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Montag, 25. Januar 2021

Arik Brauer über den "Schlurf" Simsanreut

Als Kind war der gestern verstorbene Arik Brauer Mitglied einer Bande von "Schlurfs", deren Revier der Ottakringer Ludo-Hartmann-Platz war und von deren Chef namens Simsanreut Brauer gleichermaßen malträtiert wie geschützt wurde; in Wolfgang Beyers und Monica Ladurners Buch "Im Swing gegen den Gleichschritt" wird Brauer folgendermaßen zitiert (eventuell aus einem Interview, die Passage findet sich nicht in Brauers "Die Farben meines Lebens", dort im Kapitel "Der Chef" allerdings noch mehr zum Schicksal des "Schlurfs" Simsanreut):

Da hab ich sie schon rufen gehört: ‚Jude Mandl, kumm her, spiel mit, Rechtsaußen, geht schon!‘ Einmal sind dort auch zwei HJ-ler aufgetaucht, die haben meinen Judenstern gesehen und gefragt: ‚Ihr spielt mit einem Juden Fußball? Wer ist der Chef der Partie?‘ Da hat sich dann einer, Simsanreut hat er geheißen, vor denen aufgebaut und ganz ruhig geantwortet: ‚Der Chef von der Partie bin i. Bei uns, wann einer kicken kann, dann spielt er mit. Und jetzt schleichts euch, sonst seids aufgschlitzt!‘ Und schon hat er einen Dolch in der Hand gehabt. Die HJ-ler haben erkannt, dass diese Waffe von einer kundigen Hand geführt werden würde – und darauf verzichtet, die ihren zu zücken.

Beyer, Wolfgang/Ladurner, Monica: Im Swing gegen den Gleichschritt. Die Jugend, der Jazz und die Nazis. St. Pölten/Salzburg: Residenz, 2011, S.180f.

Rossums Hausnummern - 100 Jahre Čapeks Roboter

Heute vor 100 Jahren wurde in Prag Karel Čapeks Rossums Universal Robots uraufgeführt; dass eine deutsche Übertragung derzeit nur als Book on Demand (ISBN 9783739249353 bzw. 9783743704046) lieferbar ist, wirft kein gutes Licht auf die deutschsprachige Verlagslandschaft.

Der Auflistung von Übersetzungen im Wikipedia-Artikel R.U.R. wäre übrigens hinzuzufügen:

Čapek, Karel: R. U. R. (Rossums Universal Robots). Ein Kollektivdrama in drei Akten mit einer Komödie als Vorspiel, in: Kruntorad, Paul (Hg.): Modernes Tschechisches Theater. Neuwied/Berlin (BRD): Luchterhand, 1968, S. 81-160.

Im Adresscomptoir geht es aber selbstredend um die Hausnummern: 1907-1925 wohnte Čapek auf der Prager Kleinseite, Říční 11, der hier bereits 2015 veröffentlichten Hausnummer füge ich nun auch die Konskriptionsnummer hinzu.

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Ab 1925 wohnten die Brüder Čapek in einer Villa in Prag-Vinohrady, die Straße ist heute nach ihnen benannt: Bratří Čapků 28-30.

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