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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
adresscomptoir - 2022/10/25 22:33
Guardian: listed status...
Guardian: listed status für 6 Denmark Street - https://www.theguardian.co m/music/2016/mar/22/sex-pi stols-house-denmark-st-lon don-listed-status
adresscomptoir - 2022/09/09 09:53

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Montag, 20. Januar 2014

Radio Orange: Interview zu "Vor Google" online

Heute wurde auf Radio Orange die von Herbert Gnauer gestaltete Radio Dispositiv-Sendung ausgestrahlt, das Thema: Suchen vor Google – Thomas Hübel und Anton Tantner im Gespräch

Zum Hören und Downloaden gibt es das mp3 (57 min) hier:
http://cba.fro.at/252970

Performances Staging Archive! Staging History! Wien 23.-25.1.2013

Spannende Performance an der Wiener Akademie der Bildenden Künste, angekündigt vom Salon 21:

Performances im Rahmen des “Rundgangs 2014″ der Akademie der Bildenden Künste Wien

Ort: Schillerplatz 3, 1010 Wien
Zeiten: Do, 23.01.2014, 19.00-20.30 Uhr; Fr, 24.01.2014, 17.30-19.00 Uhr; Sa, 25.01.2014, 19.00-20.30 Uhr

In diesem Semester arbeitet die Akademie der Bildenden Künste choreografisch sowie inhaltlich mit der Live-Performerin Anat Stainberg zusammen. “The thing that’s characteristic of my performance is that I literally do drag the whole studio onto the stage” (Laurie Anderson)

Das Performative ist in aller Munde und erfährt dadurch eine Überstrapazierung, eine Abnutzung – aber dieses MIS-used muss nicht zwangsläufig zu einer Verwerfung führen sondern kann auch Wiederbelebung von Performance-Kunst sein. Wie kann das Performative überhaupt erfasst werden? Dazu haben sie die Studierenden des Kurses in Archive wie die Sammlung Frauennachlässe begeben und sich auf die Suche nach unterschiedlichen Gesten des Archivierens gemacht. Wer archiviert was und wen? Wie konstituiert sich ein Archiv der ephemeren Kunst? Wie verhalten sich Dokumente und wie können sie zum Reden gebracht werden? Welche Rolle spielt dabei die Erinnerung und das Erzählen?
“I am just so DONE with ‘the performative’. It is overused and mostly MIS-used. From now on, I’m only going to use word ‘enactment’.” He replied, “You better hurry.” (according to A. Fraser).

Sonntag, 19. Januar 2014

SpOn zum Jazzinstitut Darmstadt

Der Spiegel-Online porträtiert das Jazzinstitut Darmstadt.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Standard zur Werner Geier-Ausstellung

Noch bis 23.3.2014 ist im Wienmuseum die kleine, aber sehr empfehlenswerte Ausstellung Uptight -Die Sammlung Werner Geier zu sehen, heute berichtet der Standard darüber; einige in den 1980er Jahren ausgestrahlte Musicbox-Sendungen von Werner Geier z.B. über Henry Rollins, The Wire, Patti Smith, Nick Cave usw. sind auf Youtube verfügbar: http://www.youtube.com/user/eichkatzerlvomgrund/videos
(vgl.)

IFK-Vortrag von Daniel Meßner zu Identifizierung durch Biometrie, Wien 20.1.2014

Kommenden Montag hält IFK-Junior Fellow und Stimmen der Kulturwissenschaften-Podcaster Daniel Meßner einen Vortrag zum Thema Identifizierung durch Biometrie – Anwendungspraktiken zur Wiedererkennung von Personen.

Zeit: Mo, 20.1.2014, 18h
Ort: IFK, Reichsratsstraße 17, 1010 Wien

Abstract:
Biometrie spielte bei der Identifizierung von Individuen Ende des 19. Jahrhunderts eine besondere Rolle: Mithilfe körperlicher Merkmale und persönlicher Informationen, die in einem internationalen Netzwerk sicherheitsbehördlicher Institutionen ausgetauscht wurden, erstellten Polizeiexperten in erkennungsdienstlichen Registraturen und Datensammlungen Identitäten von Personen, die als verdächtig galten oder straffällig waren. Körperliche Merkmale sollten sicherstellen, dass die Informationen den jeweiligen Individuen eindeutig zugeordnet wurden und nicht mehrere Datensätze für eine Person existierten. Damit war die Vision verbunden, der Kriminalität in den stetig wachsenden Großstädten ein wirksames Mittel entgegensetzen zu können. Die Identifizierung von Individuen durch biometrische Merkmale basiert auf der Annahme, dass diese einen Menschen eindeutig und zweifelsfrei kennzeichnen und sich die Referenz zwischen Körper und Merkmal objektivierbar dokumentieren lässt. Anhand konkreter Anwendungsfälle stellt Daniel Meßner Praxisformen kriminalpolizeilicher Identifizierung vor und arbeitet das Zusammenspiel von technischen Apparaturen, Medieninhalten und institutionellen Praktiken am Beispiel des Wiener Erkennungsdienstes heraus.
http://www.ifk.ac.at/index.php/events-detail/events/175

Dienstag, 14. Januar 2014

Luise F. Pusch 70

Die feministische Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch wird heute 70, der gestern dazu in der FAZ von Dietmar Dath verfasste Beitrag ist leider (noch?) nicht frei verfügbar, dafür gibt es in literaturkritik.de zwei Hinweise auf Neuerscheinungen:

Pusch, Luise F.: Gerecht und Geschlecht. Neue sprachkritische Glossen. Göttingen: Wallstein, 2014.
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=18781

Die Sprachwandlerin - Luise F. Pusch. Zurufe und Einwürfe von Freundinnen und Weggefährtinnen. Göttingen: Wallstein, 2014.
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=18782

Montag, 13. Januar 2014

"Es bringt wenig Ruhm"

Günter Hack identifiziert auf textdump vier Politik- und Tätigkeitsfelder für Internet-InteressentInnen, die vor steilen Thesen zurückschrecken und keine Angst vor Langeweile haben.

Taz zu Luxemburg & Geissler

Oh, gleich zwei spannende Texte in der taz: Ein Interview mit Frigga Haug über die Aktualität von Rosa Luxemburg und ein Porträt des Schriftstellers Christian Geisslers anlässlich des Erscheinens seiner Werkausgabe im Verbrecher Verlag.

Sonntag, 12. Januar 2014

Lawrence Sterne digital

Übrigens, von wegen positiver Interneterzählung: Ich bin entzückt, soeben festgestellt zu haben, dass Michael Walters Tristram Shandy-Übersetzung seit wenigen Wochen als E-Book erhältlich ist: http://www.galiani.de/buecher/laurence-sterne-leben-und-ansichten-von-tristram-shandy-gentleman.html

Argumentationshilfe für Sascha Lobo

Wird ja schon heftig unter Berücksichtigung diverser Metaebenen betwittert, Sascha Lobos Kränkungsartikel in der heutigen FAS (12.1.2014, S.37, Paywall/Onleihe); Grund der vielen Kränkungen Lobos ist u.a. die von Geheimdiensten betriebene Wirtschaftsspionage:

"Schon das Wissen darum, im Zweifel kein Geschäftsgeheimnis bewahren zu können, kränkt."

Hierzu hat bereits Hermann L. Gremliza in der Dezember-Ausgabe von konkret (12/2013, S.9) das Nötige geschrieben:

"Für jeden, der sich keine Sorgen um die Sorgen seiner Bourgeoisie macht, weil sein Denken und Tun nicht von nationalen Grenzpfählen borniert ist, müßte es ein Grund größter Freude sein, daß Fortschritte bei der Produktion von Gütern nicht länger ein Monopol weniger bleiben, sondern in naher Zukunft allen zugänglich sein werden. Damit aus Kunden, Verbrauchern, Steuerzahlern und Sicherheitsrisiken Menschen werden mögen. Nieder mit dem deutschen Exportüberschuß! Es lebe die amerikanische Wirtschaftsspionage!"

Immerhin, Lobo lässt es nicht nicht bei der Zurschaustellung seiner Kränkung bleiben, am Schluss seines Beitrags fordert er Optimismus ein:

"Die bisherige Form der Netzbegeisterung hat sich (...) als defekt erwiesen, weil sie von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist. Nach dieser Kränkung muss ein neuer Internetoptimismus entwickelt werden. Eine positive Digitalerzählung, die auch unter erschwerten Bedingungen in feindlicher Umgebung funktioniert, denn der dauernde Bruch sicher geglaubter Grundrechte hält an."

Nun, was Internetoptimismus und positive Digitalerzählung anbelangt, helfe ich gerne weiter, es braucht schließlich nichts weiter, als die Abfolge Internetbegeisterung - Ernüchterung vom Kopf auf die Füße zu stellen und ich bin so frei, aus meinem Wiener Vorlesungs-Vortrag (in einer Fassung, die zur Publikation in der Zeitschrift "Zukunft" vorgesehen ist) zu zitieren:

"Die öffentlichen Räume der Städte, ganz gleich, ob es sich um den Taksim- oder den Tahrir-Platz, die Wall Street, um Sigmund Freud Park und Votivkirche in Wien oder die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau handelt, sie sind in den letzten Jahren zu Orten geworden, an denen rassistische Grenzregime, neoliberale Herrschaft und patriarchale Willkür mittels Besetzungen, öffentlicher Rede und Punkgebeten herausgefordert wurden und werden; dieselben Medien, Mobiltelefone, Netzwerke, Kameras sowie die von Konzernen betriebenen Social Media-Plattformen, die mit unserer fröhlichen Mithilfe zu unserer Kontrolle und Überwachung eingesetzt werden, spielten und spielen in diesen Fällen bei der Verbreitung von Aufklärung und Kritik eine wichtige Rolle.
Die Demokratisierung der Überwachung, die jeden und jede von uns von Objekten zu Subjekten der Kontrolle macht mag kein besonders sympathisches, anstrebenswertes Ziel sein; unter den Bedingungen der Kontrollgesellschaften können aber deren Medien und Instrumente durchaus nützlich sein, wenn es darum geht, um mit Heinrich Heine zu sprechen, die „schweigend[e] Gewalt“, die zu Zeiten Heines Religion und politischer Absolutismus, in unseren Zeiten Konzernzentralen und Geheimdienste darstellen, wenigstens zur Rede zu stellen und zum Argumentieren zu zwingen."

Die Fleischer gedenken der Schlächter

In diesen großen Zeiten gibt es dem fröhlichen Erinnern an den WK I kein Entkommen - "Moi, mon colon, cell' que j' préfère, C'est la guerr' de quatorz'-dix-huit !" singt Georges Brassens -, da kann auch das Adresscomptoir nicht abseits stehen, voilà ein Fundstück aus dem Eingangsbereich des Hauses Wien 1, Hegelgasse 8, in dem die Fleischer ökonomischer Weise auch gleich der Schlächter des folgenden Weltkriegs gedenken:

Fleischer_WienHegelg8

Samstag, 11. Januar 2014

Arno Schmidts Adressen

Arno Schmidt-Festspiele allerorten, heute Dietmar Dath in der FAZ (noch? nicht online), zuletzt die Ö1-Tonspuren, demnächst am 15.1. eine Doku auf Arte, und ach, ich kann keine Hausnummer von Bargfeld Nr. 37 anbieten; die Basisrecherche für Schmidts Adressen ist jedenfalls schon geleistet, voila.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Furche-Beitrag zu Weblogs in der Wissenschaft

In der letztwöchigen Ausgabe der Wochenzeitung Furche ist nicht nur mein Beitrag über österreichische Digitalisierungsprojekte erschienen, sondern auch ein kurzer Artikel über Weblogs in der Wissenschaft, hier die unredigierte Fassung, die kaum von der nur in Print veröffentlichten Version abweicht:

Digitale Wissenschaft – Forscher entdecken Weblogs und Podcasts

„Ein Wissenschaftler, der nicht bloggt, ist ein schlechter Wissenschaftler“ – dieses provokante Diktum stammt vom Historiker Klaus Graf, dem „very godfather of German history blogs“, Hauptbeiträger des bereits 2003 gegründeten Weblogs Archivalia (archiv.twoday.net). In den letzten Jahren nehmen sich auch immer mehr österreichische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Grafs Statement zu Herzen und ermöglichen mittels Weblogs – online geführten Tagebüchern – Einblicke in ihre Forschungswerkstatt.
Mit der technischen Infrastruktur dafür sieht es in der Alpenrepublik allerdings eher traurig aus, seit die mit einem Weblogforum verbundene Internetplattform „Kakanien Revisited“ mangels Finanzierung durch das Wissenschaftsministerium ihre Tätigkeit weitgehend einstellen musste; kein Wunder also, dass Forscher aus Österreich – soferne sie die Weblogsoftware nicht selber installieren oder einen herkömmlichen Blogprovider wie Wordpress oder Twoday auswählen – sich an Plattformen anschließen, die in anderen Ländern gegründet wurden, wie zum Beispiel an die von Frankreich ausgehende wissenschaftliche Weblogplattform Hypotheses. Diese ist auf Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften spezialisiert und pflegt im Gegensatz zur oft vorherrschenden englischen Monokultur die europäische Sprachenvielfalt. So werden von Hypotheses nicht nur französische, englische, spanische und portugiesische Blogs gehostet, sondern seit Frühjahr 2012 unter de.hypotheses.org auch ein deutschsprachiger Ableger; das dort zum Beispiel verfügbare Weblog zur Ordensgeschichte wird auch mit österreichischer Beteiligung bespielt.
Podcasts wiederum sind Audiodateien, die ein hervorragendes Mittel bieten, wissenschaftliche Inhalte einer interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen; in den letzten vier Jahren haben sich hier insbesondere die von Daniel Meßner produzierten „Stimmen der Kulturwissenschaften“ – stimmen.univie.ac.at – etabliert, die in mittlerweile mehr als 60 circa halbstündigen Interviews so disparate Themen wie Suizid in der Frühen Neuzeit, NS-Medizin oder Cyberpunk-Literatur behandeln.

Tantner, Anton: Forscher entdecken Weblogs und Podcasts, in: Die Furche, Nr. 1/2014, 2.1.2014, S. 5.

Montag, 6. Januar 2014

Call for Papers „Schleppen“, schleusen, helfen. Flucht zwischen Rettung und Ausbeutung

Interessanter Call for Papers der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (noch nicht online auf der Homepage):

Call for Papers
„Schleppen“, schleusen, helfen. Flucht zwischen Rettung und Ausbeutung

Grundkonzept und wissenschaftliche Gesamtkoordination: Dr. Gabriele Anderl
Organisationsteam: Dr. Gabriele Anderl, Dr. Edda Engelke, Mag. Simon Usaty

Beirat:
ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Albrich
Elias Bierdel
Dr. Espérance-François Bulayumi
Mag. Julia Edthofer
ao. Univ.-Prof. Dr. Fritz Hausjell
Dr. Edith Hessenberger
Dr. Konstantin Kaiser
MMag. Michael Kasper
Dr. Stefan Keller
René Korotin
Dr. Herbert Langthaler
Dr. Hanno Loewy
Dr. Irene Messinger
ao. Univ.-Prof. Dr. Christoph Reinprecht
Univ.-Prof. Dr. Sieglinde Rosenberger

Ein Symposium der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge, Präsident:
ao. Univ.-Prof. Dr. Fritz Hausjell) in Kooperation mit folgenden Institutionen:
Afro-Asiatisches Institut Wien
asylkoordination Österreich
borderline europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V. Berlin
CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit
Forschungsgruppe [KriMi] Kritische Migrationsforschung
Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien
Institut für Soziologie der Universität Wien
Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien
Paul Grüninger Stiftung

Einmalige oder mehrfache illegale Grenzüberschreitungen waren im Kontext der Fluchtbewegungen der Jahre 1933 – 1945 wesentlich häufiger als vielfach angenommen.
Diese Form des Grenzübertritts und andere nicht gesetzeskonforme Praktiken wie das Fälschen von Visa oder Dokumenten erwiesen sich vielfach als lebensrettend, auch wenn bereits damals die Beteiligten – Verfolgte wie Helferinnen und Helfer – oft in undifferenzierter Weise kriminalisiert
wurden. Es ging dabei vor allem um die (versuchte) Einreise in potentielle Transit- und Zufluchtsländer, aber auch um die Flucht aus dem Deutschen Reich, besonders nach dem Ende der Vertreibungsphase und dem Verbot der jüdischen Auswanderung 1941.
Ohne die Zuhilfenahme der erwähnten Methoden wäre die Bilanz der Shoah-Opfer bzw. der sonstigen Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung noch wesentlich höher ausgefallen als ohnedies der Fall.
Auch in der Nachkriegszeit war das Thema von Bedeutung. Nun ging es beispielsweise, organisiert von der Untergrundbewegung „Brichah“, um das Schleusen von jüdischen „Displaced Persons“ aus Europa in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina oder später um die Flucht von Menschen aus verschiedenen Ländern des Ostblocks.
Heute ist das Thema angesichts der immer rigoroseren Abwehrmaßnahmen, die zur Sicherung der „Festung Europa“ ergriffen werden, brisanter denn je. Das haben zuletzt die Diskussionen um die Flüchtlinge aus der Wiener Votivkirche und die zahllosen im Mittelmeer ertrunkenen Bootsflüchtlinge gezeigt. Politik und Medien beschäftigten sich vielfach höchst undifferenziert mit dem Phänomen „Schlepperei“, wobei sich die Energien auf die Bekämpfung dieses Symptoms einer verfehlten Asyl- und Zuwanderungspolitik konzentrieren und einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Ursachen und der Suche nach konstruktiven Lösungen aus dem Weg gegangen wird. So wäre etwa auch die Frage zu stellen, inwieweit der in der Genfer Konvention definierte Flüchtlingsbegriff den heutigen weltweiten Krisen- und Bedrohungsszenarien noch angemessen ist.
Zur Zeit der NS-Herrschaft hatte die Abschottung der meisten potentiellen Zufluchtsländer einen enormen Anstieg der illegalen Fluchtbewegungen zur Folge gehabt. Ähnlich sind heute die Möglichkeiten für Flüchtlinge, auf legalem Weg nach Österreich und in andere europäische Länder zu gelangen, äußerst begrenzt, da durch das Dublin-II-Abkommen die Bewältigung des Flüchtlingszustroms vor allem an die Staaten an den Rändern der EU delegiert wird. Dies und die Tatsache, dass die Asylgesetzgebung seit den 1990er Jahren sukzessive verschärft worden ist und die Anerkennungsquoten rückläufig sind, hat dazu geführt, dass von Flüchtlingen immer häufiger die Form der illegalen (irregulären) Einreise in die EU und eben auch nach Österreich, selbst unter größter Lebensgefahr, gewählt wird.
Die geplante interdisziplinäre Tagung soll sich mit den Themen Fluchthilfe und „Schlepperei” in Vergangenheit und Gegenwart beschäftigen, wobei der Fokus auf der Zeit nach 1933 liegen wird. Der Rettung von Menschen, die während der NS-Zeit aus rassistischen und / oder politischen Gründen verfolgt wurden und ihr Leben durch unerlaubtes Überwinden von Grenzen retten konnten, sowie der Bedeutung des Phänomens in der Gegenwart und dem gesellschaftspolitischen Umgang damit soll besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Dabei kann es sowohl um die illegale Einreise in Zufluchts- und Transitländer als auch um die illegale Flucht aus verschiedenen Ländern gehen. Nach Möglichkeit sollte auch ein Bezug zu Österreich und dessen Grenzen beziehungsweise zu aus Österreich stammenden Flüchtlingen oder, wenn es um die Gegenwart geht, zu den Außengrenzen der EU bzw. den Grenzen innerhalb der EU bestehen. Rückgriffe auf frühere Perioden sind grundsätzlich möglich, sofern sie sich in den Gesamtkontext der Veranstaltung sinnvoll einbinden lassen.

Inhaltlich soll es um folgende Schwerpunkte gehen:
- Formen und Phasen der illegalen Fluchtbewegungen im jeweiligen historischen und politischen Kontext
- Fluchtrouten, Netzwerke der Fluchthilfe
- Biographien und Motive von „Schlepperinnen“ und „Schleppern“ bzw. Fluchthelferinnen und Fluchthelfern, das Spannungsfeld zwischen Hilfeleistung / Menschenrettung auf der einen und Ausbeutung / Kriminalität auf der anderen Seite
- die spätere Rehabilitierung von Fluchthelferinnen und Fluchthelfern
- Erfahrungen von „Geschleppten“
- die Involvierung politischer, konfessioneller und sonstiger Organisationen und Gruppierungen, Hilfeleistungen seitens der Bevölkerung, aber auch Verrat und Denunziation
- Strafverfolgung, Internierung und Abschiebung nach illegaler Einreise und andere Abwehrmaßnahmen der potentiellen Zufluchts- und Transitländer, einschlägige Gesetze und die Organisation von Grenzschutz
- Politische Diskurse zum Thema „Schlepperei“ in Vergangenheit und Gegenwart sowie Fragen des Sprachgebrauchs (Suche nach einer adäquaten Terminologie, mögliche Alternativen zu den Begriffen „Schlepper“ und „illegal“).

Der Call richtet sich in erster Linie an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, doch können auch Beiträge von Journalistinnen und Journalisten sowie in der
praktischen Flüchtlingsarbeit tätigen Personen in einem gewissen Ausmaß berücksichtigt werden.

Die Tagungssprache ist Deutsch, Referate auf Englisch sind jedoch möglich.
Zudem ist an ein Rahmenprogramm, etwa in Form von Diskussionsveranstaltungen sowie einem Filmschwerpunkt zum Thema, gedacht.

Die eingereichten Papers sollten ein bis maximal zwei A4-Seiten lang sein und können auf Deutsch oder Englisch verfasst werden. Dem Abstract ist ein knapper Lebenslauf beizufügen.

Voraussichtlicher Tagungstermin: Montag, 13. bis Mittwoch, 15. Oktober 2014
Einreichschluss ist der 15. März 2014

Die Vorschläge sind zu richten an s.usaty@exilforschung.ac.at
Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge) / A-1020 Wien Engerthstr. 204/40
Tel. +43 (0)699/1093 34 11 / s.usaty@exilforschung.ac.at / http://www.exilforschung.ac.at

Samstag, 4. Januar 2014

Helmut Höge über die Bakuninhütte

Was es nicht alles gibt: In Südthüringen steht das "vermutlich letzte noch erhaltene Gebäude in Deutschland, das von Anarchosyndikalisten in der Zeit zwischen den Weltkriegen errichtet" wurde, die Bakuninhütte, über die Helmut Höge heute berichtet.