User Status

Du bist nicht angemeldet.

Suche

 

Kommentare

Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

Archiv

Januar 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Status

Online seit 7517 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2026/01/02 14:03

Credits

powered by Antville powered by Helma

sorua enabled
xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Donnerstag, 29. Januar 2009

Ω Έλατο

Über den angezündeten Athener Weihnachtsbaum und das darauf angestimmte O Tannenbaum (übrigens) musste selbstredend auch Bild [1/2] berichten. Ein paar Zusatzinfos sind in der Jänner-Ausgabe von a&k (nur print) zu lesen:

Die anarchistische Strömung richtet sich gegen alle Dimensionen einer kapitalistischen Politik und Kultur, die alle Lebensprozesse dem Prinzip des Warenaustausches und der Profitmaximierung unterwerfen will. Es war deshalb von großer symbolischer Bedeutung, dass der Weihnachtsbaum auf dem Platz der Verfassung zuerst abgebrannt und ein Ersatzbaum von Studierenden der Hochschule der Schönen Künste mit Schlachtereiabfällen und Müll behängt worden ist. Diese Aktionen gegen die 'Tanne des Nikita' (Nikitas Kaklamanis ist der Bürgermeister von Athen) war[en] durchaus populär, traf[en] sie doch einen zentralen Widerspruch der regierenden Politik ins Mark. Die Elevtherotypia zitierte einen Passanten, der in Bezug auf die Waldbrände bemerkte [Fn]: 'Vorletztes Jahr haben sie ganz Griechenland brennen lassen und jetzt schützen sie mit zwei Polizeizügen einen Plastikbaum.' (Elevtherotypia, 22.12.08)

Kritidis, Georg: Revolte in Griechenland. Hintergründe zum Aufstand der Deklassierten, in: analyse & kritik, Nr.535, 16.1.2009, S.13-15, hier 15.

Mittwoch, 28. Januar 2009

Kurzfilm zum Zauberer Jackl-Prozess

Dem Standard entnehme ich, dass vor kurzem der von der Salzburger Regisseurin Sabine Bauer gedrehte Film Hast du den Zauberer Jackl gekannt? Premiere hatte; es geht darin um einen der letzten großen Hexenprozesse Mitteleuropas, der zwischen 1675 und 1690 in Salzburg stattfand.

Literatur dazu:

Nagl, Heinz: Der Zauberer-Jackl-Prozeß oder Hexenprozesse im Erzstift Salzburg 1675-1690. Innsbruck: Univ. Diss., 1967.

Nagl, Heinz: Der Zauberer-Jackl-Prozeß. Hexenprozesse im Erzstift Salzburg 1675-1690, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 112/113.1972/73, S.385-539, 114.1974, S.79-241

Mülleder, Gerald: Zwischen Justiz und Teufel. Die Salzburger Zauberer-Jackl-Prozesse (1675 bis 1679) und ihre Opfer. Wien: Univ. Diss., 1999. [Drucklegung als Bd. 3 in der Reihe "Österreichische Hexenforschung" angekündigt bei: Münster, Lit Verlag]

Mülleder, Gerald: Unterschiedliche Deliktvorstellungen bei Ober- und Unterbehörden am Beispiel der Salzburger Zauberer-Jackl-Prozesse (1675-1679), in: Eiden, Herbert/Voltmer, Rita (Hg.): Hexenprozesse und Gerichtspraxis. Trier: Paulinus, 2002, S.349-394.

Mülleder, Gerald: Vom Zauberer Jackl und seinem Anhang - Zur Rezeption und Tradition der Salzburger Zauberer-Jackl-Prozesse (1677-1679), in: Heide Dienst zum 65. Geburtstag. Festschrift. (=Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich; 30). St. Pölten: Verein für Landeskunde von Niederösterreich 2004, S.93-104.

Dienstag, 27. Januar 2009

Philosophien für alles und jedes

Schon faszinierend, was Wiley da nicht alles für Bücher veröffentlicht:
  • Die Philosophie bei U2
  • Die Philosophie bei Metallica
  • Die Philosophie bei Johnny Cash
Auf englisch sind weiters erhältlich:
  • Terminator and Philosophy
  • Batman and Philosophy
  • X-Men and Philosophy
  • Battlestar Galactica and Philosophy
Und:
  • Beer and Philosophy
  • Food and Philosophy
  • Wine and Philosophy
Auch für mich ist was dabei:
  • Badiou, Alain: Number and Numbers

Montag, 26. Januar 2009

OGE18 mit RSS-Feed

Die Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts hat eine neue Homepage, erfreulicherweise mit RSS-Feed. Einziger Wermutstropfen: Das eingebaute Statistiktool, das bei eingeschalteten Cookies ein Werbepopup erscheinen lässt.

Sonntag, 25. Januar 2009

Habsburgische Offiziere als poètes maudits?

Stephan Steiner hat für Südost-Forschungen. Internationale Zeitschrift für Geschichte, Kultur und Landeskunde Südosteuropas (66/67.2006/2007, S.549-551) die Edition der Politischen Anmerkungen des Hofkriegsrats rezensiert und lobt insbesondere die Einleitung. Anregend ist, wie er ein Diktum Walter Benjamins über Baudelaire heranzieht, um die Entstehung der Politischen Anmerkungen und die Niederschrift der Klagen des Volcks zu erklären:

Doch unerwartet und im Grunde gegen ihren Willen wurden die militärischen Kommissionsmitglieder zu "Geheimagenten der Unzufriedenheit" (Walter Benjamin). (549)

Das Benjamin-Zitat stammt aus einem als Fragment überlieferten Manuskript:

Baudelaire war ein Geheimagent. Ein Agent der geheimen Unzufriedenheit seiner Klasse mit ihrer eigne[n] Herrschaft. Wer ihn mit dieser Klasse konfrontiert, der holt mehr heraus als wer ihn vom prolet[arischen] Standp[unkt] aus als [uninteressant abtut.] (Benjamin, Gesammelte Schriften, Bd.I.3, S.1167)

Die Offiziere von 1770 als poètes maudits, die Politischen Anmerkungen als Fleurs du Mal des 18. Jahrhunderts? Witziger Gedanke, wenn wohl zumindest ein Unterschied der ist, dass die josephinischen Militärs von einem Fortschrittsoptimismus getrieben waren, der eine Menge an zuweilen recht hemdsärmeligen Reformvorschlägen produzierte.

Hochedlinger, Michael/Tantner, Anton (Hrsg.): "... der größte Teil der Untertanen lebt elend und mühselig". Die Berichte des Hofkriegsrates zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Habsburgermonarchie 1770-1771. (=Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs; Sonderband Nr.8). Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag, 2005. LXXVI+184 S. ISBN 3-7065-4154-8 [Mehr Infos + weitere Rezensionen]

Samstag, 24. Januar 2009

Tätowierung von Kindern zu deren Identifizierung, Tirol 1729

Der Reisende Johann Georg Keyssler berichtet 1729 aus Tirol:

Ausser den Bergwerken und Salz-Wesen hat das Tiroler gemeine Volk nicht viel in seinem Vaterlande zu verdienen, und weil sie doch, wie in allen bergichten Ländern, wo man sich der gemeinesten und am wenigsten gekünstelten Nahrung bedienet, sehr fruchtbar sind, so finden sie sich gezwungen, ausserhalb des Landes durch Handlung oder Arbeit ihr Brodt zu suchen. Die Eltern, welche ihre Kinder klein oder jung wegschicken, stechen ihnen mit einer Nadel oder mit einem spitzigen Messer viele Puncte, so eine Figur ausmachen, in den Arm, und reiben eine gewisse schwarze Dinte in die geritzte Wunde. Dieses schwarze Kennzeichen bleibt ihnen Lebenslang und öfters beweiset oder erkennet man dadurch nach vielen Jahren seine Verwandschaft.

Keyssler, Johann Georg: Neueste Reise durch Teutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweitz, Italien, und Lothringen (...). 2 Bände. Hannover: Förster, 1740-1741, hier Bd.1, S.49. [Online bei Zeno.org]

Freitag, 23. Januar 2009

Kauft Tulpen!

Die Tulpenblase in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts wurde in den letzten Jahren des öfteren herbeizitiert, um der Analyse der aktuellen Finanzkrisen historische Unterfütterung zu verschaffen. Eine besonders schöne Analogie hat Stefan Frank für die aktuelle Ausgabe von konkret (Nr.1/2009, S.14, nur print) hergestellt:

Am 3. Februar 1637 endete der Boom in einem Crash, von dem sich der Markt nicht mehr erholte - die Tulpenpreise fielen ins Bodenlose. Das führte dazu, daß sich am Liefertermin im Frühjahr dieses Jahres viele Käufer weigerten, den vorher vereinbarten Preis zu bezahlen. Die Wechsel waren nicht mehr einlösbar und unverkäuflich - das, was wir heute toxic assets nennen. Es folgte eine lange Debatte, wie die Schulden beglichen werden könnten. Im Mai 1638 erließ die Regierung ein Dekret, wonach alle Kontrake aufzulösen seien und der Käufer lediglich 3,5 Prozent der vereinbarten Summe zu zahlen habe.
Wie würden heutige Regierungen handeln? Sie würden die niedrigen Tulpenpreise für den Kern des Problems halten. Um den Markt wieder 'anzukurbeln' würden sie generelle Bürgschaften für alle Tulpenhändler abgeben, sie unter einen 'Rettungsschirm' nehmen. Für den Kauf von Tulpen würden günstige Kredite zur Verfügung gestellt. Die von den Tulpenhändlern angesammelten Schuldscheine würden in Staatsanleihen umgetauscht. An den größten Tulpenhandelskonzernen würde sich der Staat direkt beteiligen, die Zentralbank würde außerdem zu Stützungskäufen ermächtigen, um die Tulpenpreise wieder in die Nähe der Höchsstände zu hieven und so 'Vertrauen' zu schaffen.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Peter Fleissner: Thesen zur Wissenschaftspolitik

Peter Fleissner hat auf transform!at Thesen zur Wissenschaftspolitik veröffentlicht.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Hörspiel von Jean-Claude Kuner: Karma aus Blech. Die Essensausträger von Mumbai

Faszinierende Vorstellung, dass in Mumbai tagtäglich 5000 Essensausträger das von den Hausfrauen zubereitete Essen an deren Männer zustellen. Nächste Woche sendet Ö1 (Di, 27.1.2009, 21.01-22.00) ein Hörspiel dazu:

Seit 1890 funktioniert das Unternehmen fehlerlos, störungsfrei und ohne Unterbrechung. Jeden Morgen sammeln in Mumbai 5.000 Essensausträger, die Dabbawallahs, von den Hausfrauen der Stadt über 200.000 Mittagessen in Blechgeschirr ein, um sie vier Stunden später quer durchs aberwitzige Verkehrsgewühl der 20-Millionen-Metropole in die Büros und an die Arbeitsplätze ihrer Männer zu liefern. Damit jeder zur Mittagspause seine religiös und ethnisch korrekte Hausmannskost bekommt. Eine logistische, organisatorische und pragmatische Meisterleistung, die mittlerweile Forscherteams und Managementtheoretiker aus aller Welt beschäftigt.
Jean-Claude Kuner verknüpft in dieser internationalen Großproduktion dokumentarisches Material, Interviews und Spielszenen zu einem Hörstück über das indische Alltagsleben - Geschichten mit und über Menschen, die sich mit unaufgeregtem Pragmatismus in einer multikulturellen und multireligiösen Mega-City einrichten. Denn zwischen Verkehrschaos und 14-Stunden-Arbeitstag scheint es keine Zeit für einen Kampf der Kulturen zu geben. Vorausgesetzt, das richtige Mittagessen landet zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Tisch ... (Produktion SWR/DLF/ORF/ABC Australien/YLE Finnland 2008).


Update 8.2.2009: Habe mir nunmehr das Stück angehört, war aber nicht wirklich begeistert; komprimiert würde ich sagen: Zuwenig Dabbawallahs, zuviel allgemeine Statements über Indien, die in jedes x-beliebige Indienfeature passen würden. Faszinierend jedenfalls das Codesystem, mit dem die Essensbehältnisse an die richtige Adresse geleitet werden. Brauchbare Startinfos findet man ansonsten in der englischsprachigen Wikipedia, auf der offiziellen Dabbawala-Homepage; auch Brand Eins brachte was zum Thema.

Dienstag, 20. Januar 2009

Avisieren mittels Visitkarte, Karlsbad 1801

Im August 1801 hält sich der Reisende Julius W. Fischer in Karlsbad auf und berichtet vom dort gepflegten Modus, seine Ankunft den anderen Urlaubenden bekannt zu geben:

Wir waren kaum einige Zeit anwesend, als man uns einen Zettel brachte, auf dem wir unsere Nahmen, und die Nahmen unserer Diener aufzeichnen mußten. Ein Lohnbedienter verständigte uns, daß es hier Sitte sey, bey der Ankunft Visitkarten zu allen Fremden zu schicken, und da wir nicht damit versehen waren, so wußte er sie uns bald durch einen hiesigen Buchdrucker zu verschaffen.

Fischer, Julius W.: Reisen durch Oesterreich, Ungarn, Steyermark, Venedig, Böhmen und Mähren, in den Jahren 1801 und 1802. 3 Teile. Wien: Doll, 1803, hier Teil 3, S.129 f.