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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Samstag, 12. Mai 2007

Die Sorge der Militärs um die Kinder - 2

Im Falle des niederösterreichischen Viertels unter dem Manhartsberg monieren die Militärs, dass die Kinder zu klein wären; verantwortlich dafür machen sie Armut, und schlechte Nahrung sowie den Umstand, dass die Kinder zu früh zur Arbeit herangezogen werden.1 Dieser Diagnose wird von der politischen Seite widersprochen: Das schlechte Wachsthum der Kinder rühre nicht von der harten Arbeit, sondern von der Disposition der Eltern her, behauptet das dort ansässige Kreisamt; auch die niederösterreichische Regierung will nichts Negatives an der Kinderarbeit sehen: Im Gegenteil, die Arbeit stärcke, wenn sie nicht übermässig, nicht zu fruh, und mit guter Nahrung begleitet wäre. Sehr wohl aber ist die Regierung bereit, zuzugestehen, dass Elend und Noth sowie ausbleibender Schulunterricht Faktoren seien, die verhindern, ein schönes wohlgewachsenes Volk anzutreffen.2 – Bemerkenswert ist, dass die Militärs in ihrer Ursachenforschung bereit sind, weiter zu gehen als die Angehörigen der lokalen staatlichen Verwaltung, die ja oft eng mit den Vertretern des feudalen Grundbesitz kooperieren. Es gibt mehrere solcher Beispiele, wo Militärs und politische Zivilverwaltung in Konflikt geraten. Der Hintergrund für diese Sorge um das Wachstum der Kinder ist naheliegenderweise militärischer Natur: Die Armee braucht körperlich geeignete Soldaten und deswegen entwickeln zumindest manche Militärs ein Interesse an den Ursachen mangelnden Körperwachstums; es gilt, was Otto Büsch für den Fall des preußischen Militärs festgestellt hat: „Der ‚Bauernschutz‘ erklärt sich so nicht zuletzt als ein Soldatenschutz“.3


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien, Bestand Hofkanzlei, IV A 8 Niederösterreich, Kt. 501, 54 ex November 1771: Vortrag des Hofkriegsrats, 10.10.1771; ediert bei HOCHEDLINGER, MICHAEL/TANTNER, ANTON (Hg.): „der größte Teil der Untertanen lebt elend und mühselig“. Die Berichte des Hofkriegsrates zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Habsburgermonarchie 1770–1771. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; Sonderband 8). Wien: Studienverlag, 2005, S. 105.
(2) AVA, Hofkanzlei, IV M 1 Niederösterreich, Kt. 1326, 344 ex Jänner 1773: Vortrag der Hofkanzlei, 9.1.1773.
(3) BÜSCH, OTTO: Militärsystem und Sozialleben im alten Preußen 1713–1807. Die Anfänge der sozialen Militarisierung der preußisch-deutschen Gesellschaft. (=Veröffentlichungen der Berliner historischen Kommission beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin; 7). Berlin: Walter de Gruyter, 1962, S. 61.

Freitag, 11. Mai 2007

25. Todestag von Peter Weiss

Gleich fünf Artikel bringt der Freitag anlässlich des vorgestrigen 25. Todestags von Peter Weiss, dessen Ästhetik des Widerstands fürwahr ein großartiges Buch ist.

Symposium zu Karl Vocelkas 60. Geburtstag - zum Kampf gegen den Wichtelzopf

Dieser Tage wird Karl Vocelka 60 (vgl. Wikipedia, Universitätszeitung) und aus diesem Anlass findet in der Wiener Urania heute und morgen ein Symposium statt (Programm).
Mein Vortrag zum Thema Wahrheitsproduktion durch „Auskampelung“. Zum Kampf gegen den Wichtelzopf findet gleich heute nachmittag statt; das Abstract lautet wie folgt:

Als direkte Folge der 1770 in Schlesien durchgeführten Seelenkonskription wird in diesem Land eine seltsam anmutende Kommission engerichtet, die die schöne Bezeichnung trägt „In Betreff der gepflogenen Untersuchung jener Personen, so mit dem sogenannten Plica Polonica, oder der Krankheit des Wichtelzopfes behaftet zu seyn angegeben worden“. Bei diesem „Wichtelzopf“ handelt es sich um eine vermeintliche Krankheit, auf die die an der „Seelenbeschreibung“ beteiligten Militär gestoßen waren, als sie im Zuge ihrer Arbeit Schlesien bereisten.
Aufgabe dieser aus Militärs, Zivilbeamten und kundigen Ärzten zusammengesetzten Kommission ist es, die „Grund-Ursachen“, die „Ursprünge“ des Übels zu erforschen sowie Heilmittel dagegen vorzuschlagen. In der Folge werden im ganzen Land die Kranken – Menschen mit „verworrenen Haaren“ – aufgesucht, manche von ihnen mit militärischer Eskorte nach Troppau überstellt. Bei der nun vorgenommenen Untersuchung wird zwischen „wahren und unächten Wichtel-Zöpfen“ unterschieden, bei ersteren seien auch die Haarwurzeln feucht, während letztere künstlich hergestellt seien, durch Einschmieren von geweihtem Öl und Wein in das Haar, mit dem Ziel, sich dadurch vor Krankheiten zu schützen. Gefunden wird der wahre Wichtelzopf nie, bei den der Kommission vorgeführten Personen läßt sich nur der „falsche“ Wichtel attestieren. Die Kommissionsmitglieder kaufen daraufhin das ihnen adäquat erscheinende Heilungsmittel an – „einige Kampel“ – und bringen es um so „begieriger“ zum Einsatz, je eher dadurch die Wahrheit über das Falsche an das Tageslicht gebracht werden kann. Sie haben Erfolg, die Krankheit wird geheilt, so manch ein Patient kann „freudenvoll nacher Haus“ zurückkehren. Das angelegte Protokoll wird nach Wien eingeschickt und im Staatsrat der Kaiserin vorgelegt, „womit also diese WichtelZopfs-Angelegenheit seine Endschaft erreichte, und die fällige Kommission geendiget wurde“.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Kritik an Heureka

Camp Catatonia kritisiert vollkommen zu Recht die aktuelle Ausgabe von Heureka, der Wissenschaftsbeilage des Bobo-Blatts Falter: Unglaublich, wie sich die Heureka-Redakteure dem Jugendwahn hingegeben; ein Glück, dass manche im Wissenschaftsbetrieb Verantwortliche klüger sind als die Redakteure: Als der Interviewer vom Präsidenten des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) erfährt, dass das Durchschnittsalter bei FWF-Projektleitern bei knapp unter 40 liegt, staunt er. “Ist das nicht etwas alt?”. Der Präsident antwortet: “Ich denke, das ist ein vernünftiges Durchschnittsalter. Wir wollen ja nicht, dass die Leute über 45 nicht mehr forschen.”

Picasso - Guernica

Das ND verweist auf eine Neuerscheinung zu Picassos Guernica:

Hensbergen, Gijs van: Guernica. Biographie eines Bildes. München: Siedler, 2007.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Die Sorge der Militärs um die Kinder - 1

Eine besondere Sorge zeitigen die an der Seelenkonskription von 1770/72 beteiligten Militärs um das Wohlergehen der Kinder: In Kärnten, so die zu diesem Land verfassten Politischen Anmerkungen, ist die geringe Zahl der Bevölkerung schuld daran, dass die Kinder von ihren zur Feldarbeit schreitenden Eltern schon in den frühesten Jahren in der Hube allein zurückgelassen werden; die dermassen unbeaufsichtigten Kleinkinder [ziehen] sich dann durch Schreyen, Fallen, und dergleichen allerley Leibesgebrechen [zu]. Bei vielen von ihnen herrschen Einfalt und Tumheit; diese treten zumeist deswegen zu Tage, weil die von ihnen betroffenen Kinder außerehelich zur Welt gekommen sind; aber auch bei ehelichen Kinder sind diese Übel anzutreffen, weil es an erster Erziehung und an dem Unterricht fehle.1
Seitens der Hofkanzlei wird das Problem der mangelnden Betreuung der Kinder durchaus zur Kenntnis genommen: Ein fast allgemeines Gebrechen sei es, dass die Kinder öfters schon in ihrer zartesten Jugend kripelhaft werden; die Abhilfe falle um so beschwerlicher, da die wenigsten Unterthanen (...) zu Versorgung ihrer Kinder einen eigenen Dienstbothen zu halten [vermögen]; auch könne bei nöthigen Feld- und anderer Arbeit das Weib nicht bey Hauß [ge]laßen werden. Was aber zumindest geschehen könne, sei, dass die Eltern durch die Pfarrer und Seelsorger zu besserer Besorgung ihrer Kinder allerdings zu ermahnen, und anzueifern seyn würden.2


(1) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR) 1771/74/616: Vortrag des Hofkriegsrats, 16.1.1771, f. 6v–7r; ediert bei HOCHEDLINGER, MICHAEL/TANTNER, ANTON (Hg.): „der größte Teil der Untertanen lebt elend und mühselig“. Die Berichte des Hofkriegsrates zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Habsburgermonarchie 1770–1771. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; Sonderband 8). Wien: Studienverlag, 2005, S. 21.
(2) Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien, Bestand Hofkanzlei, IV A 8 Innerösterreich, Kt. 499, 82 ex Oktober 1772: Vortrag der Hofkanzlei, 14.8.1772, f. 62r–v.

Dienstag, 8. Mai 2007

Thomas Pynchon 70

Pynchon-Fans kommen anlässlich des 70. Geburtstags des Autors heute auf ihre Kosten; reihenweise erscheinen Artikel, so u.a. von Dietmar Dath in der FAZ, weiters in der NZZ, der Welt und der Süddeutschen; selbstredend gratuliert auch Friedrich Kittler in einem lesenswerten Beitrag.

Montag, 7. Mai 2007

Kritik der Kreativität

Kritik der Kreativität heißt ein kürzlich erschienener, von Gerald Raunig und Ulf Wuggenig bei Turia+Kant herausgegebener Sammelband, der die neoliberale Rede von den Creative Industries und dem KünstlerInnen-Dasein als Vorbild für die Arbeitsbiographien möglichst vieler kritisch analysiert; insgesamt fand ich den Band allerdings bis auf ein paar Beiträge (u.a. von Angela McRobbie und Monika Mokre) nicht sonderlich interessant. Erhellender ist da schon eine Artikelserie zur neoliberalen Klassentheorie (Teil 1, Teil 2, Zusatz 1, Zusatz 2) von Thomas Wagner, die sich mit den in den letzten Jahren erschienenen Büchern der KreativitätsideologInnen Richard Florida, Adrienne Göhler (vgl. auch hier), Matthias Horx und Sascha Lobo/Holm Friebe auseinandersetzt. Es ist wohl anzunehmen, dass in Zukunft (tw. geschieht dies ohnehin schon jetzt) diese Texte im Politsprech von Grünen, Sozialdemokratie und Konservativen rauf und runter zitiert werden.

Sonntag, 6. Mai 2007

Lhotzkys Literaturbuffet

Nette Buchhandlung und feiner Ort für Veranstaltungen: Lhotzkys Literaturbuffet in Wien 2, Taborstraße 28/Eingang Rotensterngasse.

Samstag, 5. Mai 2007

Kulturgeschichte der Männersandale

Na klar, ein wichtiges Thema: Die taz bringt heute einen eher launig gehaltenen, Jahrhunderte überspannenden Beitrag zur Männersandale. [via Perlentaucher]

Freitag, 4. Mai 2007

Die Passion des Wolfgang Franz Freiherr Kaldtschmid von Eyßenberg, Kreishauptmann zu Znaim

Eine besonders ausgeprägte Passion für Fragen der Hausnummern-Farbe legt der Znaimer Kreishauptmann Wolfgang Franz Freiherr Kaldtschmid von Eyßenberg zu Tage: Wenigstens drei Eimer Farbe veranschlagt er für seinen Kreis, wofür zusammen mit den für den Transport der Fässer nötigen herumbtragungs-höltzernen geschirren, und penseln Kosten von mehr als 100 Gulden zu kalkulieren seien.1 Wochenlange mühe, und schreiberey nimmt er in der Folge auf sich, um insbesondere das Leinöl wohlfeil besorgen zu können, jedoch ohne Erfolg. Schließlich kommt ihm zu Ohren, dass im niederösterreichischen Retz die gesuchte Ware zu finden sei, sehr teuer allerdings, weswegen er doch lieber beim mährischen Gubernium nachfrägt, ob das Öl nicht doch zu einem günstigeren Preis in Brünn zu beschaffen sei.2 Die vorgesetzte Behörde entscheidet sich für letztere Variante und schickt einen Eimer Leinöl - Kosten 12 Gulden, zuzüglich 30 Kreuzer - per Postboten nach Znaim.3 Am 4. November 1770 langt die Fuhre in der Kreishauptstadt ein: Zwei Fässer sind es, in denen sich die Menge von einem Eimer Leinöl befinden soll, doch muss Eyßenberg indigniert feststellen, dass auf dem Weg nach Znaim ein Teil des Leinöls verloren ging. Seinen Ärger an die Adresse seiner vorgesetzten Behörde richtend, moniert er umgehend, dass hinkünftig die Vaaßln besser, dann die ersteren [zu] verwahren seien, massen selbte nicht Voller anhero bekommen: Die Fässer würden dergestalten rinnen, dass die Nothwendigkeit fast erheischen dörffte, neue anzuschaffen. Überhaupt sei die Lieferung zu spät gekommen; da die Beschleunigung des Werks so dringend sei, habe er sie gar nicht abgewartet, sondern die für die Herstellung der Farbe nötigen Utensilien selbst angekauft: Einige Maß Leinöl hätte er nebst einem Vaßl Schür-Ruß in Znaim erstanden, drei Eimer mit dem Inhalt von 40 großen Maß hingegen in Telč besorgt. 16 Gulden habe der Eimer inklusive Maut und Fuhrlohn gekostet, zusammen seien also 48 Gulden zu bezahlen gewesen;4 aus einer Kostenaufstellung geht hervor, dass dieser Betrag einem Verkäufer namens Pawel Brazda ausgezahlt wird.5 Für den gesamten Kreis errechnet Eyßenberg nunmehr einen Bedarf von neun großen Eimern Farbe; an das mährische Gubernium stellt er wieder die Frage, ob er die zumindest fünf noch nötigen Eimer von Brünn aus erwarten, oder ob er diese nicht lieber in seinem Kreis ankaufen solle. Das mährische Gubernium antwortet ihm, dass er das Leinöl aus Brünn zugeschickt bekommen werde; es sei nur nötig, dass er rechtzeitig und zwar jeweils vier Wochen im Vorhinein den Bedarf avisiere.6
Den Znaimer Kreishauptmann beschäftigt nicht nur der Erwerb der Farbbestandteile; von Anfang an meldet er Bedenken wegen der Zusammensetzung und der daraus resultierenden Qualität der Farbe an: [E]in mit blossen Leinöhl angemachter Kihnruß (...) unterliege (...) einer sehr langweilligen austrückerung und würde bei den ersten Regen- oder Schneefällen abgewaschen werden; besser sei es, der Farbe Firnis beizumengen.7 Das mährische Gubernium lehnt ab: Die Häuser seien in den Dörfern ohnehin mit einem Vorsprung vom Dache versehen, wodurch die Nummern nicht so sehr der Unbill des Wetters ausgesetzt seien; der Kreishauptmann habe zur Herstellung der Farbe lediglich die beiden Bestandteile Kihnruß und Leinöhl, nicht aber Firnis zu gebrauchen.8
Dass die Qualität der Farbe zuweilen zu wünschen übrig lässt, müssen die Konskriptionskommissare im Czaslauer Kreis in Böhmen feststellen: Die dort von einem Mann namens Müller um 15 Kreuzer pro Seidl angekaufte Farbe erweist sich als ungeeignet, sie trocknet im Winter nicht schnell genug; schließlich gelingt es, einen Maler zu finden, der eine dauerhaftere Farbe sogar um einen Kreuzer billiger herstellen kann.9


(1) Moravský zemský archiv, Brünn, (MZA), B1, R 93/4B, Kt. 1672: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 6.9.1770.

(2) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 18.10.1770.

(3) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Mährisches Gubernium an Znaimer Kreisamt, 2.11.1770; Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR), 1770/74/1017: Protokoll der mährischen Konskriptionskommission, 12.11.1770.

(4) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 5.11.1770.

(5) MZA, B1, R 93/4b, Kt. 1672: Consignation was in Kreisen (…), 6.12.1770.

(6) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 5.11.1770; mährisches Gubernium an Znaimer Kreisamt, 12.11.1770.

(7) MZA, B1, R 93/4B, Kt. 1672: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 6.9.1770; vgl. Stichwort Kohlenstoffarben, in: OLBRICH, HARALD (Hg.): Lexikon der Kunst. 7 Bände. Leipzig: Seemann, 1987–1994, Bd. 3, 1991, S. 812.

(8) MZA, B1, R 93/4B, Kt. 1672: Mährisches Gubernium an Znaimer Kreisamt, 14.9.1770.

(9) Národní Archiv, Prag (NA), Bestand České Gubernium-Militare, 1763–1783, Q 1, Kt. 268: Czaslauer Kreisamt an böhmische Konskriptionskommission, 15.2.1771.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Hausnummernfarbe Schwarz

Üblicherweise werden die Häuser in der Habsburgermonarchie 1770/71 mit schwarzer Farbe nummeriert. Was die Herstellung dieser Farbe anbelangt, so erfolgt diese durch die Vermischung von Leinöhl und Kihnruß;1 aufgetragen wird sie mit Pinseln, von denen im Znaimer Kreis 60 Stück angekauft werden.2 Im Fall der Stadt Prag ist bekannt, dass eigens ein Maler damit beauftragt wird, die Hausnummer an den Wänden anzubringen: Pro nummeriertem Haus sind ihm drei Kreuzer auszuzahlen.3 In der Stadt Brünn wiederum werden zusätzlich zu den Kommissaren für die Hausnummerierung eigene Handlanger herangezogen; drei Männer sind es, die zu tragung deren Laittern, und deto deren Farben gebrauchet werden. [A]llein da sie keine Bezahlung bekommen, entliefen Sie. Also wird seitens des Brünner Kreisamts beschlossen, den aufzunehmenden Handlangern nun doch Geld zu bezahlen. Die Höhe des Lohns jedoch wollen die Beamten des Kreisamts nicht selbst bestimmen; stattdessen fragen sie beim mährischen Gubernium an, wieviel sie diesen armen täglich von frühe bis abends späth brauchenden Handlangarn bezahlen sollen. Die Antwort der mährischen Konskriptionskommission lautet: 12 Kreuzer täglich.4


(1) Dazu u.a.: Moravský zemský archiv, Brünn, (MZA), B1, R 93/4B, Kt. 1672: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 6.9.1770. Es handelt sich dabei um ein gebräuchliches Verfahren der Farbherstellung, vgl. Stichwort Lampenschwarz, in: OLBRICH, HARALD (Hg.): Lexikon der Kunst. 7 Bände. Leipzig: Seemann, 1987–1994, Bd. 4, 1992, S. 209f.

(2) MZA, B1, R 93/4b, Kt. 1672: Consignation was in Kreisen (…), 6.12.1770.

(3) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR), 1770/74/889: Protokoll der böhmischen Konskriptionskommission, 13.10.1770.

(4) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Brünner Kreisamt an mährisches Gubernium, 11.11.1770; mährisches Gubernium an Brünner Kreisamt, 12.11.1770; vgl. auch KA, HKR 1770/74/1017: Protokoll der mährischen Konskriptionskommission, 12.11.1770.