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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Mittwoch, 10. Juni 2009

Aufruf zur Mitarbeit an einem Adressbuch, Prag 1815

Im Intelligenzblatt zur Prager Zeitung gab es 1815 unter der Überschrift 2698. Literärische Anzeigen folgenden Aufruf zur Mitarbeit an einem Adressbuch:
Zu dem bei Anfang dieses Jahres erschienenen Addreßbuche der jetzt (1815) bestehenden Kaufleute und Fabrikanten in Europa, welches sich bereits auf 2000 Städte erstreckt, und das bei uns zu 12 Gulden rhein. oder 6 2/3 Thaler sächs. zu haben ist, kommt zu Anfang des nächsten Jahres ein Nachtrag, welcher noch eine Menge fehlender Städte, und zu den bereits vorkommenden noch neue Firmen und die vorgefallenen Veränderungen mittheilen wird. Wir ersuchen daher diejenigen, deren Firmen noch nicht darin vorkommen, uns dieselben, mit Angabe ihres Geschäftes tc. gütigst franco anzugeben, und des genauesten Abdrucks versichert zu seyn.
Contor der königl. priv. allgem. Handlungszeitung in Nürnberg.
(Für Böhmen übernimmt das k.k. priv. Zeitungs- und Intelligenz-Comptoir die Addressen, um deren portofreye Einsendung ersucht wird.)


Kaiserlich-königliche privilegirte Prager Zeitung, Allgemeines Intelligenzblatt, 13.11.1815, Nr. 317, S. 1304. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur 394.192-D.Alt/1815

Dienstag, 9. Juni 2009

Tiroler Heimat zu "Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen"

Für die Zeitschrift Tiroler Heimat (N.F. 72.2008, S. 294) hat Josef Riedmann mein Buch Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen rezensiert und kommt zu folgendem Schluss: Tirol blieb in den Jahren 1770/73 auf Grund seiner verfassungsmäßigen Sonderstellung insbesondere in der Wehrverfassung von dieser Maßnahme ausgespart. Daher finden sich auch in der vorliegenden Publikation kaum Angaben über dieses Kronland. (...). Eine detailliertere Untersuchung der Vorgangsweise in diesem regionalen Rahmen wäre sehr erwünscht. Die Arbeit von Tantner könnte dabei als ausgezeichnetes Vorbild dienen.
- Allerdings, eine genauere Untersuchung der Einführung der Hausnummerierung in Tirol und Vorderösterreich ab 1767 wäre sehr spannend; bei meinem Besuch im Tiroler Landesarchiv letztes Jahr habe ich mich ja auch in Hausnummern-Angelegenheiten ein bisschen kundig gemacht, allein, eine Recherche dazu wäre relativ zeitaufwändig, da auf Grund von Umstellungen in der Verwaltung die einschlägigen Akten eher verstreut liegen. Einige Bestimmungen zu Volkszählung und Hausnummerierung gibt es allerdings recht leicht greifbar im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, in einem Band mit der Signatur W1562. Falls wer daran interessiert sein sollte: Ich habe davon Aufnahmen gemacht und verschicke diese gerne.

Weitere Rezensionen von Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen siehe hier.

Montag, 8. Juni 2009

Stern-Interview mit Eric Hobsbawm

Optimist ist Eric Hobsbawm nun wirklich keiner; in einem Interview mit dem Stern hat er folgende Prognosen parat: Alles ist möglich. Inflation, Deflation, Hyperinflation. Wie reagieren die Menschen, wenn alle Sicherheiten verschwinden, sie aus ihrem Leben hinausgeworfen, ihre Lebensentwürfe brutal zerstört werden? Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns - ich kann das nicht ausschließen - auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen, auch die Zahl der Flüchtlinge. Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde - zwischen den USA und China.

Sonntag, 7. Juni 2009

Vom Unkenntlichmachen der Hausnummern

Als Zensur von Geoinformation bezeichnet Klaus Graf auf Archivalia das Unkenntlichmachen von Hausnummern zB bei Google Street View, wie es u.a. von der bayerischen Justizministerin Beate Merk in der SZ gefordert wird.
Die Debatte im 18. Jahrhundert war ja nicht so unähnlich, vgl. zB folgende Passage meiner Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen, in der ich die Stellungnahme der böhmischen Stände zur vorgeschlagenen Hausnummerierung referiere:

Selbst die allgemeine Sicherheit sehen die Stände im Falle einer erfolgten Hausnummerierung bedroht: Sie befürchten, dass die niedergeschriebenen Ergebnisse einer solchen Hauser Numerir und Conscribirung denen benachbarten Mächten und Staaten durch verschiedene heimliche Kunstgriefe dereinst in die hände gelangen konnte[n]; im Kriegsfall, bei einem etwaigen Durchmarsch feindlicher Truppen könnten diese aus der Hausnummerierung einen Vorteil ziehen und durch genau Wissenschaft aller Häuser ihre Dispositiones zum ohnersetzlichen Schaden aller Landesbewohner durchführen. {Národní Archiv, Prag, Bestand České Gubernium-Publicum 1764–1773, R 395, Kt. 471: Landesausschuss an böhmisches Gubernium, 27.3.1767}

Tantner, Anton: Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen. Hausnummerierung und Seelenkonskription in der Habsburgermonarchie. (=Wiener Schriften zur Geschichte der Neuzeit; 4). Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag, 2007, S. 53.

Samstag, 6. Juni 2009

NZZ-Rezension zu Paul Veyne: Foucault. Der Philosoph als Samurai

Die NZZ rezensiert heute Paul Veynes neues Buch über Foucault:

Veyne, Paul: Foucault. Der Philosoph als Samurai. Stuttgart: Reclam, 2009.

Freitag, 5. Juni 2009

Postzensur in der BRD

Dass nicht nur in der DDR, sondern auch in der BRD fleißig Postzensur und Telefonüberwachung betrieben wurden, geht aus einem unlängst in der ZfG (5/2009, 413-426) veröffentlichten Aufsatz von Josef Foschepoth hervor; Telepolis veröffentlicht ein Interview mit ihm.

Donnerstag, 4. Juni 2009

Thomas König zum Uni-Kollektivvertrag: Mission accomplished

Thomas König hat für Malmö einen Kommentar zum vor kurzem unterschriebenen Uni-Kollektivvertrag verfasst, der als Gastkommentar auch auf der Homepage der IG externe LektorInnen und Freie WissenschafterInnen (PDF) nachzulesen ist.

Königs pessimistisches Fazit lautet:

Der Kollektivvertrag ist unterschrieben, und die 'neue' Gruppe des Mittelbaus ist nicht nur völlig diversifiziert, sondern auch ohne erkennbaren Zusammenhalt. Gehrer to Universities: Mission accomplished? Leider sieht es ganz danach aus.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Making Publics 1500-1700

Bing musste ich selbstredend auch gleich ausprobieren, und voilà: Mit dem Suchbegriff Bureau d'Adresse stieß ich gleich mal auf die Homepage des mir bis dato nicht bekannten kanadisch-britischen Forschungsverbunds Making Publics. Media, markets & associations in early modern Europe 1500-1700, der unter dem Titel eines Bureau d'Adresse ein Vernetzungstool für interessierte ForscherInnen anbietet. Bing rankt diesen Treffer unter den ersten 10, bei Google erscheint er erst auf Platz 61.

Dienstag, 2. Juni 2009

H-SOZ-U-KULT-Tagungsbericht zu römischen Latrinen

Roman Latrines and Cesspit Toilets in the North-Western Provinces of the Roman Empire hieß eine Anfang Mai in Nimjegen abgehaltene Tagung, und H-SOZ-U-KULT ist die Aussendung des entsprechenden Tagungsberichts zu verdanken; schön, dass sich die Altertumswissenschaft mit angemessenem Ernst diesem Thema widmet und dazu beiträgt, eine Forschungslücke zu schließen, denn während wir (...) relativ viel über die Konstruktionsweise und Funktion der Toiletten sowie die sozialen Aspekte, religiösen Konnotationen und die praktischen Seiten der Toilettennutzung [wissen], ist der Forschungsstand in den Nordwestprovinzen (...) dagegen deutlich schlechter. Hier sind meist nur die den Thermen angeschlossenen großen Mehrsitztoiletten mit Kanalspülung bekannt und auch diese sind oft nicht publiziert.
Schön auch, dass in einem Vortrag folgende Frage behandelt wurde: Woran erkenne ich eine Latrine?; und nur gut, dass auch die österreichische Latrinenforschung vertreten war und so zum einem dem Publikum Nachttöpfe aus Carnuntum vorgestellt werden konnten, zum anderen eine neuentdeckte Anlage an der Weststrasse von Carnuntum, bei der es sich um eine Straßenlatrine und/oder eine Entleerungsstelle für Nachttöpfe handeln kann, präsentiert wurde.

Freitag, 29. Mai 2009

Wir waren die Safttrinker

Ich bin mit diesem Hinweis zwar acht Jahre zu spät dran, aber was soll's: Jürgen Teipels Verschwende Deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave verdient jegliches Lob, mit dem er besungen wurde. Ein faszinierendes Stück oral history der BRD, einfach vorbildhaft.

Einer der Protagonisten, nämlich Klaus Maeck - später u.a. Manager der Einstürzenden Neubauten - kommt an einer Stelle (S.63) auf eine jener leicht utopischen Suchmaschinen vor Google zu sprechen:

Ich war damals {1976-1978} schon Anfang 20, war in Polit-, Sponti- und Alternativkreisen unterwegs und machte einen Laden namens ‚Schwarzmarkt’. Es gab ja so eine Bewegung, selbstbestimmtes Leben zu organisieren. Selbstversorgung. Und dieser Laden war eben eine Mischung aus Buchladen und Infozentrum. Es gab Karteien, da wurden Wohnungen vermittelt. Maschinen. Klamotten. Was immer man tauschen oder an- und verkaufen konnte. [Absatz] Während dieser RAF-Anschläge haben wir auch für Gegeninformation gesorgt.

Das Zitat im Titel dieses Postings (S.53) stammt übrigens von Peter Hein (Fehlfarben), zu dessen Credo auch zählte: Wir sind gegen die Drogenbands.

Teipel, Jürgen: Verschwende deine Jugend. Frankfurt am Main: Suhrkamp 3271, 11. Aufl., 2007. (EA 2001).

Update 6.7.2009: Dank des schönen Buchs mit Songtexten von Peter Hein weiß ich nun auch, dass Hein Teipels Werk in seinem Song Das Leben zum Buch (erschienen auf der CD: Knietief im Dispo) kommentiert hat; er thematisiert darin u.a. den klassischen Konflikt zwischen ZeitzeugInnen und HistorikerInnen, die Krux jeglicher Oral History: Erinnern und Wahrheit sind wie Post und wie Pest.

Hein, Peter: Die Songtexte 1979-2009. Düsseldorf: Lilienfeld, 2009, S.163f, 177.