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Kommentare

Das passt ja bestens...
Das passt ja bestens dazu, vielen Dank!
adresscomptoir - 29. Jun, 19:16
Die swarze Seitung! Fürstlike...
Die swarze Seitung! Fürstlike Gnade! alles 'ier...
ladislaus (anonym) - 29. Jun, 15:42
Ach ja, die Metaphern;...
Ach ja, die Metaphern; es handelt sich um eine simple...
adresscomptoir - 23. Jun, 11:52
Falls es wirklich Zelte...
Falls es wirklich Zelte sein sollen, dann siehe hier:...
Vaclav (anonym) - 22. Jun, 20:40
Wo
wohnt ein Historiker während seiner Arbeit in...
Bohemian (anonym) - 22. Jun, 19:55

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Zuletzt aktualisiert: 3. Jul, 21:12

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Adressbueros

Dienstag, 23. Juni 2009

Böhmische Insekten

Folgende Verkaufsanzeige findet sich 1802 in der Beilage zur Prager Oberpostamtszeitung:
N. 461 Insektensammlung zu verkaufen. [Absatz] Eine große und wohlverwahrte Sammlung bloß böhmischer Insekten ist zu verkaufen. Liebhabern giebt das v. Schönfeldsche Zeitungskomtoir nähere Nachricht.

Kaiserlich Königlich privilegirte Prager Oberpostamtszeitung, Beilage Nr.II zum 48.Stück, 22.4.1802, S.480

Montag, 22. Juni 2009

Prag

Das Adresscomptoir hat seine Zelte zur Zeit in Prag aufgeschlagen, um einige Jahrgänge der von Schönfeld herausgegebenen Prager Oberpostamtszeitung durchzusehen, die ein Konkurrenzunternehmen zum Prager Fragamt aufzog, bevor sie sich dieses einverleibte. Leicht wird es nicht, denn wie ich soeben erfahren habe, sind die entsprechenden Jahrgänge im Národní Muzeum in einer Abteilung einsehbar, die nur Mittwochs geöffnet ist; an der Prager Nationalbibliothek wiederum gibt es für den mich interessierenden Zeitraum nur die Jahre 1802, 1803 und 1807; bleibt noch das nicht gerade zentral gelegene Prager Stadtarchiv, das allerdings außertourlich von heute bis Mittwoch geschlossen ist.

Sonntag, 14. Juni 2009

Wohnungs- und Arbeitsvermittlung für ehemalige Landwehrmänner, Prag 1815

1791 richtete der Prager Drucker Johann Ferdinand Schönfeld sein k.k. priv. Adreß- und Zeitungsamt in Prag ein, das in Konkurrenz zum bereits 1747 gegründeten und seit 1757 an die Druckerfamilie Pruscha verpachteten Prager Fragamt stand; nach dem Tod Vincenz Victorin Pruschas 1793 sollte Schönfeld sich dessen Fragamt einverleiben. Zu den Dienstleistungen des Schönfeldschen Comptoirs zählten 1815 auch Wohnungs- und Arbeitsvermittlung für aus dem Militärdienst entlassene Landwehrmänner:
2913. Unterkommen für entlassene Landwehrmänner.
Alle Landwehrleute, die ihre Entlassung erhalten, und Unterkommen suchen, können sich in dem gefertigten Zeitungs-Komptoir melden; dagegen kann auch Jedermann, der Leute benöthiget, hier unentgeldlich vormerken lassen, wie viel und zu welchem Geschäfte derselbe Arbeiter braucht; und man wird es sich zur Pflicht machen, dem Einen Unterkommen, dem Andern Arbeit zu beschaffen.
Prag den 11. Dezember 1815.
K.k. priv. Zeitungs- und Intelligenz-Komptoir im v. Schönfeld’schen Hause.


Kaiserlich-königliche privilegirte Prager Zeitung, Allgemeines Intelligenzblatt, 20.12.1815, Nr.354, S.1449. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur 394.192-D.Alt/1815

Mittwoch, 10. Juni 2009

Aufruf zur Mitarbeit an einem Adressbuch, Prag 1815

Im Intelligenzblatt zur Prager Zeitung gab es 1815 unter der Überschrift 2698. Literärische Anzeigen folgenden Aufruf zur Mitarbeit an einem Adressbuch:
Zu dem bei Anfang dieses Jahres erschienenen Addreßbuche der jetzt (1815) bestehenden Kaufleute und Fabrikanten in Europa, welches sich bereits auf 2000 Städte erstreckt, und das bei uns zu 12 Gulden rhein. oder 6 2/3 Thaler sächs. zu haben ist, kommt zu Anfang des nächsten Jahres ein Nachtrag, welcher noch eine Menge fehlender Städte, und zu den bereits vorkommenden noch neue Firmen und die vorgefallenen Veränderungen mittheilen wird. Wir ersuchen daher diejenigen, deren Firmen noch nicht darin vorkommen, uns dieselben, mit Angabe ihres Geschäftes tc. gütigst franco anzugeben, und des genauesten Abdrucks versichert zu seyn.
Contor der königl. priv. allgem. Handlungszeitung in Nürnberg.
(Für Böhmen übernimmt das k.k. priv. Zeitungs- und Intelligenz-Comptoir die Addressen, um deren portofreye Einsendung ersucht wird.)


Kaiserlich-königliche privilegirte Prager Zeitung, Allgemeines Intelligenzblatt, 13.11.1815, Nr. 317, S. 1304. Österreichische Nationalbibliothek, Signatur 394.192-D.Alt/1815

Mittwoch, 3. Juni 2009

Making Publics 1500-1700

Bing musste ich selbstredend auch gleich ausprobieren, und voilà: Mit dem Suchbegriff Bureau d'Adresse stieß ich gleich mal auf die Homepage des mir bis dato nicht bekannten kanadisch-britischen Forschungsverbunds Making Publics. Media, markets & associations in early modern Europe 1500-1700, der unter dem Titel eines Bureau d'Adresse ein Vernetzungstool für interessierte ForscherInnen anbietet. Bing rankt diesen Treffer unter den ersten 10, bei Google erscheint er erst auf Platz 61.

Freitag, 29. Mai 2009

Wir waren die Safttrinker

Ich bin mit diesem Hinweis zwar acht Jahre zu spät dran, aber was soll's: Jürgen Teipels Verschwende Deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave verdient jegliches Lob, mit dem er besungen wurde. Ein faszinierendes Stück oral history der BRD, einfach vorbildhaft.

Einer der Protagonisten, nämlich Klaus Maeck - später u.a. Manager der Einstürzenden Neubauten - kommt an einer Stelle (S.63) auf eine jener leicht utopischen Suchmaschinen vor Google zu sprechen:

Ich war damals {1976-1978} schon Anfang 20, war in Polit-, Sponti- und Alternativkreisen unterwegs und machte einen Laden namens ‚Schwarzmarkt’. Es gab ja so eine Bewegung, selbstbestimmtes Leben zu organisieren. Selbstversorgung. Und dieser Laden war eben eine Mischung aus Buchladen und Infozentrum. Es gab Karteien, da wurden Wohnungen vermittelt. Maschinen. Klamotten. Was immer man tauschen oder an- und verkaufen konnte. [Absatz] Während dieser RAF-Anschläge haben wir auch für Gegeninformation gesorgt.

Das Zitat im Titel dieses Postings (S.53) stammt übrigens von Peter Hein (Fehlfarben), zu dessen Credo auch zählte: Wir sind gegen die Drogenbands.

Teipel, Jürgen: Verschwende deine Jugend. Frankfurt am Main: Suhrkamp 3271, 11. Aufl., 2007. (EA 2001).

Donnerstag, 26. März 2009

Ein Platz Renaudot für Montpellier

Seit Anfang März hat Montpellier einen Square Théophraste-Renaudot, wie der Gazette de Montpellier zu entnehmen ist.
Ärgerlich am Artikel ist folgende, durch die Forschung schon lange widerlegte Behauptung: En 1631, il [d.h. Renaudot] a créé le premier journal de France. In Wirklichkeit existierten schon vor Renaudots Gazette die von Jean Martin und Louis Vendosme herausgegebenen Nouvelles ordinaires de divers endroicts, gegen die sich Renaudot dann mit Hilfe Richelieus durchsetzen konnte.

DAHL, Folke/PETIBON, Fanny/BOULET, Marguerite: Les débuts de la presse française. Göteborg/Paris 1951.

Sonntag, 11. Januar 2009

Frag- und Kundschaftsämter in der Habsburgermonarchie

Die Ausgabe 2007-2 der Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich ist nunmehr als PDF online, und damit auch mein darin erschienener Aufsatz Frag- und Kundschaftsämter in der Habsburgermonarchie als Institutionen der Informations- und Wissensvermittlung (S. 7-20).

Sonntag, 30. November 2008

Das Brünner Fragamt im Frühjahr 1760: Eine Identitätskrise? oder: Synonyme über Synonyme

Irgendwie scheint sich das Brünner Fragamt im Frühjahr 1760 in einer Identitätskrise zu befinden. Oder will der Verfasser des vom Fragamt herausgegebenen Intelligenzblatts nur besonders einfallsreich sein und Wortwiederholungen vermeiden? Das Intelligenzblatt, das seit Juli 1755 erscheint und seit Beginn des Siebenjährigen Kriegs auch viele politische Nachrichten bringt, heißt jedenfalls Wochentlicher Intelligenz-Zettel aus dem Frag-Amt der Kayserlich-Königlichen privilegirten Lehen-Bank zu unser lieben Frauen in Brünn.
Im März 1760 wird in einer Verkaufsanzeige erwähnt, dass die angebotene Ware – Bücher des Wiener Verlegers Trattner – im K.K. privilegirten Frag-Amt erworben werden können (3.4.1760, Nr.14); zwei Wochen später firmiert die Verkaufsstelle als Zeitungs-Comtoir (17.4.1760, Nr.16), wieder zwei Wochen später als K.K. privilegirte[s] Kundschafts-Amt (1.5.1760, Nr.18) und Ende Juni wird der Begriff Intelligenz-Amt (26.6.1760, Nr. 26) verwendet. Damit gibt es vier Bezeichnungen für dieselbe Institution: Fragamt, Zeitungscomptoir, Kundschaftsamt und Intelligenzamt. Fünf sind es, wenn in Rechnung gestellt wird, dass manchmal die Lehenbank – zu dieser gehört das Brünner Fragamt – als Ort bezeichnet wird, wo die angebotenen Waren – z.B. spanischer Tabak, Mailänder Reis, Schweizer Käse und auserlesene gute Bücher (27.3.1760, Nr.13) – erstanden werden können.

Wochentlicher Intelligenz-Zettel aus dem Frag-Amt der Kayserlich-Königlichen privilegirten Lehen-Bank zu unser lieben Frauen in Brünn, 1760.
Moravská Zemská Knihovna, Signatur: Nov. 9.058/1760

Freitag, 28. November 2008

Gratisabgabe von Seidenraupensamen im Brünner Fragamt, 1756

Viele Aktivitäten jenseits der Herausgabe des Intelligenzblatts und dem Verkauf von Waren scheint das Brünner Fragamt ja nicht zu übernehmen; immerhin, im März 1756 versucht es, sich in landwirtschaftlicher Wissensvermittlung zu betätigen: Im Wochentlichen Intelligenzzettel heißt es, dass nunmehr der Frühling und damit die Pflanzzeit eingetreten sei; wer nun die Sätzlinge für die an mehreren Orten eingeführte, so nützliche Röth-Plantage haben wolle, möge sich beim Fragamt anmelden und könne dort sofort den diesfälligen Verlag sowohl, als deren hier Landes zu Erzieglung derer so nutzlichen Seiden-Würmern, und hieraus erzeigenden Seide, zum Theil bereits versetzten Maulbeer-Bäumern, samt diesfällig-umständlichen Unterricht respectu beyderley Plantage (...) empfangen. (27.3.1756, Nr.13) Eine Woche darauf präzisiert das Fragamt, dass diese Sätzlinge unentgeltlich zu haben seien, und dass all diejenige, die bereits mit Erzieglung derer Seiden-Würmern beschäftigt waren oder ins künftige hierzu einen Lust bezeigen würden, im Fragamt gedachte[n] Seiden-Wurm-Saamen nach Maß deren zu pflegen habenden Bäumern gratis abgereichet bekommen. (3.4.1756, Nr.14)

Wochentlicher Intelligenz-Zettel aus dem Frag-Amt der Kayserlich-Königlichen privilegirten Lehen-Bank zu unser lieben Frauen in Brünn, 1756
Moravská Zemská Knihovna, Signatur: Nov. 9.058/1756