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Standard-Kritik am ÖStA

Klaus Taschwer beschreibt anhand des Amsterdamer Stadtarchivs auf DerStandard.at, wie benutzerInnenfreundlich manche Archive sein können und verwendet als negative Kontrastfolie das (heute hier in positiverem Zusammenhang schon erwähnte) Österreichische Staatsarchiv, wobei er in einem Kommentar von Kollegen Jerome Segal bestätigt wird.
Ich bin ja froh, dass mich die von Taschwer genannten Mängel nur selten in meiner Arbeit im ÖStA behindern und ich dort meistens gut zurecht komme, was aber auch mit den von mir konsultierten Beständen zusammenhängt und ich dadurch, dass ich in Wien ansässig bin, nicht darauf angewiesen bin, die Akten zu fotografieren. Dies ist nämlich tatsächlich eine mittlere Katastrophe: Während in zivilisierten Archiven Fotografieren zumeist erlaubt und oft auch noch unterstützt wird, ist dies im Österreichischen Staatsarchiv verboten, die zuletzt via Facebook dafür vorgeschobene, vollkommen absurde Begründung lautete: Weil sich andere BenützerInnen dadurch gestört fühlen würden... Mit demselben Argument ließe sich der Gebrauch von Laptops verbieten, weil das Getippe nervt.(*) Es ist jedenfalls zu hoffen, dass in absehbarer Zukunft auch im ÖStA die Vernunft bezüglich der Verwendung von Kameras Einzug hält, vielleicht liefert Taschwers Artikel dazu einen Anlass.

(*) Das faszinierendste Erlebnis bezüglich des Ruhebedürfnis eines Archivbenutzers hatte ich bislang übrigens im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: Als ich die Vorhaltung eines Vertreters dieser Spezies, ihn würde das Quietschen meiner Schuhe beim Durchschreiten des BenützerInnensaals stören, mit einem Lachen quittierte, betonte dieser: "Das ist nicht lustig!"
Thomas Just (Gast) - 2013/04/28 22:40

Sorry Toni, ich finde Taschwers Kritik sehr überzogen. Das Fotografierverbot stört manche, manche hingegen sind froh darüber. Ab Mitte Mai gibt es Selbstscangeräte, die zu sehr günstigen Preisen Top Scans machen. Und gegen den Vorwurf, dass wir ein unzivilisiertes Archiv sind, verwehre ich mich. Das ist eine absolute Frechheit.

Georg (Gast) - 2013/04/28 22:51

Wer kann froh über ein Fotografierverbot sein?

Verstehe ich nicht. Und es ist nicht der einzige Punkt, der einen Unterschied zeigt.
adresscomptoir - 2013/04/28 22:57

"zivilisiert" beziehe ich auf die Gestattung zeitgemäßer Techniken der Benützung, so wie eben auch in anderen Archiven, und dazu zählt meines Erachtens auch die Verwendung von Kameras; die Ankündigung, dass Scanner zur Verfügung stehen werden, halte ich jedenfalls für sehr erfreulich!
Kelborn (Gast) - 2013/04/29 00:26

ich war schon öfter im Östa. Es ist eines der schlimmsten Archive die man im Studium kennen lernen darf. Die Anfragen per Mail dauern z.T. Wochen. Onlinesuche wie in den 90ern. Man muss für jeden SCh*** extra nach Wien fahren und sich eine Kopie schicken zu lassen kostet gleich ein Vermögen, weil ja alles gleich ein "Forschungsauftrag" darstellt. Grässliche Beamtenmentalität dort!

Klaus Taschwer (Gast) - 2013/04/29 02:25

Noch ein paar überzogene Addenda

Wie die meisten von uns hab auch ich ein Smartphone, das lautlos erstklassige Fotos macht. Und selbst Digitalkameras sind nicht wirklich viel lauter als die tippenden SitznachbarInnen.
Die müssen sich zum Tippen natürlich die weißen Handschule ausziehen, weil tippen mit Handschuhen eher umständlich ist (so wie auch das Blättern; dafür bleiben die Finger sauber).
Aber wenn man schon solche Schutzmaßnahmen unternimmt, dann frage ich mich schon, warum man kopieren und demnächst scannen darf, zumal die mechanische und lichttechnische Belastung der Dokumente dabei nicht ganz gering ist. (Sicher nicht geringer als beim Blitz- und lautlosen Abfotografieren des Dokuments am Arbeitsplatz.)
Lässt sich mit dem eingenommenen Kopiergeld wenigstens ein Mitarbeiter bezahlen? Wahrscheinlich nicht. Schön wärs übrigens, wenn es wieder eine Mitarbeiterin gäbe, die Bestätigungen über Kopien und Scans ausstellen würde. Wegen der Steuer zum Beispiel oder Projektabrechnungen.
Aber das sind alles nur Details.
Weil eigentlich geht es mir um Grundsätzlicheres. Ich denke nämlich, dass nicht nur die Qualität der historiografischen Arbeiten, sondern auch der Umgang eines Landes oder einer Institution mit seiner/ihrer Geschichte von der Zugänglichkeit der jeweiligen Archive abhängt. Und die lässt in Österreich leider vieler orten zu wünschen übrig, von der online-Aufbereitung der Bestände bis zu den Öffnungszeiten. (Das Stadtarchiv in Amsterdam hat übrigens auch samstags und sonntags von 12:00 bis 17:00 Uhr offen.)