Und gleich noch ein wichtiger Nahrungsmittelbeitrag von
Radio Prag, denn merke, nicht nur der
Würfelzucker ist ein Geschenk Tschechiens an die Menschheit, auch das Fruchtjoghurt: Unter dem Namen JOVO produzierte die Radlitzer Dampfmolkerei in Prag-Smichov 1933 ein Joghurt mit Erdbeermarmelade. Im übrigen ist auch tschechischer Jahodový Kefír nicht zu verachten!
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Alltag - So, 27. Apr. 2008, 09:05
Nun hat nach
Berlin auch Prag seine Kartoffelausstellung, wie
Radio Prag berichtet: Sie findet noch bis 3.8.2008 im
Prager Landwirtschaftsmuseum statt.
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Alltag - So, 27. Apr. 2008, 09:00
In einem eher obskuren, 1832 publizierten Büchlein, das recht disparate Themen wie die Straßenreinigung, die Post, Farbenlehre und Naturphilosophie behandelt, schlägt ein gewisser Johann Wilhelm Schmitz Verbesserungen bei der Einrichtung der Hausnummerierung in Berlin vor; denn schliesslich sollen die Subjekte auch in den Häusern adressierbar sein:
Neben der Reinigung und Bewässerung der Straßen wird eine Bemerkung über die Benennung der Straßen und Nummerirung der Häuser nicht unpassend seyn. (...) Bei der Bezeichnung der Wohnungen ist eine einfache Benennung viel bequemer, als eine doppelte. Jedoch ist man genöthigt, der Hausnummer zur genaueren Bestimmung hinzuzufügen: eine, zwei, drei Treppen hoch, nach hinten, nach vorne, oder auf den Hofe. Dieses alles ließe sich mit einer einzigen Nummer ausdrücken. – Es müßten nämlich die Häuser statt mit Einheiten, zu Zehnter nummerirt werden; und dies wäre einfach damit fertig, daß jeder der jetzigen Nummern eine 0 zugefügt würde. Man hätte alsdann statt, z.B. der Nr. 31. 32. 33. die Nr. 310. 320. 330. u.s.w. Jedes Haus hätte dadurch 9 Nummern frei, um die verschiedenen Wohnungen, in denen es im Innern zerfällt damit zu nummeriren; jedoch so, daß immer Nr. 1 für die erste, 2 für die zweite, 3 für die dritte und 4 für die vierte und höhern Etagen nach hinten gebraucht werden. 9 würde beständig die Nummern der Wohnungen im Hofe sein. Wenn man nun die Wohnung einer Person z.B. im Hause 320 zwei Treppen hoch nach vorne bezeichnen wollte, würde es ganz einfach nach der Nummer heißen: sie wohnt 322. Es würden überhaupt die sämmtlichen vorerwähnten, jetzt so häufig vorkommenden Benennungen wegfallen, und es würde heißen für jedes in viele Wohnungen getheilte Haus z.B.
No. 320 statt No. 320, Parterre
No. 321 statt No. 320, 1 Treppe nach vorne (…)
No. 324 statt No. 320, 4 Treppen oder drüber nach vorne.
No. 325 statt No. 320, 1 Treppe nach hinten (...)
No. 329 statt No. 320, im Hinter- oder Seitengebäude (...)
Wird man nun an eine Person, wohnend z.B. Nr. 325 adressirt, so weiß man schon zuvor, daß sie in der ersten Etage nach hinten wohnt, und man ist der in großen Häusern beschwerlichen Nachfrage überhoben.
SCHMITZ, J[ohann] W[ilhelm]: Berlin, Fabrik- und Handels-Stadt, Sitz der Künste und Wissenschaften; oder Andeutung gemeinnütziger, diese Hauptstadt betreffender Gegenstände. Berlin: Selbstverlag, 1832, S. 14f.
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Hausnummerierung - Sa, 26. Apr. 2008, 09:00
Friedrich Wilhelm Bruckbräu erwähnt 1828 ein Anfrag- und Adressbüro in München:
Das Anfrag- und Addreß-Bureau, in der Residenz-Schwabingerstraße No. 48, zu ebener Erde, giebt gegen Entrichtung einer geringen Gebühr, in allen vorkommenden Fällen Einheimischen und Fremden, in Privatangelegenheiten den erforderlichen Rath und Aufschluß. So auch das Schreib- und Sprach-Bureau, in der Prannersgasse, No. 1508.
-Überhaupt gibt es in den 1820er Jahren eine Reihe vergleichbarer Gründungen, z.B. das
allgemeine Anfrage- und Auskunfts-Comptoir in Wien (vgl.
hier), oder das 1827 in Breslau gegründete
Anfrage- und Adreß-Bureau des H. Saul, auf das ich erst vor kurzem im GStA gestoßen bin; mehr zu letzterem demnächst.
Bruckbräu, Friedrich Wilhelm: Neuestes Taschenbuch der Haupt- und Residenzstadt München und den Umgebungen für Einheimische und Fremde. München: Joseph Lindauer'sche Buchhandlung, 1828, S. 36.
Update siehe unter:
http://adresscomptoir.twoday.net/stories/34622722/
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Adressbueros - Fr, 25. Apr. 2008, 09:00
Das
ND rezensiert Kurt Pätzolds Autobiographie; und morgen gibt's in Berlin laut
Stressfaktor eine Lesung daraus:
Ort: Galerie Olga Benario, Richardstr. 104, 12043 Berlin (U-Bahnhof Karl-Marx-Straße)
Zeit: 25.4.2008, 19:30
Pätzold, Kurt: Die Geschichte kennt kein Pardon. Erinnerungen eines deutschen Historikers. geb. Berlin: edition ost, 2008.
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HistorikerInnen - Do, 24. Apr. 2008, 09:00
Wie die
NZZ berichtet, ist in manchen Buchhandlungen schon Pynchons
Gegen den Tag zu bekommen; außerdem bringt sie ein
Interview mit Nikolaus Stingl und Dirk van Gunsteren, die den Roman ins Deutsche übertragen haben.
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Belletristik - Mi, 23. Apr. 2008, 11:34
Hier wohnte Heiner Müller 1979-1993: Berlin, Erich-Kurz-Straße 9.
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Fotos - Di, 22. Apr. 2008, 09:00
Vor kurzem wurde Jutta Ditfurths letzes Jahr erschienenes Buch
Ulrike Meinhof. Die Biografie in
H-SOZ-U-KULT besprochen; darin wurde u.a. bedauert, dass die Autorin es
[l]eider (...) in den meisten Fällen [unterlässt], auf ihre Quellen zu verweisen – was auch Austs Erzählwerk für die Wissenschaft nutzlos werden ließ.
Etwas Abhilfe könnte dem der Umstand verschaffen, dass Ditfurth im Zuge ihrer Recherchen ein
Ulrike-Meinhof-Archiv (UMA) angelegt hat, dass zumindest zukünftig einem öffentlichen Archiv angeschlossen werden soll, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzs zunächst aber noch privat geführt werden soll. Um dies zu finanzieren, hat Ditfurth auf ihrer Homepage einen
Spendenaufruf (PDF) publiziert, aus dem auch hervorgeht, dass sie die Arbeit an ihrem Buch teils mittels Krediten finanziert hat; auch eine Form der Forschungsförderung.
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HistorikerInnen - Mo, 21. Apr. 2008, 09:00
Die Ö1-Radiosendung
Betrifft Geschichte brachte diese Woche fünf jeweils fünfminütige Interviews mit Beatrix Patzak zur Geschichte des
Narrenturms:
Der so genannte Narrenturm befindet sich am Rand des Areals des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses in Wien (heute Universitäts-Campus). 1784 unter der Regierung Josephs II. im Zuge einer großzügigen Neubebauung auf den Gründen des ehemaligen Armenspitals erbaut, diente er als erstes psychiatrisches Krankenhaus.
Der mehrstöckige Rundbau ist aber nicht nur medizingeschichtlich von großem Interesse, sondern auch architekturgeschichtlich. Die strahlenförmige Anordnung der Gänge mit einem zentralen Wärterraum weist voraus auf Elemente des Utilitarismus ab dem frühen 19. Jahrhundert: Überschaubarkeit und Effizienz in der Überwachung der Insassen demonstrieren auch heute noch anschaulich, um welchen Preis "das größte Glück der größten Zahl (von Menschen)" erreicht werden sollte.
Seit 1971 beherbergt das Gebäude das pathologisch-anatomische Museum.
Teil 1,
Teil 2,
Teil 3,
Teil 4,
Teil 5 (MP3)
Dietmar Daths neues Buch
Maschinenwinter, ein Essay mit dem Untertitel
Wissen, Technik, Sozialismus liegt nun schon in den Buchhandlungen auf,
De:Bug bringt ein Interview mit dem Autor.
Dath, Dietmar: Maschinenwinter. Wissen, Technik, Sozialismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp/edition unseld 8, 2008. [
Verlags-Info]
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Theorie - Sa, 19. Apr. 2008, 09:00
Schon Anfang April war ich eine Woche in Berlin, nun bin wieder dort angelangt und wohne so zwischen
Volksbühne,
Babylonkino und
Karl-Liebknecht-Haus. Bis Ende Mai werde ich hier vorwiegend im
Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz nach Akten zu dem 1689 gegründeten Adreßhaus und zum Intelligenzwerk zu recherchieren.
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Adressbueros - Fr, 18. Apr. 2008, 09:00