Diesen Hinweis bekam ich per Mail:
Einestages berichtet über eine während des 2. Weltkriegs im damaligen Ostpolen bei Nowogródek errichtete geheime Partisanenstadt, in der 1200 Juden überlebten:
Jedes der Zelthäuser war zum Großteil in der Erde versenkt und hatte gar eine eigene Hausnummer.
Als Literatur wird angeführt:
Tec, Nechema: Bewaffneter Widerstand - Jüdische Partisanen im Zweiten Weltkrieg. Gießen: Psychosozial-Verlag, 2004.
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- Sa, 25. Apr. 2009, 13:25
Nun von Matthias Pohlig auf
H-SOZ-U-KULT rezensiert: Der von Arndt Brendecke, Markus Friedrich und Susanne Friedrich herausgegebene Band
Information in der Frühen Neuzeit.
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Communication - Sa, 25. Apr. 2009, 13:22
Den Hinweis verdanke ich Maik Söhler: Ein Lob der Zeitung als Produktionszusammenhang, von Peter Praschl auf
Vague. Dazu passt ja wohl auch, dass
konkret nunmehr einen Ausflug ins Web 2.0 unternimmt. Ob twitter für eine linke, der Kritik gewidmete Zeitschrift wie konkret wirklich ein adäquates Medium sein kann? On verra, unter
http://twitter.com/konkretmagazin
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Blogosphaere - Fr, 24. Apr. 2009, 08:57
In Wien sind die Türnummern ja selbstverständlich, in anderen Städten aber keineswegs, wie u.a. aus diesem Bericht der
NZZ hervorgeht. Am Anfang wird der Alptraum des jetzigen Zustands beschrieben:
Das bereitet Statistikern und Angestellten von Einwohnerkontrollen gewiss schlaflose Nächte: dass sie nicht genau wissen, in welchem Stockwerk eines Hauses die Wohnung von Bürger X oder Bürgerin Y liegt und ob sie sich dort links oder rechts befindet. Anlass, diesen Zustand nun abzustellen ist das
eidgenössische Registerharmonisierungsgesetz; die Wohnungsnummern werden von der Post vergeben, es ist allerdings nicht geplant, Nummernschilder bei den Eingangstüren anzubringen.
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Nummerierung - Fr, 24. Apr. 2009, 08:49
Klingt spannend, das von
Ö1 für 23.5.2009 (14.00-15.00) angekündigte Hörspiel von Andreas Kloner:
Die Neuigkeit verbreitet sich im sensationslüsternen Wien wie ein Lauffeuer: Am 14. Februar 1827, wenige Wochen vor dem Tod Ludwig van Beethovens, wird der allseits beliebte Weltpriester und Mathematikprofessor Johann Konrad Blank im Haus "Zur eisernen Birne" in der Johannesgasse tot aufgefunden. Sein Mörder hatte ihm eine Reihe von Hieb- und Stichwunden zugefügt. Das "Taterhebungsprotokoll" hält nüchtern fest: "Die Röcke, die Weste, das Hemd, das Ober- und Unterbeinkleid sind voll Blut und an den der Wunde entsprechenden Stellen durchgestochen."
Ein Hauptverdächtiger ist schnell gefasst. Der polnische Bonvivant und Frauenheld Severin von Jaroszynski, fast täglicher Gast im "Theater in der Leopoldstadt" und Geliebter der gefeierten Schauspielerin Therese Krones, bestreitet allerdings trotz zahlreicher Zeugenaussagen den Mord an seinem ehemaligen Lehrer.
Andreas Kloner hat 180 Jahre nach der Tat den Fall rekonstruiert und aus den bis heute vorliegenden Vernehmungsprotokollen und Zeitungsartikeln ein dokumentarisches Hörspiel montiert. Ein Stück, das neben dem authentischen Kriminalfall einen tiefen Einblick in das soziale und kulturelle Flair des Wiener Biedermeier ermöglicht (Produktion ORF 2009).
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Oesterreich - Do, 23. Apr. 2009, 08:43
Skug ist die führende österreichische Musikdiskurszeitschrift, erscheint ca. vierteljährig und galt zurecht als "die österreichische Spex" (zu Zeiten, als die Spex noch eine diskursive Hausnummer war).
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Hausnummerierung - Mi, 22. Apr. 2009, 09:18
Erst vor einem Monat trug Richard Schuberth im Rahmen einer Präsentation seines Karl Kraus-Buchs den von Kraus in der Fackel abgedruckten Gefängnisbrief Rosa Luxemburgs an Sophie Liebknecht vor, in dem Luxemburg u.a. das Leid der geknechteten Büffel eindringlich schildert. Der Brief sollte in der Folge einen Leserinnenbrief einer Innsbrucker Adeligen provozieren, auf den Kraus dann scharf antwortete. Laut
ND sind diese Texte nun in einer bibliophilen Edition zugänglich:
Kraus Karl/Luxemburg, Rosa: Büffelhaut und Kreatur. Die Zerstörung der Natur und das Mitleiden des Satirikers. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Friedrich Pfäfflin. Berlin: Friedenauer Presse, 2009, 32 S., 9.50 Euro.
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Belletristik - Di, 21. Apr. 2009, 09:07
Am
IFK hält Michael Dominik Hagel heute einen Vortrag zum Thema
Der Spiegel des Staats. Christoph Martin Wielands Reflexion der optimalen Regierung;
Science ORF vreöffentlicht dazu einen Beitrag des Referenten.
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Veranstaltungen - Mo, 20. Apr. 2009, 08:12
In den letzten Tagen habe ich mich mit den Wiener Lekturkabinetten beschäftigt, vor allem mit dem von Jakob Bianchi 1772 eingerichteten, das 1776 von Karl von Zahlheim übernommen wurde. Nach einer gedruckten Ankündigung konnte dort wer wollte, Kaffee, Chokolat, Gefrornes, oder andere Erfrischungen beim Aufwärter bestellen, weiters standen Dinte, Feder und Papier zur Vefügung; die Besucher (und Besucherinnen?) sollten nicht humsen, nicht lärmen, den Hut nicht aufsetzen, noch andere Unanständigkeiten begehen (102).
Nicht ganz korrekt einschätzen kann ich folgenden Satz:
IV. [Absatz] Alletag, nach Ankunft der Post, wird ein Zettel im Cabinet angeheftet, was an diesem Tage an Neuigkeiten vorhanden ist. (104)
Heißt das nun, dass Neuigkeiten im Sinne von politischen Nachrichten quasi in damaliger Echtzeit dem Pubikum an die Wand geheftet wurden? Oder aber, dass auf diese Weise die Titel neu eingelangter Bücher und Journale verkündet wurden?
Interessant übrigens auch, dass das Lekturkabinet beabsichtigte, mit der erst ein paar Jahre zuvor gegründeten Wiener Stadtpost zu kooperieren:
Wäre ein oder der andere Abonnent irgend geneigt, etwas über das Gewöhnliche zu bezahlen, um, mit Schonung seiner Leute, zu eigenen Stunden, in seinem Hause bedient zu werden, so wird das hiesige privilegirte kleine Postamt, gegen eine sehr mäßige Vergütung die Sorge auf sich nehmen, und jedermann auf das allergenaueste bedienen. (104)
Einrichtung des neuen LecturCabinets zu Wien im Jahr 1776, Wien 1776, zit. nach dem Faksimile bei Jesinger, Alois: Wiener Lekturkabinette. Wien: Berthold & Stempel, 1928.
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Communication - So, 19. Apr. 2009, 10:39
Klaus Bittermann hat einen Nachruf auf den Anarchisten und Durruti-Biographen Abel Paz verfasst, der zugleich eine Geschichte der deutschen Übersetzung der Paz'schen Durruti-Biographie ist. Diese erschien ja 1994 bei der
Edition Nautilus.
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Politik - Sa, 18. Apr. 2009, 11:58
Passend zu meinen
Anmerkungen zu Darnton eine in einer Dissertation von Lucia Franc gefundene Stelle aus der Realzeitung:
Unterdessen muß sich doch die Aufmerksamkeit einer guten Polizey auf alles erstrecken, und eine Art Polizeyamt ist ja das Rezensirwesen in der gelehrten Republik.
Realzeitung, 9.3.1784, Nr. 10, zit. nach Franc, Lucia: Die Wiener Realzeitung. Ein Beitrag zur Publizistik der theresianischen-josefinischen Epoche. Dissertation an der philosophischen Fakultät der Universität Wien. Wien: masch. Univ. Dissertation, 1953, S. 186.
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Wissenschaft - Fr, 17. Apr. 2009, 09:04
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Fotos - Do, 16. Apr. 2009, 09:21