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Freitag, 25. August 2006

Neuer Roman von Erwin Riess

Wird heute im Editorial von konkret angekündigt: Ein neuer Roman vom geschätzten Erwin Riess, der im September erscheinen soll. Der Otto Müller Verlag bringt auf seiner Homepage folgende Beschreibung: Wie schnell die Erfüllung einer einfachen Bitte zu einem bedrohlichen Unterfangen werden kann, erkennt Groll erst, als er mittendrin steckt. Der Schifffahrtsexperte, Rollstuhlfahrer und Europa-Korrespondent einer kleinen New Yorker Zeitschrift wird von seinem Verleger Joe Giordano nach Palermo geschickt. Don Pasquale, Oberhaupt eines sizilianischen Clans, ist todkrank und hat einen letzten Wunsch: Einmal noch möchte er seine Enkelin Angelina in den Armen halten. Groll soll die beiden zusammenführen. Doch das autistische Kind lebt in einem Heim in der Nähe von Triest und ihr Vater, ein Polizeioffizier, unterbindet jeden Kontakt. Groll freundet sich mit Angelina an und lernt in der Lagune von Grado ihre Eigenarten kennen. Don Pasquales Krankheit verschlimmert sich, die Zeit wird knapp. Um Grolls Abreise zu beschleunigen, setzt Giordano Grolls Freund, den Dozenten, aus Wien in Bewegung. Mittlerweile ist Groll in höchster Bedrängnis: Angelina ist verschwunden, ein Freund, der als Aufseher in einem ehemaligen KZ arbeitet, wird von zwei Neonazis niedergestochen, die sich auf Angelinas Fersen heften. Ein Wettlauf nach Palermo beginnt. Gekonnt verbindet der Erzähler Riess Spannung mit brisant aktueller Zeitkritik.

Riess, Erwin: Der letzte Wunsch des Don Pasquale. Salzburg: Otto Müller Verlag, 2006. [Amazon, VLB]

Nachtrag: Im morgigen Presse-Spectrum gibt es einen Auszug aus dem Roman zu lesen.

daß das Gehirn heraus sprützete, London 1736

Im Moment schaue ich mir gerade die Ausgaben der Wienerische Post-tägliche Anzeigung / und Nachricht (...) durch, ein eher mühsames Unterfangen, ist der Inhalt dieser Publikation des Wiener Frag- und Kundschaftsamts doch eher von einer gewissen eintönigen Fadesse gekennzeichnet. Doch manchmal, da gibt es unter der Rubrik XIV. Besondere Begebenheiten und seltsame Zufälle. feine Splatterstories wie die folgende zu lesen: Londen den 23. Dec. Aus der Grafschaft Devon hat man: daß eine gewisse Maria Eduards / die einige Zeit her nicht wol bey Sinnen gewesen / am 14ten dieses 3. ihrer eigenen Kinder auf eine abscheuliche Art ermordet hätte: Sie gieng mit denenselben aufs Feld / um Schlacken zu suchen / und wie das älteste / so noch keine 7. Jahr alt / das jüngste mit einer Schlacke bange machte / ward die Mutter so rasend / daß sie das Kind mit dem Kopf auf einem Stein legte und ihm mit einem anderen Steine den Kopf zerquetschte / daß das Gehirn heraus sprützete; und diese erschrökliche That wurde mit solcher Wut verrichtet / daß eine andere Frau / die nicht weit davon war die beyden andern Kinder auf keine Art und Weise retten kunte / sondern es brachte die unsinnige Mutter solche eines nach dem anderen / gleichwie das erste / um das Leben. Es wird hinzugefügt / daß man diese Frau in das Toll-Haus gesetzet; daß sie zwar ofte zuvor verspühren lassen / im Kopfe nicht richtig zu seyn / daß sie aber noch niemals einige Boßheit verübet hätte.

Wienerische Post-tägliche Anzeigung / und Nachricht (...) Und letztlichen die Nachrichtliche Anzeigungen des Kaiserl. Frag- und Kundschaft-Amts in Wien, 22.12.1736, Nr.102
Wienbibliothek im Rathaus, Signatur F 19.111, 1736, Beiband.

#FragamtWien