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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Montag, 19. Juni 2006

Geschichte Online bei UTB

Für November/Dezember angekündigt: Die UTB-Version der Module 1 und 2 der E-Learningplattform Geschichte Online.

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Eder, Franz X./Berger, Heinrich/Casutt-Schneeberger, Julia/Tantner, Anton: Geschichte Online. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten - Literatur- und Informationsrecherche. Stuttgart: UTB M 2822, angekündigt für November/Dezember 2006. ISBN 3-8252-2822-3, ca 300 S., ca. EUR 19.90.

Sonntag, 18. Juni 2006

Louis-Ferdinand Céline und das Hot Dog

1990 tobte in konkret eine heftige Debatte um Louis-Ferdinand Céline: Solle man den wilden Antisemiten lesen? Oder lieber doch nicht? (konkret, 8/90, S.62ff; 9/90, S.58ff; 10/90, S.64ff; vgl. auch 8/97, 48ff); Matthias Altenburg und Hermann Peter Piwitt traten vehement für ersteres ein. Ich fand jedenfalls die 1932 erstmals erschienene Reise ans Ende der Nacht zwar für durchaus kurzweilig, aber nicht umwerfend, vor allem der Schluss nervte dann ein wenig. Interessant ist jedenfalls, dass Céline seinen Protagonisten Ferdinand Bardamu in New York das Hot Dog entdecken lässt: Um sich in Amerika preiswert zu ernähren, kann man ein kleines warmes Brötchen mit einem Würstchen drin kaufen, das ist bequem, so was wird an jeder Straßenecke verkauft, überhaupt nicht teuer.

Céline, Louis-Ferdinand: Reise ans Ende der Nacht. Reinbek: rororo 23658, 2004, S.269.

Samstag, 17. Juni 2006

Interview mit Handke in der NZZ

Die NZZ bringt in ihrer Wochenendausgabe ein umfangreiches Interview mit Peter Handke zum Zerfall Jugoslawiens; die redaktionellen Anmerkungen dazu sind, wie nicht anders zu erwarten, tendenziös, das Interview selbst ist aber in Ordnung.

Freitag, 16. Juni 2006

Wolfgang Fritz Haug 70

Die WOZ porträtiert Wolfgang Fritz Haug, marxistischer Philosoph und Herausgeber der Zeitschrift Argument. Was soll man schon hinzufügen ausser: Abonnieren!

Musée Théophraste Renaudot in Loudun

Loudun - Bar Renaudot

Loudun also, die Geburtsstadt von Théophraste Renaudot; ein Hotel Renaudot, eine Bar Renaudot, eine rue Renaudot, eine Renaudot-Statue. Selbst das Elternhaus steht noch; in ihm ist seit 1981 das Musée Théophraste Renaudot untergebracht (auf die Augen klicken, die anderen Links auf der Startseite funktionieren noch nicht). Wer zu Renaudot schon recherchiert hat, wird darin nicht viel Neues finden, es ist mit seinen Wachsfiguren auch eher für Kinder ausgerichtet. Es gibt auch eine association "Les Amis de Théophraste Renaudot", die unter anderem einen von Kleinkindern vergebenen Literaturpreis, den Petit Théophraste des benjamins ausgeschrieben hat; dieses Jahr hat ihn Gérard Hubert-Richou mit seinem Buch Le Roi foudroyé bekommen, in dem vier Straßenkinder von Renaudot empfangen werden.

Mittwoch, 14. Juni 2006

Google Alerts

Irgendwie scheint Google Alerts, der Benachrichtigungsdienst von Google beim Auftauchen neuer Webseiten nur mangelhaft zu funktionieren, gelesen habe ich dazu allerdings bislang kaum was. Zu den von mir angegebenen Suchbegriffen bekomme ich jedenfalls immer wieder Seiten, die schon mehrere Jahre alt sind und diese mehrfach hintereinander, während andere Seiten wiederum, von denen ich (u.a. dank Google) Bescheid weiss, nicht auftauchen.

Dienstag, 13. Juni 2006

Das Bureau d'Adresse als Kunstgalerie

Was für Funktionen nicht alle das 1630 von Théophraste Renaudot eingerichtete Bureau d'Adresse erfüllt hat: Informationsvermittlungsstelle, Verkaufsagentur, Arbeitsvermittlung, Veranstaltungsort gelehrter Vorträge, Herausgabe der Gazette (de France), Polyklinik, Pfandverleih, ... Eine weitere Funktion ist dieser Aufzählung hinzuzufügen, nämlich die einer Kunstgalerie: In der Semaine du Bureau d'Adresse gibt es als eigene Kategorie die Überschrift TABLEAUX: Il y en a plusieurs de bons Maistres: entre lesquels ceux-cy seront demain exposez Es gibt also mehrere Tafelbilder von Meistern, die ab dem nächsten Tag ausgestellt werden; dazu zählen eine Madonna von Rubens und ein Opfer Abrahams.

Les ceremonies du Te Deum chanté a Nostre Dame, Et des drappeaux qui y ont esté porrez. En suite de la reprise des Isles sur les Espagnoles. Avec l'avis receu de la defaite des Croquans. Et la semaine du Bureau d'Adresse. Paris: Bureau d'Adresse, 1637, S. 12f.
BNF, Signatur 8-LB36-3122

Montag, 12. Juni 2006

Karl Kraus-Ausstellung in Wien

Das Wiener Literaturhaus eröffnet heute die Ausstellung Karl Kraus: Die Sprache - frühe und späte Aspekte, die bis 13. September zu sehen ist. Erinnert mich daran, dass ich, wenn ich im Juli wieder in Wien bin, sofort die Kraus'sche Hausnummer aufnehmen muss. Demnächst also in diesem Theater. [via Der Standard]

Interview mit Ken Loach

Die NZZ bringt ein Interview mit Ken Loach über seinen neuen Film The Wind That Shakes the Barley, der in Cannes die Goldene Palme gewonnen hat; ebenfalls in der NZZ: ein kurzer Artikel über den Film.

Sonntag, 11. Juni 2006

Der Rosenpark, 1050 Wien - 2

Für Frau Helene D. – sie ist 1912 geboren und setzt sich manchmal, bevor sie die Sauna des Einsiedlerbades besucht, in den Einsiedlerpark – sind mit der heute verschwundenen Grünanlage ganz andere Erinnerungen verbunden: "Im Rosenpark, da haben wir Tanzen gelernt. 1929, 1930 sind wir immer am Abend dorthin gegangen, und einer hat ein Grammophon mitgebracht. Charleston, Wiener Walzer, das war ganz egal, wir haben versucht zu tanzen; ich war dann sogar zehn Jahre Eintänzerin beim Glasl in der Margaretenstraße."

Rosenpark1

Kein Wunder, daß der "Rosenpark" bis heute fest im kollektiven Gedächtnis der MargaretnerInnen verankert blieb; sie erinnern sich damit an eine Zeit, als der Margaretengürtel laut den Worten des damaligen Leiters des Stadtgarteninspektorats Friedrich Kratochwjle "durch die prächtigen Gemeindebauten und durch die schönen Gartenanlagen zu den schönsten Teilen der Stadt" gehörte – eine Einschätzung, die heute nur mehr schwer nachvollziehbar ist.
Noch in den fünfziger und sechziger Jahren war der Park mit den vielen Rosenbeeten, dem Mandelbaum, der Platane und der Trauerweide ein beliebter Treffpunkt; das endgültige Aus kam dann im Zuge der Verbreiterung des Gürtels: Der "Rosenpark" wurde verkleinert, rückte zwischen die Fahrbahnen, eine Hälfte wurde gar zum Parkplatz umgestaltet. In den siebziger Jahren fanden sich dann nur mehr einige wenige Unentwegte, die dort, dem Verkehr zu trotz, Fußball spielten.
Heute sind die kärglichen Reste nur mehr über die Ampelanlage bei der Einsiedlergasse und über die Straßenbahnstation Eichenstraße zu erreichen.

Quelle: Ilona Schachhuber/Anton Tantner: Parkgeschichten. Wien: Verein "Spiel mit New Games", 1998. [Info]

Samstag, 10. Juni 2006

La Semaine du Bureau d'Adresse

Diese Publikation des Bureau d'Adresse von Théophraste Renaudot war mir bislang nicht aus der Literatur bekannt, auch die beiden Renaudot-Forscher Gérard Jubert und Gilles Feyel konnten mir bestätigen, dass sie davon keine Kenntnis besassen.

Semaine-du-Bureau-d-Adresse

Zwei Ausgaben habe ich finden können, es scheinen auch nicht mehr erschienen zu sein. Es handelt sich dabei um ein Anzeigenblatt, das ähnlich wie das Feuille du Bureau d'Adresse Auszüge aus den Registern des Bureau publizierte, also zum Beispiel unter der Rubrik Maisons à vendre dans la ville de Paris: On vendra une maison au quartier des halles, consistant en porte cochere, une grande boutique & arriereboutique, grande allée, grand corps de logis sur le devant & autre sur le derriere, court, puits, escuries & autres commoditez loüée chacun an mil livres, pour le prix de vingtquatre mil livre. V.5.f.6.a.4.r - Die Buchstaben-/Zahlenkombination am Schluss zeigt den Ort im Register an, der u.a. den vollständigen Namen und die Wohnadresse des Verkäufers enthält: Volume 5, folio 6, article 4 recto.
Interessant ist auf jeden Fall, dass das Register als "geheim", als secret bezeichnet wird, was unterstreichen soll, dass die Namen und die Adressen der pozenziellen Verkäufer keineswegs der Öffentlichkeit preisgegeben werden sollen. Beim Relaunch des Bureau d'Adresse 1647 kündigte Renaudot ja an, hinkünftig zwei Register zu führen, eines mit den Namen und Adressen, das andere ohne diese.
Weiters bemerkenswert ist, dass Renaudot eindeutig feststellt, dass er das Erscheinen des Feuille du Bureau d'Adresse unterbrochen hat und auch bereit ist, die Semaine du Bureau d'Adresse wieder einzustellen, falls sie nicht auf genügend Resonanz stößt.
Den Annoncen vorangestellt befindet sich ein occasionel, eine politische Nachricht, in einem Fall über die Einnahme der Stadt Bergerac, im anderen Fall über einen Gottesdienst in Notre Dame. Die Publikation der Semaine du Bureau d'Adresse scheint jedenfalls in Zusammenhang zu stehen mit der im Mai 1637 erfolgten Eröffnung des Pfandverleihs im Bureau d'Adresse.
Ebenfalls im Katalog der BNF ausfindig machen konnte ich ein weiteres, unbekanntes Anzeigenblatt des Bureau d'Adresse, 1639 erschienen, das sich aber nicht mehr am Platz befindet und verlorengegangen zu sein scheint.

La prise de la ville de Bergerac et entiere dissipation des Croquans, Par le Duc de la Valette. Avec la semaine du Bureau d'Adresse. Paris: Bureau d'Adresse, 1637.
BNF, Signatur 8-LB36-3117

Les ceremonies du Te Deum chanté a Nostre Dame, Et des drappeaux qui y ont esté porrez. En suite de la reprise des Isles sur les Espagnoles. Avec l'avis receu de la defaite des Croquans. Et la semaine du Bureau d'Adresse. Paris: Bureau d'Adresse, 1637.
BNF, Signatur 8-LB36-3122

La Merveille arrivée à Londres d'un serpent né dans le cœur d'un gentil-homme vivant. Avec l'estat des choses à vendre au Bureau d'Adresse, Paris, 15.12.1639.
BNF, Signatur 8-Z-1751 (nicht am Platz)

Freitag, 9. Juni 2006

Der Kunstbetrieb als Wegbereiter des Prekariats

Dass die Arbeitsformen im Kunstbetrieb die Situation des heutigen Prekariats vorweggenommen haben, wurde ja schon gelegentlich beobachtet. Insofern dürfte ein Selbstmanagement-Handbuch für KünstlerInnen - Weinhold Kathrein: Selbstmanagement im Kunstbetrieb. Handbuch für Kunstschaffende. Bielefeld: Transcript, 2005 - ein nur zu brauchbares Anleitungsbuch für's tägliche Überleben sein.
Es wundert nun nicht, wenn manche ein Loblied auf die prekären Beschäftigungsverhältnisse singen, auch wenn sie damit angeblich den Neoliberalismus kritisieren wollen; das jüngste Beispiel dafür, ein Buch von Adrienne Göhler, wird heute im Freitag rezensiert: Verflüssigung heisst die Devise der Autorin, vom Sozialstaat sollen wir uns endlich verabschieden und von der Kunst lernen. Und dabei aber ganz, ganz radikal sein. Soso.

Goehler, Adrienne: Verflüssigungen. Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft. Frankfurt/New York: Campus, 2006.