Augsburger Religionsfrieden im ND
Die nach Eigendefinition sozialistische Tageszeitung Neues Deutschland ist nun wirklich nicht das erste Medium, dass einem bei Publikationsorganen zu frühneuzeitlichen Themen einfällt; in der aktuellen Wochenendausgabe gab's dafür von Günter Vogler, Verfasser zweier als UTB erschienenen Überblicksdarstellungen zur deutschen bzw. europäischen Geschichte der Frühen Neuzeit, einen Beitrag zum Augsburger Religionsfrieden. Liest sich durchaus solide, könnte aber genauso gut auch im Feuilleton der FAZ oder der NZZ stehen; bei dem Publikationsort häte man sich ja schon erwarten können, dass alternative oder marxistische Deutungsversuche gewagt werden.
adresscomptoir -
- Mo, 26. Sep. 2005, 08:27











Lange, sehr lange hat es gedauert von der Abgabe des Manuskripts bis zum Erscheinen, nun ist sie aber endlich lieferbar: Eine von Michael Hochedlinger und mir herausgegebene Edition der Politischen Anmerkungen des Hofkriegsrates zur sozialen Lage in den Ländern der Habsburgermonarchie 1770-1771. Faszinierende Texte sind es, von den Militärs verfasst, während sie durch die Dörfer und Städte der Monarchie zogen, um eine Seelenkonskription, also eine Volkszählung zur Vorbereitung eines neuen Rekrutierungssystems durchzuführen. Diese Dokumente können als ein wichtiger Ausgangspunkt der josephinischen Reformen betrachtet werden und zeugen von einer (schwarzen) Utopie, die ich militärischen Wohlfahrtsstaat nenne (vgl. dazu meinen Beitrag in dem