User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Kommentare

Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

Archiv

Januar 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Status

Online seit 7516 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2026/01/02 14:03

Credits

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Montag, 7. Mai 2007

Kritik der Kreativität

Kritik der Kreativität heißt ein kürzlich erschienener, von Gerald Raunig und Ulf Wuggenig bei Turia+Kant herausgegebener Sammelband, der die neoliberale Rede von den Creative Industries und dem KünstlerInnen-Dasein als Vorbild für die Arbeitsbiographien möglichst vieler kritisch analysiert; insgesamt fand ich den Band allerdings bis auf ein paar Beiträge (u.a. von Angela McRobbie und Monika Mokre) nicht sonderlich interessant. Erhellender ist da schon eine Artikelserie zur neoliberalen Klassentheorie (Teil 1, Teil 2, Zusatz 1, Zusatz 2) von Thomas Wagner, die sich mit den in den letzten Jahren erschienenen Büchern der KreativitätsideologInnen Richard Florida, Adrienne Göhler (vgl. auch hier), Matthias Horx und Sascha Lobo/Holm Friebe auseinandersetzt. Es ist wohl anzunehmen, dass in Zukunft (tw. geschieht dies ohnehin schon jetzt) diese Texte im Politsprech von Grünen, Sozialdemokratie und Konservativen rauf und runter zitiert werden.

Sonntag, 6. Mai 2007

Lhotzkys Literaturbuffet

Nette Buchhandlung und feiner Ort für Veranstaltungen: Lhotzkys Literaturbuffet in Wien 2, Taborstraße 28/Eingang Rotensterngasse.

Samstag, 5. Mai 2007

Kulturgeschichte der Männersandale

Na klar, ein wichtiges Thema: Die taz bringt heute einen eher launig gehaltenen, Jahrhunderte überspannenden Beitrag zur Männersandale. [via Perlentaucher]

Freitag, 4. Mai 2007

Die Passion des Wolfgang Franz Freiherr Kaldtschmid von Eyßenberg, Kreishauptmann zu Znaim

Eine besonders ausgeprägte Passion für Fragen der Hausnummern-Farbe legt der Znaimer Kreishauptmann Wolfgang Franz Freiherr Kaldtschmid von Eyßenberg zu Tage: Wenigstens drei Eimer Farbe veranschlagt er für seinen Kreis, wofür zusammen mit den für den Transport der Fässer nötigen herumbtragungs-höltzernen geschirren, und penseln Kosten von mehr als 100 Gulden zu kalkulieren seien.1 Wochenlange mühe, und schreiberey nimmt er in der Folge auf sich, um insbesondere das Leinöl wohlfeil besorgen zu können, jedoch ohne Erfolg. Schließlich kommt ihm zu Ohren, dass im niederösterreichischen Retz die gesuchte Ware zu finden sei, sehr teuer allerdings, weswegen er doch lieber beim mährischen Gubernium nachfrägt, ob das Öl nicht doch zu einem günstigeren Preis in Brünn zu beschaffen sei.2 Die vorgesetzte Behörde entscheidet sich für letztere Variante und schickt einen Eimer Leinöl - Kosten 12 Gulden, zuzüglich 30 Kreuzer - per Postboten nach Znaim.3 Am 4. November 1770 langt die Fuhre in der Kreishauptstadt ein: Zwei Fässer sind es, in denen sich die Menge von einem Eimer Leinöl befinden soll, doch muss Eyßenberg indigniert feststellen, dass auf dem Weg nach Znaim ein Teil des Leinöls verloren ging. Seinen Ärger an die Adresse seiner vorgesetzten Behörde richtend, moniert er umgehend, dass hinkünftig die Vaaßln besser, dann die ersteren [zu] verwahren seien, massen selbte nicht Voller anhero bekommen: Die Fässer würden dergestalten rinnen, dass die Nothwendigkeit fast erheischen dörffte, neue anzuschaffen. Überhaupt sei die Lieferung zu spät gekommen; da die Beschleunigung des Werks so dringend sei, habe er sie gar nicht abgewartet, sondern die für die Herstellung der Farbe nötigen Utensilien selbst angekauft: Einige Maß Leinöl hätte er nebst einem Vaßl Schür-Ruß in Znaim erstanden, drei Eimer mit dem Inhalt von 40 großen Maß hingegen in Telč besorgt. 16 Gulden habe der Eimer inklusive Maut und Fuhrlohn gekostet, zusammen seien also 48 Gulden zu bezahlen gewesen;4 aus einer Kostenaufstellung geht hervor, dass dieser Betrag einem Verkäufer namens Pawel Brazda ausgezahlt wird.5 Für den gesamten Kreis errechnet Eyßenberg nunmehr einen Bedarf von neun großen Eimern Farbe; an das mährische Gubernium stellt er wieder die Frage, ob er die zumindest fünf noch nötigen Eimer von Brünn aus erwarten, oder ob er diese nicht lieber in seinem Kreis ankaufen solle. Das mährische Gubernium antwortet ihm, dass er das Leinöl aus Brünn zugeschickt bekommen werde; es sei nur nötig, dass er rechtzeitig und zwar jeweils vier Wochen im Vorhinein den Bedarf avisiere.6
Den Znaimer Kreishauptmann beschäftigt nicht nur der Erwerb der Farbbestandteile; von Anfang an meldet er Bedenken wegen der Zusammensetzung und der daraus resultierenden Qualität der Farbe an: [E]in mit blossen Leinöhl angemachter Kihnruß (...) unterliege (...) einer sehr langweilligen austrückerung und würde bei den ersten Regen- oder Schneefällen abgewaschen werden; besser sei es, der Farbe Firnis beizumengen.7 Das mährische Gubernium lehnt ab: Die Häuser seien in den Dörfern ohnehin mit einem Vorsprung vom Dache versehen, wodurch die Nummern nicht so sehr der Unbill des Wetters ausgesetzt seien; der Kreishauptmann habe zur Herstellung der Farbe lediglich die beiden Bestandteile Kihnruß und Leinöhl, nicht aber Firnis zu gebrauchen.8
Dass die Qualität der Farbe zuweilen zu wünschen übrig lässt, müssen die Konskriptionskommissare im Czaslauer Kreis in Böhmen feststellen: Die dort von einem Mann namens Müller um 15 Kreuzer pro Seidl angekaufte Farbe erweist sich als ungeeignet, sie trocknet im Winter nicht schnell genug; schließlich gelingt es, einen Maler zu finden, der eine dauerhaftere Farbe sogar um einen Kreuzer billiger herstellen kann.9


(1) Moravský zemský archiv, Brünn, (MZA), B1, R 93/4B, Kt. 1672: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 6.9.1770.

(2) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 18.10.1770.

(3) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Mährisches Gubernium an Znaimer Kreisamt, 2.11.1770; Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR), 1770/74/1017: Protokoll der mährischen Konskriptionskommission, 12.11.1770.

(4) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 5.11.1770.

(5) MZA, B1, R 93/4b, Kt. 1672: Consignation was in Kreisen (…), 6.12.1770.

(6) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 5.11.1770; mährisches Gubernium an Znaimer Kreisamt, 12.11.1770.

(7) MZA, B1, R 93/4B, Kt. 1672: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 6.9.1770; vgl. Stichwort Kohlenstoffarben, in: OLBRICH, HARALD (Hg.): Lexikon der Kunst. 7 Bände. Leipzig: Seemann, 1987–1994, Bd. 3, 1991, S. 812.

(8) MZA, B1, R 93/4B, Kt. 1672: Mährisches Gubernium an Znaimer Kreisamt, 14.9.1770.

(9) Národní Archiv, Prag (NA), Bestand České Gubernium-Militare, 1763–1783, Q 1, Kt. 268: Czaslauer Kreisamt an böhmische Konskriptionskommission, 15.2.1771.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Hausnummernfarbe Schwarz

Üblicherweise werden die Häuser in der Habsburgermonarchie 1770/71 mit schwarzer Farbe nummeriert. Was die Herstellung dieser Farbe anbelangt, so erfolgt diese durch die Vermischung von Leinöhl und Kihnruß;1 aufgetragen wird sie mit Pinseln, von denen im Znaimer Kreis 60 Stück angekauft werden.2 Im Fall der Stadt Prag ist bekannt, dass eigens ein Maler damit beauftragt wird, die Hausnummer an den Wänden anzubringen: Pro nummeriertem Haus sind ihm drei Kreuzer auszuzahlen.3 In der Stadt Brünn wiederum werden zusätzlich zu den Kommissaren für die Hausnummerierung eigene Handlanger herangezogen; drei Männer sind es, die zu tragung deren Laittern, und deto deren Farben gebrauchet werden. [A]llein da sie keine Bezahlung bekommen, entliefen Sie. Also wird seitens des Brünner Kreisamts beschlossen, den aufzunehmenden Handlangern nun doch Geld zu bezahlen. Die Höhe des Lohns jedoch wollen die Beamten des Kreisamts nicht selbst bestimmen; stattdessen fragen sie beim mährischen Gubernium an, wieviel sie diesen armen täglich von frühe bis abends späth brauchenden Handlangarn bezahlen sollen. Die Antwort der mährischen Konskriptionskommission lautet: 12 Kreuzer täglich.4


(1) Dazu u.a.: Moravský zemský archiv, Brünn, (MZA), B1, R 93/4B, Kt. 1672: Znaimer Kreisamt an mährisches Gubernium, 6.9.1770. Es handelt sich dabei um ein gebräuchliches Verfahren der Farbherstellung, vgl. Stichwort Lampenschwarz, in: OLBRICH, HARALD (Hg.): Lexikon der Kunst. 7 Bände. Leipzig: Seemann, 1987–1994, Bd. 4, 1992, S. 209f.

(2) MZA, B1, R 93/4b, Kt. 1672: Consignation was in Kreisen (…), 6.12.1770.

(3) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR), 1770/74/889: Protokoll der böhmischen Konskriptionskommission, 13.10.1770.

(4) MZA, B1, R 93/1a, Kt. 1669: Brünner Kreisamt an mährisches Gubernium, 11.11.1770; mährisches Gubernium an Brünner Kreisamt, 12.11.1770; vgl. auch KA, HKR 1770/74/1017: Protokoll der mährischen Konskriptionskommission, 12.11.1770.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Von der roten Farbe der Hausnummern

Die für die Hausnummerierung in der Habsburgermonarchie erlassenen Instruktionen vom 10. März 1770 sind eindeutig: [D]er Numerus eines jeden Hauses, es möge solches von Stein, oder Holtz aufgebauet seyn, ist ohne anhöftung besonderer Tafeln lediglich durchgehends Ober der HausThür mit Schwartzer Farbe in einer wohl sichtbaren Größe aufzuzeichnen.1 Für Wien scheint eine - von mir bislang nicht ausfindig gemachte - Ausnahmeregelung zu gelten: Hier werden die Nummern nicht mit schwarzer, sondern mit roter Farbe auf die Wände gemalt. Dies geht zum einen aus den heute noch erhaltenen, teils renovierten Überresten dieser Nummern hervor,2 zum anderen aus dem Umstand, dass eigens Erwähnung findet, dass die päpstliche Nuntiatur schwarz nummeriert ist: Sey die Numerirung der päbstlichen Nuntiatur auf Veranlaßung des anwesenden Nuntii durch seine eigene Leuthe beschehen, und der dieses Hauß betrefende Numerus nicht mit rother, sondern mit schwarzer Farbe entworfen worden.3 Die Beamten sowohl des Hofkriegsrats als auch der Hofkanzlei werden in der Folge damit befasst, ob die Farbwahl zu revidieren sei, finden aber nichts daran auszusetzen.4 Es bleibt ungewiss, ob diese Wienerische Abweichung bei der Farbwahl als ein Zufall zu betrachten ist, bedingt zum Beispiel durch ein gerade günstiges Angebot eines Farbhändlers; ebenso möglich erscheint die Erklärung, dass die roten Hausnummern bewusst eingesetzt werden, als Mittel zur Distinktion der Häuser der Residenzstadt von denen der Provinz.


(1) Národní Archiv, Prag (NA), Bestand České Gubernium-Militare 1763–1783, Q 1, Karton 270: Instruktion, 10.3.1770; siehe auch Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv (KA), Wien, Bestand Hofkriegsrat (HKR), 1770/74/161 N°9: Dekret an die Generalkommandos in Böhmen, Mähren und Innerösterreich sowie Reskript an Neipperg, 13.3.1770, f. 19r–v. Die letztere Fassung weicht von der ersten leicht ab, insbesondere was die Farbe anbelangt, denn hier ist von roth oder schwarzer Öelfarbe die Rede, wobei wohl auf die Durchstreichung der roten Farbe vergessen wurde.
(2) Hier sind insbesondere die Nummern der Häuser Ballgasse 8 (Konskriptionsnummer 1343) und Köllnerhofgasse 3 (Konskriptionsnummer 1379) zu nennen.
(3) KA, HKR 1770/74/1045: Protokoll der niederösterreichischen Konskriptionskommission, 22.11.1770.
(4) KA, HKR 1770/74/987: Reskript an Neipperg, 5.12.1770; Niederösterreichisches Landesarchiv, St. Pölten, Bestand Nö. Regierung 24/1: Index L (Militärsachen) 1770–1781, Lit. N, 1770, p. 1 (Hofresolution, 15.12.1770).

Dienstag, 1. Mai 2007

Hausnummern in Usbekistan

Usbekistan_Samarkand_Hausnummer_1
Samarkand

Usbekistan_Samarkand_Hausnummer_2
Samarkand

Usbekistan_Samarkand_Hausnummer_Mahmud-Koshgariy-Strasse_84
Samarkand, Mahmud-Koshgariy-Straße, 84

Usbekistan_Samarkand_Hausnummer_Mahmud-Koshgariy-Strasse_95
Samarkand, Mahmud-Koshgariy-Straße, 95

Usbekistan_Buchara_Hausnummer_1
Buchara

Usbekistan_Chiwa_Hausnummer_1
Chiwa

Usbekistan_Chiwa_Hausnummer_2
Chiwa

Montag, 30. April 2007

Bündnis zwischen Wischmob und Laptop?

Passend zum morgigen 1. Mai bringt Telepolis einen Beitrag zur Karriere des Begriffs Prekariat.

Sonntag, 29. April 2007

Homepage von Hellmut G. Haasis

Einen erfreulichen Vortrag auf der gestern zur Ende gegangenen Tagung zu Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert in der Habsburgermonarchie lieferte Hellmut G. Haasis, der Dokumente zum literarischen Underground Habsburg präsentierte, d.h. unter anderem Schriften und Flugblätter von Freiheitsbewegungen mit dem geographischen Schwerpunkt Vorderösterreich und diverse deutsche Reichsstädte. Haasis, der sich als Schriftsteller und Geschichtsausgräber mit so unterschiedlichen Themen wie Joseph Süß Oppenheimer, Georg Elser, dem Attentat auf Heydrich und verschütteten Freiheitsbewegungen beschäftigt und auch als Märchenclown Druiknui auftritt, betreibt auch eine eigene Homepage.
Der Ö1-Bericht über die Tagung ist übrigens für den 14. Juni 2007, 19.05-19.30 angekündigt.

Samstag, 28. April 2007

Frag- und Kundschaftsämter in der Habsburgermonarchie als Institutionen der Informations- und Wissensvermittlung

Heute bin ich mit meinem Vortrag dran auf der Tagung Kommunikation und Information im 18. Jahrhundert: Das Beispiel der Habsburgermonarchie.

Mein Abstract lautet wie folgt:
Immer verworrener, unübersichtlicher und chaotischer werden die Städte in der Frühen Neuzeit; es bedarf einer Reihe von aufwändigen Maßnahmen und Einrichtungen, um sie für ihre BewohnerInnen und für fremde BesucherInnen benützbar zu machen. Eine dieser Einrichtungen sind die seit dem 17. Jahrhundert gegründeten Adressbüros. Das berühmteste unter ihnen ist das von Théophraste Renaudot in Paris eingerichtete Bureau d’adresse, das ab 1630 existierte; in London wiederum leitete 1650 Henry Robinson ein kurzlebiges Office of Address for Accomodations, und es wurden in der Folge eine Reihe so genannter Registry Offices installiert, worunter vor allem das von Henry Fielding 1750 begründete Universal Register Office hervorzuheben ist. Auch in deutschsprachigen Städten gibt es solche Einrichtungen, so wurde in Berlin 1689 ein Adress-Hauß eingerichtet. Alle diese Büros verwalten und makeln Informationen und Adressen, verweisen auf neu erschienene Bücher und vermitteln Mitfahrgelegenheiten bei Reisen; sie treten neben die traditionellen Beziehungsnetzwerke und übernahmen manche deren Funktionen, wie zum Beispiel Verkaufs- und Arbeitsvermittlung, Informationsaustausch, Kreditvergabe oder Botendienste.
Mein Beitrag soll sich mit den Adressbüros in der Habsburgermonarchie beschäftigen; gegründet wurden sie - nach einem ergebnislos verlaufenen Versuch des baskischen Sprachlehrers Johannes Angelus de Sumaran, 1636 eine
offentliche fragstuben einzurichten - durchgehend im Laufe des 18. Jahrhunderts. In Wien war es 1707 soweit, damals wurde gleichzeitig mit dem Versatzamt - dem heutigen Dorotheum - das Frag- und Kundschaftsamt gegründet, eine Einrichtung, über die sehr wenig bekannt ist. Sicher ist, dass es über Jahrzehnte hindurch existierte und ab den 1720er Jahren eng mit dem Wienerischen Diarium kooperierte; es gab bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein eigenes Anzeigenblatt - die Post-tägliche Wiener Frag- und Anzeigungs-Nachrichten, auch Kundschaftsblatt genannt - heraus, in dem neben Verkaufsanzeigen u.a. Stellenanzeigen, Steckbriefe sowie Verweise auf neu erschienene Bücher abgedruckt wurden.
Auch in Prag gab es ein
Fragamt; es wurde 1747 in Zusammenhang mit dem dortigen Versatzamt gegründet und gab wie das Wiener Amt ein Kundschaftsblatt heraus. In Brünn wiederum wurde eine solche Einrichtung 1751 gegründet; es sollte ein Informationszentrum sein, in dem man u. a. Auskunft über den Postverkehr und Fracht- und Maut-Gebühren holen konnte. In Klagenfurt scheiterte 1757 das Projekt, ein Fragamt einzurichten, auch eine vergleichbare Einrichtung in Innsbruck blieb nur Projekt. Sehr wohl gegründet wurde aber ein Fragamt in Budapest, angesiedelt im „Schustermajers Hause auf dem Servitenplaz“.
Ziel meines Beitrags ist es, auf Grundlage von archivalischen sowie gedruckten Quellen einen ersten Überblick über diese in Vergessenheit geratenen Institutionen zu liefern.


#FragamtWien