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RIP Wolfgang Pohrt

Existierte eine Linke, müßte ihre Forderung heißen: Offene Grenzen. [Absatz] Das würde auf keinen Fall gemütlich. Die Ankommenden werden keine übertrieben netten Menschen sein. Sie bringen nicht Kultur mit, sondern Haß und Hunger. Sie werden diese Gesellschaft vor die Alternative stellen, ob sie sich ändern oder zusammenbrechen will. Aber vor dieser Alternative steht sie sowieso. Nur daß nichts bleibt, wie es ist, ist sicher. (S.19)

Ich weiß nicht, ob der heute verstorbene Wolfgang Pohrt diese bereits 1993 veröffentlichte Position so auch noch 2018 vertreten hat. Dafür, sie in dieser Deutlichkeit zur Diskussion gestellt zu haben, gebührt ihm Dank. Lernen ließ sich von seinen Polemiken auf jeden Fall auch als Historiker, sonderlich optimistisch war sein Verständnis von Geschichte nun wirklich nicht:

Seit jeher rotten die Menschen sich in irgendwelchen partikularen Gebilden zusammen, in Sippen, Stämmen, Völkern, Nationen, Staaten. Getrennt vereint fallen sie dann übereinander her. Dies einfallslose Spiel, das man Geschichte nennt, spielen sie nun schon seit mehreren tausend Jahren. Derzeit spricht nichts dafür, daß ihnen ein neues einfallen würde. (S. 206)

-Hier ließe sich allenfalls ergänzen, dass im Unterschied zu Pohrt bei Marx noch die Hoffnung bestand, die beschriebene Ödnis einmal zur Vorgeschichte einer besseren Zukunft herabzustufen.

Pohrt, Wolfgang: Harte Zeiten. Neues vom Dauerzustand. Berlin: Edition Tiamat, 1993.