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goncourt - 2016/12/28 18:36

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Zuletzt aktualisiert: 2017/07/25 21:29

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Patrick Eiden-Offe im 10 vor 11-Interview zum Echo der Revolutionen in der Literatur

Mal wieder was Spannendes in Alexander Kluges 10 vor 11, ausgestrahlt bei RTL in der Nacht vom 24. auf 25.7.2017, 00:30-00:55: Patrick Eiden-Offe (in der Ankündigung wurde aus dem "d" ein "g"), dessen Texte ich bislang immer mit viel Erkenntnisgewinn gelesen habe, wird interviewt zum Thema Montag: Feuerwerk. Dienstag: Demonstration. Mittwoch: Revolution / Was sagt die Literatur zu den Begriffen „Klasse“, „Revolte“ und „Proletariat“?

Der Ankündigungstext lautet wie folgt (falsches "g" inklusive):

Im 18. JH, weit vor Ausbruch der Großen Französischen Revolution, machte der Fischer-Aufstand von Neapel vom Mai 1647 einen nachhaltigen Eindruck auf die europäische Öffentlichkeit! Der Anführer dieser Revolte, ein Fischer namens Masaniello, beschäftigte die Phantasie. Die revolutionäre Bewegung wurde ausgelöst, als den plebejischen Schichten in Neapel, die von freiwachsendem Obst und gelegentlichen Jagdausflügen lebten, durch eine Obststeuer dieser Zugang „zur dem, was die Natur bietet und die Reichen ihnen verweigern“ versperrt wurde. Masaniello als Anführer hatte eine charismatische Ausstrahlung. Er wurde ermordet. Von dieser Revolte handeln zahllose Dichtungen und mehr als sieben Opern. Die letzte dieser Opern, Auberts „Die Stumme von Portici“, zeigte noch 1832 eine so starke revolutionierende Kraft, dass die Opernbesucher auf die Straße gingen und die Wallonische Revolution in Brüssel auslösten.

Dr. Patrick Eigen-Offe vom Zentrum für Literatur und Kulturforschung Berlin untersucht das Echo der Begriffe „Klasse“, „Revolte“ und „Proletariat“ in Literatur, Musik und den Künsten. Für die herrschenden Schichten waren die immer wiederkehrenden Revolten ein unheimliches Phänomen. Sie verglichen die Revolten mit der Hydra, sich selbst mit Herakles. Die Eigenschaft der Hydra wie auch die der Revolutionen erscheint in ihrer Sichtweise als so gefährlich, weil die Hydra viele Schlangenhäupter besitzt und für jedes, das ihr abgeschlagen wird, zwei neue wachsen. Erst als Herakles die Wunden der Hydra mit Stumpf und Stiel ausbrennt, bricht dieses Wachstum ab. In der literarischen und künstlerischen Spiegelung der Revolution wird die Angst vor ihr und die Grausamkeit der Konterrevolutionen erst richtig sichtbar.