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Mittwoch, 16. August 2006

Die Bevölkerungspolitik des Marquis de Sade

Darüber würde ich gerne mal eine Abhandlung lesen: Über die Bevölkerungspolitik des Marquis de Sade; in seiner Utopie über die Insel Tamoé lässt er den Fürsten Zamé sagen: [D]as wahre Glück eines Staates nicht so sehr in einer übergroßen Bevölkerungszahl besteht als vielmehr in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen seiner Volkszahl und seinen Mitteln. (S.43) und: Nichts ist so lachhaft wie das ständige Gerede eurer Schriftsteller über Bevölkerungsprobleme, wo doch alle Maßnahmen eurer Regierung beweisen, daß die Bevölkerungszahl zu hoch ist: würde sie sonst die Armeeangehörigen, die aus der Blüte der Nation rekrutiert sind, an die Kette des Zölibats legen? (...) Ist euch wirklich an einer Bevölkerungsvermehrung gelegen? Haltet ihr sie für wesentlich? Gut denn, so bleibt nicht bei kleinen Maßnahmen stehen! Öffnet eure Klöster, verzichtet auf eine überflüssige Miliz, und die Zahl eurer Untertanen wird sich vervierfachen. (S.61)
Etwas brutaler geht es erwartungsgemäß in Justine und Juliette zu; dort findet der greulreich[e] Plan des Libertin Saint-Fonds Erwähnung: Nach wie vor von seinem Entvölkerungswahn besessen, hatte er die Absicht, zwei Drittel von ganz Frankreich durch verheerende Hamsterkäufe in den Hungertod zu treiben. (S.175).

Sade, Donatien Alphonse François de: Die utopische Insel Tamoé, in: Ders.: Schriften aus der Revolutionszeit. 1788-1795. Frankfurt am Main: Insel it 1117, 1989, S. 23-143.

Sade, Donatien Alphonse François de: Justine und Juliette. Bd.VII. München: Matthes & Seitz, 1996.