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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Samstag, 15. Oktober 2005

Vom Nichtwissen

Ungewußt. Die Zeitschrift für angewandtes Nichtwissen. Heft 12 out now. [via Bloogle]

Freitag, 14. Oktober 2005

Marktforschung anno 1775

Für besonders viel Aufregung ist in Wien gesorgt, als dort bekannt wird, dass in den böhmischen Ländern die Tabakgefällenadministration eigenständig versucht, Zählungsmaterialien zu erheben: Die Tabakbereiter betreiben nämlich dort nichts weniger als Markt- und Absatzforschung, indem sie die grundherrschaftlichen Beamten und Ortsvorsteher nach Informationen über die in den jeweiligen Herrschaften befindlichen Ortschaften und Häuser fragen und diese Informationen mit der Zahl der Trafikanten und dem jährlichen Verkauf an Tabak kurzschließen; diese Maßnahmen sollen zu verfassung eines TabacksCosumtionsplans dienen, berichtet das Bidschower Kreisamt. Hofkammer und Hofkanzlei sind darüber entsetzt und äußern die Befürchtung, dass eine solche Vorgangsweise zu falschen Wahn Anlaß geben (...) und aus mehereley Beysorgen von dem Unterthan gehässig angesehen werden könne; falls dies in Zukunft nochmals geschehe, sei sofort Anzeige zu erstatten.

Národní Archiv, Prag, České Gubernium, Diaetale, 1764-1783, C 556/1, Kt. 135: u.a. Klattauer Kreisamt an Böhmisches Gubernium, 5.12.1775; Bidschower Kreisamt an Böhmisches Gubernium, 28.12.1775; Hofdekret, 11.11.1775 sowie Österreichisches Staatsarchiv/Allgemeines Verwaltungsarchiv, Wien, Hofkanzlei, V C 6 Niederösterreich, Kt. 1797, 26 ½ ex Juni 1776: Hofdekret, 8.6.1776.

Donnerstag, 13. Oktober 2005

Defensio von Natascha Vittorelli zur südslawischen Frauenbewegung

Ist wohl auch für die kakanischen KollegInnen von Interesse: Kommende Woche verteidigt Natascha Vittorelli ihre Dissertation mit dem Titel "Ne vse in ne za vse [...]". Studien zu Historiographien von Frauenbewegungen um 1900. Ort: Lesesaal der Fachbereichsbibliothek für Geschichtswissenschaften, Universität Wien, Zeit: Freitag, 21.10.2005, 14.00 h s.t.

Mittwoch, 12. Oktober 2005

Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Die Leute von der Hamburger Volkskunde machen nicht nur ein feines Weblog, sondern veranstalten 25.-27.11.2005 einen Kongress zur Kulturwissenschaftlichen Technikforschung, dessen Programm nun online ist. Ganz schön groß angelegt, das habe ich gar nicht so erwartet. Auch ich werde dort einen Vortrag halten, nämlich zu den frühneuzeitlichen Adressbüros als Vorläufer der Suchmaschinen (und nicht über die Adressbücher, wie derzeit noch auf der Homepage steht). Eine Woche davor bin ich in Berlin, auf einem vom deutsch-französischen DoktorandInnennetzwerk GIRAF abgehaltenen Forschungsatelier, dessen Programm als Word-Datei downloadbar ist.

Dienstag, 11. Oktober 2005

Die Tabellenklage, 1774

Vollständig wiedergegeben sei hier die Tabellenklage des Hofrats Johann Sebastian Christoph von Müller, der seinen Schmerzensruf in eine Abhandlung zur Geschichte der Tiroler Landmiliz einflicht:
Es wäre ein leichtes für einen Beamten auf dem Lande die (...) Tabellen und Bücher nach aller Pünctlichkeit des militarischen Entwurfes für die Conscriptions-Officiers zu verfaßen, wenn er nur die nemliche Arbeit zum andern mahle nicht auch für seine politischen Obern zu machen, und noch so viele andere Tabellen und Bücher nebenbey zu verfertigen hätte.
Ein LandBeamter machet den GrundStein der ganzen politischen Einrichtung; die meisten StaatsArbeiten fangen von ihme an, und alle fallen auf ihne wieder zurück.
Er hat gemeiniglich das Politicum, Justitiale, Camerale, und Commerciale zu besorgen, und die für diese, und mehr andere abgesönderte Agenda besonders aufgestellte Departements haben schon vielerley Tabellen, Extracten, Protocollen, und Bücher eingeführet, daß deme, der sie zu verfertigen hat, nur hiemit keine geringe Beschäftigung verursachet wird.
Für die politischen Stellen müßte von einem Land-Beamten jährl[ich]: nicht nur allein die Menschen, sondern auch die ViehstandsTabellen, die Emigrations- und Immigrations-Tabellen, die milde Stiftungs-Tabellen, wochentlich die GetraidPreiß-Tabellen aller Victualien, die Verzeichniß der durch pashirende Bettler, und Vaganten, der ausständigen Berichte, zuweil auch in einem Jahre Tabellen der Getraid und anderen Fechsungen, der gesunden und krancken Menschen, so auch von dem Viehe eingeschicket werden.
Die Justiz-Stellen wollen ihre besonderen Tabellen haben, über die erledigte, und unerledigte Proceße, über die ausständige Berichte und pupillar-Tabellen.
Die Cameralisten verlangen monatliche, oder QuartalsExtracten von Einnahmen, und Ausgaben, Systemal-Entwürfe von Einnahme, und Ausgaben des zukünftigen Jahrs für die Dominien, oder für die Kammer unmittelbahr.
Die CommercienCommissionen fordern Spinn- und Manufactur-Tabellen.
[Eingefügt: Die Agricultur-Societäten, Beurbarungs-Tabellen.]
Diese sind es aber noch nicht alle; Es giebt noch allerhand Steuer-Fashsions-Tabellen.
Einige darunter fallen unrichtige, wenn es nur nicht die meisten wären, andere undeutl[ich]: aus; sie werden zuruckgeschickt, und müßen verbesseret werden, sie veranlassen Anfragen, diese müßen erläutert werden; die Vorschriften der Tabellen selbst erweken Zweifel, und Anstände, darüber müßen Erklärungen erbetten werden; gleichwohl tragen alle diese Tabellen, obschon ich keiner iren besonderen Nuzen absprechen will, zur Weesenheit der Staats Wohlfahrt nichts bey; denn von darum, wie es von sich selbst in die Augen fällt, nimmt weder die Populations, weder das zeitl[ich]:e Glück der Unterthann im mindesten zu.
Es hat aber ein Landbeamter ausser dem Tabellenmacher noch gar viel zu thun, welches in die StaatsWohlfahrt schon einen geraderen Einfluß hat. (...)
[U]nd weil gar vielen Beamten ihr Dienst nicht so viel einträgt daß sie ehrbar davon leben könen, so müßen sie heimlich oder öffentlich auf Nebenverdienste sich legen, und die Zeit dazu denen eigenen Amtsgeschäften abstehlen.
Betrachtet man nur eines gegen das andere, so sind die fleißigsten und geschicktesten Beamten, deren Anzahl wieder die geringste ist, mit Arbeiten so sehr beladen, und in der Zeit so beklemmet, daß sie anvermögend sind, die Geschäfte, welche sie zu verrichten haben, recht zu überdenken, woran gleichwohl, meinem Erachten nach, für den Wohlstand der Unterthanen, und für die wahre Glückseligkeit des Staates das meiste, wo nicht alles gelegen ist, und wozu ich dem Landbeamten durch Abschaffung jeder entbehrlichen, und just nicht nothwendigen mechanischen Arbeit die erforderliche Zeit verschaffen möchte.

- Eine mächtige, laute Klage über die Mühsal der Beamten. Sie müssen die Welt in die Tabelle bringen. Egal ob Vieh oder Mensch, Kranke oder Gesunde, MigrantInnen oder BettlerInnen, Ausgaben oder Einnahmen, Stiftungen oder Kornpreise, alles ist wohlgeordnet auf der Fläche des Papiers an der richtigen Stelle, in seiner vorgeschriebenen Zeile und Spalte zu verzeichnen. Die Bürokratie schreckt dabei nicht davor zurück, ihre Aufzeichnungstechniken auf sich selbst anzuwenden, auch ausständige Berichte sind mittels Tabelle zu registrieren. Die Wohlfahrt des Staats wird dadurch nicht befördert, weder vermehrt sich durch die Tabellen die Bevölkerung noch bereichern sie das Glück der Untertanen. Im Gegenteil: Die Last der unzähligen Tabellen wiegt schwer auf den Rücken der Beamten, ihre Verfertigung nimmt soviel Zeit in Anspruch, dass Wohlstand der Untertanen und Glückseligkeit des Staates gefährdet sind.

Österreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv, Wien, Bestand Hofkriegsrat 1774/98/83: Votum des Hofrats von Müller, 21.1.1774, f. 22v-26v.

Montag, 10. Oktober 2005

Heiner Müller zu Ernst Kaltenegger

Ob Heiner Müller bei den Wahlen in der Steiermark Ernst Kalteneggers KPÖ gewählt hätte? Wahrscheinlich schon, doch hätte er Einwände geltend gemacht, die er in einem 1988 gegebenen Interview folgendermaßen formulierte:
Das erste Gebot des Marxismus lautet: »Ein Sozialist gibt keine Almosen.« Im Gegenteil: Ein Sozialist sollte demjenigen, der hungert, seinen Hunger bewußt machen, indem er ihm vorißt und ihm nichts abgibt.
Müller macht sich hier also zum Adepten einer reichlich brutalen Verelendungstheorie, die auf den Aufstand der verarmten Massen hofft. Apropos Kunst und KPÖ: Elfriede Jelinek hat schon gratuliert, und Ernst Kaltenegger nennt in der Kleinen Zeitung vom 23.9.2005 unter anderem die sehr erfreuliche kunstneigungsgruppe Monochrom als Antwort auf die Frage, welche Künstler es verdient hätten, entdeckt zu werden.

Müller, Heiner: Gesammelte Irrtümer 2. Interviews und Gespräche. Frankfurt am Main: Verlag der Autoren, 1990, S.118.

Sonntag, 9. Oktober 2005

Graz 82

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Graz, Färbergasse 3

Samstag, 8. Oktober 2005

Manuskripte von Walter Benjamin

Die NZZ berichtet in ihrer Wochenendbeilage über bislang unbekannte Manuskripte von Walter Benjamin, die im Moskauer Sonderarchiv gefunden wurden. Ein ausführlicher Bericht darüber soll in Heft 5/2005 der Zeitschrift Mittelweg 36 erscheinen.

Freitag, 7. Oktober 2005

200 Jahre Brockhaus

Zum 200-jährigen Jubiläum des Brockhaus-Verlags bringt die NZZ einen recht betulichen Artikel; rechtzeitig zum Jubiläum erscheint eine neue gedruckte Auflage der Enzyklopädie, außerdem wurde die Brockhaus-Homepage überarbeitet.

Donnerstag, 6. Oktober 2005

Die Hausnummern des Marin Kreenfelt de Storck, Paris 1779

Keine Behörde, sondern ein findiger Privatmann ist es, von dem 1779 die Initiative ausgeht, in Paris die Häuser (oder genauer: die Türen) zu nummerieren. Marin Kreenfelt de Storck heisst er und ist seines Zeichens Redakteur des "Almanach de Paris". Um sein Adressbuch effizienter gestalten zu können, braucht Kreenfelt die Adressierung mittels der Nummer; nimmt er zunächst die Nummern der Laternen zu Hilfe, verfällt er schließlich auf die Idee, selbst Hand anzulegen. Straßenweise wird er die Nummern oberhalb oder neben jeder Tür aufmalen bzw. aufmalen lassen, wobei er auf einer Straßenseite beginnt, bis zum Ende der Straße fortfährt und schließlich die Türen der anderen Straßenseite durchnummeriert, bis die niedrigste und die höchste Nummer der Straße einander gegenüber stehen. Bis zum Ende des Ancien Régime wird Kreenfelt mit dieser zumeist nächtlichen, von der Polizei tolerierten, von den PariserInnen aber argwöhnisch beäugten Arbeit fortfahren, damit sein Almanach bei den angeführten Adressen die Nummern verzeichnen kann.

Pronteau, Jeanne: Les Numérotages des Maisons de Paris du XVe Siècle à nos Jours. (=Publications de la sous-commission de recherches d'histoire municipale contemporaine; VIII). Paris: o. V., 1966, S.82-86