Erst vor einem Monat trug Richard Schuberth im Rahmen einer Präsentation seines Karl Kraus-Buchs den von Kraus in der Fackel abgedruckten Gefängnisbrief Rosa Luxemburgs an Sophie Liebknecht vor, in dem Luxemburg u.a. das Leid der geknechteten Büffel eindringlich schildert. Der Brief sollte in der Folge einen Leserinnenbrief einer Innsbrucker Adeligen provozieren, auf den Kraus dann scharf antwortete. Laut
ND sind diese Texte nun in einer bibliophilen Edition zugänglich:
Kraus Karl/Luxemburg, Rosa: Büffelhaut und Kreatur. Die Zerstörung der Natur und das Mitleiden des Satirikers. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Friedrich Pfäfflin. Berlin: Friedenauer Presse, 2009, 32 S., 9.50 Euro.
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Belletristik - Di, 21. Apr. 2009, 09:07
Am
IFK hält Michael Dominik Hagel heute einen Vortrag zum Thema
Der Spiegel des Staats. Christoph Martin Wielands Reflexion der optimalen Regierung;
Science ORF vreöffentlicht dazu einen Beitrag des Referenten.
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Veranstaltungen - Mo, 20. Apr. 2009, 08:12
In den letzten Tagen habe ich mich mit den Wiener Lekturkabinetten beschäftigt, vor allem mit dem von Jakob Bianchi 1772 eingerichteten, das 1776 von Karl von Zahlheim übernommen wurde. Nach einer gedruckten Ankündigung konnte dort wer wollte, Kaffee, Chokolat, Gefrornes, oder andere Erfrischungen beim Aufwärter bestellen, weiters standen Dinte, Feder und Papier zur Vefügung; die Besucher (und Besucherinnen?) sollten nicht humsen, nicht lärmen, den Hut nicht aufsetzen, noch andere Unanständigkeiten begehen (102).
Nicht ganz korrekt einschätzen kann ich folgenden Satz:
IV. [Absatz] Alletag, nach Ankunft der Post, wird ein Zettel im Cabinet angeheftet, was an diesem Tage an Neuigkeiten vorhanden ist. (104)
Heißt das nun, dass Neuigkeiten im Sinne von politischen Nachrichten quasi in damaliger Echtzeit dem Pubikum an die Wand geheftet wurden? Oder aber, dass auf diese Weise die Titel neu eingelangter Bücher und Journale verkündet wurden?
Interessant übrigens auch, dass das Lekturkabinet beabsichtigte, mit der erst ein paar Jahre zuvor gegründeten Wiener Stadtpost zu kooperieren:
Wäre ein oder der andere Abonnent irgend geneigt, etwas über das Gewöhnliche zu bezahlen, um, mit Schonung seiner Leute, zu eigenen Stunden, in seinem Hause bedient zu werden, so wird das hiesige privilegirte kleine Postamt, gegen eine sehr mäßige Vergütung die Sorge auf sich nehmen, und jedermann auf das allergenaueste bedienen. (104)
Einrichtung des neuen LecturCabinets zu Wien im Jahr 1776, Wien 1776, zit. nach dem Faksimile bei Jesinger, Alois: Wiener Lekturkabinette. Wien: Berthold & Stempel, 1928.
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Communication - So, 19. Apr. 2009, 10:39
Klaus Bittermann hat einen Nachruf auf den Anarchisten und Durruti-Biographen Abel Paz verfasst, der zugleich eine Geschichte der deutschen Übersetzung der Paz'schen Durruti-Biographie ist. Diese erschien ja 1994 bei der
Edition Nautilus.
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Politik - Sa, 18. Apr. 2009, 11:58
Passend zu meinen
Anmerkungen zu Darnton eine in einer Dissertation von Lucia Franc gefundene Stelle aus der Realzeitung:
Unterdessen muß sich doch die Aufmerksamkeit einer guten Polizey auf alles erstrecken, und eine Art Polizeyamt ist ja das Rezensirwesen in der gelehrten Republik.
Realzeitung, 9.3.1784, Nr. 10, zit. nach Franc, Lucia: Die Wiener Realzeitung. Ein Beitrag zur Publizistik der theresianischen-josefinischen Epoche. Dissertation an der philosophischen Fakultät der Universität Wien. Wien: masch. Univ. Dissertation, 1953, S. 186.
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Wissenschaft - Fr, 17. Apr. 2009, 09:04
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Fotos - Do, 16. Apr. 2009, 09:21
Seit 50 Jahren gibt es das
Wienmuseum am Karlsplatz;
Ö1 sendet dazu heute (14:05-14:45) ein Live-Interview mit Direktor Wolfgang Kos.
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HistorikerInnen - Mi, 15. Apr. 2009, 09:55
Zum heutigen 70. Geburtstag von Carlo Ginzburg bringt die
SZ ein Porträt des Hexen-Historikers, das allerdings nur kostenpflichtig zugänglich ist.
[via
Perlentaucher]
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HistorikerInnen - Mi, 15. Apr. 2009, 09:35
Das von Anne und Marine Rambach 2001 veröffentlichte Buch
Les intellos précaires sorgte für ziemliche Furore (vgl. diese Rezension bei
Malmoe); im Dezember 2002 lud die
IG Externe LektorInnen und Freie WissenschafterInnen Anne Rambach zu einer Veranstaltung in Wien ein (
Folder [PDF]). Vor wenigen Tagen haben die Rambachs ein neues Buch zum Thema veröffentlicht, die Ankündigung lautet wie folgt:
Précaires de la presse ou de l’édition, enseignants ou chercheurs jetables, architectes sous-payés ou stagiaires au musée, depuis 2001, avec la sortie du livre d’Anne et Marine Rambach, ils portent un nom : les Intellos précaires. On découvrait cette population au destin paradoxal : diplômée et compétente, studieuse et créative, elle vit, pas toujours mal, dans des conditions de grande précarité : avenir incertain, revenus fluctuants, déni de droits. Malgré une couverture sociale minimale ou inexistante, les Intellos précaires continuent à exercer ces métiers qu’ils ont choisis par passion. On annonçait alors leur disparition : les baby-boomers partant à la retraite, les OS de l’intellect n’allaient pas tarder à prendre leur place et, enfin, s’embourgeoiser.
Mais non. Les plans de titularisation de la fonction publique ont fait long feu, les postes abandonnés par les jeunes retraités sont supprimés, et puis, surtout, les entreprises et les institutions ont pris goût à cette main-d’œuvre si flexible et si économique. La précarité a le vent en poupe.
Disons-le : l’intello précaire est le modèle secret du patronat. Il n’est pas précaire, il est indépendant. Il n’est pas soumis, il est professionnel. Il n’est pas sous-payé, il est compétitif. Même quand il est de gauche, il est ultra-libéral.
Reste une question : mal défendus par les syndicats et rêve inavoué du patronat, jusqu’où iront les Intellos précaires dans la soumission et la paupérisation ?
Réforme de la recherche, réforme des universités, réforme de l’audiovisuel, réforme de la presse écrite, les Intellos précaires sont au cœur de l’actualité. Le savent-ils ? Qu’en pensent-ils ? Vont-ils se faire entendre un jour ?
Rambach, Anne/Rambach, Marine: Les nouveaux intellos précaires. Paris: Stock, 2009. [
Amazon.fr,
Verlags-Info;
Besprechung vom Nouvel Obs,
Interview mit Anne Rambach bei Radio France]
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Wissenschaft - Di, 14. Apr. 2009, 08:45
Sehr schön: Letzten Dezember habe ich mit Julia Schilly vom Online-Standard einen Hausnummern-Spaziergang durch Wien unternommen; nunmehr veröffentlicht der
Standard.at eine Ansichtssache mit dem Titel
Die Vergänglichkeit von Ordnung. Den Inhalt des bislang einzigen Kommentars kann ich nur zustimmen: Es wäre tatsächlich wünschenswert, die verschiedenen Häuserverzeichnisse digitalisiert zur Verfügung zu haben, um damit schneller alte Adressen ausfindig machen zu können.
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Fotos - Di, 14. Apr. 2009, 08:33
Schon einige Jahre ist es her, dass mir Stefan Eminger diesen Scan aus der Schulchronik Pfösing (in Niederösterreich bei Wolkersdorf gelegen) zukommen hat lassen:
Der Text lautet wie folgt:
Hausnumerierung. 1953
Auf Grund des Landesgesetzes vom 27. Juni 1951, LGBl. N.32. wurde die einheitliche Hausnumerierung in Pfösing durchgeführt. Die Nummerntafeln wurden von der Firma U. Reichart in Wien XII., Schlöglgasse 4, um den Betrag von 1052.70 S geliefert. Die Tafeln wurden zum Preise von 18.50 S an die Hausbesitzer abgegeben. Sechs von ihnen weigerten sich beharrlich, die Tafeln abzunehmen. Sie wurden jedoch auf Veranlassung der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach zur Abnahme der Nummerntafeln verhalten.
Der zitierte Gesetzestext ist übrigens bei
Alex leicht zugänglich.
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Hausnummerierung - Mo, 13. Apr. 2009, 09:12
Sein 75. Geburtstag jährte sich im März, und heute vor 48 Jahren fand Jurij Gagarins berühmter Weltraumflug statt; für das
Standard-Album hat Gagarin-Aficionado Walter Famler ein schönes Porträt verfasst, und Monochrom laden hierzulande zur
Yuri Night im Schikaneder ein.
Und was die im Titel nach Heiner Müller zitierte Gagarin-Aussage betrifft, würde ich mir ein bisschen Recherchearbeit wünschen: An welcher Stelle ist das Zitat erstmals zu finden?
Müller, Heiner: Germania 3. Gespenster am toten Mann. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1996, S. 81.
Mal wieder ein Hinweis auf die Verwendung von Türnummen: Unter dem Titel
Mineralien zu verkaufen: verkündet
Johann Eichinger, k.k. privil. Naturalienhändler und Mineralog aus Wien, dass er nunmehr
allhier in Brünn eingetroffen sei; in Wien befindet sich
[s]eine k.k. privil. Naturalienhandlung (...) in der Wollzeile, Nro. 825; für seine Brünner Adresse verwendet er Hausnamen, Stockwerk und Türnummer:
Er wohnt allhier bei 3 Hahnen, im 1.Stocke, Nro.7.
Brünner Zeitung, Beilage zu Nr.104, 27.12.1800, S.1548.
Moravská Zemská Knihovna, Signatur: Nov. 9.058/1800
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Nummerierung - So, 12. Apr. 2009, 10:27