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Arik Brauer über den "Schlurf" Simsanreut

Als Kind war der gestern verstorbene Arik Brauer Mitglied einer Bande von "Schlurfs", deren Revier der Ottakringer Ludo-Hartmann-Platz war und von deren Chef namens Simsanreut Brauer gleichermaßen malträtiert wie geschützt wurde; in Wolfgang Beyers und Monica Ladurners Buch "Im Swing gegen den Gleichschritt" wird Brauer folgendermaßen zitiert (eventuell aus einem Interview, die Passage findet sich nicht in Brauers "Die Farben meines Lebens", dort im Kapitel "Der Chef" allerdings noch mehr zum Schicksal des "Schlurfs" Simsanreut):

Da hab ich sie schon rufen gehört: ‚Jude Mandl, kumm her, spiel mit, Rechtsaußen, geht schon!‘ Einmal sind dort auch zwei HJ-ler aufgetaucht, die haben meinen Judenstern gesehen und gefragt: ‚Ihr spielt mit einem Juden Fußball? Wer ist der Chef der Partie?‘ Da hat sich dann einer, Simsanreut hat er geheißen, vor denen aufgebaut und ganz ruhig geantwortet: ‚Der Chef von der Partie bin i. Bei uns, wann einer kicken kann, dann spielt er mit. Und jetzt schleichts euch, sonst seids aufgschlitzt!‘ Und schon hat er einen Dolch in der Hand gehabt. Die HJ-ler haben erkannt, dass diese Waffe von einer kundigen Hand geführt werden würde – und darauf verzichtet, die ihren zu zücken.

Beyer, Wolfgang/Ladurner, Monica: Im Swing gegen den Gleichschritt. Die Jugend, der Jazz und die Nazis. St. Pölten/Salzburg: Residenz, 2011, S.180f.