Sieh mal einer an, auch die Weltbank interessiert sich für die Geschichte der Hausnummerierung. In dem von ihr herausgegebenen, 264 Seiten starken Kompendium
Street Addressing and the Management of Cities (PDF, 5 MB) wird auch ein bisschen auf die Hausnummerierungshistorie eingegangen, vorwiegend auf Grundlage von Jeanne Pronteaus Buch über die Hausnummern in Paris. Ansonsten behandelt das Buch vor allem die Verhältnisse in afrikanischen Städten, wo oft mehr als die Hälfte der Straßen namen- und adressenlos sind.
Farvacque-Vitkovic, Catherine/Godin, Lucien/Leroux, Hugues/Verdet, Florence/Chavez, Roberto: Street Addressing and the Management of Cities. (=Directions in development; 32923). Washington, D.C.: World Bank, 2005.
Feine T-Shirts werden auf der Homepage der
Radical History Review angeboten:
Grundsätzlich können diese auch nach Europa bestellt werden, man muss pro T Shirt nur einen Scheck in der Höhe von 15 Dollar an die angegebene Adresse schicken.
Nachtrag: Kostengünstiger, da ohne Spesen, ist es, den Betrag bar per klassischer Post zu verschicken.
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HistorikerInnen - Mi, 3. Jan. 2007, 08:56
Nächste Woche hält Sandra Eder einen Vortrag zum Thema "The Birth of Gender. 'Hermaphroditen'-Forschung am Johns Hopkins Spital in den frühen 1950er Jahren und die Entstehung des Genderbegriffs". Ich werde leider
deswegen nicht kommen können.
Ort: Universität Wien, Hauptgebäude, Dr. Karl Luegerring 1, 1010 Wien, 2 Stock, Hs. 45
Zeit: Mi, 10.1.2007, 18 h c.t.
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Gender - Di, 2. Jan. 2007, 08:57
Es ist wieder einmal soweit, ich halte meinen Wiener Adressen-Vortrag mitsamt Präsentation von Hausnummern-Dias:
Anton Tantner, Wiener Adressen: Hausschilder, Straßennamen und Hausnummern
Ort: VHS Favoriten, Arthaberplatz 18, 1100 Wien
Zeit: Mi, 10.1.2007, 18 Uhr
Mit Dank an Bernhard Wittstock für den Hinweis: Vor zwei Wochen erschien in der
Berliner Morgenpost ein Artikel zur Hausnummerierungsgeschichte in der Wilhelmstraße in Berlin.
Vor 25 Jahren ist der österreichische Historiker Heinrich Benedikt gestorben, Gerald Stourzh verfasste für das
Presse-Spectrum ein Porträt.
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HistorikerInnen - So, 31. Dez. 2006, 09:00
Eine interessante Neuerscheinung annotiert heute die
NZZ.
Der Kulturwissenschafter Torben Lohmüller analysiert den Masochismus in der anzuzeigenden Studie nicht als ein Phänomen, das in der Psychopathia sexualis beheimatet ist, sondern er versucht – ausgehend von Gilles Deleuze und Lacan –, das subversiv-ästhetische Potenzial des Masochismus auszuleuchten. Wie artikuliert sich die Lust an der Unterwerfung im modernen und postmodernen Bekenntnisdiskurs? Material für diese Fragestellung liefern – neben dem Ritter von Sacher-Masoch – etwa Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud, Rafael Cansinos-Assens und Hermann Nitsch.
Lohmüller, Torben: Die verschlagene Lust. Zur ästhetischen Subversion im Masochismus. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2006.
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Theorie - Sa, 30. Dez. 2006, 13:16
Hier ein paar RSS-Feeds einer Auswahl interessanter historischer Fachzeitschriften, die die Möglichkeit anbieten, auf diese Weise über die Inhaltsverzeichnisse der jeweils neu erscheinenden Ausgaben am Laufenden zu bleiben. Deutschsprachige Zeitschriften sind bislang nicht darunter, vielleicht fällt denen mit der Zeit ja auch mal ein, dass es diese Technologie nunmehr gibt...
Viel Geld könne man mit Google-Adsense, Amazon-Partnerprogramm und dergleichen verdienen, verspricht
manch
ein Buch. Nun, ich habe einen Selbstversuch gestartet und vor drei Monaten mein Weblog kommerzialisiert, eine Menge Google-Ads dazugeschaltet und auf Bücher bei Amazon verwiesen. Das Ergebnis bisher: Durch die Google-Ads habe ich 3,77 $ verdient, durch Bestellungen bei Amazon 4,25 €. Ein gigantischer Geldsegen also, der da auf mich einströmt, etwas verringert vielleicht durch den Umstand, dass bei Twoday für das kommerzielle Package Mehrkosten von monatlich 10 € anfallen. Ich werde die Anzeigen jedenfalls für die nächste Zeit mal weiterbehalten, vielleicht wird das Bloggen ja somit noch reichlich belohnt ;-)
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Blogosphaere - Do, 28. Dez. 2006, 11:29
eine rose ist eine rose ist eine rose | von gertrude stein stammt der satz: eine rose ist eine rose ist eine rose. der satz ist berühmt.
| 28 | der satz ist berühmt, und er wird ausnahmslos gelesen als: eine rose ist eine rose, nichts weiter als eine rose und immer bloss eine rose.
| 29 | diese lesart ist falsch.
| 30 | der satz lautet: eine rose ist eine rose, ausserdem noch eine rose, zusätzlich eine rose und vielleicht sogar eine rose. eine rose ist immer etwas anders.
| 31 | wer die welt für unveränderbar hält, ist den rosen verloren.
Schernikau, Ronald M.: Legende. Dresden: ddp goldenbogen, 2. Aufl., 2003, S. 439.
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Politik - Mi, 27. Dez. 2006, 10:47
Der Zustand des irre Seins bedroht aber nicht ausschließlich das Volck; selten, aber doch kommt es vor, dass die Beamten als vom Wahn bedroht bezeichnet werden, dann zum Beispiel, wenn in den Kirchenbüchern die Kinder nur mit dem Taufnamen, aber ohne Zunamen eingetragen zu finden sind oder überhaupt ganz ohne Namen aufscheinen; allein über dergleichen Zufälle muß Man nicht irre werden, so die mahnenden Worte des Hofkriegsrats.1 Das Verhalten des Stadthauptmanns der Prager Altstadt führt zu einer ähnlichen Mahnung: Ein polnischer Fürst namens Raizwill (Radcziwill) weigert sich, seinen Namen und die seiner Untergebenen der in der Prager Altstadt konskribierenden Kommission zu nennen, woraufhin der Stadthauptmann bei der böhmischen Konskriptionskommission anfragen lässt, was denn nun zu tun sei. Diese ist indigniert und rät ihm, dass er sich in Zukunft nicht mehr so abspeysen lassen und sich in seinem Geschäft nicht Irre machen lassen solle.2
Und schließlich muss noch darauf geachtet werden, dass die Beschreibung der Ortschaften weder nach Grundherrschaften oder nach Pfarren vor sich geht, sondern ausschließlich nach geographischer Laage. [W]enn Mann (...) auf die Verschidenheit der Dominien und Pfarreyen eine Ruksicht nehmen wollte, müsste die Reyhe der Ortschaften durchgängig zerlöchert werden. Diese „Zerlöcherung“ ist inakzeptabel; der Gedanke an sie treibt die Beamten in die Nähe des Wahnsinns: Mit der Konskription der Ortschaften muss genauso wie mit der Nummerierung der Häuser in der Reye ununterbrochen fortgefahren werden; der Untersch[ie]d der GrundObrigkeit und der Pfarrey darf keine Berücksichtigung erfahren, die Beschreibung hat zu erfolgen ohne sich durch diesen Unterschied irre machen zulassen.3
(1) Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv, Wien (KA), Bestand Hofkriegsrat (HKR), 1770/74/328: Reskript an innerösterreichisches Generalkommando, 1.6.1770.
(2) Národní Archiv, Prag (NA), Bestand České Gubernium-Militare, 1763-1783, Q 1, Kt. 269: Protokoll der böhmischen Konskriptionskommission, 22.12.1770.
(3) KA, HKR 1770/74/775: Reskript an böhmisches Generalkommando, 15.10.1770.
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Socialpolitik - Di, 26. Dez. 2006, 09:00