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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Mittwoch, 1. Juli 2009

Umnummerierung der Häuser in Prag, Februar 1805

Im Februar 1805 erfolgt in Prag eine Umnummerierung der Häuser, über die die Prager Oberpostamtszeitung folgendermaßen berichtet:

Vorige Woche begann nach dem Sinne des kürzlich erschienenen höchsten Konskriptionspatents die neuere Numerirung der Häuser dieser königl. Hauptstadt, indem man das altstädter Rathhaus mit der Zahl I bezeichnete, und sofort der Reihe nach die daranstossenden Häuser mit rother Oelfarbe neu zu numeriren anfieng, so zwar, daß hinfüro die Häuser eines jeden Hauptviertels eine eigene neue Ordnung der chronologischen Zahlen haben, und die alten Numern nicht mehr gelten werden.

Kaiserl. auch K.K. priv. prager Oberpostamtszeitung, Nr.24, 25.2.1805, S.93
Narodní Muzeum, Signatur 89 D 145/1805

Die damals vergebenen Konskriptionsnummern gelten zum Teil bis heute; Hausnummern-Konkordanzen gibt es u.a. folgende:

[Barth, Karl]: Verzeichniß aller Häuser, Strassen und Plätze der königlichen Haupt- und Residenzstadt Prag nach der neuen und alten Numerirung, mit Angabe der Hausbesitzer und Schilde und einer vergleichenden Übersicht der alten und neuen Numern. Prag: Barth, 1805.
Archiv hlavního města Prahy, Signatur A 1293

Schematismus für das Königreich Böhmen auf das gemeine Jahr 1811. Prag: Haase, o.J.
Österreichische Nationalbibliothek, Signatur 182.775-B.Alt/1811

Erben, Karel Jar.: Autentický ukazatel ulic a náměstí i čísel domovních král. hl. města Prahy dle nového, starého i nejstaršího čislováni [Authentischer Anzeiger der Straßen und Plätze und der Hausnummern der königlichen Hauptstadt Prag nach der neuen, alten und ältesten Nummerierung]. Prag: Fuchs, 1870.
Narodní Muzeum, Prag, Signatur 84 G 55

Dienstag, 30. Juni 2009

Ein Wachsfigurenkabinett im Zeitungscomptoir, Prag 1794

Februar und März 1794 befindet sich der aus Mailand gebürtige Kaetano Pecci (Pezzi) in Prag, und stellt im Schönfeldschen Haus sein Wachsfigurenkabinett aus. Welche Figuren dort zu sehen sind und wieviel der Eintritt kostet, preist folgende Annonce in der Beilage zur Prager Oberpostamtszeitung an:

Ankündigung.
Mit hoher Bewilligung wird Kaetano Pezzi, der an den meisten Höfen und Hauptstädten Europäns mit seinem aus 20 hier noch nie gesehenen, ganz nach dem Leben bearbeiteten Wachsfiguren bestehenden Kunstkabinete sich den größten Beyfall erworben, die Ehre haben, dem hiesigen Publicum sein sehenswürdiges Kunstkabinet zu empfehlen. Diese der Natur ähnlichen Figuren äußern einen allgemeinen Begriff des Karakters, der Kleidung und des Alters; welche Folgende sind:
Die k.k. österr. Familie. Se. k. Hohh der Palatinus. Wailand Se. Maj. Joseph der Zweyte. Se. k. Maj Wilhelm, der itzt regierende König von Preußen. Se. k. M. König von Neapel. Se. Durchl. Prinz von Koburg. Friedrich der Große. G.F.M. Laudon. Selim der Dritte, regierender Sultan nebst seiner Sultaninn. Das Portrait des Verfassers. Diogenes. Seneka. Das alte Weib aus Palermo in Sizilien, die bei 3000 Menschen vergiftet hat, nebst andern schönen bedeutenden Figuren.
Dieses Kabinet wird eröffnet von früh 8 bis 12 Uhr, Nachmittags von 2 bis 10 Uhr, Standespersonen zahlen nach Belieben. Man zahlt beim Eintritte 7 kr. Kinder und Dienstbothen 3 kr.
Der Schauplatz ist im von Schönfeldschen Hause, in der Jesuitengasse Nro. 492. im Eingange.

Kaiserlich Königlich privilegirte Prager Oberpostamtszeitung, Beilage, 12.Stück, 10.2.1795, S.99
Archiv hlavního města Prahy, ohne Signatur

In einer späteren Annonce verkündet Pecci, dann noch, dass zugleich der berüchtigte polnische General Kosziusko in seiner Lebensgröße und Tracht vorgezeigt wird (18.Stück, 2.3.1795, S.152); Pecci ist jedenfalls zufrieden, wie er in seiner letzten Annonce zu erkennen gibt: Er schmeichelt sich eines zahlreichen Zuspruchs. (20.Stück, 10.3.1795, S.172)

Übrigens: Das Schönfeldsche Haus existiert noch heute (Karlova 12/Stare Město 184); über dem Eingang findet sich die Werbung für ein Marionettentheater und -museum, die dort untergebracht waren (Korrektur 3.7.2009: Das Marionettentheater ist immer noch dort untergebracht):
Schoenfeldhaus

Montag, 29. Juni 2009

Vom Verfertigen eines Adressbuchs, Prag 1774

Wie bekommt man anno 1774 die Daten für ein - im übrigen sehr beeindruckendes und mit Registern für Straßennamen, Hausschildern und Namen der HausinhaberInnen versehenes - Adressbuch zusammen? Der Buchdrucker und Verleger Johann Ferdinand v. Schönfeld berichtet:

Ich hatte zu rechter Zeit durch eine nicht nur an allen Ecken der Strassen und andern öffentlichen Orten angeheftete, sondern auch fast in allen Häusern, besonders in allen Handlungs- und Handerwerks-Gewölben und Boutiquen, tc. ausgetheilte Nachricht das Vorhaben und den Hauptplan des gegenwärtigen Werkchens auf eine solche einleuchtende Weise bekannt gemacht, daß jederman von meinem Vorhaben und Verlangen deutlich und hinlänglich unterrichtet worden ist. Ich machte dahero auch die sicherste Rechnung, daß niemand mit den verlangten, und in dem gedruckten Avertissement umständlich und in einigen Beyspielen oder Mustern deutlich beschriebenen Anzeigen, seines Gewerbes, seiner Waaren, Nahrung, tc. seines Vor- und Zunamens, seiner Wohnung tc. ausbleiben würde; daß es gleichwohl wider mein Vermuthen geschehen ist, davon lag die Schuld zum wenigsten nicht an mir.

Beschreibung der königlichen Hauptstadt Prag welche hauptsächlich ein ausführliches Verzeichniß aller Plätze, Straßen und Häuser, samt Anzeige ihrer Inhaber, Schilde und Numern (...) enthält. Prag: Schönfeld, 1774, Vorrede, unpaginiert.
NKP, Signatur: 65 E 2628

Sonntag, 28. Juni 2009

Prags Numero 1 revisited

Apropos Hausnummern in Prag: Auch die Nummer 1 auf der Burg hat sich seit meinem letzten Besuch verändert:

Wo im November 2007 die Nummer nur schemenhaft zu erkennen war:

PragHradcany_001_Matthiastor-Detail

sieht es nunmehr so aus:

PragHradcany_001_Matthiastor-Detail_2009

Samstag, 27. Juni 2009

Heinrich Wolfgang Behrisch über Aloys Blumauer und die "Schwarze Zeitung"

Ignaz de Luca und Johann Pezzl erwähnen in ihren Wienbeschreibungen 1787 eine so genannte Schwarze Zeitung, die für 3 Kreuzer in Wien zu haben war, zweimal wöchentlich erschien (Luca, S.420) und über Unglüksfälle, und Biographien von lauter Selbstmördern berichtete (Pezzl, S.560). Bislang ist kein Exemplar davon bekannt, und auch in den Akten lässt sich keine Spur davon nachweisen. Nur Gustav Gugitz erwähnt in einem Kommentar zu Franz Gräffers Kleine Wiener Memoiren und Wiener Dosenstücke, dass der Schriftsteller Johann Anton Liebenstein einer der Mitarbeiter war und dass in einem im Prager Nationalmuseum aufbewahrten Briefwechsel von 1784 Aloys Blumauer als Herausgeber der Schwarzen Zeitung bezeichnet wird (Gräffer, Bd.2, S.320f). In ihrer Blumauer-Biographie hat Edith Rosenstrauch-Königsberg dies allerdings bezweifelt; da ich nun mal schon in Prag bin, habe ich im Narodní Muzeum den Briefwechsel eingesehen und veröffentliche hier die gesamte Blumauer betreffende Passage aus einem in Abschrift vorliegenden Manuskript, das Max von Lamberg am 29.4.1784 an Johann Friedrich Opitz schickte. Es wurde von Heinrich Wolfgang Behrisch verfasst und trägt den Titel Was ist die k.k. Bücherzensur in Wien? Nach Aussage Lambergs (S. 297) sollen diese Schrift mehrere Malkontenten Ihro M dem Kaiser übergeben haben:

Was spricht man von dem Herrn Bl..r (Blumauer)? [S.313] Es giebt in Berlin eine allgemeine deutsche Bibliothek, die den Zensor und den Zensorn (das ist in Ansehung der | [S.314] Zensoren) spielt, und sich besonders über diesen (nämlich Blumauern) Frechheiten erlaubt hat, die er niemanden als sich erlaubt zu seyn glaubte. Er ist ein Dichter von Profession und ein pohlnischer Gelehrter, dem man den Geiz in Schimpfwörtern nicht vorwerfen kann. Er will seinen Gegnern gleich den Talglichtern nicht allein die Augen ausbrennen sondern sie auch anschwärzen. Er schlägt seinen Feind wie das Stückthier, indem er ihn besudelt. Bald sizt er auf dem Pegasus um zu fliegen (doch nur wie der Sperling auf des Adlers Schwingen sich zur Sonne erhebt), bald auf dem Buzephal um zu morden: denn er giebt eine schwarze Zeitung heraus, die jederman begeifert und beschmuzt. Er singt und beist mit dem Schnabel und schlägt | [S.315] mit den Flügeln, womit er flattert.
Gleich dem Kantor mischt er die Bestrafung der unmündigen Sänger in seinen Gesang, und seine Hand löset seine Kehle ab. Er stiehlt Fehler und tadelt Schönheiten. Er raubt wie die Harpyen, was er nicht besudelt, und läßt nur den, den er plündern will, unverwundet, wie jener Hussar in seinem Diebstal schonte. Er spielte den Esel in der Löwenhaut. Man sagte ihm aber, daß es ein anderes sey, wenn Herkules eine Löwenhaut um sich wirft. Bei jenem ist sie nur Larve, bei disen aber Kleid. Der leztere hat den überwunden, dessen Haut er sich zugeeignet; aber der erstere kann zu seiner fremden Montur gewiß nicht durch eigne Tapferkeit, Weil er der jüngste in politischen, moralischen und physischen Verstande ist, sezt er zuweilen, um den wahren Archonterton | [S.316] zu nehmen, typum non meretur um der Schriften, die er zensurieren und nicht rezensieren sollte. Einer von seinen Herrn Rivalen, gegen den er das Prudentiale verfehlte, erinnerte an die Fabel von der Viper und der Feile: mordaniorem qui mordit ipse mordetur. Das kann ich dem Herrn Bl..r versichern, daß ich meine Feder niemals wieder zu einem Vorleglöffel einer fremden Dinte herleihen will.
Artica quid esse inutilitas potest? Condidit tamen laudes Phanias physicus.
Die Zensur hat schon vielen Schaden aber auch durch das, was darüber gesagt worden, vielen Nuzen gestiftet. So diente jener Eselskinnbacken dem Simson sowohl zur Waffe, womit er 1000 Philister schlug, als zur wasserreichen Quelle. So weinen die Reben Wasser, ehe sie | [S.317] Trauben liefern, die unser Gleichniß versäuert, oder den Wein, den es zu Essig kocht.


Behrisch, Heinrich Wolfgang: Was ist die k.k. Bücherzensur in Wien?, Beilage A zum 29. Brief von Max Lamberg an Johann Friedrich Opitz, Brünn, 29.4.1784 in: J. F. Opiz. Briefwechsel mit Max Grafen von Lamberg in Brünn, Bd.2, S. 299-330; Narodní Muzeum, Prag, Handschriftensammlung, Signatur VII E 2b

Weitere Literatur:
Gräffer, Franz: Kleine Wiener Memoiren und Wiener Dosenstücke. 2 Bände. (=Denkwürdigkeiten aus Alt-Österreich; 13-14). (Hg. von Schlossar, Anton/Gugitz, Gustav). München: Georg Müller, 1918, 1922.
Luca, Ignaz de: Beschreibung der kaiserlichen königlichen Residenzstadt Wien. Ein Versuch. 2. Band: Wiens gegenwärtiger Zustand unter Josephs Regierung, Wien: Wucherer, 1787.
Pezzl, Johann: Skizze von Wien. Wien/Leipzig: Kraus, 1787, 4.Heft. <http://phaidra.univie.ac.at/o:10794>
Rosenstrauch-Königsberg, Edith: Freimaurerei im josephinischen Wien. Aloys Blumauers Weg vom Jesuiten zum Jakobiner. Wien/Stuttgart: Braumüller, 1975.

Freitag, 26. Juni 2009

Vom Verschwinden und Erscheinen der Nummern in Prag

Tja, das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine: Auch in der Welt der Prager Hausnummern gibt es ein Kommen und Gehen; so sind mir bei einem Gang durch die Altstadt folgende bislang nicht gesichtete Fragmente untergekommen:

PragStareMesto_02XX_Melantrichova11
Melantrichova 11

Und wo 1998 noch dieses - im übrigen auch in Karl Vocelkas Band für die von Herwig Wolfram herausgegebene Österreichische Geschichte namens Glanz und Untergang der höfischen Welt publizierte - Prachtexemplar war:

PragStareMesto_0175_Seminarska2_1998
Seminařská 2, 1998

sieht es nunmehr so aus:

PragStareMesto_0175_Seminarska2_2009
Seminařská 2, 2009

Donnerstag, 25. Juni 2009

Zum heutigen 25. Todestag von Foucault ...

sei auch wieder an seine Hausnummer erinnert:

Foucault-Hausnummer

Dienstag, 23. Juni 2009

Böhmische Insekten

Folgende Verkaufsanzeige findet sich 1802 in der Beilage zur Prager Oberpostamtszeitung:
N. 461 Insektensammlung zu verkaufen. [Absatz] Eine große und wohlverwahrte Sammlung bloß böhmischer Insekten ist zu verkaufen. Liebhabern giebt das v. Schönfeldsche Zeitungskomtoir nähere Nachricht.

Kaiserlich Königlich privilegirte Prager Oberpostamtszeitung, Beilage Nr.II zum 48.Stück, 22.4.1802, S.480

Montag, 22. Juni 2009

Prag

Das Adresscomptoir hat seine Zelte zur Zeit in Prag aufgeschlagen, um einige Jahrgänge der von Schönfeld herausgegebenen Prager Oberpostamtszeitung durchzusehen, die ein Konkurrenzunternehmen zum Prager Fragamt aufzog, bevor sie sich dieses einverleibte. Leicht wird es nicht, denn wie ich soeben erfahren habe, sind die entsprechenden Jahrgänge im Národní Muzeum in einer Abteilung einsehbar, die nur Mittwochs geöffnet ist; an der Prager Nationalbibliothek wiederum gibt es für den mich interessierenden Zeitraum nur die Jahre 1802, 1803 und 1807; bleibt noch das nicht gerade zentral gelegene Prager Stadtarchiv, das allerdings außertourlich von heute bis Mittwoch geschlossen ist.

Sonntag, 21. Juni 2009

Kritische Geschichte Wiki und Weblog online

Sind nun online: Das Kritische Geschichte Wiki und das Kritische Geschichte Weblog. Auch ein bibliographisches Tool gibt es dazu.