"Goldene Hausnummern" wurden einst in der DDR im Rahmen eines vom örtlichen Rat der Stadt oder Gemeinde zusammen mit der Nationalen Front organisierten Wettbewerbs an besonders vorbildliche Hausgemeinschaften, die ihr Haus oder ihre Vorgärten behübschten vergeben und werden in manchen ostdeutschen Gemeinden heute noch verliehen.
(1) Doch es gibt sie auch im Westen Deutschlands, so wurden sie im konservativen Bayern 2003 eingeführt. Die "Goldene Hausnummer" wird dort im Landkreis Straubing-Bogen alle zwei Jahre als Preis eines Bauherren-Wettbewerbs verliehen und soll
nachhaltigen Wohnungsbau fördern, worunter unter anderem gemeint ist,
die Wurzeln der regionalen Baukultur in Erinnerung [zu] bringen, [und] das typische Orts- und Landschaftsbild [zu] stärken. So soll verhindert werden, dass sich modische oder gar fremde Einflüsse – wie zum Beispiel
Granitpflastersteine (...) aus Indien oder China,
toskanische Vill[en] oder
Thujenhecke[n] – im bayrischen Kernland einnisten; solcherlei
Globalisierungstendenzen sind unerwünscht.
(2)
(1) Dazu meinen unlängst erschienenen Weblogeintrag sowie: Wolf, Birgit: Sprache in der DDR. Ein Wörterbuch. Berlin/New York: Walter de Gruyter, 2000, S. 87. [Google Books]
(2) KommA21 Bayern aktuell. InfoNetzwerk für nachhaltige Kommunalentwicklung, 2/Juni 2004, S. 49 f. <http://www.bayern.de/lfu/komma21/zeitung/pdf/k21_akt_2_2004.pdf>; vgl. auch <http://www.straubing-bogen.de/Goldene%5Fhaus%5FNR/> (14.11.2006).
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Hausnummerierung - Do, 16. Nov. 2006, 09:10