericht Lord Stormonts an den Duke of Grafton, 10.9.1765, in: Dickson, Peter G.M.: Finance and Government under Maria Theresia 1740-1780. 2 Bände. Oxford: Clarendon Press, 1987, Bd. 1, S. 389-396; im Falle Schlesiens liegt die dort angegebene Zahl über dem weltlichen, aber unter dem geistlichen Ergebnis von 1762.

Montag, 21. Mai 2007

Vom Einblick in die Tabellen - 1

Beamten, die sich für die Tabellen und ihre Verwendung nicht erwärmen können, wird dieses Interesse ausdrücklich befohlen; ein Hofdekret an die Länderstellen ordnet an, dass die Populations-, Manufaktur- und Kommerzialtabellen unter alle[n] und jede[n] Mitgliedern der Gubernien und Landeshauptmannschaften zirkulieren sollen.1 Zugleich steht aber außer Zweifel, dass diese Tabellen zu den Arcana des Staates gehören; die Zirkulation ist erwünscht, doch soll sie kontrolliert erfolgen: Abhandlungen, Verordnungen und Expeditionen, die die Landesverfassung oder die Schwäche und Stärke des Staats betreffen, dürfen nur jenen Personen zum Abschreiben anvertraut werden, die in wirklichen Kaiserlichen Königlichen Pflichten stehen.2 Nur befugten Beamten darf demnach Einsicht in die Tabellen gegeben werden.


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv (AVA), Wien, Bestand Hofkanzlei, IV A 8 Karton 498, IV A 9 Innerösterreich, Kt. 502, „Juli 1769“: Hofdekret an die Länderstellen der böhmischen und österreichischen Länder, 15.7.1769.
(2) AVA, Hofkanzlei, III A 4 Niederösterreich, Kt. 376, 111 ex November 1768: Ah. Billet Josephs II. an Chotek, 20.11.1768, f. 1r; das entsprechende Hofdekret an die Länderstellen datiert vom 25.11.1768.

Sonntag, 20. Mai 2007

Die Sorge der Militärs um die Kinder - 4

Nicht nur das mangelnde Wachstum der Kinder wird kritisiert; in der Steiermark äußern die Militärs Unzufriedenheit über den Bildungsstand der Landbevölkerung: Zwar befinde sich bei den Pfarren überall ein Schulmeister angestellt, die Weitschichtigkeit der Pfarreyen aber, die Zerstreuung der Häuser und die Inanspruchnahme der Schulmeister durch für den Pfarrer zu leistende Tätigkeiten verhindere, den Kindern ausreichend Unterricht zu geben. So komme es, dass die wenigsten Bauern lesen können, ja gar viele weder ihren Namen, noch ihr Lebensalter wissen.1 Die Kommissare treffen also namenlose Untertanen an, die obendrein ihr Alter nicht angeben können; das Fehlen eines Namen impliziert aber, dass eine Grundvoraussetzung von Adressierbarkeit – der eindeutige Eigenname – fehlt; die Subjekte sind unadressierbar und entziehen sich somit dem Zugriff der Behörden.
Diese vom Militär gemachten Beobachtungen werden auch von politischer Seite bestätigt: Die steirische Polizeikommission kommt in ihrer Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass nur die Einführung der Normalschule eine Verbesserung bringen könne; das dortige Gubernium nimmt dies zum Anlass, Geldmittel dafür einzufordern.2 Weiters werden die neu aufgestellten Werbbezirkskommissäre damit beauftragt, den Schulbesuch zu überwachen: Eltern, die nachlässig sind und das Fernbleiben ihrer Kinder vom Unterricht tolerieren, sind zu ermahnen und mit einer Geldbuße in der Höhe des doppelten Schulgelds zu bestrafen.3


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR) 1772/74/797: Vortrag des Hofkriegsrats, 19.1.1771, f. 12v; ediert bei HOCHEDLINGER, MICHAEL/TANTNER, ANTON (Hg.): „der größte Teil der Untertanen lebt elend und mühselig“. Die Berichte des Hofkriegsrates zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Habsburgermonarchie 1770–1771. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; Sonderband 8). Wien: Studienverlag, 2005, S. 31f.
(2) Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien, Bestand Hofkanzlei, IV A 8 Innerösterreich, Kt. 499, 82 ex Oktober 1772: Vortrag der Hofkanzlei, 14.8.1772, f. 52r–v.
(3) PIETSCH, WALTER: Die Theresianische Schulreform in der Steiermark (1775-1805). Graz: o.V., o. J. [1977], S. 114.

Samstag, 19. Mai 2007

Wien 1, 238

Wien01_0238_Freyung1

Wien 1, Freyung 1

Freitag, 18. Mai 2007

Die Sorge der Militärs um die Kinder - 3

Beispielhaft für das Betreiben des Bauernschutzes als Soldatenschutz kann folgender Bericht der Hauptmannschaft Tolmein aus Görz genannt werden. Kaum Hoffnung auf Soldaten gibt es dort: Die Jugend kommt dort nur spat empor, ein zwanzigjähriger Jugendlicher sieht dort aus, als wäre er gerade 12 bis 14 Jahre alt. Ursache für das schlechteste Wachßthum der Jugend besonders auf den hohen Gebürge ist, dass sie von Kindheit an zu der beschwerlichen Feldarbeit, und besonders die größten Lasten auf dem Kopf über das Gebürg zuzutragen, angehalten wird. Das Wachßthum kann so nicht gedeyhe[n], die Jugend kann nicht forkommen. Fazit: Aus diesem Distrikt wird nur wenig taugliches heraußzuziehen seyn.1


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR) 1770/98/683: Bericht Görz, 27.11.1770.

Donnerstag, 17. Mai 2007

Ausschneidesysteme

Nachgetragen sei hier noch Markus Krajewskis begeisterte Rezension von Anke te Heesens Buch über den Zeitungsausschnitt in der FAZ. Eine luzid[e] Mediengeschichte der zerschnittenen Zeitung nennt er das Werk, geschrieben voller Materialzärtlichkeit.

te Heesen, Anke: "Der Zeitungsausschnitt". Ein Papierobjekt der Moderne. Frankfurt am Main: Fischer, 2006.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Präsentation eines Inka-Schauspiels

Die Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie (WiGiP) lädt zur Buchpräsentation eines Inka-Schauspiels ein:

Viktoria Frysak/Luisa Dietrich-Ortega (Hg.): Ollanta. Ein Inka-Schauspiel. Wien: Edition Viktoria, 2007. [Weitere Infos zum Buch]

Dieser Text geht auf eine mündliche Überlieferung der Inkas zurück. Es handelt sich um einen der wenigen wahrscheinlich authentischen Hinterlassenschaften der Inka-Dichtung. Ollanta ist der Name des Helden, der fallweise auch mit "(Apu) Ollantay" oder "Ollantaï" angegeben wird. Die erste schriftliche Aufzeichnung davon stammt aus dem Jahr 1837. Die letzte deutsche Bearbeitung wurden 1890 publiziert.

Das Schauspiel erzählt von der verbotenen Liebe Ollantas zur Inkatochter Cusi Koyllur. Weil Inka Pachacutek diese Verbindung nicht erlauben will, wiegelt Ollanta, ein Statthalter des Inkas, die Provinz Antisuyu auf und ruft sich zu deren Inka aus. Er erfährt indessen nichts von seiner Tochter Ima Sumak und vom Schicksal Cusi Koyllurs, die auf Befehl ihres Vaters in einen Kerker im Haus der Sonnenjungfrauen gesperrt wird ...

Termin: Donnerstag, 24.Mai 2007, 19Uhr
Ort: Hörsaal des AAI (Afro-Asiatisches Institut Wien), 1090 Wien, Türkenstrasse 3

Dienstag, 15. Mai 2007

Policey-Tagung, Stuttgart 21.6.2007

Das Programm der 10. Diskussionsrunde des Arbeitskreises Policey/Polizei im vormodernen Europa ist nun ausgeschickt worden, das übergeordnete Thema ist Mobilität, Migration und Policey. Policeyliche Ordnungs- und Politikvorstellungen, Verordnungen und Maßnahmen im Umgang mit „Fremden“ und die Beiträge versprechen interessant zu werden:

Ort: Stuttgart, Tagungszentrum Hohenheim
Zeit: 21.6.2007

14.00 Uhr: Begrüßung und Vorstellungsrunde

14.15 Uhr:
Eva Wiebel (Konstanz): Neubürger und Jauner. Einleitende Überlegungen zum Thema

14.30 Uhr:
Jan-Willem Huntebrinker (Dresden): "Passport" und "Garteteufel". Zum Problem von Mobilität, Zugehörigkeit und Kontrolle (15.-17. Jahrhundert)

15.10 Uhr:
Anton Tantner (Wien): Policeyliche Hausbeschreibungen als Maßnahmen gegen fremde BettlerInnen in der Habsburgermonarchie

16.10 Uhr:
Justus Nipperdey (München): Migration in der frühneuzeitlichen Bevölkerungstheorie

16.50 Uhr:
Vincent Denis (Paris): Police and identification in 18th-century France

17.30 Uhr: Planung der nächsten Diskussionsrunde

ca. 18.00 Uhr: Ende

Montag, 14. Mai 2007

Interview mit Geld oder Leben-Aktivisten

Ende April erregte in Berlin die Gruppe Geld oder Leben Aufsehen, indem sich einige Aktivisten in den Plenarsaal des Bundestags abseilten, andere wiederum an der Fassade den Spruch "Der deutschen Wirtschaft" anbrachten. Marcus Hammerschmitt veröffentlicht nun in Telepolis ein Interview mit Angehörigen der Gruppe. Was mir nicht ganz einleuchtet: Warum die Aktivisten gegen Ladenketten sind; bevorzugen sie etwa kleinteilige Familienbetriebe, in denen soziale Standards nur ja schwer kontrollierbar sind?

Sonntag, 13. Mai 2007

Eine Geschichte von Ordnung und Unordnung

Nun wird's auch schon bei Amazon angekündigt, mit Erscheinungsdatum August diesen Jahres, wobei ich wohl erst noch die Fahnen zum Korrigieren bekomme: Mein Büchlein über die Geschichte der Hausnummer:

Klein und unscheinbar hat sie sich an die Häuser festgemacht: Die Hausnummer. Sie scheint keine Geschichte zu haben, so selbstverständlich, so alltäglich ist sie für uns geworden; doch wie so oft ist ihre Herkunft in jenem Grenzgebiet von Militär, Fiskus und vormoderner "Policeywissenschaft" zu verorten, in jenem "Staub der Ereignisse", der bis vor kurzem nur selten Eingang in die Geschichtsbücher fand. Das vorliegende Buch zeichnet die Geschichte der Hausnummer von ihrer Einführung in vielen europäische Städte im 18. Jahrhundert über die Verbreitung der straßenweisen Orientierungsnummern im 19. Jahrhundert bis hin zur globalen Durchdringung im 21. Jahrhundert nach. Dabei werden auch die Widerstände gegen diese Adressierungs- und Kontrolltechnik beleuchtet, denn die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner waren keineswegs immer glücklich mit dem Umstand, dass ihren Häusern eine Nummer verpasst wurde. Illustriert wird der Band durch eine Vielzahl von Aufnahmen historischer Hausnummern.

Tantner, Anton: Die Hausnummer. Eine Geschichte von Ordnung und Unordnung. Marburg: Jonas Verlag, angekündigt für August 2007.