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Ebenfalls durchaus hörenswert,...
Ebenfalls durchaus hörenswert, die in der Diagonal-Ausgabe...
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Samstag, 20. Juni 2009

Ulrich Raulff: Historiker als verführte Verführer

Die aktuelle ÖZG enthält ein von Mario Wimmer mit Ulrich Raulff geführtes Interview; besonders bedenkenswert halte ich folgende Passage über die Stellung des Historikers (und wohl auch der Historikerin) zwischen Aufklärung und Verführung:

Natürlich kommt man nicht ohne die bewussten Distanzgesten aus. Es gehört ja zur Beschreibung von Ideengeschichte, das Material immer wieder abzuwägen, es auf Distanz zu bringen, zu sortieren, zu bewerten. Man arbeitet kritisch; aber man lässt sich auch vom Material zu Erzählungen verführen, die etwas ausprobieren und dazu Risiken eingehen. In diesem Sinn ist der Erzähler ein verführter Verführer. Will oder kann er das nicht mehr sein, dann wird er leicht zu einem Bürokraten des Materials. Wenn man leidenschaftlich erzählt, wenn man die farbgebenden Elemente, wie Kantorowicz das nennt, nicht verschmäht, bleibt man nicht immer kritisch und distanziert und insofern vielleicht nicht immer der beste Aufklärer. Man ist nicht in jedem Augenblick über die eigenen Faszinationen aufgeklärt; aber man hat die Freiheit – und wird sie nutzen –, immer wieder in die andere, die kritische Rolle zu gehen. Dann wird man wieder im Hintergrund die Väter der Methode hören, ihr Gemurmel und ihre kritischen Stimmen. Als Historiker verführt man sicher genauso sehr wie man aufklärt.

Raulff, Ulrich: „Das ist wie ein künstlerischer Arbeitsprozess“. Ein Gespräch mit Ulrich Raulff über die Geschichte der Ideen, geführt von Mario Wimmer, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 20.2009/1, S. 181–194, hier 189.