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Sonntag, 6. Januar 2008

Berliner Hausnummern

Wieder mal eine Glosse zu den Schwierigkeiten, sich mit den Berliner Hausnummern zurecht zu finden, diesmal im Wiener Zeitung-Extra von Verena Mayer:

Dazu kommt, dass Berlins Straßen nicht nur länger sind als anderswo, sondern auch anders nummeriert. In Berlin befinden sich nicht auf der einen Seite die geraden Nummern – und auf der anderen die ungeraden. Nein, die Straßen sind fortlaufend nummeriert: erst steigen die Nummern auf der einen Seite an und gehen dann auf der anderen in der entgegengesetzten Richtung weiter.
Ich erinnere mich an einen meiner ersten Termine, den ich in Berlin hatte. Ein Interview in einer Galerie mit der Hausnummer 260. Ich schaute auf den Stadtplan, sah, dass die Straße ungefähr so lang war wie der Jakobsweg, und schloss daraus, dass Nummer 260 knapp an der brandenburgischen Grenze liegen müsse. Als ich aus der S-Bahn-Station am Ende der Straße trat, stand ich vor Nummer 130. Danach ging es nicht mehr weiter. Ich musste also auf der anderen Seite wieder zurück. Nummer 260 lag genau gegenüber von Nummer 1. Vollkommen zentral. Mit den Worten "Diese Distanzen!" betrat ich eineinhalb Stunden zu spät die Galerie.
Angeblich wurde die Nummerierung von Häusern erfunden, damit das Finanzamt die Bewohner leichter findet. In Berlin scheint die Nummerierung allerdings dafür da zu sein, um die Leute zu verwirren. Vor allem, wenn man in einer der wenigen Straßen landet, die dann doch nach geraden und ungeraden Zahlen nummeriert sind. Vielleicht ist das Berliner Haushaltsdefizit ja deshalb so hoch.

Neuerfindung der Geisteswissenschaften dank Internet?

In der taz zieht Stefan Heidenreich eine Bilanz des in Deutschland soeben abgelaufenen Jahrs der Geisteswissenschaften. Ihm ist in folgendem wohl recht zu geben:

Was ist zu tun? Der Schauplatz der Lösung liegt im Netz. Denn es treibt nicht nur den kulturellen Wandel an, sondern bildet auch das Fundament künftiger Wissenschaften. Das Netz ist nicht die Gefahr, sondern die Gelegenheit für die Geisteswissenschaften, wahrscheinlich die letzte Gelegenheit zur Rettung, wenn man es dramatisch sehen will. Es betrifft die Kulturwissenschaften nicht nur als Gegenstand, sondern auch methodisch. Noch zeichnet sich die Zukunft nur schemenhaft ab, sowohl was die Zirkulation von Texten und Thesen betrifft als auch die Formen der Lehre und des Austauschs von Wissen. Andere Disziplinen sind dort weiter als die Geisteswissenschaften. Nicht nur Informatiker weisen den Weg, sondern auch all jene teils unter Programmierern und Hackern, teils in Unternehmensberatungen entwickelten Lehr- und Lernformen, die derzeit nur ganz langsam in die Universitäten einsickern.

Die dort herrschende Rückständigkeit zeigt sich wohl am deutlichsten in der Tradition der Sammelbände. Sicher ist und bleibt ein Buch das bevorzugte Medium des Lesens. Sobald es aber beim Lesen um die Zirkulation von Wissen, von Thesen und Gedanken geht, ist das Netz dem Papier überlegen. Dennoch bestehen gerade die Vertreter der Geisteswissenschaften darauf, für das Fachpublikum bestimmte Aufsätze und Doktorarbeiten repräsentativ in Buchform vorzulegen, zumeist mit Hilfe horrender Druckkostenzuschüsse. Dieses Geld wird zu einem geradezu widersinnigen Zweck verschwendet. Anstatt im Netz frei verfügbar zu sein, dämmert der Fachaufsatz zwischen Buchdeckeln in ausgewählten Bibliotheken vor sich hin. Der Wille zum Wissen kommt gegen den Willen zur Repräsentation nicht an.

(...) Die Aufgaben sind einfach und schlicht: das Netz als Organisationsform von Wissen und Lehre ernst nehmen. Geschichte nicht als Selbstzweck, sondern Vergegenwärtigung betreiben. Und endlich der Theologie eine Absage erteilen: Rezeption also wieder an die Produktion binden, Wissen und Handeln vereinen.


[via Perlentaucher]

Interview mit Helmut Lethen

Na bitte, es geht ja auch anders, nämlich entspannt und seriös: Im Wiener Zeitung-Extra interviewt Hermann Schlösser den IFK-Direktor Helmut Lethen.