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Ö1-Hörbilder zur Geschichte des Frauenstudiums an der Uni Wien

Andreas Kloner hat ein Radio-Feature zur Geschichte des Frauenstudiums an der Uni Wien gestaltet; ausgestrahlt wird es am Samstag, 7.3.2015, 9:05-10:00 auf Ö1:

Fräulein Doktor, oder: 120 Jahre Besserwisserin. 1365 wurde die Alma Mater Rudolphina gegründet, ein halbes Jahrtausend später kamen die ersten Frauen an die Universität Wien.

Der Tageszeitung "Illustrirtes Wiener Extrablatt" war es Anfang April 1897 ein Titelbild wert: Mehrere Personen mit ihren Promotionsurkunden in Händen lauschen der feierlichen Rede des Universitätsrektors. Alle frisch gebackenen Doktoren tragen Frack, bis auf eine kleine, zierliche, beinahe unscheinbare Person, die ebenfalls in der Reihe der Geehrten Aufstellung genommen hat: Es ist die 37 Jahre alte österreichische Ärztin Dr. Gabriele Possanner von Ehrenthal, die den Abschluss ihres Medizinstudiums an der Universität Wien wiederholen musste. Ein bereits abgeschlossenes Studium an der Universität in Zürich war in ihrer Heimat nicht anerkannt worden. 1897 schaffte sie es als erste Frau überhaupt an einer österreichischen Universität zu promovieren - etwa ein halbes Jahrtausend nach Gründung der Wiener Alma Mater im Jahr 1365.

Warum Frauen immer mehr darauf drängten, ebenso wie Männer ein Studium zu absolvieren und in typische Männerberufe vorzudringen, wie die damalige Gesellschaft darauf reagierte und vor allem wie kreativ Männer ihr Gehirnschmalz einzusetzen wussten, um weibliche Konkurrenz zu verhindern, davon erzählt dieses Feature.