Spiegel Online berichtet über ein Buch der Historikerin Penny von Eschen zur Verwendung von Jazz im Kalten Krieg:
Die Idee, dass der Westen den Jazz als Waffe im Kalten Krieg nutzen würde, galt als Wahnvorstellung stalinistischer Dogmatiker. [Absatz] Heute wissen wir, dass der Jazz im Wettkampf der Systeme sehr wohl gezielt eingesetzt worden ist. (...) Denn der Konflikt um die Vorherrschaft auf dem Globus wurde nicht nur mit dem Droharsenal von Düsenjägern und Raketen ausgefochten - es gab auch einen Wettstreit der Kulturen, und in dem haben Künstler wie Louis Armstrong und Benny Goodman entscheidend mitgespielt.
Eschen, Penny M. von: Satchmo Blows Up the World. Jazz Ambassadors Play the Cold War. Cambridge (Mass.): Harvard University Press, 2006. [
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Swings - Di, 6. Feb. 2007, 09:08

Da auf die PDF-Version im Monat mehr als hundertmal zugegriffen wird, habe ich mich dazu entschlossen, meine Diplomarbeit
„Schlurfs“. Annäherungen an einen subkulturellen Stil Wiener Arbeiterjugendlicher auch als Book on Demand zur Verfügung zu stellen, Lulu macht's möglich. Neu hinzugekommen ist ein Vorwort, ansonsten ist die Seitenkonkordanz zur ursprünglichen Version sichergestellt; die
PDF-Version bleibt selbstredend weiter zugänglich. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, das Buch zu bestellen, gibt es unter
http://www.lulu.com/content/558765. Die Kosten belaufen sich auf 15 Euro (inklusive Versand sollte der Betrag unter 20 Euro ausmachen), irgendwann in den nächsten Wochen sollte das ganze auch per Amazon und internationalem Buchhandel bestellbar sein, vermutlich allerdings zu einem etwas höherem Preis.
Tantner, Anton: „Schlurfs“. Annäherungen an einen subkulturellen Stil Wiener Arbeiterjugendlicher. Morrisville: Lulu, 2007. ISBN 978-1-84753-063-9 [
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Swings - Mo, 22. Jan. 2007, 08:56
Da ich ein bisschen zu der Literatur zu Jazz und Jugend im Nationalsozialismus recherchiert habe, die seit meiner Diplomarbeit erschienen ist, möchte ich die Ergebnisse meiner Recherche (DNB, ÖVK, Historical Abstrachts, Historische Bibliographie) nicht vorenthalten:
BARBER-KERSOVAN, Alenka/UHLMANN, Gordon (Hrsg.): Getanzte Freiheit. Swingkultur zwischen NS-Diktatur und Nachkriegsdemokratie. Hamburg: Dölling u. Galitz, 2002.
FELLEITNER, Michael: Jazz im Nationalsozialismus. Linz: Diplomarbeit an der Universität Linz, 2000.
HASENBEIN, Heiko: Unerwünscht - toleriert - instrumentalisiert. Jazz und Swing im Nationalsozialismus. In: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. 10.1995. S.38-52.
HUMER, Christian: Verweigerung und Protest im „Dritten Reich“. Jugendliche Oppositionsformen in Deutschland und Österreich. Linz: Diplomarbeit an der Universität Linz, 2003.
KATER, Michael H.: Hitlerjugend. Darmstadt: Primus, 2005.
KENKMANN, Alfons: Wilde Jugend. Lebenswelt großstädtischer Jugendlicher zwischen Weltwirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Währungsreform. Essen, Klartext, 2. Aufl., 2002.
LÜCKE, Martin: Jazz im Totalitarismus. Eine komparative Analyse des politisch motivierten Umgangs mit dem Jazz während der Zeit des Nationalsozialismus und des Stalinismus. Münster: Lit, 2004.
MEJSTRIK, Alexander: Urban Youth, National-Socialist Education and Specialized Fun. The Making of the Vienna Schlurfs, 1941-1944. In: SCHILDT, Axel/SIEGFRIED, Detlef (Hrsg.): European Cities, Public Sphere and Youth in the 20th Century. London: Ashgate, 2005, S. 57-79.
RATHGEB, Kerstin: Helden wider Willen. Frankfurter Swing-Jugend zwischen Verfolgung und Idealisierung. Münster: Westfälisches Dampfboot, 2001.
SCHIEFELBEIN, Dieter: Zur Verfolgung der Swing-Jugend in Frankfurt am Main. In: KNIGGE-TESCHE, Renate/ULRICH, Axel (Hrsg.): Verfolgung und Widerstand in Hessen 1933-1945. Frankfurt am Main: Eichborn, 1996, S. 392-403.
SCHULZ, Klaus: Jazz in Österreich 1920-1960. Wien: Album, 2003.
Nachtrag:
KURZ, Jan: „Swinging Democracy“. Jugendprotest im 3. Reich. (=Geschichte der Jugend; 21). Münster u.a.: Lit-Verlag, 1995.
UEBERALL, Jörg: Swing Kids. [Bad Tölz]: Tilsner, 2004.
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Swings - Di, 12. Dez. 2006, 08:00
Im November wird im Landeskrankenhaus Moringen ein Theaterstück zu den
Swings aufgeführt, jenen Jugendlichen, die während des Nationalsozialismus Jazz hörten und immer wieder in Konflikt mit Hitlerjugend und Gestapo gerieten. Mehr Infos sowie Aufführungstermine auf der Homepage der
KZ-Gedenkstätte Moringen.
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Swings - Di, 24. Okt. 2006, 09:12
King Kong mag bei der Affen-SS gewesen sein (©
Marcus Hammerschmitt), Peter Hacks versuchte alles anzustellen, ihr zu entkommen: André Thiele berichtet in seinem Weblog
Hacks-Biographie über den jungen Peter Hacks, wie er u.a. als Swing versuchte, sich der Einberufung zum Militär zu entziehen.
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Swings - Fr, 8. Sep. 2006, 09:15
Tja, japanisch sollte man können: In dieser auf der Homepage der Ritsumeikan University abgelegten
PDF-Datei, erstellt vermutlich von Ito Tomio, geht es nach den Fussnoten zweifelsohne über die
Schlurfs. Ich habe Ito Tomio vor einiger Zeit meine
Diplomarbeit geschickt, fein, dass die
Schlurfs nun auch in Japan bekannt werden.
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Swings - Do, 23. Mär. 2006, 09:09
Jetzt ist es fixiert: Am Mittwoch halte ich in Schwechat einen Vortrag zu den Schlurfs. Die Eckdaten lauten:
Anton Tantner, "Schlurfs und die internationale Jazzjugend-Subkultur"
Ort: Neues Museum Schwechat, Neukettenhoferstr. 8, 2320 Schwechat
Zeit: Mi, 9.11.2005, 19 Uhr
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Swings - Do, 3. Nov. 2005, 10:01
Finde ich ja nett, dass in der
Wikipedia-Diskussion zu den Edelweißpiraten meine vor Urzeiten geschriebene Diplomarbeit über die
Schlurfs zitiert wird. Ich trage mich ohnehin mit dem Gedanken, in der Wikipedia einen Eintrag zu letzteren zu verfassen, vielleicht kommt es ja mal dazu.
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Swings - Fr, 1. Jul. 2005, 12:22
Petr Koura, interner Doktorand am Institut für tschechische Geschichte der Prager Karls-Universität, verdanke ich diese Karikatur von
Potápki. Dabei handelte es sich um Jugendliche, die während der nationalsozialistischen Besetzung des "Protektorats Böhmen und Mähren" Swing hörten und sich nach angloamerikanischer Mode kleideten, was die verantwortlichen Behörden naheliegenderweise nicht erfreute. In meiner
Diplomarbeit (PDF, S.88f.), die sich mit den sogenannten
Schlurfs beschäftigte - einer Arbeiterjugendsubkultur, die in Wien während des Nationalsozialismus Jazz hörte und sich zuweilen Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend lieferte (mehr
hier) -, habe ich eine kurze Passage über diese Jugendsubkultur.
Es hat mich sehr gefreut, als ich letzte Woche in Prag erfahren habe, dass Petr Koura an einer Dissertation über Jugend während der NS-Okkupation schreibt und damit auch die
Potápki behandeln wird, ist dies doch meines Wissens eine der ersten Arbeiten zu diesem Thema.
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Swings - Fr, 1. Jul. 2005, 09:15