Am 4. Mai wird die neue Ausgabe der Literaturzeitschrift
Kolik präsentiert, es lesen Waltraud Haas, Werner Kofler, Markus Köhle und Klaus Ratschiller. [
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Ort: Schauspielhaus/Literarischer Salon, Porzellangasse 19, 1090 Wien
Zeit: Do, 4.5.2006, 20:30
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Belletristik - Do, 27. Apr. 2006, 08:05
Die zweite Konfiguration des vierteiligen Ausstellungsprojekts Verborgene
Geschichte/n remapping Mozart wird kommenden Mittwoch eröffnet, und ich freue mich schon darauf zu sehen, was die KuratorInnen aus meinen Hausnummern-Fotos gemacht haben:
Ein Projekt von WIENER MOZARTJAHR 2006
Verborgene Geschichte/n remapping Mozart
Konfiguration II: Frisch zum Kampfe! Frisch zum Streite!
(aus Die Entführung aus dem Serail, 2. Aufzug, Nr. 13 Arie, Pedrillo)
Eine Ausstellung mit Dokumenten und künstlerischen Arbeiten
Molkereistraße 2/Max-Winter-Platz 17, 1020 Wien
Eröffnung: 3. Mai 2006, 19 Uhr
Dauer: 4. Mai 11. Juni 2006
Öffnungszeiten:
Mo geschl., Di 11 17 Uhr, Mi So 13 19 Uhr
Eine Informationsausstellung mit Dokumenten und künstlerischen Arbeiten geht Fragen nach Toleranz und Polizey, nach der Produktion von Normalität und Ausgrenzung, nach Regulierung und Protest im Österreich des Aufgeklärten Absolutismus nach und untersucht welche Rolle diese Themen bis in die Gegenwart spielen. Ein Exkurs blickt über die österreichischen Grenzen hinaus und beschäftigt sich mit Formen von Revolution und Aufständen in einem internationalen Zusammenhang.
Mit künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen von: Harun Farocki, Kein Mensch ist illegal, Initiative Minderheiten/Gamze Ongan, Andrea Komlosy, Marko Lulic, Rudi Maier, Maiz, Martha Murphy, Lisl Ponger, Oliver Ressler, Anja Salomonowitz, Hito Steyerl, Hannah Stippl, Anton Tantner, TiD (Toledo i Dertschei), Milica Tomic, Borjana Ventzislavova & Miroslav Nicic, Teun Voeten, Jun Yang, Zelimir Zilnik, u.a.
KuratorInnenführungen:
Do, 4. Mai 2006, 19 Uhr, So, 11. Juni 2006, 13 Uhr
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Ausstellungen - Do, 27. Apr. 2006, 08:03
Treffpunkt für die Parade der Prekären am 1. Mai ist in
Wien um 14 Uhr am Yppenplatz und in
Paris um 18 Uhr bei der Métro Blanche. Begleitende Lektüre dazu bringt heute die
Jungle World, u.a. diesen
Einführungstext. Seltsam nur, dass eines der möglichen Mittel gegen Prekarisierung - das Grundeinkommen - mit keinem Wort erwähnt wird. Was ich auch nicht verstehe: Warum das ganze
Euromayday heisst, wo doch Prekarisierung und der Kampf dagegen gewiss keine europäische Besonderheiten sind. Ebenfalls lesenswert: Franz Schandls Text
Das neue Prekariat.
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Arbeit - Mi, 26. Apr. 2006, 08:34
Eine Rezension in der
NZZ, nicht unbedingt euphorisch:
Dath, Dietmar: Die salzweißen Augen. Vierzehn Briefe über Drastik und Deutlichkeit. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.
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Belletristik - Di, 25. Apr. 2006, 07:51
Findet morgen statt: Die Tagung
État et information économique de Colbert à la statistique générale de France.
Aus dem Programm:
Éric Brian: Arithmétique politique et information économique au XVIIIe siècle
Christine Lebeau: Chiffres privés ou chiffres politiques ? La publication du Bilancio de Pietro Verri (État de Milan, vers 1760)
Philippe Minard: La statistique industrielle en France et en Angleterre au XVIIIe siècle: production et usages
Guillaume Garner: État et statistique en Allemagne du XVIIIe siècle au début du XIXe siècle
Ort: 75270 Paris, 11 quai de Conti: Hôtel de la Monnaie - Amphithéâtre des Monnaies et Médailles
Zeit: Di 25.4.2006, 9.15-17.00
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Veranstaltungen - Mo, 24. Apr. 2006, 10:20
Neben der großen, quasi offiziösen Mozart-Ausstellung in der Albertina (vgl.
hier) gibt es auch ein kleineres, äusserst feines Projekt zu Mozart unter dem Titel
Remapping Mozart; die erste unter diesem Label gezeigte Ausstellung, die sich u.a. mit Orientalismus und Stereotypen in Mozarts Opern beschaeftigt, ist schon wieder vorbei, Anfang Mai startet im Wiener Stuwerviertel eine weitere Ausstellung zum Thema
Regulierungen, Rebellionen und Ausschlüsse (
mehr; sehr beeindruckend finde ich auch die nach ein bisschen Runterscrollen auftauchende Timeline 1756-1791). Thematisiert werden dabei netterweise auch die Hausnummern, und ein paar meiner Fotos werden dort zu sehen sein.
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Hausnummerierung - So, 23. Apr. 2006, 12:39
Nächste Woche findet am Wiener IFK die Tagung
"No Guarantees" - Innovative kulturwissenschaftliche Forschung unter unsicheren Bedingungen statt; das Extra der Wiener Zeitung bringt quasi als Begleitprogramm zwei Artikel zur durchaus prekären Lage der Forschung in Österreich: Zum einen ein Beitrag von
Karl Acham zur Situation junger Wissenschafter angesichts eines Dienstrechts, das fast nur mehr befristete Verträge kennt, zum anderen ein Text von
Anton Holzer, der zwei niederösterreichische Orte - Marienthal und Gugging - als Chiffren für zwei unterschiedliche Modelle von Wissenschaft nimmt.
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Wissenschaft - Sa, 22. Apr. 2006, 18:32
Süß, dass es so was noch gibt: Ein Giles Auty gibt in
The Australian dem australischen Premierminister Howard recht, der die Lehrpläne von einem angeblichen
postmodernen, schädlichen Einfluß geradezu verseucht sieht. Schlimmer noch: An all diesem postmodern-marxistischen Kram ist ein Franzose schuld:
The originator of these ideas was a French Marxist historian/philosopher who died 22 years ago and whose entire life was consumed by a corrosive hatred of the kind of conventional, middle-class, "bourgeois" values that tend to obtain in modern Western democracies such as Australia.
The man in question was Michel Foucault. Was this paragon truly the possessor of an exceptional, visionary and supremely balanced mind whose theories of life and society should be accepted by the rest of us - including parents of hundreds of thousands of children now attending Australian schools - without question?
When not exercising his supposedly superior vision of the true nature of bourgeois Western societies, Foucault was a promiscuous masochist whose areas of interest were in torture, drug-use and totally anonymous sex. His spiritual hero was the Marquis de Sade.
Wow, das ganze ist so schwachsinnig, dass es fast von Hans Ulrich "postmoderner Rattenfänger" Wehler stammen könnte; schön jedenfalls, dass Foucault immer noch so sehr die Gemüter erregen kann. [via
Foucault-L]
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Theorie - Fr, 21. Apr. 2006, 17:30
Das nenne ich lebensnahe Forschung: Im Zuge der Anti-CPE-Proteste wurde in Paris auch ein Gebäude der
EHESS besetzt, von einer Gruppe Jugendlicher, mit denen auch die wohlgesinnten EHESS-ForscherInnen den Dialog nicht aufrecht erhalten konnten. Bevor das Gebäude geräumt wurde, wurde etliches zerstört (Fotos davon auf
Flickr) und die Wände zuhauf mit mehr oder weniger politischen Graffitis bemalt. Béatrice Fraenkel, Directrice d'études an der EHESS und Leiterin des Seminars
Anthropologie der Schrift untersucht nun mit einem Team diese Graffitis, bevor sie übermalt werden; der
Freitag berichtet heute darüber, vor ihm brachte schon die
Financial Times die Geschichte.
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Politik - Fr, 21. Apr. 2006, 17:28
Politique 2.0 heisst ein Dossier des Portals
politik-digital.de, das sich mit der Internetnutzung anlässlich der kommenden französischen Präsidentschaftswahlen beschäftigt; mit dabei: Ein
Interview mit Klaus Schönberger, der die unterschiedliche Rolle von Weblogs in Deutschland und Frankreich analysiert. Ein vorläufiges, von der Interviewerin gezogenes Fazit:
Mehr Wikipedianer hier, mehr Weblogger dort. [via
Kulturwissenschaftliche Technikforschung]
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Blogosphaere - Mi, 19. Apr. 2006, 07:59
Sehr erfreulich: Die aktuelle, von Philipp Sarasin herausgegebene Ausgabe der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften mit dem Thema "Fremdkörper". Behandelt werden u.a. Konzeptionen von Geschwülsten im 19. Jahrhundert sowie von "jüdischem Blut" 1918-1933, die Geschichte der Debatte um Schwangerschaftsabbruch in Israel, und das Auftauchen von Infektion in Foucaults Texten. Interessant auch ein Beitrag von Daniel Weiss über
Ungeziefer, Aas und Müll. Feindbilder der Sowjetpropaganda (109-122). Schade nur, dass er in schlechter totalitarismustheoretischer Tradition einen Vergleich nur zu nationalsozialistischen Blutsaugermetaphern zieht und es S.119f nur andeutet, dass auch andere Vergleiche möglich wären, z.B. zu Metaphern, die in repräsentativ-demokratischen Staaten verwendet werden. Als Beispiel sei ein im August 1945 in der von ÖVP, SPÖ und KPÖ gemeinsam herausgegebenen Tageszeitung
Neues Österreich veröffentlichter Artikel genannt, in dem gegen die
Schlurfs gehetzt wurde:
Den österreichischen Lebensbaum beginnt dichtes Unkraut zu umwuchern und saugt ihm wertvolle Säfte ab. (...) Die verantwortlichen Stellen unseres Staates sind daher nicht gewillt, diese Sumpfgewächse der Nachkriegszeit weiterhin ungehemmt wuchern zu lassen. Es gibt Mittel und Wege, das gesamte Unkraut radikal auszurotten. Davon werden sich die Schlurfs in Kürze überzeugen können. (Heinz, Karl Hans: Der Schlurf, in: Neues Österreich, 1.8.1945, S.1; zitiert in meiner
Diplomarbeit [PDF], S.68). Ebenfalls ein Analysekandidat: Der französische Innenminister mit seinen Kärcher-Phantasien.
Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 16.2005, Heft 3: Fremdkörper. Hg. von Philipp Sarasin. [
Verlags-Info]
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Socialpolitik - Di, 18. Apr. 2006, 07:36