An den vor wenigen Wochen verstorbenen Konzertveranstalter und DJ Brendan Mullen, der viel zur Etablierung von Punk in LA beitrug, erinnert im Freitag Jon Savage.
Spatium. Magazin für Typografie veröffentlicht einige Fotos von Hausnummern aus der Regensburger Rote-Stern-Gasse, aus denen hervorgeht, dass auch dort wie in Augsburg, Mainz und Nürnberg einst die Litera-Nummerierung eingeführt war, das heißt eine stadtteilweise Nummerierung, bei der der einzelne Stadtteil durch einen Buchstaben dargestellt wurde. Dank an Josef Pauser für den Hinweis.
2005 fand in Berlin die Ausstellung too much future statt; die überarbeitete Neuauflage des Ausstellungskatalogs wird auf Literaturkritik.de besprochen:
Boehlke, Michael/Gericke, Henryk (Hg.): Too much future - Punk in der DDR. Berlin: Verbrecher Verlag, 2007. [Verlags-Info]
Ö1 brachte letzte Woche in der Sendereihe Betrifft Geschichte wieder mal was zum Vampirismus, und zwar ein Interview mit Reinhard Stauber: Noch in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts führte die wahnhafte Angst vor Vampiren zu Prozessen in Westpreußen, Pommern und Mecklenburg. Dabei war rund ein halbes Jahrhundert seit Mary Shelleys erstem Vampirroman vergangen.
Entstanden ist der Glaube an den blutsaugenden Wiedergänger in der Habsburger-Monarchie nochmals rund 100 Jahre davor. Und der Volksglaube an Vampire war so groß, dass das Gruseln unter Maria Theresia - erstmals und noch - zu einer staatspolitischen Angelegenheit wurde.
Die vier je fünfminütigen Sendungen stehen zum Gratisdownload zur Verfügung: XML, Itunes
Groß throhnt über Prag das Reiterdenkmal von Jan Žižka; das dahinter befindliche Nationaldenkmal war längere Zeit geschlossen und wurde nun wiedereröffnet, wie Wiener Zeitung-Extra und davor schon Radio Prag berichten.
Fand ich sehr lesenswert: Robert Pfallers heute im Standard erschienener Kommentar zu den Uni-Protesten; darin ist auch folgende Passage zum Bachelor/Master-System enthalten:
Darum sind die Streikenden für den Stopp der Bologna-Reform. Denn diese bringt ein Zweiklassensystem der Bildung mit sich, worin die Mehrheit der Studierenden mit der verschulten Attrappe eines Studiums abgespeist und nach drei oder vier Jahren hinausgeschmissen wird (das wird "lebenslanges Lernen" genannt - wie in George Orwells "1984", wo das Kriegsministerium als "ministry of peace" bezeichnet wird), mit dem lächerlichen Titel "Bachelor". Nur eine kleine zahlungskräftige Minderheit darf dann noch bis zum "Master" weitermachen und dabei einigermaßen erleben, was Studieren eigentlich heißt.
Diese Zweiteilung separiert nicht nur arme Studierende von wohlhabenden, sondern auch Lehre von Forschung. Unten, im Bachelor-Bereich, wird nur gelehrt und gelernt, um für subalterne Berufstätigkeit auszubilden; geforscht werden soll ausschließlich später, oben, bei den Masters, für die wenigen professionellen Forschungs- und Leitungsfunktionen. (...) [D]erzeit wird europaweit versucht, eine Kaste von Lehrenden zu erzeugen, die nur noch lehren, aber überhaupt nicht mehr forschen darf, und eine Kaste von Studierenden, die nur noch von solchen Lehrsklaven unterrichtet wird.
Faszinierend, bei der gestrigen Wiener Unidemo (vgl. derStandard.at) gab es einen fahrbaren Demobeamer, der die Forderungen u.a. auf das Parlament und die Minoritenkirche projizierte: