Alte Kulturtechniken und Plagiate
Stefan Weber - er war der Betroffene des in einem älteren Blogeintrags genannten Plagiatfalls, vgl. auch Peter Pleners Beiträge im Kakanien-Editor-Blog - macht sich in Telepolis Gedanken über den Wandel der Wissenskultur durch Netzplagiate und das Google-Wikipedia-Monopol; irgendwie hat der Artikel doch einen kulturpessimistischen Zungenschlag, dem ich mich nicht anschliessen kann. Und überhaupt, von wegen korrektes Zitieren; Weber schreibt: In einem Weblog wurde vorgeschlagen, eine Lehrveranstaltung "Einführung in alte Kulturtechniken" in die Lehrpläne aufzunehmen. Darunter fielen dann Dinge wie: mit der Hand schreiben, Texte genau lesen, in realen Bibliotheken recherchieren. Er hätte schon anmerken können, dass es sich dabei um einen auf dem Sinnhaft-Weblog geposteten Kommentar von Thomas Jöchler handelte. Oder müssen Plagiatsforscher nicht korrekt verlinken? Was den Vorschlag selbst betrifft, na, ich weiss nicht; ich denke auf jeden Fall, dass die akademische Lehre davon auszugehen hat, dass Google und Wikipedia nun mal (und vollkommen zu Recht) die Einstiegspunkte für jede Recherche sind; es wird in Zukunft eben darum gehen, die erhaltenen Ergebnisse zum einen bewerten zu können und zum anderen klarzustellen, dass es sich eben nur um Einstiege handelt: Wissenschaftliche Arbeit beginnt damit und definiert sich dadurch, dass sie auch andere Ressourcen, insbesondere bibliographische Datenbanken sowie gegebenenfalls weitere Offline-Medien einbezieht.
adresscomptoir -
Bibliothekswesen_Recherche - Fr, 30. Sep. 2005, 09:20











Lange, sehr lange hat es gedauert von der Abgabe des Manuskripts bis zum Erscheinen, nun ist sie aber endlich lieferbar: Eine von Michael Hochedlinger und mir herausgegebene Edition der Politischen Anmerkungen des Hofkriegsrates zur sozialen Lage in den Ländern der Habsburgermonarchie 1770-1771. Faszinierende Texte sind es, von den Militärs verfasst, während sie durch die Dörfer und Städte der Monarchie zogen, um eine Seelenkonskription, also eine Volkszählung zur Vorbereitung eines neuen Rekrutierungssystems durchzuführen. Diese Dokumente können als ein wichtiger Ausgangspunkt der josephinischen Reformen betrachtet werden und zeugen von einer (schwarzen) Utopie, die ich militärischen Wohlfahrtsstaat nenne (vgl. dazu meinen Beitrag in dem