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Belletristik

Sonntag, 11. Juli 2021

No numbers. No anything - Wer kennt große Flohliteratur?

Für die Erforschung der Kulturtechnik der Nummerierung mag Herman Melvilles 1851 erschienener monströser Moby-Dick nicht allzu ertragreich nutzbar sein, aber immerhin, dank des Kommentars zur von Matthias Jendis besorgten Übersetzung weiß ich nun, dass Melville während einer Reise nach Konstantinopel am 11. Dezember 1856 über dessen Gassenwirrwarr folgenden Eintrag verfertigte: Just like getting lost in a wood. No plan to streets. Pocket-compass. Perfect labryth. Narrow. Close, shut in. If you could get up into tree. Soar out of the maze. But no. No names to the streets no more than to natural allies among the groves. No numbers. No anything. (Numbers wurde allerdings mit Zahlen übersetzt: Als wenn man sich im Wald verirrt. Straßen völlig planlos angelegt. Taschenkompaß. Ein volkommenes Labyrinth. Schmal. Eng, eingeschlossen. Wenn man nur irgendwo aufentern könnte, (...) Straßen ebenso ohne Namen wie die Wege zwischen den Wäldchen. Keine Zahlen. Kein nichts. (Kommentar S.973)

Mein besonderes Interesse weckte allerdings folgende Passage in Kapitel 104 Der Wal als Fossil, S.702:
Wollt ihr ein großes Buch schreiben, müßt ihr ein großes Thema wählen. Nie wird jemand etwas Großes und Dauerhaftes über den Floh schreiben, wiewohl es viele geben mag, die das versucht haben. (Im englischen Original: To produce a mighty book, you must choose a mighty theme. No great and enduring volume can ever be written on the flea, though many there be who have tried it. - Leider verschweigt der Kommentar, ob Melville sich hier auf konkrete Flohliteratur bezog bzw. ob in Nachfolge zu dieser Passage solche dann tatsächlich versucht wurde zu verfassen - ob hier Peter Plener weiter weiß?

Melville, Herman: Moby-Dick. Roman. Übersetzung von Matthias Jendis. München: dtv 14613, 3. Aufl., 2020.

Mittwoch, 3. Februar 2021

Michael Scharang 80

Michael Scharang wird heute 80 - die adäquate Art ihm zu gratulieren ist, seine Texte zu lesen, z.B. den in der Zukunft (2020/10, S.32-38) erschienenen Vorabdruck seines Romans "Der Esel".

Samstag, 16. Januar 2021

Vorabdruck von Michael Scharangs "Der Esel"

Zumindest ein Teil der Wochenendlektüre ist gesichert: Eine demnächst in Print erscheinende Ausgabe der "Zukunft" (S.32-38) enthält einen Vorabdruck von Michael Scharangs kommenden Roman "Der Esel"; Lesen schon jetzt möglich unter https://www.magglance.com/Magazine/873e266b7adc338133eea07f1ca449fe/

Mittwoch, 25. November 2020

Protipp für Rechtsextreme

Da sich heute vor 50 Jahren Herr Mishima den Bauch aufschlitzte: Protipp für alle Rechtsextremen, die ihrem Idol nachfolgen wollen, gefunden in Thomas Wagners "Die Angstmacher".

Mishima

Montag, 19. Oktober 2020

Radio Dispositiv-Interview mit Richard Schuberth zum Bus nach Bingöl

Herbert Gnauer hat für sein Radio Dispositiv Richard Schuberth zu dessen neuen Roman Bus nach Bingöl interviewt, heute wurde das Gespräch auf Radio Orange ausgestrahlt.

Donnerstag, 15. Oktober 2020

40 Bücher später - Gespräch mit Dietmar Dath anlässlich dessen 50er

Dietmar Dath wurde heuer 50, das fürs Frühjahr angesetzte Symposion wurde nun ein halbes Jahr später aus dem Brechthaus gestreamt [Bericht]. Ein im Rahmen der Tagung von Adreas Platthaus geführtes Gespräch kann nachgesehen werden, es trägt den schönen Titel 40 Bücher später: Gespräch über Leben & Werk. Ich gratuliere mit dem Wunsch, dass die Zahl der von Dath publizierten Bücher dreistellig werde und er selbst in regelmäßigen Abstände instruktive, kurze Wegweiser durch seine verästelte Textlandschaft verfasse!

Freitag, 25. September 2020

Besprechung von Herwegh-Biographie im ND

Der deutsche Schriftsteller Georg Herwegh (1817-1875) ist mir nicht zuletzt auch deswegen ein Begriff, weil nach ihm nicht nur ein Wiener Gemeindebau, sondern auch der famose Rosenpark offiziell benannt ist (dazu Augustin Nr.464, S.21 [PDF]). Nun ist eine umfangreiche Biographie über ihn erscheinen, die diese Woche im ND positiv besprochen wurde.

Reinhardt, Stephan: Georg Herwegh. Seine Zeit - unsere Geschichte. Göttingen: Wallstein, 2020. [Verlags-Info]

Freitag, 24. Juli 2020

Österreich im Jahre 2020

Seit fünfzig Jahren eine kommunistische Monarchie, eingebettet in einen europäischen Staatenbund (ohne Großbritannien), das Militär abgeschafft, die Wirtschaft vernünftig organisiert ohne Privateigentum und Geld - so die 1893 erstmals publizierte Utopie des Anwalts Josef von Neupauer, die nun bei Luftschacht neu aufgelegt wurde. Erfahren davon habe ich dank dieser Rezension (Paywall), da ist wohl eine umgehende Bestellung beim Literaturbuffet dringend nötig!

Montag, 16. März 2020

Daths Lektürevorschläge in Zeiten von COVID-19

Zwei Jahre nach Beginn der Quarantäne treffen sich Menschen fast nur noch auf Bildschirmen. "Wieso sollte ich rausgehen?", fragt ein Teenager. "Da muss man nur alle Immunwerte neu checken, und wenn man zurückkommt, wird man ausgezogen, dann hart abgeduscht, und dann muss man mindestens drei Tage in einer Blase sitzen. Da bleibe ich lieber hier bei dir." Die Liebeserklärung gilt einer Maschine. - So beginnt in der heutigen FAZ (Paywall) Dietmar Daths Besprechung von "The Companions", laut Vorspann Epidemiedichtung aus den Traditionstiefen der Phantastik, soeben publiziert von Katie M. Flynn. Dath verweist auch auf weitere passende Lektüre und verzichtet leider nicht auf die für ihn typische Anti-Internet-Invektive (hier fällt das Kollektivhirn in Schleichfieber), ein Befund, dem in derselben Ausgabe nur zwei Seiten zuvor widersprochen wird (Hilfe statt Hass in Zeiten von Corona); sein Schlussplädoyer passt dann ja wieder, da fordert Dath die Neuentdeckung der Sprache als zwar abstraktes, aber lebenswichtiges, unsichtbares Sinnesorgan, das vorausspürt und nachdenkt.

Flynn, Katie M.: The Companions. A Novel. New York: Gallery/Scout Press, 2020, ISBN (Epub): 9781982122171
Verlags-Info: https://www.simonandschuster.com/books/The-Companions/Katie-M-Flynn/9781982122171

Weitere von Dath erwähnte der literarisch besten Science-Fiction-Text[e] über Weltkrisen:

Mary Shelley: The Last Man (1826)
John Shirley: Eclipse: Corona (1990)
Stephen-King: The Stand" (1978, erweitert 1990)
William Gibson: The Peripheral (2014)
L. X. Beckett: Gamechanger (2019)

Sonntag, 22. Dezember 2019

Merz-Edition Open Access

Erfreulicherweise ist die dieses Jahr erschienene Edition der wunderbaren Zeitschrift Merz (1923-1932) im Rahmen der Gesamtausgabe von Kurt Schwitters Open Access zugänglich. In diesem Sinne sei ein beherztes Fümms bö wö tää zää Uu in die Welt hinausposaunt!

Schwitters, Kurt: Die Reihe Merz 1923–1932. Hrsg. von Kocher, Ursula/Schulz, Isabel. (=Kurt Schwitters Gesamtausgabe; 4). Berlin/Boston: De Gruyter, 2019, DOI: 10.1515/9783110624113